Aus der Saat der Wirklichkeit ist die Religion zu einem Baum emporgewachsen, der Blätter und Zweige, Blüten und Früchte hervorbrachte. Nach einer gewissen Zeit verschlechterte sich der Zustand des Baums. Blätter und Blüten welkten und fielen ab. Der Baum wurde krank und trug keine Früchte mehr. Es wäre unvernünftig, wollte sich der Mensch an diesen alten Baum klammern und behaupten, seine Lebenskräfte seien unvermindert, seine Früchte unübertroffen, sein Dasein ewig. Die Saat der Wirklichkeit muss erneut in die Herzen der Menschen gelegt werden, damit ein neuer Baum daraus erwachse und frische göttliche Früchte die Welt laben. Auf diese Weise werden die Nationen und Völker, die heute noch in der Religion widerstreiten, zur Einheit geführt; Nachahmungen werden aufgegeben, und eine weltumspannende Bruderschaft in der Wirklichkeit selbst wird gegründet werden. Krieg und Streit werden unter den Menschen verschwinden; alle werden als Gottes Diener miteinander ausgesöhnt werden. Denn alle finden Obdach unter dem Baum Seiner Vorsehung und Gnade. Gott ist gütig zu allen. Er schenkt allen gleichermaßen Seine Gnadengaben, wie Jesus Christus sagte: Gott „lässt regnen über Gerechte und Ungerechte“; das will sagen, die Barmherzigkeit Gottes ist allumfassend. Die ganze Menschheit steht unter dem Schutz der Liebe und Gunst, und allen hat Er den Weg der Führung und des Fortschritts gewiesen.
Abdu'l-Bahá, Promulgation of Universal Peace 141 (unautorisierte Übersetzung)