Bahá'í ZitateAusgewählte Zitate aus den Bahá'í-Schriften
Alle Zitate
Der Báb sagt, das Volk Bahá müsse die ärztliche Wissenschaft zu einer so hohen Stufe entwickeln, daß es Krankheiten durch die Ernährung heilt. Die Grundüberlegung ist: Wenn in einer Teilsubstanz des menschlichen Körpers ein Ungleichgewicht entsteht, das ihr richtiges Verhältnis zum Ganzen verändert, wird dies unausweichlich zum Ausbruch einer Krankheit führen. Wird beispielsweise der Stärkeanteil übermäßig erhöht oder der Zuckeranteil gesenkt, so tritt eine Krankheit ein. Ein erfahrener Arzt hat herauszufinden, welcher Bestandteil im Körper seines Patienten vermindert und welcher vermehrt wurde. Wenn er das entdeckt hat, muß er ein Nahrungsmittel verschreiben, das den herabgesetzten Bestandteil in hohem Maße enthält, um so das lebensnotwendige Gleichgewicht des Körpers wiederherzustellen. Der Patient ist seine Krankheit los, sobald seine leibliche Verfassung wieder im Gleichgewicht ist. Der Beweis dafür ist, daß die anderen Lebewesen niemals die medizinische Wissenschaft studieren, niemals Krankheiten, Arzneien, Behandlungen oder Heilverfahren erforschen; aber, wenn eines von ihnen der Krankheit zum Opfer fällt, führt es die Natur auf den Weiden und Wüsten gerade zu der Pflanze hin, die das Tier, das davon frißt, von seiner Krankheit befreit. Ist zum Beispiel der Zuckeranteil im Körper des Tieres abgesunken, so verlangt das Tier, einem Naturgesetz folgend, nach einem Kraut, das reich an Zucker ist. Dann entdeckt und frißt es durch seinen Appetit als einen natürlichen Trieb unter den tausend verschiedenen Pflanzen der Steppe gerade das Kraut mit einem hohen Anteil Zucker. So wird das lebensnotwendige Gleichgewicht der Substanzen, die seinen Körper ausmachen, wiederhergestellt, und das Tier ist seine Krankheit los.
Abdu'l-Bahá

Abdu'l-Bahá, Briefe und Botschaften 134

Weitere Zitate · Medizin

Alle anzeigen →

Die Propheten Gottes, die allumfassenden Offenbarer, gleichen erfahrenen Ärzten, und die bedingte Welt ist wie der menschliche Körper: Die göttlichen Gesetze sind dann Arznei und ärztliche Behandlung. Folglich muß der Arzt Kenntnis und klares Wissen um alle Organe und Teile, um die Natur und die Verfassung des Kranken haben, damit er eine Arznei verschreiben kann, die gegen das tödliche Gift der Krankheit wirksam ist. Tatsächlich schließt der Arzt von der Krankheit auf die Behandlung, die für den Patienten geeignet ist, denn er stellt die Diagnose und verschreibt dann das Heilmittel. Wenn die Krankheit nicht festgestellt wäre, wie könnten Arznei und Behandlung verordnet werden? Der Arzt muß also von der Natur, den Körperteilen und Organen und von dem Zustand des Patienten genaue Kenntnis haben und mit allen Krankheiten und allen Heilmitteln vertraut sein, um eine passende Medizin verschreiben zu können.

Abdu'l-Bahá

Nun wollen wir von materieller Heilung sprechen. Die Wissenschaft der Medizin steckt noch immer in den Kinderschuhen; sie hat noch nicht die Reife erreicht. Wenn sie aber diesen Punkt einmal erreicht hat, werden Heilungen durch Mittel erfolgen, die dem menschlichen Geruchs- und Geschmackssinn nicht widerwärtig sind; das heißt, durch Nahrungsmittel, Früchte und Pflanzen, die gut schmecken und angenehm riechen. Denn die Ursache, die die Krankheit hervorruft - das heißt die Ursache für den Eintritt der Krankheit in den menschlichen Körper -, ist entweder eine physische oder ist die Folge der Erregung der Nerven. Aber die Hauptursachen der Krankheit sind körperlich; denn der menschliche Körper besteht aus zahllosen Elementen, die aber auf ein bestimmtes Gleichgewicht hin abgemessen sind. Solange dieses Gleichgewicht erhalten bleibt, ist der Mensch vor Krankheit geschützt; wenn aber dieses unentbehrliche Gleichmaß, das der Angelpunkt für unser körperliches Befinden ist, gestört wird, gerät dieses in Unordnung, und plötzlich stellen sich Krankheiten ein.

Abdu'l-Bahá

Die meisten Krankheiten, die den Menschen befallen, kommen auch beim Tier vor; aber das Tier wird nicht durch Arzneien geheilt. In den Bergen wie in der Wildnis ist der Arzt des Tieres sein Geschmacks- und Geruchssinn. Das kranke Tier riecht die Pflanzen, die in der Wildnis wachsen; es frißt diejenigen, die seinem Geruchs- und Geschmackssinn süß und wohlriechend erscheinen, und wird so geheilt. Die Ursache seiner Heilung ist folgende: Wenn der Zuckergehalt in seinem Körper abgenommen hat, fängt es an, nach etwas Süßem zu verlangen; es frißt daher ein Kraut mit süßem Geschmack, denn die Natur treibt und leitet das Tier an; Geruch und Geschmack dieser Kräuter gefallen ihm, und es frißt sie. Der Zuckergehalt in seinem Körper steigt, und die Gesundheit wird wiederhergestellt. Es ist daher klar, daß es möglich ist, durch Nahrung, Lebensmittel und Früchte zu heilen; da aber heute die Wissenschaft der Medizin noch unvollkommen ist, wird diese Tatsache noch nicht ganz verstanden. Sobald die medizinische Wissenschaft Vollkommenheit erreicht, wird die Behandlung mit Nahrung, Lebensmitteln, duftenden Früchten und Pflanzen sowie verschiedenen heißen und kalten Wasserkuren durchgeführt werden.

Abdu'l-Bahá

O du hervorragender Arzt!...Gott sei gepriesen, daß du zwei Fähigkeiten hast: einerseits körperlich heilen zu können und andererseits geistig. Alles was sich auf den menschlichen Geist bezieht, hat großen Einfluß auf seine körperliche Verfassung. Du solltest zum Beispiel deinem Patienten Fröhlichkeit vermitteln, ihm Trost und Freude bringen bis zu triumphierender Begeisterung. Wie oft hat dies schon zu baldiger Genesung geführt. Behandle deshalb die Kranken mittels beider Fähigkeiten. Geistigkeit hat eine überraschend heilsame Wirkung auf nervöse Krankheiten.

Abdu'l-Bahá