Der Brunnquell göttlicher Großmut strömt ohne Unterlass, aber wir müssen dürsten nach den Wassern des Lebens. Wo kein Durst ist, kann das heilbringende Wasser nicht lindern. Solange die Seele keinen Hunger verspürt, wird die köstliche Nahrung von der himmlischen Tafel nicht sättigen. Wo die Augen der Wahrnehmung nicht geöffnet werden, kann das Leuchten der Sonne nicht bezeugt werden, Ehe die Nase nicht veria ist, wird sie den Duft aus dem göttlichen Rosengarten nicht atmen. Wo das Herz nicht von Sehnsucht erfüllt ist, werden die Gnadengaben des Herrn nicht offenbar, … Wenn ein Ozean heilbringenden Wassers wogt, wir aber nicht durstig sind - was nützt es uns? Wenn die Kerze entzündet ist, wir aber keine Augen für sie haben - wie kann sie uns erfreuen? Wenn wohlklingende Hymnen zum emporsteigen, wir aber das Gehör verloren haben - wie können wir daran Gefallen finden?
Abdu'l-Bahá, The Promulgation of Universal Peace S. 195-196