Obwohl die Musik dem Materiellen entstammt, ist ihre Wirkung doch in erster Linie geistig, und ihre größte Bindung besteht an das Reich des Geistes. Wenn jemand eine Rede halten will, ist sie wirkungsvoller nach Musikmelodien. Die alten Griechen pflegten - wie auch die persischen Philosophen - ihre Reden auf folgende Weise zu halten: Zuerst spielten sie einige Melodien, und wenn die Zuhörerschaft dadurch eine gewisse Empfänglichkeit erlangt hatte, legten sie ihr Instrument beiseite und begannen ihre Rede. Unter den bekanntesten Musikern Persiens war einer mit Namen Bardot. Immer wenn am Königshof eine große Frage verhandelt wurde und es den Ministern nicht gelungen war, den König zu überzeugen, wurde die Angelegenheit Bardot übertragen, worauf dieser mit seinem Instrument an den Hof ging und die angemessenste und berührendste Musik spielte, und so wurde das Ziel rasch erreicht, weil der König sofort durch die ansprechenden Melodien berührt wurde, Gefühle der Freigebigkeit in seinem Herzen aufstiegen und er nachgab…
'Abdu'l-Bahá in The Compilation of Compilations (unautorisierte Übersetzung) 77