„Obwohl der Schall nur aus Luftschwingungen besteht, die auf die Gehörnerven einwirken, und diese Schwingungen nur durch die Luft bedingte Erscheinungen sind, beeinflussen sie, wie du beobachten kannst, dennoch die Seele. Eine wundervolle Melodie beflügelt den Geist und beschwingt freudevoll das Herz.
Abdu'l-Bahá
„Die Musik wurde bei einigen östlichen Völkern als verwerflich angesehen, aber in diesem neuen Zeitalter hat das Licht der Offenbarung in Seinen heiligen Sendbriefen besonders dargelegt, daß Musik, gesungen oder gespielt, geistige Nahrung für Herz und Seele ist. Die Musik gehört zu den Künsten, die höchstes Lob verdienen. Sie bewegt alle Herzen, die traurig sind.
Abdu'l-Bahá
„O Diener Bahás! Musik wird an der Schwelle des Allmächtigen als lobenswerte Kunst angesehen. So singe bei großen Zusammenkünften und Versammlungen Verse in wunderbaren Melodien und lasse im Haus der Andacht Lobeshymnen erklingen, die die himmlischen Heerscharen entzücken. Bedenke, wie sehr die Kunst der Musik bewundert und gepriesen wird. So du kannst, versuche geistige Melodien, Lieder und Weisen zu verwenden und irdische Musik mit der Melodie des Himmels in Einklang zu bringen. Dann wirst du bemerken, wie groß der Einfluß der Musik ist und wie sie Leben und himmlische Freude schenkt. Stimme solche Melodie und Weise an, daß die Nachtigallen göttlicher Geheimnisse mit Freude und Begeisterung erfüllt werden.
Abdu'l-Bahá
„Die Musik ist eine wichtige Kunst. Sie hat große Wirkung auf den menschlichen Geist. Musikklänge sind etwas, das bei Ätherschwingungen auftreten kann, denn die Stimme ist nur Ausdruck von Schwingungen, die, wenn sie das Trommelfell erreichen, auf die Hörnerven wirken. So sind Melodien besondere Effekte, die durch oder von Schwingungen hervorgerufen werden. Sie haben jedoch eine sehr starke Wirkung auf den Geist. Obwohl die Musik etwas Materielles ist, ist doch ihre ungeheure Wirkung geistiger Art, und sie ist dem Reich des Geistes zutiefst verbunden. Will jemand einen Vortrag halten, wird dies nach einer musikalischen Einleitung wirkungsvoller sein. Die alten Griechen, ebenso wie persische Philosophen, pflegten ihre Vorträge auf folgende Art zu halten: Zuerst spielten sie einige Melodien, und wenn ihre Zuhörer dadurch aufnahmebereit waren, legten sie ihre Instrumente sofort beiseite und begannen mit dem Vortrag. Einer der berühmtesten Musiker Persiens war ein gewisser Barbod. Jedesmal, wenn am Hofe des Königs eine wichtige Frage vorgebracht wurde und die Minister den König nicht überzeugen konnten, wandten sie sich sogleich an Barbod. Er pflegte dann mit seinem Instrument zu Hofe zu kommen und spielte die geeignetste und ergreifendste Musik, womit sofort der Zweck erreicht wurde, denn der König war sogleich von den zu Herzen gehenden Melodien berührt, Großmut erfüllte sein Herz, und er gab nach. Versucht folgendes: Wenn ihr einen großen Wunsch habt und euer Ziel erreichen wollt, dann versucht es bei einem großen Publikum, nachdem ein ergreifendes Solo vorgetragen wurde. Aber die Zuhörer müssen für Musik empfänglich sein, denn manche Menschen sind wie Steine, und Musik kann Steine nicht bewegen.
Abdu'l-Bahá