Bahá'í-ZitateAusgewählte Zitate aus den Bahá'í-Schriften
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In der westlichen Welt hat die materielle Zivilisation den höchsten Entwicklungsstand erreicht, aber die göttliche Kultur hat ihren Ursprung im Osten. Der Osten muss sich die materielle Zivilisation vom Westen aneignen, und der Westen muss die geistige Kultur vom Osten empfangen. So entsteht eine wechselseitige Verbindung. Wenn sich beide zusammentun, wird die Menschheit ein herrliches Bild abgeben und außergewöhnliche Fortschritte erzielen. Das ist klar und offensichtlich und braucht keinen Beweis. Die hohe Stufe materieller Zivilisation im Westen kann nicht geleugnet werden, genauso wie niemand die geistige Kultur des Ostens bestreiten kann, denn alle göttlichen Grundlagen menschlichen Aufschwungs erschienen im Osten. Das ist genauso klar und offensichtlich. Deshalb müssen Sie den Osten beim materiellen Fortschritt unterstützen. In gleicher Weise muss der Osten die Grundlagen der geistigen Kultur in der westlichen Welt verbreiten. Durch diese Verschmelzung und Vereinigung wird die Menschheit ein Höchstmaß an Wohlstand und Entwicklung erlangen. Materielle Zivilisation allein genügt nicht und wird sich als nicht zielführend erweisen. Das mit materiellen Gegebenheiten verbundene körperliche Glück wurde dem Tier bestimmt. Denken Sie darüber nach, wie das Tier den höchsten Grad irdischen Glücks erreicht hat. Ein Vogel sitzt auf dem höchsten Ast und baut dort äußerst schön und geschickt sein Nest. All die Körner und Samen der Wiesen sind sein Reichtum und seine Nahrung; all das frische Wasser aus den Bergquellen und den Flüssen der Ebene dient seinem Genuss. Das ist wahrlich der Gipfel irdischen Glücks, zu dem nicht einmal der Mensch gelangen kann. Das ist der besondere Vorzug des Tierreichs. Der Vorzug des Menschen hingegen ist, geistiges Glück in der Menschenwelt zu erlangen, Gott zu erkennen und zu lieben. Die dem Menschen bestimmte Auszeichnung ist, die höchsten Tugenden der Menschenwelt zu erreichen. Das ist sein wahres Glück und seine Glückseligkeit. Wenn sich jedoch materielles Glück und geistige Glückseligkeit verbinden, ergibt sich »Entzücken über Entzücken«, wie die Araber sagen. Wir beten, dass Gott Ost und West einen möge, damit es zum Austausch zwischen diesen beiden Kulturen kommt und die Menschen sich daran erfreuen mögen. Ich bin sicher, dass es so kommen wird, denn dies ist das Jahrhundert des Lichtes. Dies ist eine Zeit, in der sich die göttliche Barmherzigkeit über das dringendste Bedürfnis dieses neuen Jahrhunderts ergießt: die Einheit von Ost und West. Sie wird gewiss verwirklicht werden.
'Abdu'l-Bahá

‘Abdu’l-Bahá, Die Verkündigung des Weltfriedens 60:5

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