Bahá'í ZitateAusgewählte Zitate aus den Bahá'í-Schriften
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In dieser Sache Gottes ist Beratung von grundlegender Bedeutung, aber damit ist geistiger Austausch, nicht die bloße Äußerung persönlicher Ansichten gemeint. In Frankreich wohnte ich einer Sitzung des Senats bei, jedoch war diese Erfahrung nicht beeindruckend. Das Ziel des parlamentarischen Verfahrens sollte sein, zum Licht der Wahrheit über die vorgelegten Fragen zu gelangen, es sollte keineswegs als Schlachtfeld für Streit und Rechthaberei dienen. Feindseligkeit und Widerspruchsgeist sind schädlich und verheerend für die Wahrheitsfindung. In der zuvor erwähnten Parlamentssitzung kam es häufig zu Zank und nutzlosen Haarspaltereien; größtenteils führte das zu Verwirrung und Tumult; einmal griffen sich zwei Senatsmitglieder sogar tätlich an. Es war keine Beratung, sondern eine Farce.
Abdu'l-Bahá

'Abdu'l-Bahá, Die Verkündigung des Weltfriedens 31:1

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Wenn sich fünf Menschen zusammentun, um die Wahrheit zu erforschen, so müssen sie damit beginnen, dass sich jeder über seine einzelne besondere Lage hinwegsetzt und alle vorgefassten Meinungen fallen lässt. Um die Wahrheit zu finden, müssen wir von unseren Vorurteilen, unseren eigenen kleinlichen, alltäglichen Vorstellungen lassen; ein offener, empfänglicher Sinn ist nötig. Wenn unser Kelch vom ich erfüllt ist, so ist in ihm kein Baum mehr für das Wasser des Lebens. Die Tatsache, dass wir meinen, selber im Recht zu sein und jeden anderen für im Unrecht halten, ist das größte aller Hindernisse auf dem Weg zur Einheit, und Einheit ist nötig, wenn wir zur Wahrheit kommen wollen, denn die Wahrheit ist nur eine.

Abdu'l-Bahá

Die Haupterfordernisse für jene, die miteinander beraten, sind Reinheit des Beweggrundes, strahlender Geist, Loslösung von allem außer Gott, Hingezogensein zu Seinen göttlichen Düften, Bescheidenheit und Demut vor Seinen Geliebten, Geduld und Langmut in Schwierigkeiten, Dienstbarkeit an Seiner erhabenen Schwelle. Wenn sie mit gnädigem Beistand diese Eigenschaften erlangen, wird ihnen vom unsichtbaren Reiche Bahás der Sieg gewährt.

Abdu'l-Bahá

Seine Mitglieder¹ müssen so miteinander beraten, daß sich kein Anlaß für Unmut oder Zwietracht ergibt. Dies ist erreichbar, wenn jedes Mitglied in vollkommener Freiheit seine Meinung äußert und seine Argumente vorbringt. Es darf sich, sollte jemand widersprechen, auf keinen Fall verletzt fühlen; denn erst wenn eine Angelegenheit vollständig erörtert ist, kann sich der richtige Weg zeigen. Der zündende Funke der Wahrheit erscheint erst nach dem Zusammenprall verschiedener Meinungen. Wenn nach der Beratung ein Beschluß einstimmig gefaßt wird, ist dies schön und gut; sollten aber, was der Herr verhüten möge, voneinander abweichende Meinungen bestehen bleiben, muß die Stimmenmehrheit gelten. ¹ des Geistigen Rats

Abdu'l-Bahá

Urteilt gerecht: Welche der modernen Errungenschaften an sich, welche ihrer Anwendungsmöglichkeiten steht im Gegensatz zu den göttlichen Geboten? Denkt man an die Errichtung von Parlamenten, wird dies im Text des folgenden heiligen Verses ausdrücklich bestimmt: »... die ihre Angelegenheiten durch Beratung regeln ...« (Qur'án 42:36). Und an anderer Stelle werden die folgenden Worte an das Morgenlicht alles Wissens, die Quelle der Vollkommenheit selbst (Muhammad), gerichtet, obwohl Er doch allumfassende Weisheit besaß: »... und berate dich mit ihnen in dieser Angelegenheit!« (Qur'án 3:153). Wie könnte angesichts dessen die Frage wechselseitiger Beratung im Widerspruch zum religiösen Gesetz stehen? Die großen Vorteile der Beratung können auch durch logische Beweisführung belegt werden.

Abdu'l-Bahá