Die Grundlagen der göttlichen Religionen sind eins. Wenn wir diese Grundlagen untersuchen, entdecken wir viel Nährboden für Übereinstimmung, aber wenn wir auf die Nachahmung von Bräuchen und überlieferten Glaubenssätzen schauen, finden wir manche Uneinigkeit und Spaltung, denn diese Nachahmungen unterscheiden sich voneinander, während Ursprung und Grundlagen der Religionen ein und dieselben sind. Das heißt, die Grundlagen fördern Einheit, Nachahmung jedoch bewirkt Uneinigkeit und Trennung. Wer die Menschheit nicht liebt oder einem Teil davon mit Hass und Fanatismus begegnet, verletzt die Grundlage und den Ursprung seines eigenen Glaubens und hält an Äußerlichkeiten und Nachahmungen fest. Jesus Christus erklärte, dass die Sonne auf die Schlechten und die Guten scheint und der Regen auf die Gerechten und die Ungerechten niedergeht – auf die ganze Menschheit ohne Unterschied. Christus war die göttliche Barmherzigkeit, die auf die ganze Menschheit schien. Er war der Mittler, durch den die Gaben Gottes herniederkamen. Und die Gaben Gottes überschreiten Bewusstsein und Erfahrung, sind unbeschränkt und allumfassend.
‘Abdu’l-Bahá, Die Verkündigung des Weltfriedens 16:6