Bahá'í ZitateAusgewählte Zitate aus den Bahá'í-Schriften
Alle Zitate
Darum sollten wir gebieterisch den eigenen persönlichen Vorurteilen und dem Aberglauben entsagen, wenn wir ernstlich die Wahrheit zu erforschen wünschen. Wenn unser Verstand nicht zwischen Dogmen, Aberglauben und Vorurteilen auf der einen und der Wahrheit auf der anderen Seite unterscheidet, so können wir nicht zum Ziel gelangen. Suchen wir irgend etwas ernstlich, so werden wir uns allenthalben danach umtun. An diesen Grundsatz müssen wir uns in unserer Wahrheitssuche halten.
Abdu'l-Bahá

Abdu'l-Bahá, Ansprachen in Paris 41:8

Weitere Zitate · Verstand

Alle anzeigen →

Wenn man aber die Natur selbst betrachtet, sieht man, daß sie weder Verstand noch Willen besitzt. So liegt es zum Beispiel in der Natur des Feuers, daß es brennt, und es tut dies ohne Willen und Verstand; die Natur des Wassers ist, daß es fließt, und es tut dies ohne Willen und Verstand; die Natur der Sonne ist, daß sie leuchtet, auch sie leuchtet ohne Willen und Verstand; die Natur des Dampfes ist, aufzusteigen, und er steigt ebenso ohne Willen und Verstand auf. Damit ist klar erwiesen, daß alle natürlichen Bewegungen der erschaffenen Dinge zwangsläufige Vorgänge sind und sich nichts nach eigenem Willen bewegt, mit Ausnahme des Tieres und vor allem des Menschen. Der Mensch vermag sich der Natur zu widersetzen und von ihren Wegen abzuweichen, weil er die Struktur der Dinge entdeckt hat und damit den Kräften der Natur gebietet. Alle Erfindungen, die er gemacht hat, beruhen auf der Entdeckung der Struktur der Dinge. So hat er zum Beispiel die Telegraphie erfunden, die Ost und West verbindet. Darum sehen wir deutlich, daß der Mensch die Natur beherrscht.

Abdu'l-Bahá

Ferner steht unzweifelhaft fest, daß Kenntnisse auf den verschiedenen Wissensgebieten den Gesichtskreis weiten und wir dann die Bedeutung der Bahá'í-Bewegung und ihre Prinzipien viel besser verstehen und würdigen können.

Shoghi Effendi

Die Sache Gottes braucht mehr Bahá'í-Gelehrte, Menschen, die ihr nicht nur ergeben sind, an sie glauben und bemüht sind, anderen davon zu erzählen, sondern die auch die Lehren und deren Bedeutung von Grund auf erfassen und die Glaubensinhalte zu den geläufigen Gedanken und Problemen der Menschen in Beziehung setzen können.

Shoghi Effendi

Frage: Worin liegt der Unterschied zwischen Verstand, Geist und Seele? Antwort: Es wurde schon zuvor erklärt, daß sich der Geist in fünf Stufen einteilen läßt, und zwar in den Geist der Pflanze, den Geist des Tieres und den Menschengeist, den Geist des Glaubens und den Heiligen Geist. Der Geist der Pflanze ist die Kraft des Wachstums, die durch die Einwirkungen der Umwelt auf das Samenkorn hervorgerufen wird. Der Geist des Tieres ist die Kraft aller Sinne, die durch Verbindung und Vermischung von Grundstoffen verwirklicht wird. Wird diese Verbindung zersetzt, geht auch die Kraft zugrunde und wird aufgehoben. Es ist mit ihr wie mit dieser Lampe: Wenn Öl, Docht und Feuer verbunden werden, brennt sie; wenn diese Zusammensetzung aber aufgelöst wird, das heißt, wenn die verbundenen Teile voneinander getrennt werden, erlischt auch die Lampe. Der Menschengeist, der den Menschen vom Tier unterscheidet, ist die mit Vernunft begabte Seele; und diese zwei Begriffe – Menschengeist und mit Vernunft begabte Seele – bezeichnen dasselbe. Dieser Geist, der in der Sprache der Philosophen die mit Vernunft begabte Seele ist, erfaßt alle Wesen und entdeckt – soweit es die menschlichen Fähigkeiten zulassen – die wahre Natur der Dinge; er weiß um ihre Eigentümlichkeit und ihren Sinn und um die charakteristische Eigenart und Besonderheit der Seinsformen. Wenn er aber nicht durch den Geist des Glaubens gefördert wird, kann er die himmlischen Rätsel und die göttliche Wirklichkeit nicht begreifen. Er ist wie ein Spiegel: Er mag noch so blank, feingeschliffen und blendend sein – er muß dem Lichte zugekehrt werden. Er kann die himmlischen Geheimnisse nicht eher entdecken, als bis sich ein Strahl der Sonne in ihm widerspiegelt. Der Verstand ist die Kraft des Menschengeistes. Der Geist ist die Lampe, der Verstand das Licht, das aus ihr strahlt. Geist ist der Baum, Verstand die Frucht. Verstand ist die Krone des Geistes und seine wesentliche Eigenschaft, so wie die Strahlen die wesensmäßige Notwendigkeit der Sonne sind.

Abdu'l-Bahá