In der Bahá’í-Familie sind die Eheleute echte Partner; keiner ist dem anderen untergeordnet. Gemeinsam begegnen sie den Herausforderungen des Lebens – ob geistig, materiell oder gesellschaftlich – durch Gebet, Studium, Beratung und Reflexion über das Handeln. Nehmen wir zum Beispiel Entscheidungen, die die Erziehung von Kindern betreffen. In den Bahá’í-Schriften wird die Mutter als erste Erzieherin des Kindes anerkannt und ihre diesbezüglichen Vorrechte werden bestätigt. Wie ‘Abdu’l-Bahá bemerkt, sind es wahrlich die Mütter, „die das Glück, die zukünftige Bedeutung, die Liebenswürdigkeit, Bildung und Urteilskraft, das Verständnis und den Glauben ihrer Kleinen vorherbestimmen.” Doch auch der Vater trägt Verantwortung für die Bildung und Erziehung der Kinder, und er kann sich nicht einer solch lebenswichtigen Pflicht entziehen und sie allein der Mutter überlassen. Um die Mutter in dieser Rolle zu unterstützen und sicherzustellen, dass sie dadurch nicht benachteiligt wird, trägt der Vater zwar die entsprechende Verpflichtung, die Familie finanziell zu unterstützen, das bedeutet jedoch nicht, dass die Rollen starr festgelegt sind. Auf der Grundlage ihres Verständnisses der Lehren legen die Eheleute selbst fest, wie sie die Angelegenheiten der Familie am besten regeln, je nach den unterschiedlichen persönlichen und sozialen Umständen.
Das Universale Haus der Gerechtigkeit, Botschaft vom 19.03.2025, Absatz 9