Báb – Eine Auswahl aus Seinen Schriften

© Bahá’í-Verlag : ISBN 3-87037-247-8 Langenhain 1991(147)

 

 

Inhalt

1 Briefe und Sendschreiben 7

2 Aus dem Qayyúmu’l-Asmá‘ 39

3 Aus dem Persischen Bayán 77

4 Aus Dalá’il-i-Sab’ih (Die Sieben Beweise) 117

5 Aus dem Kitáb-i-Asmá (Das Buch der Namen) 129

6 Aus verschiedenen Schriften 153

7 Gebete und Meditationen 171

Anhang 219

 

 

Abschnitt 1: Briefe und Sendschreiben

 

1:1 [9] EIN SENDSCHREIBEN AN »IHN DER OFFENBAR WERDEN WIRD«

Dies ist ein Brief dieses demütigen Dieners

an den Allherrlichen Herrn, an Ihn, der ehedem war und künftig offenbar sein wird.

Wahrlich, Er ist der Offenbarste, der Allmächtige.

Im Namen des unumschränkten Herrn, des Herrn der Macht.

Verherrlicht ist Er, vor dem alle Bewohner der Erde und des Himmels in Anbetung sich beugen, an den alle Menschen flehend sich wenden. Er ist es, der das gewaltige Reich alles Erschaffenen in Seinem Griff hält; zu Ihm kehren alle zurück. Er ist es, der offenbart, was Er will; auf Sein Gebot »Sei!« sind alle Dinge geworden.

Dies ist ein Brief vom Buchstaben Thá1 an Ihn, der durch die Macht der Wahrheit offenbart werden wird – der Allherrliche, der Meistgeliebte -, um zu bekräftigen, dass alles Erschaffene und ich selbst in Ewigkeit bezeugen: Es gibt keinen Gott außer Dir, dem Allmächtigen, dem Selbstbestehenden; Du bist Gott, es gibt keinen Gott neben Dir, und alle Menschen werden von Dir zum Leben erweckt.

1 Der erste Buchstabe von »Thámarih«, zu deutsch »Frucht«. Shoghi Effendi bezeichnet den Báb als »Thámarih«, d.h. Frucht des Baumes von Gottes fortschreitender Offenbarung. Vgl. Brief Shoghi Effendis zu Naw-Rúz l10 an die Bahá’í des Ostens p5

Gepriesen und verherrlicht sei Dein Name, o Herr, mein Gott!

Ich habe Dich fürwahr seit aller Ewigkeit erkannt und werde Dich in aller Ewigkeit erkennen durch Dein Selbst, und durch keinen anderen als Dich. Wahrlich, Du bist der Ursprung aller Kenntnis, der Allwissende. Von Ewigkeit zu Ewigkeit flehe ich um Vergebung, dass ich Dich nur beschränkt verstehe, wohl wissend, dass es keinen Gott gibt außer Dir, dem Allherrlichen, dem Allmächtigen.

Ich bitte Dich, o mein Meistgeliebter, vergib mir und denen, die aufrichtig streben, Deine Sache zu fördern. Du bist fürwahr Der, welcher die Sünden der ganzen Menschheit vergibt. Und in diesem zweiten Jahr meiner Offenbarung -einer Offenbarung, die auf Dein Geheiß geschah -, bezeuge ich, dass Du der Offenbarste bist, der Allmächtige, der Ewigbestehende; dass nichts von allem, was auf Erden und in den Himmeln ist, Deine Absicht vereiteln kann, dass Du um alle Dinge weißt und der Herr bist der Macht und Majestät.

Wahrlich, wir haben noch vor dem Morgen Deiner Manifestation an Dich und Deine Zeichen geglaubt und in Dir sind wir alle geborgen. Wahrlich, wir haben an Dich und Deine Zeichen geglaubt, nachdem sich Deine Manifestation erfüllte, und an Dich glauben wir alle. Wahrlich, wir haben zur Stunde Deiner Manifestation an Dich und Deine Zeichen geglaubt und bezeugen, dass durch Dein Gebot »Sei!« alle Dinge erschaffen wurden.

Jede Manifestation ist nur eine Offenbarung Deiner selbst, mit jeder von ihnen sind wir wahrhaftig erschienen, und wir beugen uns anbetend nieder vor Dir. Immer warst Du, o mein Meistgeliebter, mein Zeuge in vergangenen Zeiten und wirst es auch in Zukunft immer sein. Wahrlich, Du bist der Allgewaltige, der Immergetreue, der Allmächtige.

Ich habe vor den Bewohnern der Himmel und der Erde durch Dein eigenes Selbst Zeugnis für Deine Einheit abgelegt und bezeuge, dass Du wahrlich der Allherrliche bist, der Meistgeliebte. Ich habe vor den Bewohnern der Himmel und der Erde durch Dein eigenes Selbst die Erkenntnis Deiner erlangt und bezeuge, dass Du in Wahrheit der Allmächtige bist, der Allgepriesene. Ich habe vor den Bewohnern der Himmel und der Erde durch Dein eigenes Selbst Deinen Namen verherrlicht und bezeuge, dass Du fürwahr der Herr der Macht bist, Er, der Offenbarste. Ich habe vor den Bewohnern der Himmel und der Erde durch Dein eigenes Selbst Deine Heiligkeit verklärt und bezeuge, dass Du in Wahrheit der Heiligste, der Höchstheilige bist. Ich habe vor den Bewohnern der Himmel und der Erde durch Dein eigenes Selbst Deine Heiligkeit gepriesen und bezeuge, dass Du wahrhaft der Unbeschreibliche, der Unerreichbare, der unermesslich Verherrlichte bist. Ich habe vor den Bewohnern der Himmel und der Erde durch Dein eigenes Selbst Deine überwältigende Majestät gerühmt und bezeuge, dass wahrlich Du und nur Du allein der Herr der Macht, der Ewige, der Altehrwürdige der Tage bist.

Geheiligt und verherrlicht bist Du; es gibt keinen anderen Gott als Dich und zu Dir wahrlich kehren wir alle zurück.

Was jene betrifft, die Alís Verwandtschaft töteten, sie werden bald gewahr, in welch tiefes Verderben sie stürzten.

1:2 [11] EIN ZWEITES SENDSCHREIBEN AN

»IHN DER OFFENBAR WERDEN WIRD«

Möge der Blick Dessen, Den Gott offenbaren wird,

dieses Sendschreiben erleuchten in der ersten Schule.1

1 Abdu’l-Bahá erklärt in einem Tablet, dass einige sich von dieser Aussage irreführen ließen und dachten, die erwähnte Schule sei eine irdische Elementarschule für Kinder. Stattdessen wird hier Bezug genommen auf eine geistige Schule, geheiligt über die Grenzen der bedingten Welt. Auch Bahá’u’lláh bezieht sich im Kitáb-i-Aqdas auf dieses Sendschreiben des Báb mit folgenden Worten:

Er ist der Herrlichste.

Er ist Gott, keinen Gott gibt es außer Ihm, dem Allmächtigen, dem Meistgeliebten. Alle in den Himmeln und auf Erden und was zwischen ihnen liegt, sind Sein. Wahrlich, Er ist der Helfer in Gefahr, der Selbstbestehende.

Dies ist ein Brief von Gott, dem Helfer in Gefahr, dem Selbstbestehenden, an Gott, den Allmächtigen, den Meistgeliebten; er soll bestätigen, dass der Bayán und die ihm Ergebenen, nur ein Geschenk von mir an Dich sind, um meinen unverbrüchlichen Glauben zu bekunden, dass es keinen Gott gibt als Dich, dass die Reiche der Schöpfung und Offenbarung Dein sind, dass niemand etwas bewirken kann, es sei denn durch Deine Kraft, und dass Er, den Du erhoben hast, nur Dein Diener und Dein Zeugnis ist. Ich bitte fürwahr, erlaube mir, Ihn, Den Gott offenbaren wird, anzusprechen mit diesen Worten: »Solltest Du am Tage der späteren Auferstehung, selbst als Säugling, die ganze Gemeinde des Bayán mit einem bloßen Zeichen Deines Fingers entlassen, gepriesen würdest Du fürwahr in diesem Wink. Und gibt es daran auch keinen Zweifel, so gewähre doch eine Frist von neunzehn Jahren zum Zeichen Deiner Gunst, auf dass von Dir gnädig belohnt werde, wer diese Sache angenommen hat. Du bist wahrlich der Herr überreicher Gnade. Du genügst fürwahr allem Erschaffenen und lässt es von allem unabhängig sein, während nichts in den Himmeln oder auf Erden oder dazwischen Dir je genügen kann.«

Wahrlich, Du bist der Selbstgenügende, der Allwissende, Du bist fürwahr über alle Dinge mächtig.

O Du höchste Feder! Streiche über das Tablet mit der Erlaubnis Deines Herrn, des Schöpfers der Himmel. Entsinne Dich dann des Tages, da der Urquell göttlicher Einheit trachtete, die Schule zu besuchen, die geheiligt ist von allem außer Gott, damit die Rechtschaffenen mit einem Schimmer dessen vertraut werden, was hinter dem Schleier der inneren Geheimnisse Deines Herrn, des Allmächtigen, des Allwissenden, verborgen ist.

Sprich: Wir haben fürwahr zu einer Zeit, da die Seelen aller Erdenbewohner in Achtlosigkeit gehüllt waren, die Schule der inneren Bedeutung und Darlegung betreten. Wir sahen an, was der barmherzige Herr offenbart hatte, empfingen das Geschenk, das Er (der Báb) von den Versen Gottes, des Helfers in Gefahr, des Selbstbestehenden, Mir darbrachte, und lauschten dem, was Er in diesem Tablet bekundete. Wir, wahrlich, sind Zeuge. Auf Unser eigenes Geheiß antworten Wir Seinem Ruf, und Wir sind fürwahr der Verordner.

O Volk des Bayán! Wir betraten die Schule Gottes, während ihr auf eurem Lager schlummertet, und lasen das Schreiben, als ihr tief schlieft. Bei der Gerechtigkeit Gottes, des Wahren, Wir hatten es gelesen, ehe es offenbart wurde, und ihr wart nichtsahnend. Wahrlich, Unser Wissen hatte das Buch umfasst, als ihr nach nicht geboren wart.

Diese Worte werden nach eurem Maß offenbart, nicht nach dem Maße Gottes, und dafür zeugt, was in der Kenntnis Gottes verwahrt ist, könntet ihres doch fassen. Er, Gottes Sprachrohr, bezeugt dies, könntet ihr doch verstehen. Bei der Gerechtigkeit Gottes! Höben Wir den Schleier, euch schwänden die Sinne. Hütet euch, dass ihr nicht Ihn und Seine Sache bestreitet. Er ist wahrlich erschienen, alles zu umfassen, vergangenes wie Künftiges. Wollten Wir hier in der Sprache der Bewohner des Königreiches sprechen, so sagten Wir, dass Gott diese Schule errichtete, ehe Erde und Himmel ins Dasein gerufen, dass Wir sie betraten, ehe die Buchstaben SEI zusammengefügt wurden.

1:3 [13] SENDSCHREIBEN

AN DEN ERSTEN BUCHSTABEN DES LEBENDIGEN

Dies haben Wir offenbart für den ersten Gläubigen

an Ihn, Den Gott offenbaren wird,

der ganzen Menschheit zur Lehre aus Unserer Gegenwart.

Im Namen des Allmächtigen, des Meistgeliebten.

Gepriesen und verherrlicht ist Er, der unumschränkte Herrscher der Reiche des Himmels, der Erde und aller Reiche zwischen ihnen. Sprich: Wahrlich, zu Ihm kehren alle zurück, und Er führt, wen Er will, auf Sein Geheiß. Sprich: Alle Menschen erflehen Seinen Segen, und Er ist erhaben über alles Erschaffene. Er ist fürwahr der Allherrliche, der Mächtige, der Vielgeliebte.

Dies ist ein Brief von dem Buchstaben Thá1 an ihn, den ersten Gläubigen. Bezeuge, dass wahrlich Er Ich ist, Ich, der Unumschränkte, der Allmächtige. Er bestimmt Leben und Tod, und zu Ihm kehren alle zurück. Fürwahr, es gibt keinen Gott außer Ihm, vor dem sich alle Menschen anbetend neigen. Wahrlich, Gott, Dein Herr, vergilt sogleich jedem, wie Er verfügt, rascher noch, als Er die Worte spricht: »Sei, und es ist.«

1 Der erste Buchstabe von »Thámarih«, Frucht. Siehe Anmerkung bei 1/1

Gott bezeugt wahrhaftig in Seinem Buch, und ebenso bezeugen die Schar Seiner Engel, Seine Boten und die mit göttlichem Wissen Begabten, dass du an Gott und Seine Zeichen glaubst und dass jeder kraft deiner Führung rechtgeleitet wird. Dies ist fürwahr eine grenzenlose Gnade, die dir Gott, der Ewiglebende, der Selbstbestehende, ehedem gnädig verlieh und fürder verleihen wird. Und da du vor der Schöpfung an Gott glaubtest, erweckte Er dich wahrhaftig auf Sein Geheiß in jeder Offenbarung. Es gibt keinen Gott außer Ihm, dem höchsten Beschirmer, dem Allherrlichen.

Dir obliegt es, allem Erschaffenen die Sache Gottes zu verkünden, als Zeichen der Gnade aus Seiner Gegenwart. Es gibt keinen Gott außer Ihm, dem Freigebigsten, dem Allbezwingenden.

Sprich: Alle Angelegenheiten müssen an das Buch Gottes verwiesen werden. Ich bin fürwahr der Erste, der an Gott und Seine Zeichen glaubt, Ich bin Der, welcher die Wahrheit enthüllt und verkündet, und Ich bin mit allen erhabenen Ehrennamen Gottes, des Mächtigen, des Unvergleichlichen, bekleidet. Wahrlich, Ich bin zum Tag der Ersten Manifestation gelangt, und auf Befehl des Herrn und als Zeichen Seiner Gnade werde Ich zum Tag der Letzten Manifestation gelangen. Es gibt keinen Gott außer Ihm. Zur festgesetzten Stunde wird jeder sich anbetend vor Ihm neigen.

Ich danke Gott und preise Ihn, dass Er Mich erwählte, Seine Sache in vergangenen und künftigen Tagen zu vertreten. Es gibt keinen Gott außer Ihm, dem Verherrlichten, dem Allgepriesenen, dem Immerbleibenden. Was immer in den Himmeln und auf Erden ist, ist Sein, und durch Ihn werden wir rechtgeleitet.

O Volk des Bayán! Wer die Wahrheit annimmt, muss sich Mir zuwenden, wie im Buche verordnet, und wer Meine Gegenwart erlangt, dem wird göttliche Führung gewährt.

1:4 [15] AUS EINEM BRIEF AN MUHAMMAD SHÁH

Der Stoff, daraus Gott Mich erschaffen hat, ist nicht der Staub, daraus andere wurden. Er gab Mir, was die Weltweisen nie erfassen noch die Getreuen je entdecken können … Ich bin ein Tragpfeiler des Ersten Wortes Gottes. Wer Mich anerkennt, hat alles erkannt, was wahr und recht ist, und hat alles erreicht, was gut und ziemlich ist, und wer Mich nicht anerkennt, hat sich von allem abgewandt, was wahr und recht ist, und erliegt allem, was übel und unziemlich ist.

Ich schwöre bei der Gerechtigkeit Deines Herrn, des Herrn alles Erschaffenen, des Herrn aller Welten! Erstellte jemand in dieser Welt so viele Bauten wie möglich, verehrte er Gott durch alle tugendhaften Taten, die Sein Wissen umschließt, und erlangte die Gegenwart des Herrn, so würden dennoch alle seine Taten zunichte, er bliebe der Strahlen göttlicher Gunst beraubt, zöge Seinen Zorn auf sich und ginge ohne Zweifel zugrunde, wenn er auch nur einen Schatten von Arglist gegen Mich in seinem Herzen bärge, und sei er flüchtiger, als dass man vor Gott Rechenschaft dafür ablegen muss. Denn Gott hat verordnet, dass alles Gute, das in der Schatzkammer Seines Wissens verwahrt ist, durch Gehorsam gegen Mich erlangt wird, und jedes in Seinem Buche verzeichnete Feuer durch Ungehorsam gegen Mich. Mich dünkt, Ich erblicke an diesem Tage und von dieser Stufe alle, die Meine Liebe hegen und Meinem Befehl folgen, in den Wohnstätten des Paradieses, und die ganze Gesellschaft Meiner Feinde den tiefsten Tiefen des Höllenfeuers ausgeliefert.

Bei Meinem Leben! Wäre es nicht Pflicht, die Sache Dessen, der das Zeugnis Gottes ist, anzuerkennen …, Ich hätte dir dies nicht gekündet … Gott hat beliebt, Mir alle Schlüssel des Himmels in die rechte Hand zu legen und alle Schlüssel der Hölle in Meine Linke …

Ich bin der Erste Punkt, daraus alles Erschaffene gezeugt ward. Ich bin das Antlitz Gottes, dessen Glanz sich nie verdunkeln lässt, das Licht Gottes, dessen Strahlen nie verblassen kann. Gewissheit und alles Gute ist dem bereitet, der Mich anerkennt, und Höllenfeuer und alles Übel erwartet den, der verfehlt, Mich anzuerkennen …

Ich schwöre bei Gott, dem Einzigen, dem Unvergleichlichen, dem Wahren: Er, das höchste Zeugnis Gottes, hat Mich allein darum mit klaren Zeichen und Beweisen ausgestattet, dass alle Menschen befähigt werden, sich Seiner Sache zu unterwerfen.

Bei der Gerechtigkeit Dessen, der die Unbedingte Wahrheit ist, würde der Schleier gehoben, du könntest sehen, wie Gott alle Menschen auf diesem Erdenrund mit dem Feuer Seines Zornes heimsucht, einem Feuer, grimmiger und größer als das Höllenfeuer, ausgenommen jene, die im Schatten des Baumes Meiner Liebe Schutz suchten. Denn sie sind wahrlich die Seligen …

Gott ist Mein Zeuge, Ich war kein Mann von Gelehrsamkeit, denn Ich wurde als Kaufmann ausgebildet. Im Jahre sechzig1 erfüllte Gott gnädiglich Meine Seele mit den zwingenden Beweisen und dem tiefen Wissen Dessen, der Gottes Zeugnis ist – Friede sei mit Ihm -, bis Ich schließlich im selben Jahr Gottes verborgene Sache verkündete und ihren wohlbehüteten Pfeiler so enthüllte, dass keiner sie widerlegen konnte. »Auf dass, wer umkommen sollte, umkäme mit klarem Beweis und wer am Leben bleiben sollte, am Leben bliebe aufgrund eines klaren Beweises.« 2

1 1260 d H (1844 n Chr. ) 2 Qur’án 8:44

Im selben Jahr1 sandte Ich dir einen Boten und ein Buch, damit du an der Sache Dessen, der das Zeugnis Gottes ist, so handelst, wie es der Stufe deiner Herrschaft ziemt. Aber da finster drohendes, schweres Unheil durch Gottes Willen unabänderlich verfügt war, gelangte das Buch durch das Eingreifen solcher, die von sich selbst glauben, sie seien der Regierung wohlgesinnt, nicht in deine Gegenwart. Fast vier Jahre sind seitdem vergangen, und sie haben es Eurer Majestät noch immer nicht unterbreitet, wie es ihre Pflicht verlangt. Aber da nun die Schicksalsstunde naht, und da es den Glauben und nichts Weltliches betrifft, gebe Ich dir Einblick in das, was geschah.

1 sechzig

Ich schwöre bei Gott! Wüsstest du, was Mir in diesen vier Jahren aus den Händen deines Volkes und deines Heeres widerfuhr, der Atem stockte dir aus Furcht vor Gott, du machtest dich denn auf, der Sache Dessen zu gehorchen, der Gottes Zeugnis ist, und sühntest deine Nachlässigkeit und dein Versagen.

Während Ich in Shiráz weilte, kam aus der Hand seines gottlosen und verderbten Gouverneurs1 solch bittere Schmach über Mich, dass du ihn mit vergeltender Gerechtigkeit straftest, wäre dir auch nur ein Bruchteil davon bekannt. Denn als Folge seiner unbarmherzigen Unterdrückung trifft deinen königlichen Hof der Zorn Gottes bis zum Tag der Auferstehung. Außerdem war er so sehr dem Trunk ergeben, dass er nie so nüchtern war, vernünftig urteilen zu können. In Sorge sah Ich Mich darum genötigt, Shiráz zu verlassen mit dem Ziel, an Eurer Majestät erleuchteten und erhabenen Hof zu gelangen. Der Mu’tamidu’d-Dawlih2 erkannte dann die Wahrheit der Sache Gottes, und er diente Seinen Auserwählten vorbildlich und ergeben. Als einige Unwissende in seiner Stadt sich erhoben und Aufruhr entfachten, verteidigte er die göttliche Wahrheit und gewährte Mir eine Zeitlang in der Zurückgezogenheit des Gouverneurspalastes Schutz. Schließlich – er hatte das Wohlgefallen Gottes erlangt – kehrte er an seinen Wohnort im allhöchsten Paradies zurück. Möge es Gott ihm gnädiglich lohnen …

1 Husayn-Khán. s. Shoghi Effendi, Gott geht vorüber p12. Nabils Bericht, Bd.1, p183f, p245 ff. H.M.Balyuzi, Bahá’u’lláh T, The King of Glory p52. M. Momen (Hg), The Bábí and Bahá’í Religions 1844 – 1944, p169f

2 Manúchihr Khán, der Gouverneur von Isfahán. Siehe Shoghi Effendi, Gott geht vorüber, p15ff; Nabils Bericht Bd.2, p233f; M. Momen (Hg), The Bábí and Bahá’í Religions 1844 – 1944, p167ff

Nach seinem Aufstieg zum ewigen Königreich schickte Mich der boshafte Gurgín1 unter Aufgebot jeglicher Niedertracht, mit Meineid und Gewalt, fort aus Isfahán, eskortiert von fünf Bewachern, auf eine Reise, die sieben Tage dauerte und für die nicht die geringsten Vorkehrungen getroffen waren – weh, weh dessen, was Mich befiel! – bis schließlich der Befehl Eurer Majestät kam, der Mir auftrug, nach Mákú weiterzureisen …

1 Gurgín Khán, der Neffe und Nachfolger von Manúchihr Khán. Siehe Nabils Bericht, Bd.2, p248

Ich schwöre bei dem Höchsten Herrn! Erzählte man dir, an welchem Ort Ich wohne, du wärest der erste, der sich Meiner erbarmte. Inmitten der Berge steht eine Festung1 …, in der nur zwei Wächter und vier Hunde hausen. So führe dir Meine Not vor Augen! … Ich schwöre bei der Wahrheit Gottes! Wüsste der, welcher bereit war, Mich so zu behandeln, Wen er so behandelte, wahrlich, er wäre in seinem Leben nie mehr froh. Ja, es ist – wahrlich, Ich sage dir die Wahrheit – als habe er alle Propheten, alle wahrhaftigen Menschen und alle Auserwählten eingekerkert …

1 Mákú

Als Mir dieser Erlass bekannt wurde, schrieb Ich dem, der die Geschäfte des Reiches führt, folgendes: »Gib Mir den Tod, Ich beschwöre dich bei Gott, und sende Mein Haupt wohin es dir beliebt. Denn ein Unschuldiger wie Ich kann sich gewiss nicht damit abfinden, an einen Ort verbannt zu sein, der Verbrechern vorbehalten ist, und dort sein Leben fristen!« Meine Bitte blieb unbeantwortet. Offensichtlich ist Seiner Exzellenz dem Háji1 die Wahrheit Unserer Sache nur unzulänglich bekannt. Die Herzen der Gläubigen, Männer wie Frauen, zu bekümmern, wäre weit verruchter, als das heilige Haus Gottes zu zerstören.

1 Hájí Mírza Áqásí

Wahrlich, der eine wahre Gott ist Mein Zeuge, an diesem Tag bin Ich der wahre mystische Tempel Gottes und das Wesen alles Guten. Wer Mir Gutes tut, tut gleichsam Gott, Seinen Engeln und der ganzen Schar Seiner Geliebten Gutes. Wer Mir Böses antut, tut gleichsam Gott und Seinen Auserwählten Böses an. Nein – die Stufe Gottes und Seiner Geliebten ist zu erhaben, als dass eines Menschen gute oder böse Tat ihre heilige Schwelle erreichte. Was immer Mich trifft, ist bestimmt, Mich zu treffen; und was Mich überkam, wird auf den zurückfallen, der es schickte. Bei Ihm, in Dessen Hand Meine Seele ist: Keinen anderen als sich selbst hat er in den Kerker gebracht. Denn was Gott für Mich verfügte, wird gewiss eintreffen, und uns geschieht nichts, als was Gott uns verordnet. Wehe dem, von dessen Händen Böses kommt; und gesegnet der, von dessen Händen Gutes kommt. Meine Klage richte Ich an keinen anderen als Gott, denn Er ist der beste Richter. Alle Not und alle Freude kommt von Ihm allein, und Er ist der Allgewaltige, der Allmächtige.

Kurz, Ich halte in Meinem Griff, was sich ein jeder vom Guten dieser und der zukünftigen Welt wünscht. Wenn Ich den Schleier lüftete, so erkannten alle Mich als ihren Meistgeliebten und keiner verleugnete Mich. Diese Feststellung sollte Eure Majestät nicht schrecken; denn wer wahrhaft an die Einheit Gottes glaubt und seine Augen nur auf Ihn richtet, sieht alles außer Ihm als völliges Nichts. Ich schwöre bei Gott! Ich erwarte von dir kein irdisches Gut, und sei es so viel wie ein Senfkorn. Fürwahr, etwas von dieser oder der zukünftigen Welt zu besitzen, käme nach Meinem Urteil offener Gotteslästerung gleich. Denn wer an die Einheit Gottes glaubt, dem steht übel an, auf etwas anderes den Blick zu heften, viel übler noch, es zu besitzen. Ich weiß gewiss, da Ich Gott habe, den Ewig-Lebendigen, den Angebeteten, bin Ich Besitzer aller Dinge, sichtbar und unsichtbar …

In diesem Berg blieb Ich allein und kam in eine so schlimme Lage, dass Ich erlitt, was keiner Meiner Vorläufer erlitten, und ertrug, was kein Übeltäter ertragen! Ich preise Gott, preise Ihn ohne Unterlass. Von Sorgen bin Ich frei, da Ich ausharre im Wohlgefallen Meines Herrn und Meisters. Mich dünkt, Ich bin im allhöchsten Paradies und frohlocke über die Nähe zu Gott, dem Größten. Wahrlich, dies ist eine Gnade, die Mir Gott erwiesen hat, und Er ist der Herr unbegrenzter Segnungen.

Ich schwöre bei der Wahrheit Gottes! Wüsstest du, was ich weiß, du entsagtest der Herrschaft in dieser und der zukünftigen Welt, um im Gehorsam vor dem Wahrhaftigen Mein Wohlgefallen zu erlangen … Wenn du dich weigerst, wird der Herr der Welt einen erwecken, der Seine Sache erhöht, und Gottes Befehl tritt wahrlich in Kraft.

Dank der Gnade Gottes kann nichts Meine Absicht vereiteln, und Ich bin Mir wohl bewusst, was Gott Mir als Zeichen Seiner Gunst verliehen hat. Wäre es Mein Wille, Ich würde Eurer Majestät alles enthüllen; aber Ich habe dies nicht getan und werde es nicht tun, auf dass sich die Wahrheit von allem außer ihr unterscheide und sich die Prophezeiung des Imám Báqir – Friede sei mit Ihm – bewahrheite: »Was uns in Ádhirbáyján zustoßen muss, ist unvermeidlich und ohnegleichen. Wenn es geschieht, bleibt in euren Häusern und übt euch in Geduld, wie wir in Geduld ausharren. Sobald der Beweger zieht, eilt zu Ihm, und müsstet ihr auch durch den Schnee kriechen.«

Ich bitte Gott um Vergebung für Mich und für alles, was Mir zugehört, und beteuere: »Preis sei Gott, dem Herrn aller Welten.«

1:5 [21] AUSZÜGE AUS EINEM ZWEITEN BRIEF AN MUHAMMAD SHÁH

Ruhm sei Ihm, der Kenntnis hat von allem in den Himmeln und auf der Erde. Wahrlich, es ist kein Gott außer Ihm, dem unumschränkten Herrscher, dem Allmächtigen, dem Großen.

Er ist der Eine, der am Tag der Abrechnung durch die Macht der Wahrheit das Urteil fällt; fürwahr, kein Gott ist neben Ihm, dem Unvergleichlichen, dem Allbezwingenden, dem Erhabenen. Er ist der Eine, der das Reich alles Erschaffenen in Seinem Griff hält; es gibt keinen anderen Gott als Ihn, den Einzigen, den Unvergleichlichen, den Ewigwährenden, den Unzugänglichen, den Größten.

In diesem Augenblick bezeuge Ich vor Gott, sowie Er noch vor aller Schöpfung vor Sich selbst bezeugte: Wahrlich, es gibt keinen Gott außer Ihm, dem Allherrlichen, dem Allweisen. Und vor allem, was Er fügte oder fügen wird, lege Ich Zeugnis ab, wie Er selbst in der Majestät Seiner Herrlichkeit bezeugt: Es gibt keinen Gott außer Ihm, dem Unvergleichlichen, dem Selbstbestehenden, dem Wunderbarsten.

Auf Gott, den Herrn alles Erschaffenen, setze Ich all Mein Verhauen. Es ist kein Gott außer Ihm, dem Unvergleichlichen, dem Höchsterhabenen. Ihm habe Ich Mich ergeben und in Seine Hände habe Ich alle Meine Belange gelegt. Es ist kein Gott neben Ihm, dem höchsten Herrscher, der strahlenden Wahrheit. Fürwahr, allgenügend ist Er Mir; Er, aller Dinge ledig, genügt, während nichts in den Himmeln oder auf Erden außer Ihm genügen kann. Er wahrlich ist der Selbstbestehende, der höchst Gestrenge.

Preis sei Ihm, der in diesem Augenblick in diesem entlegenen Gefängnis des Ziels Meiner Sehnsucht gewahr ist. Er ist der Eine, der allezeit für Mich zeugt und, ehe »nach Hin«1 anbricht, auf Mich schaut.

1 Der Zahlenwert der Buchstaben in dem Wort Hín ist 68. Das Jahr l268 d. H.(1851-1852 n. Chr.) ist das Jahr, welche der Geburt der Bahá’í-Offenbarung vorausgeht.

Warum verkündest du das Urteil ohne Gottes, des Allweisen, zu gedenken? Wie willst du das Feuer ertragen? Fürwahr, mächtig und sehr streng ist dein Gott.

Du brüstest dich der Dinge, die du besitzt, doch keiner, der an Gott und Seine Zeichen glaubt, noch sonst ein rechtschaffener Mensch fände sie je der Beachtung wer: Dies sterbliche Leben gleicht einem toten Hund, um den sich keiner schart noch davon isst, außer jenen, die das künftige Leben leugnen. Wahrlich, es ist deine Pflicht, ein wahrer Gläubiger Gottes zu werden, des Allbesitzenden, des Allmächtigen, und dich von jenem abzukehren, der dich in die Qualen des Höllenfeuers führt.

Ich warte schon lange, dass du aufmerkst und rechtgeleitet wirst. Wie kannst du Gott antworten an jenem nahen Tag dem Tag, an welchem Zeugen aufstehen, um in der Gegenwart deines Herrn, des Herrn aller Welten, Zeugnis abzulegen?

Bei der Gerechtigkeit Dessen, der dich ins Dasein gerufen und zu Dem du bald zurückkehren wirst, wenn du in deiner Todesstunde noch immer nicht an die Zeichen deines Herrn glaubst, so wirst du unfehlbar durch die Pforten der Hölle gehen, und nichts, was deine Hände je getan, wird dir nützen, und keinen Fürsprecher wirst du finden und keinen, der dich verteidigt. Fürchte Gott und sei nicht stolz auf deinen irdischen Besitz, denn was Gott besitzt, ist besser für die, die den Pfad der Rechtschaffenheit wandeln.

Wahrlich, an diesem Tag sind alle, die auf Erden wohnen, Gottes Diener. Denen, die wahrhaft an Gott glauben und Seiner offenbarten Zeichen gewiss sind, mag Er gnädig vergeben, was ihre Hände begangen haben, und ihnen Zutritt zum Hofe Seiner Gnade gewähren. Er ist in Wahrheit der Immervergebende, der Mitleidige. Aber das strafende Urteil Gottes wird über jene gesprochen, die sich verächtlich von Mir abwenden, und die zwingenden Beweise und das nie irrende Buch, mit dem Gott Mich betraute, zurückweisen; sie werden am Tage der Abrechnung keinen Schutz und Beistand finden.

Ich schwöre bei Ihm, der alle Wesen erschuf und zu dem alle zurückkehren: Wer in seiner Todesstunde Hass gegen Mich hegt oder die klaren Zeichen bestreitet, die Mir verliehen sind – alle Qual der Hölle ist sein Los. An diesem Tag wird Sühne nicht angenommen noch Fürsprache erlaubt, es sei denn, Gott will es. Wahrlich, Er ist der Allbezwingende, der Allherrliche; und es ist kein anderer Gott außer Ihm, dem höchsten Herrscher, dem Allmächtigen, dem Gestrengen.

Frohlockst du über Meine Gefangenschaft, dann wehe dir, denn bitterer Schmerz wird dich alsbald ereilen! Gott hat wahrlich keinem gestattet, ein ungerechtes Urteil zu fällen, aber wenn du es tust, so wirst du bald die Folgen spüren.

Seit dem Tag, da Ich dich erstmals mahnte, dich nicht stolz vor Gott zu blähen, bis heute sind vier Jahre vergangen, und während dieser Zeit habe Ich von dir und deinen Soldaten nichts als bittere Unterdrückung und hochmütige Verachtung erfahren. Mir scheint, du bildest dir ein, Ich wolle in diesem irdischen Leben schnödes Gut erwerben. Nein – bei der Gerechtigkeit Meines Herrn! In den Augen derer, die ihren Blick auf den barmherzigen Herrn heften, sind Reichtum und Schmuck dieser Welt nicht mehr wert als das Auge eines Toten, nein, weniger noch. Fern sei Seiner Herrlichkeit, was sie Ihm zuschreiben! … Bei Gott allein suche Ich Geduld. Er ist wahrlich der beste Beschützer und der beste Helfer. Keine Zuflucht suche Ich, außer in Gott. Wahrlich, Er ist der Hüter und der beste Beistand …

Ich schwöre bei der Herrlichkeit Gottes, Meines Herrn, des Höchsterhabenen, des Größten, Er wird gewiss, wie es göttlich verordnet ist, Seine Sache hell erstrahlen lassen – doch für die Ungerechten wird es keinen Helfer geben. Wenn du etwas im Schilde führst, lege es offen dar. Wahrlich, jede autoritative Offenbarung kommt von Gott. Ihm vertraue Ich und Ihm wende Ich Mich zu.

Hast du je gehört, dass vormals jemand ein Urteil sprach, dem ähnlich, das du zustande brachtest, oder dem gleich, das du billigtest? Wehe den Unterdrückern! Deine Absichten und wie du die Menschen behandelst beweisen klar deine Untreue vor Gott, und dafür bestimmte Er dir strenge Strafe. Wahrlich, allein bei Gott suche Ich Geduld und in Ihm sehe Ich Meiner Sehnsucht ziel. Dies kündet, dass Ich die unbezweifelbare Wahrheit auf Meiner Seite habe.

Wenn du nicht fürchtest, dass die Wahrheit offenbar und die Werke der Frevler zunichte werden, warum rufst du nicht die Geistlichen im Lande zusammen und lässt Mich dann kommen, auf dass Ich sie augenblicklich widerlege wie die Ungläubigen, die Ich zuvor widerlegte? Dies ist Mein sicherer Beweis für dich und für sie, so sie die Wahrheit sprechen. Lasse sie alle kommen. Sollten sie dann fähig sein, Worte wie diese zu äußern, so wüsstest du, dass ihre Sache der Beachtung wert ist. Nein – bei der Gerechtigkeit Meines Herrn! Sie können es nicht und begreifen nichts. Früher bekannten sie sich zum Glauben ohne seine Bedeutung zu verstehen, später leugneten sie die Wahrheit; denn sie sind bar jeder Urteilskraft.

Wenn du entschlossen bist, Mein Blut zu vergießen, warum zögerst du dann? Jetzt hast du Macht und Herrschaft. Für Mich würde sich dies als ein gottgegebener Segen ohne Ende erweisen, während für dich und deine Helfershelfer aus dieser Tat die Strafe erwächst, die von Gott zugemessen wird.

Wie groß wäre die Glückseligkeit, die Mich erwartet, sprächest du ein solches Urteil; und welch unermessliche Freude wäre Mein, fändest du dich zu dieser Tat bereit. Diese Gnade hat Gott jenen vorbehalten, die sich trauten Zugangs zu Seinem Hofe erfreuen. So willige denn ein und warte nicht länger. Fürwahr, mächtig ist dein Herr, der Rächer.

Schämst du dich nicht in der Gegenwart Gottes, dass du eingewilligt hast, Ihn, das Zeugnis Gottes, in eine Festung zu bringen und Ihn gefangen in die Hände der Ungläubigen zu geben? Wehe dir und ihnen, die sich zu dieser Stunde freuen, Mir eine so schmerzliche Demütigung zuzufügen …

Ich schwöre bei Ihm, der Mich ins Dasein rief, Ich kann keine Spur von Sündhaftigkeit in Mir entdecken und habe Mich nie nach anderem als der Wahrheit gerichtet; und Gott ist Mir genügend Zeuge. Schande der Welt und ihrem Volk und denen, die sich an irdischem Reichtum ergötzen und des künftigen Lebens vergessen.

Würde dir der Schleier von den Augen genommen, du würdest selbst auf dem Bauch durch den Schnee zu Mir kriechen, aus Furcht vor der raschen und nahen Strafe Gottes. Bei der Gerechtigkeit Dessen, der dich erschuf, wüsstest du, was während deiner Herrschaft geschah, du wünschtest nicht den Lenden deines Vaters entsprungen, sondern lieber dem Vergessen anheim gefallen zu sein. Aber was Gott, dein Herr, bestimmt hatte, geschah, und wehe den Unterdrückern an diesem Tag!

Mir scheint, du hast das nie irrende Buch nicht sorgfältig gelesen. Wenn du mit deinem Weg zufrieden bist und der Wahrheit nicht folgen willst, dann sei Mir Mein Weg und dir der deine. Wenn du Mich nicht unterstützt, warum trachtest du, Mich zu demütigen? Wahrlich, Gott erhört den, der zu Ihm fleht, und in Ihm findet alles seine höchste Vollendung in dieser Welt wie in der künftigen.

Fern sei der Herrlichkeit Gottes, des Herrn über Himmel und Erde, des Herrn der Schöpfung, was über Ihn behauptet wird von den Völkern der Welt, ausgenommen von Menschen, die neu Seinen Geboten folgen. Der Friede Gottes ruhe auf den Aufrichtigen unter Seinen Dienern!

Aller Preis sei Gott, dem Herrn aller Welten.

1:6 [26] AUS EINEM WEITEREN BRIEF AN MUHAMMAD SHÁH

Dies ist ein Brief von Ihm, dem wahren, unbestrittenen Führer. Darin ist das allumfassende Gesetz offenbart für alle, die bereitwillig Seinem Rufe lauschen oder zu den Rechtgeleiteten zählen wollen. Darin ist das allumfassende Gesetz verwahrt für die, welche Zeugnis ablegen für die Offenbarung deines Herrn, in Übereinstimmung mit dieser untrüglichen Waage. Wahrlich, die allumfassenden Gebote Gottes wurden ehedem in beredtem Arabisch dargelegt. Fürwahr, wessen Seele durch den Glanz des Lichtes Deines Herrn erschaffen ist, erkennt die Wahrheit und zählt zu denen, die dem einen wahren Gott treu gehorchen und wohl versichert sind …

O Muhammad! Vor vier Jahren wurde der Ratschluß deines Herrn erfüllt; und von Anbeginn der Sache deines Herrn habe Ich dich ermahnt, Gott zu fürchten und nicht einer der Unwissenden zu sein. Ich sandte dir einen Boten mit einem wahrhaft leuchtenden Sendschreiben, aber die Teufelsdiener wiesen ihn hochmütig ab und stellten sich zwischen ihn und dich. Sie jagten ihn aus dem Land, dessen unbestrittener Herrscher du bist. So ist dir das Gute dieser und der zukünftigen Welt entgangen, es sei denn, du unterwirfst dich dem Gebote Gottes und gehörst zu denen, die rechtgeleitet sind.

Bei Meiner Rückkehr vom heiligen Haus Gottes1 sandte Ich dir eine ähnliche, nein, eine bedeutsamere Botschaft als zuvor. Gott ist fürwahr der beste Schutzherr und Zeuge. Ich schickte einen Boten mit Briefen zu dir, die Ich offenbart hatte, auf dass du dem Gebote Gottes gehorchest und nicht zu denen gehörest, die die Wahrheit von sich weisen. Der Unterdrücker aber beging, was keiner begehen wollte, nicht einmal einer der Verruchten oder der gemeinen Verbrecher …

1 Die Ka’bah in Mekka

Die Leiden, die Ich in diesem Land ertrug, hat keiner je ertragen. Wahrlich, dies alles kehrt zu Gott zurück, Er ist fürwahr der beste Beschützer und Er weiß alles. Was Mir vom ersten Tag bis heute von Seiten deines Volkes angetan wurde, ist Satans1 Werk. Seit der Zeit, da die Sache deines Herrn erschien, war keine deiner Taten annehmbar, und du bist in offenbarem Irrtum befangen, auch wenn in deinen Augen alles um deines Herrn willen geschieht. In Wahrheit, dein Tag ist nahe und du sollst um all dies befragt werden, und ganz gewiss übersieht Gott die Taten der Gottlosen nicht.

1 vgl. Qur’án 4:l19

Nur deinetwegen haben Mich deine Helfer hochmütig zurückgewiesen, obschon sie weiter abgeirrt sind als die Narren.

Wähnst du, der Kanzler, den du ernanntest, könne dein Reich am besten führen und schützen? Nein, Ich schwöre bei deinem Herrn! Er wird dich in große Schwierigkeiten bringen durch das, was Satan seinem Herzen eingibt, und wahrlich, er selbst ist der Satan. Er versteht keinen einzigen Buchstaben aus dem Buche Gottes und ist von Furcht erfüllt wegen dem, was seine Hände verübten. Gerne würde er das Licht, das dein Herr entzündet hat, zum Verlöschen bringen, damit die alte Gottlosigkeit, die er in seinem Innersten verbirgt, nicht offenkundig werde. Hättest du ihn nicht zum Kanzler ernannt, niemand hätte ihm die geringste Aufmerksamkeit gezollt. In den Augen des Volkes ist er fürwahr nichts als offenbare Finsternis …

Fürchte Gott und dulde nicht, dass deine Seele mehr gestraft werde, als sie ohnehin schon gepeinigt worden ist; denn binnen kurzem wirst du sterben und wirst dich von dem Teufel lossagen, den du zum Kanzler machtest, und sprechen: »O hätte ich doch nicht den Teufel zum Kanzler genommen und mir keinen Betrüger zum Führer und Ratgeber bestellt!«

Warum bürdest du deiner Seele auf, was weit verächtlicher ist als Pharaos Taten, und nennst dich dennoch einen Gläubigen? Wie kannst du die Verse des Qur’án lesen, und bist doch einer der Ungerechten? Niemals würden die Juden und Christen oder ein anderes Volk, das die Wahrheit zurückwies, sich bereitfinden, dem Sohn der Tochter ihres Propheten ein Leid anzutun. Wehe dir, denn bald kommt der Tag der Strafe! Graut dir nicht vor dem Zorn deines Herrn, des Allmächtigen, des Herrn der Himmel, des Herrn aller Welten? Fürwahr, diese deutlichen Verse sind ein glaubhaftes Zeugnis denen, die rechte Führung suchen.

Ich habe nicht den Wunsch, deinen Besitz anzutasten, nicht einmal im Gewicht eines Senfkorns, noch verlangt Mir nach deinem Rang. Wenn du Mir nicht folgst, dann seien dein die Dinge, die du besitzt, Mein hingegen das Land unfehlbarer Gewissheit. Wenn du Mir nicht gehorchst, warum blickst du dann hochmütig auf Mich herab und trachtest danach, Mir bitteres Unrecht zu tun? Wahrlich, sieh Meine Behausung: ein hochragender Berg, darauf niemand wohnt. Wehe denen, die Sein lichtes Buch verletzen, indem sie den Menschen Leid zufügen und sich unrechtmäßig und betrügerisch das Eigentum der Gläubigen aneignen; Ich dagegen, der Ich in voller Wahrheit der rechtmäßige Herrscher aller Menschen bin, berufen von dem wahren, unbestrittenen Führer, würde niemals das Vermögen der Menschen antasten, nicht einmal im Umfang eines Senfkorns, und würde nicht ungerecht mit ihnen verfahren. Ich wäre vielmehr einer unter ihnen wie sie und wäre ihr Zeuge.

Mir ist nur aufgetragen, vom Buche deines Herrn zu sprechen und diese klare Botschaft zu künden. Wünschest du durch die Pforten des Paradieses zu gehen, siehe – sie sind weit geöffnet vor deinem Angesicht, und keiner kann Mir Schaden tun. Jedes Sendschreiben, das Ich bisher an dich oder den Verwalter deines Reichs richtete, ist nur ein Zeichen Meiner Gnade für euch beide, auf dass ihr euch um den nahen Tag sorgt. Aber von dem Augenblick, da sich euer Hochmut blähte, wurde im Buche Gottes göttliches Urteil über euch gesprochen, denn fürwahr, ihr habt beide euren Herrn verleugnet und zählt zu denen, die zugrunde gehen … Dies ist wahrlich Meine letzte Mahnung an euch, und Ich werde euch künftig nicht mehr nennen und euch nicht erwähnen, es sei denn, um euch als Ungläubige zu brandmarken.

Gott übergebe Ich, was Mich und was euch betrifft, und Er ist wahrlich der beste Richter. Kehrtet ihr aber um, so würde euch gewährt, was ihr an irdischem Besitz und von den unbeschreiblichen Wonnen des künftigen Lebens begehrt, und ihr erlangtet so herrliche Macht und Hoheit, wie es euer Geist in diesem sterblichen Leben sich kaum vorstellen kann. Doch wenn ihr versäumt umzukehren, dann fallen eure Übertretungen auf euch zurück.

Ihr könnt acht ändern, was der Allmächtige Mir verordnet hat. Nichts kann Mir zustoßen, was nicht Gott, Mein Herr, Mir vorherbestimmt hat. Auf Ihn habe Ich Meine ganze Zuversicht gesetzt und auf Ihn setzen die Gläubigen ihr ganzes Vertrauen.

Sei Du Mein Zeuge, o Herr. Mit diesem strahlenden Sendbrief habe Ich beiden Deine Verse verkündet und Dein Zeugnis für sie erfüllt. Gerne will Ich Mein Leben auf Deinem Pfade opfere und bald in Deine Gegenwart zurückkehren. Preis sei Dir in den Himmeln und auf Erden. Verfahre mit ihnen nach Deinem Ratschluß. Du bist fürwahr der beste Beistand und Helfer.

Ordne, o Herr, den Aufruhr des Volks, und laß Dein Wort hell über die Erde leuchten, auf dass keine Spur der Frevler zurückbleibe.

Ich erbitte Deine Vergebung, o Mein Herr, ob Meiner Worte in Deinem Brief, und Ich bin bußfertig vor Dir. Ich bin nur einer Deiner Diener, der Dein Lob singt. Verherrlicht bist Du, es ist kein Gott außer Dir. Auf Dich habe Ich Mein ganzes Vertrauen gesetzt, und Ich bitte Dich um Vergebung, dass Ich flehend an Deinem Tore stehe.

Geheiligt ist Gott dein Herr, der Herr des Mächtigen Thrones, über alles, was die Menschen fälschlich und ohne die Führung durch Sein klares Buch von Ihm behaupten. Friede sei mit denen, die Gott, deinen Herrn, um Vergebung bitten und sprechen: »Wahrlich, Preis sei Gott, dem Herrn der Welten!«

1:7 [31] AUS EINEM SENDBRIEF

MIT WORTEN AN DEN SHARÍF VON MEKKA

O Sharíf! … dein ganzes Leben lang hast du Uns Verehrung dargebracht, aber als Wir Uns dir offenbarten, hörtest du auf, Zeugnis für Unser Gedenken abzulegen und zu bekräftigen, dass Er fürwahr der Erhabenste, die Unumschränkte Wahrheit, der Allherrliche ist. So hat dich dein Herr am Tage der Auferstehung auf die Probe gestellt. Wahrlich, Er ist der Allwissende, der Allweise.

Hättest du »Hier bin ich« gesprochen, als Wir dir das Buch sandten, so hätten Wir dich in die Schar der wahrhaft Gläubigen unter Unseren Dienern aufgenommen und dich gnädiglich in Unserem Buch gepriesen, bis zu dem Tage, da alle Menschen vor Uns zum Gericht erscheinen. Dies ist fürwahr weit vorteilhafter für dich als aller Gottesdienst, den du in deinem ganzen Leben, nein, vom Anfang, der keinen Anfang hat, deinem Herrn darbrachtest. Dies hätte dir gewiss jetzt und immer zum Vorteil gereicht. Wahrlich, Wir wissen um alle Dinge. Doch ungeachtet dessen, dass Wir dich ins Leben riefen, am Tage der Auferstehung in Unsere Gegenwart zu gelangen, hast du dich ohne einen Grund oder eine deutliche Schrift vor Uns verschlossen. Gehörtest du aber zu den mit dem Wissen des Bayán Begabten, hättest du, das Buch vor Augen, sogleich bezeugt, dass es keinen Gott gibt außer Ihm, dem Helfer in Gefahr, dem Selbstbestehenden, und hättest bekräftigt, dass Er, der den Qur’án offenbarte, auch dieses Buch offenbart hat, dass jedes Wort dieses Buches von Gott ist und wir alle diesem Buch Treue bezeigen.

Aber was vorherbestimmt war, ist eingetroffen. Solltest du zu Uns zurückkehren, solange Unsere Offenbarung währt, werden Wir dein Feuer in Licht verwandeln. Wir sind fürwahr aller Dinge mächtig. Versäumst du aber diese Pflicht, wird dir kein Ausweg bleiben, als die Sache Gottes anzunehmen und zu flehen, dass deine Ergebenheit die Aufmerksamkeit Dessen finde, den Gott offenbaren wird, damit Er dich gnädiglich gedeihen lasse und dein Feuer in Licht verwandle. Dies wurde Uns herniedergesandt. Sollte dies nicht geschehen, bleibt alles, was Wir niedergeschrieben haben, bindend und unwiderruflich von Gott verfügt, dem Helfer in Gefahr, dem Selbstbestehenden, und Wir werden dich zum Zeichen Unserer Gerechtigkeit aus Unserer Gegenwart verbannen. Wahrlich, Wir sind gerecht in Unserem Urteil.

1:8 [32] AN EINEN MUSLIMISCHEN GEISTLICHEN

O Abdu’s-Sáhib! Wahrlich Gott und jedes erschaffene Ding bezeugen, dass es keinen anderen Gott gibt außer Mir, dem Allmächtigen, dem Meistgeliebten…

Dein Blick ist getrübt, weil du glaubst, dass die göttliche Offenbarung mit dem Kommen Muhammads endete; dies haben Wir in Unserem ersten Brief bezeugt. Fürwahr, Er, der Muhammad, dem Gesandten Gottes, Verse offenbarte, hat ebenso ‚Alí-Muhammad Verse offenbart. Denn wer außer Gott kann einem Menschen so klare, deutliche Verse offenbaren, die alle Gelehrten bezwingen? Da du dich zur Offenbarung Muhammads, des Gesandten Gottes, bekennst, gibt es für dich keine Ausflucht denn zu bezeugen, dass alles, was der Erste Punkt offenbarte, ebenso von Gott kommt, dem Helfer in Gefahr, dem Selbstbestehenden. Hat nicht in Wahrheit Gott den Qur’án herabgesandt und sind nicht alle Menschen machtlos vor Seiner Offenbarung? So sind auch diese Worte von Gott offenbart, wolltest du es nur begreifen! Was im Bayán hält dich ab zu erkennen, dass diese Verse von Gott gesandt sind, dem Unerreichbaren, dem Höchsterhabenen, dem Allherrlichen?

Der Kern dieser Worte ist: Wollten Wir dich zur Rechenschaft ziehen, so stündest du mit leeren Händen da; Wir wissen wahrhaft alle Dinge. Hättest du auf die Worte Gottes sogleich mit »Ja« geantwortet, so wäre es, als hättest du Gott angebetet vom Anfang, der keinen Anfang hat, bis zum heutigen Tag und wärest Ihm niemals, auch nicht für einen Augenblick, ungehorsam gewesen. Doch weder die rechtschaffenen Taten, die du dein ganzes Leben lang vollbracht, noch die frommen Übungen, die du vollzogen, um jeden Gedanken außer an Gottes Wohlgefallen aus deinem Herzen zu tilgen – wahrhaftig, nichts davon hat dir genützt, nicht einmal soviel wie ein Senfkorn, denn du verhülltest dich vor Gott und zaudertest zur Zeit Seiner Manifestation.

Wahrlich, Gott wird dich und alle Geistlichen im Lande Káf1 fragen: »Ist es nicht seltsam, dass ein Bote mit einem Buch zu euch gekommen ist und ihr, die ihr eure Ohnmacht eingesteht, weigert euch, dem Glauben Gottes, den Er euch brachte, zu folgen, und verharrt in eurem Unglauben?« Darum wird dir das Feuer zuteil, das denen bestimmt ist, die in diesem Lande Gott den Rücken kehren, denn du bist ihr Führer; gehörtest du doch zu den Achtsamen!

1 Kúfih

Hättest du getreulich Gottes Ratschluß befolgt, alle Bewohner deines Landes wären dir gefolgt und hätten selbst Zutritt zum himmlischen Paradiese erlangt, auf immer und ewig zufrieden in Gottes Wohlgefallen. So aber wirst du an jenem Tage wünschen, dass Gott dich nie erschaffen hätte.

Du erhebst den Anspruch, ein Schriftgelehrter des Islám zu sein und die Gläubigen erretten zu können, aber du hast deine Anhänger hinab ins Feuer geführt. Denn als die Verse Gottes herabgesandt wurden, beraubtest du dich ihrer selbst und zählst dich dennoch zu den Rechtschaffenen … Nein, beim Leben Dessen, Den Gott offenbaren wird! Weder du noch sonst einer unter Seinen Dienern kann den geringsten Beweis erbringen, Gott aber strahlt hell über Seine Geschöpfe und thront durch die Macht Seines Befehls erhaben über allen Bewohnern der Reiche des Himmels, der Erde und was dazwischen liegt. Er, wahrlich, hat Macht über alles Erschaffene.

Du gabst dir den Namen ‚Abdu’s-Sáhib1. Doch als Gott deinen Herrn in aller Wahrheit offenbar werden ließ und du die Augen auf Ihn richtetest, erkanntest du Ihn nicht, obwohl Gott dich ins Leben rief, um in Seine Gegenwart zu gelangen, glaubtest du in Wirklichkeit nur an den dritten Vers der Sure »Der Donner«2.

1 Diener des Herrn 2 Qur’án 13

Du wirfst ein: »Wie können wir Ihn erkennen, wenn wir nur Worte hören, für welche Beweise fehlen?« Da du aber Muhammad, den Gesandten Gottes, durch den Qur’án erkanntest und anerkennst, wie kannst du dir dann die Erkenntnis Dessen versagen, der dir Sein Buch sandte, zumal du dich »Seinen Diener« nennst? Wahrlich, Er hat die unumschränkte Macht über Seine Offenbarungen an die ganze Menschheit.

Suchtest du uns auf, während die göttliche Offenbarung auf Uns herniederkommt, so würde Gott dein Feuer in Licht wandeln. Wahrlich, Er ist der Immervergebende, der Freigebigste. Im übrigen ist, was offenbart wurde, bindend und endgültig und wird von allen bis zum Tage der Auferstehung treulich befolgt… Wenn die göttliche Offenbarung verstummt, solltest du Ihm, den Gott offenbaren wird, ein Gesuch schreiben und darum bitten, dass es in Seine Gegenwart gelangt. Darin musst du deinen Herrn um Vergebung bitten, zu Ihm dich in Reue wenden und zu jenen gehören, die Ihm ganz ergeben sind. So Gott will, wird Er dann zur nächsten Auferstehung dein Feuer in Licht wandeln. Er ist in Wahrheit der Beistand, der Höchsterhabene, der Immervergebende. Vor Ihm beugen sich in Anbetung alle in den Himmeln und auf Erden und alle zwischen beiden; und zu Ihm werden alle zurückkehren.

Wir machen es dir zur Pflicht, dich und alle Bewohner dieses Landes vom Feuer zu erretten und dann das unvergleichlich erhabene Paradies Seines Wohlgefallens zu betreten. Sonst naht der Tag, da du zugrunde gehst und ins Feuer fällst, der Tag, da Gott dir keinen Beschützer und keinen Helfer lassen wird. Wir haben Mitleid mit dir als Zeichen Unserer Gnade, weil du dich auf Uns beziehst. Wahrlich, Wir haben von allem Kenntnis. Wir kennen deine rechtschaffenen Taten, wenngleich sie dir nichts nützen werden; denn einziges ziel solcher Rechtschaffenheit ist die Erkenntnis Gottes, deines Herrn, und der unanfechtbare Glaube an die von Ihm offenbarten Worte.

1:9 [35] AN SULAYMÁN,

EINEN MUSLIMISCHEN GEISTLICHEN IM LANDE MASQAT

Dies ist ein Brief von Gott, dem Helfer in Gefahr, dem Selbstbestehenden, an Sulaymán im Lande Masqat zur Rechten des Meeres. Es gibt in Wahrheit keinen anderen Gott als Ihn, den Helfer in Gefahr, den Selbstbestehenden … Fürwahr, versammelten sich alle Bewohner des Himmels und der Erde und alle dazwischen, sie scheiterten und hätten nicht die Kraft, ein solches Buch zu schaffen, selbst wenn Wir sie zu Meistern sprachlichen Ausdrucks und der Gelehrsamkeit auf Erden machten. Da du Beweise aus dem Qur’án anrufst, wird Gott mit Beweisen aus demselben Buch Seinen Anspruch im Bayán erhärten. Dies ist nichts anderes als der Ratschluß Gottes; Er ist wahrlich der Allwissende, der Allmächtige.

Wenn du zu denen gehörst, die wahrhaft glauben, so hast du keine andere Wahl, als Ihm Treue zu erweisen. Dies ist der Pfad Gottes für alle Bewohner der Erde und des Himmels und für alle dazwischen. Es gibt keinen Gott als Mich, den Allmächtigen, den Unerreichbaren, den Höchsterhabenen.

Von jenem Land aus begaben Wir Uns dann zum heiligen Haus, und auf Unserer Rückreise gingen Wir dort noch einmal an Land und wurden gewahr, dass du nicht beachtet hattest, was Wir dir sandten, und nicht zu denen zählst, die wahrhaft glauben. Obgleich Wir dich erschaffen hatten, Unser Antlitz zu schauen, und Wir sogar deinen Wohnort betraten, versäumtest du dennoch, zum ziel deiner Erschaffung zu gelangen, und dies, obschon du Gott dein Leben lang angebetet hast. Nichtig werden deshalb die Taten sein, die du vollbrachtest, weil du wie durch einen Schleier von Unserer Gegenwart und Unseren Schriften getrennt bist. Dies haben Wir unwiderruflich verfügt. Wahrlich, Wir sind gerecht in Unserem Urteil.

Hättest du den Inhalt Unseres Sendbriefs an dich beherzigt, so hätte dir dies weit mehr genützt, als Gott vom Anfang, der keinen Anfang hat, bis zum heutigen Tag anzubeten, es wäre wirklich verdienstvoller, als sich dem Gottesdienst ganz ergeben zu erweisen. Und wärest du in diesem Land in die Gegenwart deines Herrn gelangt und zähltest zu jenen, die wahrhaft glauben, dass sich in der Gestalt des Ersten Punktes das Antlitz Gottes zeigt, es wäre dir weit nützlicher gewesen, als dich vom Anfang, der keinen Anfang hat, bis zum heutigen Tag in Anbetung niederzuwerfen …

Fürwahr, Wir prüften dich und fanden, dass du nicht zu den Verständigen gehörst, und so haben Wir dich verworfen als ein Zeichen der Gerechtigkeit aus Unserer Gegenwart; und wahrlich, Wir sind gerecht.

Solltest du aber zu Uns zurückkehren, so würden Wir deine Verwerfung in Annahme wandeln. Wahrlich, Wir sind von unermesslicher Gnade. Ist aber der Erste Punkt nicht länger mit dir, dann wird das Urteil, das mit Gottes Wort verkündet ward, endgültig und unabänderlich sein, und ein jeder wird es gewiss billigen.

Solltest du an Ihn, Den Gott offenbaren wird, einen Brief richten und darum bitten, dass er in Seine Gegenwart gelangt, so mag Er dir gnädig vergeben und auf Sein Geheiß deine Verwerfung in Annahme wandeln. Er ist in Wahrheit der Allgnädige, der Freigebigste, dessen Gnade grenzenlos ist. Wenn nicht, wird sich dir kein anderer Weg auftun und keine Tat dir nützen, weil du versäumtest zu antworten: »Ja, hier bin ich!« Wahrlich, Wir machten dich und deine Werke zunichte, so als hättest du nie gelebt noch jemals Gutes getan, denen zur Lehre, die den Bayán erhielten, auf dass sie wohl achtgeben, wenn die heiligen Schriften Dessen, Den Gott offenbaren wird, in ihre Hände gelangen, damit sie bedenken und vielleicht fähig werden, ihre Seelen zu retten.

Unsere Gnade durchdringt gewisslich alles, was die Reiche der Erde und des Himmels, und was immer zwischen ihnen liegt, bewohnt, und überdies die ganze Menschheit. Seelen aber, die sich selbst wie durch einen Schleier ausgeschlossen haben, können niemals an den Regenschauern der göttlichen Gnade teilhaben.

 

2 Aus dem Qayyúmu’l-Asmá‘ 1

1»Ewiger der Namen«, bekannt als »Kommentar zur Sure Josef« (Qur’án 12), wird von Bahá’u’lláh als »das erste, größte und mächtigste aller Bücher« der Bábí-Offenbarung bezeichnet. Das erste Kapitel des Qayyúmu’l-Asmá‘, die Sure Mulk (Herrschaft), wurde in der Nacht der Erklärung des Báb (23. Mai 1844) in der Gegenwart Mullá Husayns offenbart. Siehe Shoghi Effendi, Gott geht vorüber, S25f; Nabils Bericht, S.90-93

2:1 [41] Aller Lobpreis sei Gott, der Seinem Diener durch die Macht der Wahrheit dieses Buch herabgesandt, auf dass sein Licht der ganzen Menschheit leuchte … Wahrlich, dies ist die höchste Wahrheit, der Weg, den Gott allen im Himmel und auf Erden wies. So wähle, wer will, den rechten Pfad zu seinem Herrn. Wahrlich, dies ist der wahre Glaube Gottes, und das Zeugnis Gottes und der mit dem Wissen des Buches Begabten genügt. Dies ist fürwahr die ewige Wahrheit, die Gott, der Altehrwürdige der Tage, Seinem allmächtigen Wort offenbarte – Er, der sich aus dem Brennenden Busch erhob. Dies ist das Geheimnis, das vor allen im Himmel und auf Erden verborgen war. In dieser wundersamen Offenbarung wurde es wahrhaftig enthüllt im Mutterbuch durch die Hand Gottes, des Erhabenen …

O Schar der Könige und Königssöhne! Legt allesamt eure Herrschaft nieder, die Gott gehört ! …

O Sháh, lasse dich nicht durch deine Herrschaft täuschen, denn »jede Seele wird den Tod schmecken«1, und dies wurde wahrhaftig als Ratschluß Gottes niedergeschrieben.2

1 Qur’án 3:182 2 Kapitel 1

2:2 [41] O König des Islám ! Hilf mit der Wahrheit, nachdem du dem Buch geholfen hast, auch Ihm, Unserem Größten Gedenken, denn Gott hat wahrhaftig dir und denen, die um dich sind, am Tag des Gerichtes auf Seinem Pfade eine verantwortungsvolle Stellung bestimmt. Ich schwöre bei Gott, o Sháh! Wenn du Ihm, der Sein Gedenken ist, Feindschaft erweist, so wird dich Gott am Tage der Auferstehung vor den Königen zu höllischem Feuer verdammen, und du wirst an jenem Tag gewiss keinen Helfer finden außer Gott, dem Erhabenen. Reinige, o Sháh, das heilige Land1 von denen, die das Buch zurückwiesen – noch vor dem Tag, da das Gedenken Gottes kommt, schrecklich und plötzlich, mit Seiner mächtigen Sache und mit der Erlaubnis Gottes, des Höchsten. Gott hat dir wahrlich vorgeschrieben, dich Seinem Gedenken und Seiner Sache zu unterwerfen und mit der Wahrheit und Seiner Erlaubnis die Länder zu bezwingen. Denn in dieser Welt wurdest du gnädiglich mit Herrschaft bekleidet und in der zukünftigen wirst du, dem Throne der Heiligkeit nah, mit den Bewohnern des Paradieses Seines Wohlgefallens leben …

1 Tihrán

Bei Gott! Handelt ihr recht, so handelt ihr recht zu eurem eigenen Frommen, und leugnet ihr Gott und Seine Zeichen, so haben Wir Gott und können wahrlich alle Geschöpfe und jede irdische Herrschaft entbehren.1

1 Kapitel 1

2:3 [42] Sei zufrieden mit dem Gebote Gottes, des Wahren, denn die Herrschaft ist, wie es von Gottes Hand im Mutterbuch aufgezeichnet ist, Ihm, Seinem Gedenken, sicher übertragen …

O Minister des Sháh! Fürchte Gott, neben dem es keinen anderen Gott gibt, Ihn, die Höchste Wahrheit, den Gerechten, und lege deine Herrschaft nieder, denn Wir werden mit Erlaubnis Gottes, des Allweisen, die Erde erben und alles, was auf ihr ist,1 und Er wird dies dir und dem Sháh gebührend bezeugen. Wolltest du dem Gedenken Gottes mit völliger Aufrichtigkeit gehorchen, so sichern Wir dir mit der Erlaubnis Gottes zu, dass am Tage der Auferstehung in Seinem ewigen Paradiese eine unermessliche Herrschaft dein sein wird.

1 Qur’án 19:41

Nichtig fürwahr ist deine Herrschaft, denn Gott hat den irdischen Besitz derer verworfen, die Ihn leugnen; denn bei Ihm, eurem Herrn, wird die erhabenste Stätte sein, bei Ihm fürwahr, dem Altehrwürdigen der Tage …

O Schar der Könige ! Übergebt wortgetreu und in aller Eile den Völkern der Türkei und Indiens, darüber hinaus mit Macht und Redlichkeit den Ländern des Ostens und des Westens die von Uns herabgesandten Verse … Und wißt: Wenn ihr Gott helft, dann wird Er euch am Tag der Auferstehung auf der Brücke gnädiglich helfen durch Ihn, Sein Größtes Gedenken …

O Volk auf Erden! Wer dem Gedenken Gottes und Seinem Buche gehorcht, der gehorcht in Wahrheit Gott und Seinen Auserwählten und wird im künftigen Leben in Gottes Gegenwart zu den Bewohnern des Paradieses Seines Wohlgefallens zählen.1

1 Kapitel 1

2:4 [43] Wahrlich, Wir machten die Offenbarung von Versen zu einem Beweis Unserer Botschaft an euch. Könnt ihr auch nur einen Buchstaben hervorbringen, der diesen Versen gleichkommt? Bringt denn eure Beweise vor, so ihr zu denen gehört, die den einen wahren Gott erkennen können! Ich versichere feierlich vor Gott: Wollten alle Menschen und Geister vereint etwas verfassen, was sich an diesen Versen messen könnte, sie würden sicherlich scheitern, selbst wenn sie einander hülfen.1

1 Qur’án 17:90

O Schar der Geistlichen! Von heute an fürchtet Gott bei den Ansichten, die ihr äußert, denn Er, Unser Gedenken in eurer Mitte, der von Uns kommt, ist fürwahr der Richter und Zeuge. Lasst ab von dem, was ihr festhaltet und was das Buch Gottes, des Wahren, nicht bestätigt; denn am Tage der Auferstehung werdet ihr fürwahr eure Haltung auf der Brücke verantworten müssen … Und zu euch haben Wir dieses Buch herabgesandt, das wahrlich niemand verkennen kann …

O Gefolgsleute des Buches! Fürchtet Gott und brüstet euch nicht mit eurer Gelehrsamkeit! Folgt dem Buch, das Sein Gedenken zum Lobpreis Gottes, des Wahren, offenbarte. Er, die Ewige Wahrheit, ist Mein Zeuge: Wer diesem Buche folgt, folgt fürwahr auch allen früheren Schriften, die von Gott, der Höchsten Wahrheit, vom Himmel herabgesandt wurden. Wahrlich, Er weiß wohl, was ihr tut … Die wahren Anhänger des Islám würden sprechen: »O Herr, unser Gott! Wir haben auf den Ruf Deines Gedenkens gehört und Ihm gehorcht. Vergib uns unsere Sünden! Du bist wahrlich die Ewige Wahrheit, und zu Dir, unsrer sicheren Zuflucht, müssen wir alle zurückkehren.« 1 2

1 Qur’án 2:285 2 Kapitel 2

2:5 [44] Für jene aber, die Ihn, das Erhabene Tor Gottes, verleugnen, halten Wir nach Gottes gerechtem Ratschluß schmerzliche Qual bereit. Und Er, Gott, ist der Mächtige, der Weise.

Wir haben wahrlich dieses von Gott inspirierte Buch Unserem Diener herabgesandt … So bittet Ihn, Unser Gedenken, um seine Deutung, denn von Gott bestimmt und durch Seine Gnade ist Er mit dem Wissen über diese Verse begabt …

O Menschenkinder! Wenn ihr an den einen wahren Gott glaubt, so folgt Mir, diesem Größten Gedenken Gottes, der von eurem Herrn gesandt wurde, dass Er euch eure Sünden gnädig vergebe. Er ist fürwahr nachsichtig und mitleidig mit den Gläubigen. Wahrlich, Wir erwählen die Gesandten durch die Macht Unseres Wortes, und Wir erhöhen ihre Nachkommen, einige mehr als andere, durch das Große Gedenken Gottes, wie es im Buche angeordnet und verborgen wurde …

Einige Leute aus der Stadt haben erklärt: »Wir sind Gottes Helfer«, aber als dieses Gedenken plötzlich über sie kam, wandten sie sich ab und halfen Uns nicht. Wahrlich, Gott ist Mein Herr und euer wahrer Herr, so verehret Ihn, denn dieser Pfad ‚Alís1 ist nach dem Urteil eures Herrn der gerade Pfad.2 3

1 der Báb

2 Qur’án 3:50

3 Kapitel 3

2:6 [45] Jedem Volk haben Wir das Buch in seiner eigenen Sprache herabgesandt.1 Wahrlich, dieses Buch haben Wir in der Sprache Unseres Gedenkens offenbart, einer wundersamen Sprache fürwahr. Er, wahrlich, ist die ewige Wahrheit, die von Gott kommt, und nach dem göttlichen Urteil im Mutterbuch schreibt Er das erlesenste Arabisch und ist äußerst beredt. Er ist in Wahrheit der Höchste Talisman, ausgestattet mit übernatürlichen Kräften, wie im Mutterbuch enthüllt …

1 Qur’án 14:4

O Volk der Stadt! Ihr habt eurem Herrn nicht geglaubt. Wenn ihr wirklich Muhammad, dem Gesandten Gottes und dem Siegel der Propheten, treu seid und Seinem Buch, dem Qur’án, folgt, das frei von Irrtum ist, so seht hier sein getreues Gegenstück: dieses Unser Buch, das in Wahrheit und mit Gottes Erlaubnis Unserem Diener herabgesandt wurde. So ihr versäumt, an Ihn zu glauben, wird euer Glaube an Muhammad und Sein vormals offenbartes Buch nach dem Urteil Gottes fürwahr als falsch gelten. Wenn ihr Ihn verleugnet, dann werdet ihr selbst erkennen, und dies ist unumstößlich wahr, dass ihr Muhammad und Sein Buch verleugnet habt.1

1 Kapitel 4

2:7 [46] Fürchtet Gott und äußert über Sein Größtes Gedenken kein Wort, das nicht von Gott verordnet ist, denn Wir schlossen Seinethalben mit jedem Propheten und Seinen Anhängern einen eigenen Bund. Fürwahr, Wir haben keinen Boten gesandt ohne dieses verpflichtende Bündnis, und Wir fällen wahrlich keinerlei Urteil, es sei denn, nachdem Sein, des Erhabensten Tores Bündnis, geschlossen ist. Bald schon wird zur festgesetzten Zeit der Schleier vor euren Augen gelüftet. Dann werdet ihr in unverhüllter Klarheit das Erhabene Gedenken Gottes schauen.1

1 Kapitel 5

2:8 [46] Wähnen die Menschen, Wir seien den Bewohnern der Welt fern? Nein, an dem Tage, da Wir Todespein sie ergreifen lassen,1 werden sie auf dem Feld der Auferstehung sehen, wie nah der Herr der Gnade und Sein Gedenken waren. Sodann werden sie rufen: »Wären wir doch dem Pfad des Báb gefolgt! Hätten wir doch bei Ihm allein Zuflucht gesucht und nicht bei eigensinnig irrenden Menschen! Denn wahrlich, das Gedenken Gottes erschien vor uns,2 hinter uns und auf allen Seiten, wir aber waren in Wahrheit wie durch einen Schleier von Ihm getrennt.«3

1 Qur’án 68:42

2 Qur’án 7:63,69

3 Kapitel 7

2:9 [47] Sagt nicht: »Wie kann Er von Gott sprechen, wo Er in Wahrheit nicht älter ist als fünfundzwanzig?« Hört Mir zu! Ich schwöre bei dem Herrn der Himmel und der Erde: Ich bin wahrlich ein Diener Gottes. Ich wurde zum Träger unwiderleglicher Beweise aus der Gegenwart Dessen, der die lang erwartete Spur Gottes ist. Hier liegt Mein Buch vor euren Augen, wie es in der Gegenwart Gottes im Mutterbuch aufgezeichnet ist. Gott hat Mich fürwahr gesegnet, wo Ich auch sein mag, und Mir befohlen, Gebete zu verrichten und standhaft zu sein, solange Ich auf Erden in eurer Mitte lebe.1

1 Kapitel 9

2:10 [47] Verherrlicht sei Er, neben dem es keinen Gott gibt! In Seiner Hand hält Er den Quell der Herrschaft und wahrlich, Gott ist mächtig über alle Dinge. Wir haben bestimmt, dass jedes lange Leben sich zu Ende neigt1 und jeder Mühsal Musse2 folgt, damit die Menschen das Tor Gottes als Den erkennen möchten, der die ewige Wahrheit ist, und wahrlich, Gott wird für jene zeugen, die da glauben.3

1 Qur’án 36:68

2 Qur’án 65:7, 94:5

3 Kapitel 13

2:11 [48] O ihr Diener Gottes! Grämt euch nicht, wenn eine eurer Fragen an Ihn ohne Antwort bleibt; denn Gott hat Ihm Schweigen geboten, ein löbliches Schweigen fürwahr. Wir haben Dich wahrlich befähigt, im Traum ein Maß Unserer Sache zu schauen, aber würdest Du sie mit dem verborgenen Geheimnis vertraut machen, so stritten sie über diese Wahrheit. Wahrlich, Dein Herr, der Gott der Wahrheit, kennt das Verborgene der Herzen1 …

1 Qur’án 8:45

O Völker der Welt! Alles, was ihr auf dem Pfade des einen wahren Gottes opfert, werdet ihr fürwahr wohlbehütet durch Gott, den Bewahrer, an Gottes Heiligem Tore finden. O Völker der Erde! Seid diesem strahlenden Lichte treu, mit dem Gott Mich durch die Kraft unfehlbarer Wahrheit gnädiglich betraut hat, und tretet nicht in die Fußstapfen des Bösen,1 denn er verleitet euch, an Gott, eurem Herrn, zu zweifeln; und wahrlich, Gott vergibt nicht dem, der Ihn leugnet, wenn Er auch andere Sünden vergibt, wem Er will.2 Sein Wissen umfasst fürwahr alle Dinge … 3

1 Qur’án 2:204

2 Qur’án 4:51

3 Kapitel l7

2:12 [49] O Völker des Ostens und des Westens! Fürchtet Gott in der Sache des wahren Josef und verschachert Ihn nicht zu einem Schleuderpreis,1 den ihr selbst bestimmt, oder für einen Bruchteil eures irdischen Besitzes, damit Er euch fürwahr loben und zu den Frommen zählen kann, die diesem Tore nahe stehen. Wahrlich, Gott hat dem Seine Gnade entzogen, der Husayn, Unseren Ahnen, zu Tode marterte, als Er einsam und verlassen war im Lande Taff2. Yazid, der Sohn des Mu’ávíyih, verschacherte den Feinden aus niedrigem Begehren das Haupt des wahren Josef zu einem Spottpreis und für eine Handvoll seiner Habe. Wahrlich, mit dieser schweren Sünde verwarfen sie Gott. Binnen kurzem, zur Stunde Unserer Wiederkehr, wird Gott an ihnen Seine Vergeltung üben, und Er hat für sie in der künftigen Welt wahrhaftig schwere Pein bereitet.3

1 Qur’án 12:20

2 Karbilá

3 Kapitel 21

2:13 [49] O Qurratu’l-‚Ayn!1 Wir haben wahrlich Dein Herz geweitet in dieser Offenbarung, die fürwahr einzig über allem Erschaffenen steht, haben Deinen Namen geadelt durch die Manifestation des Báb, auf dass die Menschen Unserer erhabenen Macht gewahr werden und erkennen, dass Gott unermesslich geheiligt ist über den Lobpreis aller Menschen. Er ist wahrlich unabhängig von aller Schöpfung.2

1 Der Name Qurratu’l-‚Ayn (Trost der Augen) bezieht sich in diesen Passagen des Qayyúmu’l-Asmá auf den Báb selbst.

2 Kapitel 23

2:14 [50] Die Engel und die Geister steigen mit Gottes Erlaubnis Reihe um Reihe zu diesem Tor1 herab und kreisen in weitem Bogen um diesen Brennpunkt. Entbiete ihnen Deinen Gruß, o Qurratu’l-‚Ayn, denn fürwahr, der Morgen ist angebrochen. Sodann verkünde der Schar der Getreuen: »Ist nicht das Licht des Morgens nah, wie im Mutterbuch erahnt? 2 … «

1 Qur’án 78:38 2 Qur’án 11:83

O Qurratu’l-‚Ayn! Wende Dich in Deiner Sache voll Verlangen zu Gott, denn die Völker der Welt haben sich in Frevel erhoben, und strömten nicht Gottes Gnade und Dein Erbarmen auf sie herab, niemand könnte je auch nur eine Seele läutern.1 O Qurratu’l-‚Ayn! Fürwahr, das künftige Leben birgt für Dich und jene, die Deiner Sache folgen, weit größeren Segen als dieses Erdenleben und seine Freuden. So wurde es bestimmt durch das Walten der Vorsehung…

1 Qur’án 4:21

O Qurratu’l-‚Ayn! sprich: Wahrlich, Ich bin das »Tor Gottes«, und Ich gebe euch mit Gottes, der höchsten Wahrheit, Erlaubnis von den kristallklaren Wassern Seiner Offenbarung zu hinken, die der unverderblichen Quelle auf dem Heiligen Berge entströmen. Und die sich ernsthaft mühen um den einen wahren Gott, sie laß sich mühen, zu diesem Tor zu gelangen.1 Wahrlich, Gott ist mächtig über alle Dinge …

1 Qur’án 38:25-26

O Völker der Erde! Neigt euer Ohr der heiligen Stimme Gottes aus dem Munde dieses arabischen Jünglings, den der Allmächtige huldvoll zu Seinem ureigenen Selbst erwählt hat. Er, fürwahr, ist der Eine, der Wahre, den Gott aus dem Brennenden Busch mit dieser Botschaft betraute. O Qurratu’l-‚Ayn! Enthülle was immer Du willst von den Geheimnissen des Allherrlichen, denn das Meer brandet hoch1 auf Geheiß des unvergleichlichen Herrn.2

1 Qur’án 52:6

2 Kapitel 24

2:15 [51] Schmiedet ihr in eurer Bosheit dunkle Pläne gegen Ihn, Gottes Größtes Gedenken, wie eure selbstsüchtigen Launen euch eingeben? Bei der Gerechtigkeit Gottes, in Meinen Augen sind alle im Himmel, auf Erden und zwischen beiden nichts als Spinngeweb1, und wahrlich, Gott bezeuget alle Dinge. Fürwahr, sie schmieden ihre Ränke nur gegen sich selbst. Gott hat dieses Gedenken wahrhaft unabhängig gemacht von allen auf Erden und im Himmel.2

1 Qur’án 29:40 2 Kapitel 25

2:16 [51] O ihr Völker der Erde! In der Zeit Meiner Abwesenheit sandte Ich die Tore zu euch hinab. Doch die Gläubigen, bis auf wenige, gehorchten ihnen nicht. Ehedem sandte Ich euch Ahmad und unlängst Kájim, aber niemand unter euch folgte ihnen außer den im Herzen Reinen. Was ist euch widerfahren, o Volk des Buches? Fürchtet ihr nicht den einen wahren Gott, der euer Herr ist, der Altehrwürdige der Tage? … O ihr, die ihr Glauben an Gott bekennt ! Ich beschwöre euch bei Ihm, der Ewigen Wahrheit, findet ihr in den Lehren dieser Tore etwas unvereinbar mit den Geboten Gottes, wie sie in diesem Buch dargelegt sind? Hat euch eure Gelehrsamkeit wegen eures Unglaubens verführt? So hütet euch, denn wahrlich, euer Gott, der Herr Ewiger Wahrheit, ist mit euch und fürwahr, Er wacht über euch …1

1 Kapitel 27

2:17 [52] O ihr Verwandten des Größten Gedenkens! Dieser Baum der Heiligkeit, blutrot vom Öl der Dienstbarkeit, ist wahrlich aus eurer Erde inmitten des Brennenden Busches entsprossen. Aber ihr versteht nichts davon, weder Seine wahren, Seine himmlischen Eigenschaften noch Seine wirklichen Lebensverhältnisse noch die zeugnisse Seines machtvollen, makellosen Betragens. Von eurem Wahn getrieben, glaubt ihr Ihn der höchsten Wahrheit fremd, in Gottes Augen aber ist Er kein anderer als der Verheißene selbst, angetan mit der höchsten Wahrheit Macht, und Er wahrlich ist, wie im Mutterbuch verordnet, verantwortlich inmitten des Brennenden Busches …

O Qurratu’l-‚Ayn! Richte den Ruf des erhabensten Wortes an die Mägde aus Deinem Geschlecht, warne sie vor dem Größten Feuer und künde ihnen die frohe Botschaft, dass diesem mächtigen Bündnis ewige Vereinigung folgt mit Gott im Paradiese Seines Wohlgefallens, nahe dem Thron der Heiligkeit. Wahrlich, Gott, der Herr der Schöpfung, ist mächtig über alle Dinge.

O Du Mutter des Gedenkens! Auf dir ruhen der Friede und der Gruß Gottes. Fürwahr, du hast geduldig ausgeharrt mit Ihm, dem hehren Selbst Gottes. Erkenne denn die Stufe deines Sohnes, der kein anderer ist als das mächtige Wort Gottes. Er, wahrlich, hat sich gelobt, für dich in deinem Grab und am Tag des Gerichtes zu bürgen, während du in Gottes Verwahrtem Tablet durch die Feder Seines Gedenkens als die »Mutter der Getreuen« unsterblich wurdest.1

1 Kapitel 28

2:18 [53] O Qurratu’l-‚Ayn! Öffne Deine Hände in Gottes Sache nicht zu weit, denn das Volk stünde gebannt vor diesem Geheimnis; und Ich schwöre bei dem wahren, allmächtigen Gott, noch einmal wird die Reihe an Dir sein nach dieser Sendung.

Und wenn die festgesetzte Stunde schlägt, so offenbare denn mit Gottes, des Allweisen, Erlaubnis, von den Gipfeln des Erhabensten, des Mystischen Berges einen schwachen, zarten Schimmer Deines undurchdringlichen Geheimnisses, dass sie, die des Sinai strahlende Herrlichkeit erkannten, dahinschmelzen und sterben, sobald sie einen Funken des brennendroten Lichts erhaschen, das Deine Offenbarung umhüllt. Und Gott ist in Wahrheit Dein unfehlbarer Schutz.1

1 Kapitel 28

2:19 [53] O Volk Persiens! Genügt dir nicht die Ehre, die Gottes Höchstes Gedenken dir verlieh? Wahrlich, dir erwies Gott besondere Gunst durch dies mächtige Wort. So wende dich nicht ab vom Heiligtum Seiner Gegenwart, denn, bei der Gerechtigkeit des einen wahren Gottes, Er ist die unumschränkte Wahrheit Gottes, Er ist der Erhabenste, die Quelle aller Weisheit, wie es das Mutterbuch bestimmt …

O Völker der Erde! Haltet euch fest an das Seil des Allhöchsten Gottes, diesen arabischen Jüngling, Unser Gedenken – an Ihn, der verhüllt auf eines Eisbergs Spitze inmitten des Ozeans von Feuer steht.1

1 Kapitel 29

2:20 [54] O Volk der Erde! Bei der Gerechtigkeit des einen wahren Gottes, Ich bin die himmlische Jungfrau, gezeugt vom Geiste Bahás, die in dem aus einem Rubin gemeißelten Palast wohnt, zart und schwingend. In diesem machtvollen Paradies habe Ich nur gesehen und gehört, was im Lobpreis der Tugenden dieses arabischen Jünglings Gottes Gedenken kündet. Wahrlich, es gibt keinen anderen Gott als euren Herrn, den Allbarmherzigen. Verherrlicht daher Seine Stufe, denn seht, Er schwebt im innersten Herzen des allhöchsten Paradieses als die verkörperte Verherrlichung Gottes in dem Tabernakel, wo Sein Lob angestimmt wird.

Einmal höre Ich Seine Stimme, wie Er jubelnd Den begrüßt, der der Ewiglebende, der Altehrwürdige der Tage ist, und ein andermal, wie Er vom Geheimnis Seines höchsterhabenen Namens spricht. Und wenn Er die Hymnen der Größe Gottes anstimmt, wehklagt das ganze Paradies voll Sehnsucht, Seine Schönheit zu schauen, und wenn Er Worte des Lobes und der Verherrlichung Gottes singt, erstarrt das ganze Paradies wie zu Eis, frostgebannt inmitten eines kältestarren Berges. Mich dünkt, Ich schaute Ihn, wie Er auf einem geraden Mittelweg dahinschritt, wo jedes Paradies Sein eigen war und jeder Himmel Sein, und die ganze Erde mit allem, was sie birgt, nur als ein Ring erschien am Finger Seiner Diener. Verherrlicht sei Gott, Sein Schöpfer, der Herr ewigwährender Herrschaft. Wahrlich, Er ist nur der Diener Gottes, das Tor zur Spur Gottes, eures Herrn, der unumschränkten Wahrheit.1

1 Kapitel 29

2:21 [55] O Du Erhabenstes Wort Gottes! Fürchte Dich nicht und sei nicht bekümmert, denn Wir haben fürwahr denen, die auf Deinen Ruf antworten, Männern wie Frauen, Vergebung der Sünden zugesichert, wie es in der Gegenwart des Meistgeliebten bekannt ist und wie Du es wünschest. Wahrlich, Sein Wissen umfasst alle Dinge. Ich beschwöre Dich bei Meinem Leben, wende Dein Antlitz Mir zu und fürchte Dich nicht. Wahrlich, Du bist der Erhabene unter den Himmlischen Heerscharen, und Dein verborgenes Geheimnis ist wahrhaftig auf der Tafel der Schöpfung inmitten des Brennenden Busches verzeichnet. Bald wird Gott Dir die Herrschaft über alle Menschen übertragen, denn Sein Gesetz überragt die ganze Schöpfung.1

1 Kapitel 31

2:22 [55] O ihr Shí’iten! Fürchtet Gott und Unsere Sache, die sich auf Ihn bezieht, Gottes Größtes Gedenken. Denn groß ist ihr Feuer, wie das Mutterbuch verordnet.1

1 Kapitel 40

2:23 [56] Tragt aus diesem Qur’án des Morgens und des Abends so viel wie angemessen vor und singt die Verse dieses Buches mit Erlaubnis des ewigen Gottes, im süßen Ton des Vogels, der hoch am Himmelszelt sein Lied erklingen lässt.1

1 Kapitel 41

2:24 [56] Kommt hervor aus euren Städten, ihr Völker des Westens, und steht Gott bei noch vor dem Tag, da der Herr des Erbarmens zu euch herabkommen wird im Schatten der Wolken, umgeben von Engeln1, die jubelnd Sein Lob künden und Vergebung für die erbitten, die treu an Unsere Zeichen glauben. Wahrlich, Sein Ratschluß ist verkündet, und der Befehl Gottes, wie im Mutterbuch erteilt, ist fürwahr enthüllt …

1 Qur’án 2:206 , Daniel 7:13 , Matthäus 24:30, 26:64 , Offenbarung 1:7

Werdet wie wahre Brüder in der einen, unteilbaren Religion Gottes, ohne Unterschied, denn wahrlich, Gott wünscht, dass eure Herzen Spiegel werden für eure Glaubensbrüder, so dass ihr euch in ihnen und sie sich in euch gespiegelt finden. Das ist der wahre Pfad Gottes, des Allmächtigen, und Er wacht fürwahr über eure Taten.1

1 Kapitel 46

2:25 [56] O ihr Völker der Erde ! Hört auf Meinen Ruf, der von der Stätte dieses heiligen Baumes erschallt – eines Baumes, entflammt von dem urewigen Feuer: Es gibt keinen Gott außer Ihm; Er ist der Erhabene, der Allweise. O ihr Diener des Barmherzigen! Tretet allesamt ein durch dies Tor, und folgt nicht der Spur des Bösen, denn er treibt euch auf die Wege der Gottlosigkeit und Sünde; fürwahr, er ist euer erklärter Feind.1 2

1 Qur’án 2:163-164 2 Kapitel 51

2:26 [57] Sei geduldig, o Qurratu’l-‚Ayn, denn fürwahr, Gott hat gelobt, Deine Herrschaft über alle Lande und ihre Bewohner zu errichten. Er ist Gott, und wahrlich, Er hat Macht über alle Dinge.1

1 Kapitel 53

2:27 [57] Bei Meiner Herrlichkeit! Aus den Händen Meiner Macht sollen die Ungläubigen Vergeltung schmecken, die keiner kennt außer Mir – über die Gläubigen aber will Ich Moschusdüfte wehen lassen, die Ich im Herzen Meines Thrones nährte. Wahrlich, Gottes Wissen umfasst alle Dinge.

O Schar des Lichts ! Bei der Gerechtigkeit Gottes, nicht aus Eigensucht sprechen Wir, und keine Letter dieses Buches wurde ohne die Erlaubnis Gottes, der Unumschränkten Wahrheit, offenbart. Fürchtet Gott und zweifelt nicht an Seiner Sache, denn wahrlich, dieses Tores1 Geheimnis ist in den mystischen Worten Seiner Schrift verwahrt und hinter dem undurchdringlichen Schleier des Verbergens von der Hand Gottes, des Herrn des Sichtbaren und des Unsichtbaren, niedergeschrieben.

1 arab. al-Báb

Fürwahr, Gott hat rings um dieses Tor1 Meere göttlichen Trankes erschaffen, tiefrot von der Essenz des Seins und belebt durch die beseelende Kraft der ersehnten Frucht. Und Gott hat ihnen Archen bereitet aus Rubin, zart und tiefrot, darinnen keiner segeln wird denn das Volk Bahás, wie es Gott, dem Höchsterhabenen, gefällt. Und wahrlich, Er ist der Allherrliche, der Allweise.2

1 arab. al-Báb 2 Kapitel 57

2:28 [58] Der Herr hat Mich wahrhaft erleuchtet: Wahrlich, wahrlich, Ich bin Gott, Er, neben dem es keinen anderen Gott gibt, und Ich bin fürwahr der Altehrwürdige der Tage …

O Volk des Gottesreichs ! Bei der Gerechtigkeit des wahren Gottes, wenn ihr standhaft bleibt auf diesem Wege, der aufrecht steht zwischen den beiden Wegen, werdet ihr fürwahr in großen Zügen das Lebenswasser aus der Quelle dieser wundersamen Offenbarung trinken, wie es euch von der Hand Seines Gedenkens dargeboten wird …

Ich schwöre bei eurem wahren Herrn, bei Ihm, dem Herrn der Himmel und der Erde, dass Gottes Verheißung über Sein Gedenken nichts als die höchste Wahrheit ist, und sie soll erfüllt werden, wie im Mutterbuch verfügt …

Sprich: O Völker der Erde! Wolltet ihr euch versammeln, um etwas hervorzubringen, was auch nur einem einzigen Buchstaben Meiner Werke gleicht, niemals wäret ihr dessen fähig!1 Und wahrlich, Gott weiß alle Dinge …

1 Qur’án 17:88

O Qurratu’l-‚Ayn! Sprich: Schaut hin! Wahrlich, der Mond ist verblasst, die Nacht geschwunden, die Morgendämmerung erstrahlt;1 wahrlich, der Befehl Gottes, eures wahren Herrn, wurde ausgeführt …

1 Qur’án 74:35-37

Aus bloßem Nichts hast Du, o großer, allmächtiger Meister, mich durch die himmlische Kraft Deiner Macht hervorgebracht und mich erhoben, diese Offenbarung zu verkünden. In Dich allein habe ich mein Vertrauen gesetzt, habe nur an Deinen Willen mich geklammert. Du bist in Wahrheit der Allgenügende, und hinter Dir steht der wahre Gott, Er, der alle Dinge überschattet. Fürwahr, mir genüget Gott, der Erhabene, der Mächtige, der Erhalter.1

1 Kapitel 58

2:29 [59] O Du Spur Gottes! Dir habe ich mich ganz geopfert; um Deinetwillen habe ich Flüche auf mich genommen und auf dem Pfad Deiner Liebe habe ich nur den Märtyrertod ersehnt. Gott, der Erhabene, der Beschützer, der Altehrwürdige der Tage, genügt mir als Zeuge.

O Qurratu’l-‚Ayn! Bitter schmerzten Mich Deine Worte in diesem bedeutsamen Ruf. Doch unwiderruflich liegt die Entscheidung bei Gott allein, und allein von Ihm kommt der Ratschluß. Bei Meinem Leben, in Gottes und Seiner Schöpfung Augen bist Du der Meistgeliebte. Es gibt fürwahr keine Macht außer bei Gott, und euer Herr, der wahrhaft allmächtige Rächer, genügt Mir als Zeuge.1

1 Kapitel 58

2:30 [60] O Völker der Erde! Bei der Gerechtigkeit Gottes, dieses Buch hat durch die Kraft der unumschränkten Wahrheit Erde und Himmel durchdrungen mit dem mächtigen Wort Gottes von Ihm, dem Höchsten Zeugnis, dem erwarteten Qá’im, und wahrlich, Gott weiß um alle Dinge. Dieses gottgegebene Buch hat Seinen Beweis fest begründet für alle in Ost und West; so hütet euch denn, anderes von Gott zu sprechen als die Wahrheit, denn Ich schwöre bei eurem Herrn, dass dieser, Mein höchster Beweis, Zeugnis ablegt vor allen Dingen …

O Diener Gottes! Seid geduldig, denn so Gott will, wird Er, die unumschränkte Wahrheit, plötzlich unter euch erscheinen, belehnt mit des machtvollen Wortes Gewalt, und die Wahrheit selbst soll euch verwirren, und keine Kraft sollt ihr haben sie abzuwehren;1 und Ich fürwahr bin Zeuge vor aller Welt.2

1 Qur’án 21:40 2 Kapitel 59

2:31 [60] Wahrlich, wer die wundersamen göttlichen Verse verspottet, die Sein Gedenken offenbarte, der macht nur sich selber zum Gespött; und Wir helfen ihnen in Wahrheit, dass sie in ihrem Frevel weiter schwelen.1 In der Tat, Gottes Wissen übersteigt alle erschaffenen Dinge …

1 Qur’án 2:14

Die Ungläubigen suchen wahrhaftig Gott von Seinem Gedenken zu trennen,1 Gott aber hat bestimmt, Sein Licht durch Sein Gedenken zu vollenden,2 und Er ist fürwahr mächtig über alle Dinge …

1 Qur’án 4:149 2 Qur’án 9:32

Wahrlich, Christus ist Unser Wort, das Wir Maria entboten,1 und keiner sage, was die Christen »von Dreien den Dritten«2 nennen, denn das wäre Lästern wider das Gedenken, Ihn, der, wie im Mutterbuch verordnet, mit höchster Autorität belehnt ist. Fürwahr, Gott ist nur einer, und fern sei es Seiner Herrlichkeit, dass da irgend etwas neben Ihm sei. All jene, die am Tag der Auferstehung zu Ihm gelangen, sind nur Seine Diener, und Gott genügt wahrhaftig als Schutz. Wahrlich, Ich bin nur der Diener Gottes und Sein Wort und der erste, der sich beugt im Gebet vor Gott, dem Erhabensten; und Gott fürwahr bezeugt alle Dinge.3

1 Qur’án 4:169

2 Qur’án 5:77

3 Kapitel 61

2:32 [61] O Volk des Qur’án! Ihr gleicht dem Nichts, so ihr euch nicht Gottes Gedenken und diesem Buche unterwerft. Folgt ihr der Sache Gottes, werden Wir euch eure Sünden vergeben, doch wendet ihr euch ab von Unserem Befehl, so werden Wir in Unserem Buch wahrhaftig eure Seelen zum Größten Feuer verdammen. Wir handeln fürwahr nicht ungerecht an den Menschen, nicht einmal um so viel, wie ein Heck auf dem Dattelkern.1

1 Kapitel 62

2:33 [62] O Völker der Erde! Wahrlich, Gottes strahlendes Licht ist unter euch erschienen, belehnt mit diesem unfehlbaren Buch, euch recht zu leiten auf die Wege des Friedens, dass ihr mit Gottes Erlaubnis aus dem Dunkel heraustretet ins Licht und auf diesen weiten Pfad der Wahrheit …1

1 Qur’án 5:15f

Gott hat durch die Kraft Seines Gebotes aus bloßem Nichts die Himmel und die Erde und was dazwischen liegt erschaffen. Er ist einzig und ohnegleichen in Seiner ewigen Einheit, keiner hat Teil an Seinem heiligen Wesen, keine Seele außer Seinem Selbst, kann Ihn gebührend verstehen …

O Völker der Erde! Nach einer Zeit ohne Boten1 kam von Gott wahrlich Sein Gedenken zu euch, dass Er euch in der Erwartung des Tages des einen wahren Gottes von Schmutz reinige und läutere; so sucht von Ihm mit ganzem Herzen Gottes Segen, denn Wir haben Ihn wahrlich zum Zeugen und Quell der Weisheit erkoren für alle, die auf Erden wohnen …

1 Qur’án 5:22

O Qurratu’l-‚Ayn! Verkünde, was Dir herabgesandt wurde als Zeichen der Huld des gnädigen Herrn; denn tust Du es nicht, wird Unser Geheimnis den Völkern nie kund;1 doch Gott hat den Menschen nur erschaffen, dass er Ihn erkenne. Fürwahr, Gott weiß um alle Dinge und ist sich selbst genug, erhaben über die Bedürftigkeit der ganzen Menschheit.2

1 Qur’án 5:71 2 Kapitel 62

2:34 [63] Immer, wenn die Gläubigen hören, wie die Verse dieses Buches vorgetragen werden, fließen ihre Augen über von Tränen, und ihre Herzen werden tief berührt durch Ihn, das Größte Gedenken, in ihrer Liebe zu Gott, dem Allgepriesenen. Er ist Gott, der Allwissende, der Ewige, Sie sind fürwahr die Bewohner des allhöchsten Paradieses, ihrer ewigen Heimat. Wahrlich, dort werden sie nur erblicken, was von Gott kommt, nichts, was ihr Verständnis übersteigt. Dort im Paradies werden sie den Gläubigen begegnen, die sie anreden mit den Worten »Frieden, Frieden«, welche auf ihren Lippen nachklingen …

O Schar der Gläubigen! Neigt euer Ohr Meiner Stimme, die durch dieses Gedenken Gottes spricht. Wahrlich, Gott hat Mir offenbart, dass der Pfad des Gedenkens, von Mir gewiesen, in Wahrheit der gerade Pfad Gottes ist, dass jeder, der sich zu einer anderen Religion als diesem rechten Glauben bekennt, erkennen muss, dass er, wird er zur Rechenschaft gezogen am Tage des Gerichts, aus Gottes Religion keinen Segen geerntet hat, wie es im Buche verzeichnet ist …

Fürchtet Gott, o Schar der Könige, dass ihr nicht Ihm, der Sein Gedenken1 ist, fern bleibt, nachdem die Wahrheit mit einem Buch und mit Zeichen von Gott zu euch kam, wie es Sein Gedenken mit wundersamer Zunge sprach. Sucht Gottes Huld, denn Gott hat euch, so ihr an Ihn glaubt, einen Garten bestimmt, weit wie das ganze Paradies. Darin werdet ihr nur Gaben und Wohltaten finden, die der Allmächtige kraft dieser bedeutsamen Sache gnädig gewährt, wie es im Mutterbuch bestimmt ist.2

1 Der Báb 2 Kapitel 63

2:35 [64] O Geist Gottes! Erinnere Dich der Huld, die Ich Dir schenkte, als Ich mit Dir sprach im Herzen Meines Heiligtums und Dir durch die Kraft des Heiligen Geistes half, als das unvergleichliche Sprachrohr Gottes den Menschen Gottes Gebote zu verkünden, die verwahrt liegen im göttlichen Geiste.

Wahrlich, Gott hat Dir göttliche Verse und Weisheit eingegeben, als Du noch Kind warst, und hat gnädiglich geruht, den Völkern der Welt durch den Einfluß Deines Größten Namens Seine Gnade zu schenken, denn fürwahr, nichts wissen die Menschen vom Buche.1

1 Kapitel 63

2:36 [64] O Volk der Erde! Müssen wir, um die letzte Zuflucht in Gott, dem Wahren, zu erlangen, ein anderes Tor suchen als dies erhabene Wesen? …

Als Gott das Gedenken schuf, brachte Er Ihn auf dem Altar Seines Willens vor die Versammlung aller erschaffenen Dinge. Daraufhin beugte sich der Engel Schar anbetend nieder vor Gott, dem Einzigen, dem Unvergleichlichen; Satan dagegen weigerte sich stolzgebläht, Seinem Gedenken sich zu unterwerfen. So nennt ihn Gottes Buch den Anmaßenden und Verfluchten.1 2

1 Qur’án 2:32 , Qur’án 38:74-78 2 Kapitel 67

2:37 [64] Gott, neben dem es keinen anderen wahren Gott gibt, spricht: Fürwahr, wer das Gedenken Gottes nach Dessen Hinscheiden besucht, der hat gleichsam die Gegenwart des Herrn erlangt, der da sitzt auf Seinem mächtigen Thron. Wahrlich, dies ist der Weg Gottes, des Höchst Erhabenen, unwiderruflich bestimmt im Mutterbuche …

Sprich, o Völker der Welt! Streitet ihr mit Mir über Gott wegen der Namen, die ihr und eure Väter Ihm beigelegt, wie der Böse euch eingab?1 Gott fürwahr hat Mir mit Wahrheit dieses Buch gesandt, dass ihr fähig werdet, Gottes wahre Namen zu erkennen, denn ziellos irrt ihr fern der Wahrheit. Wahrlich, Wir haben alles Erschaffene bei seiner Entstehung auf ein Bündnis hinsichtlich des Gedenkens Gottes verpflichtet, und keiner soll Gottes bindenden Befehl zur Läuterung der Menschheit hindern, wie es im Buche verordnet ist, geschrieben von der Hand des Báb.2

1 Qur’án 7:69 , 12:40 2 Kapitel 68

2:38 [65] Während der Abwesenheit des Báb führte das Volk das Stück mit dem Kalb erneut auf; es machte sich einen grellbunten Götzen mit tierischen Zügen in menschlicher Gestalt …1

1 Qur’án 7:146 , 20:90

Wann immer das Volk Dich nach der festgesetzten Stunde fragt, so sprich: Wahrlich, das Wissen darum ist allein bei Meinem Herrn,1 der um das Ungeschaute weiß. Es gibt keinen Gott außer Ihm, der euch aus einer einzigen Seele erschuf;2 und was Mir nützt oder schadet, steht nicht in Meiner Macht, sondern geschieht, wie e Meinem Herrn gefällt.3 Gott ist wahrhaftig selbstgenügend, und Er, Mein Herr, steht erhaben über allen Dingen. 4

1 Qur’án 7:186 2 Qur’án 4:1 3 Qur’án l0:50 <4> Kapitel 69

2:39 [66] Erscheint es dem Volk seltsam, dass Wir einem Menschen aus ihrer Mitte ein Buch offenbarten, um sie zu läutern und ihnen die frohe Botschaft zu künden, dass ihnen ein sicherer Stand aus der Gegenwart ihres Herrn zukommt? Er bezeugt fürwahr alle Dinge …

Werden die Verse dieses Buches den Ungläubigen vorgetragen, so sagen sie: »Gib uns ein Buch wie den Qur’án und ändere die Verse ab.« sprich: »Gott gab Mir nicht, dass Ich sie nach Meinem Gutdünken ändere!« Ich befolge nur, was Mir offenbart ward. Wahrlich, Ich werde Meinen Herrn fürchten am Tag der Trennung, dessen Kommen Er in Wahrheit unwiderruflich bestimmt hat.1 2

1 Qur’án 10:16 2 Kapitel 7l

2:40 [66] O Völker der Erde! Wahrlich, der wahre Gott ruft und spricht: Er, das Gedenken, ist fürwahr Gottes unumschränkte Wahrheit, und neben der Wahrheit ist nichts als Irrtum,1 und hinter dem Irrtum steht nur das Feuer; so ist es unwiderruflich verfügt …

1 Qur’án 10:33

O Qurratu’l-‚Ayn! Deute mit der Macht der Wahrheit auf Deine getreue Brust und rufe: Ich schwöre bei dem einen, wahren Gott, hier liegt Gottes Statthalterschaft; Ich bin fürwahr Er, der als der Beste Lohn geachtet wird,1 und Ich bin fürwahr Er, die vortrefflichste Wohnstatt.2

1 Qur’án 18:42 2 Kapitel 72

2:41 [67] O Schar der Gläubigen! Sprecht nicht Worte der Leugnung gegen Mich, da die Wahrheit offenbar ist, denn die Vollmacht des Báb wurde euch fürwahr einst im Qur’án angemessen verkündet. Ich schwöre bei. eurem Herrn, dieses Buch ist wahrlich der gleiche Qur’án, der herabgesandt wurde in vergangenen Tagen.1

1 Kapitel 81

2:42 [67] O Du süße Frucht des Herzens ! Lausche den Melodien dieses mystischen Vogels, der in des Himmels hehren Höhen singt. Der Herr hat Mir in Wahrheit zu verkünden eingegeben: Wahrlich, wahrlich, Ich bin Gott, Er, neben Dem es keinen anderen Gott gibt. Er ist der Allmächtige, der Allweise.

O Meine Diener! Suchet aufrichtig nach diesem höchsten Lohn, denn fürwahr, Ich habe dem Gedenken Gottes Gärten geschaffen, unerforschlich für alle außer Mir; und was sie bergen, ist niemandem erlaubt, außer jenen, deren Leben auf Seinem Pfad geopfert wurde. So fleht zu Gott, dem Höchsterhabenen, dass Er euch diesen verdienstvollen Lohn gewähre, und Er ist in Wahrheit der Höchste, der Größte. Wäre es Unser Wunsch gewesen, Wir hätten alle Menschen in einer Gemeinde um Unser Gedenken geschart, doch sie werden sich weiterhin unterscheiden,1 bis Gott durch der Wahrheit Macht vollbringt, was Er will. In den Augen des Gedenkens ist dies Gebot in Wahrheit unwiderruflich verordnet …

1 Qur’án 11:120

Gott hat Dich fürwahr erwählt, das Volk zu warnen, die Gläubigen rechtzuleiten und die Geheimnisse des Buches zu erhellen.1

1 Kapitel 85

2:43 [68] Wäre es Unser Wunsch, so läge es in Unserer Macht, durch die Wirkung eines einzigen Buchstabens Unserer Offenbarung die Welt und alles, was sie birgt, zu zwingen, in weniger als einem Augenblick die Wahrheit Unserer Sache anzuerkennen …

Wahrhaftig, andere Gesandte vor Dir wurden verlacht,1 und Du bist nur der Diener Gottes, gestärkt von der Macht der Wahrheit. Schon bald werden Wir die Tage derer verlängern, die die Wahrheit zurückgewiesen haben, für das, was ihre Hände wirkten.2 Wahrlich, Gott wird mit niemandem ungerecht verfahren, nicht einmal um so viel, wie ein Heck auf einem Dattelkern.3

1 Qur’án 6:10

2 Qur’án 3:172

3 Kapitel 87

2:44 [68] O ihr Völker der Erde! Bei der Gerechtigkeit Gottes, des Wahren, das Zeugnis, das Sein Gedenken verkündet, ist wie eine Sonne, welche die Hand des gnädigen Herrn in den Zenit des Himmels hob, wo sie in der Fülle ihres Mittagsglanzes strahlt …

Mit jedem Propheten, den Wir in vergangenen Zeiten herabsandten, haben Wir einen besonderen Bund über das Gedenken Gottes und Seinen Tag geschlossen. Im Reiche der Herrlichkeit und durch die Macht der Wahrheit sind das Gedenken Gottes und Sein Tag offenbar vor den Augen der Engel, die Seinen Gnadenstuhl umkreisen.1

1 Kapitel 91

2:45 [69] O frühe Morgenstunde! Ehe noch die widerstrahlende Herrlichkeit der göttlichen Leuchte ihren Glanz vom Tagesanbruch dieses Tores verströmt, denke daran, dass Gottes vorbestimmter Tag näher ist als ein Augenblick. So wurde Gottes Ratschluß im Mutterbuche verkündet.1

1 Kapitel 94

2:46 [69] O Schar der Getreuen! Wahrlich, der alleinige Zweck jedes Zeichens, das Gott in den Schriften, im Weltgefüge oder in den Herzen der Menschen offenbarte, ist, sie begreifen zu lassen, dass dies Gedenken fürwahr der Eine, Wahre von Gott ist. Wahrlich, Gott weiß um alle Dinge durch die Macht ewiger Wahrheit …

O ihr, die ihr den Thron der Herrlichkeit umkreist! Lauschet Meinem Ruf, der mitten aus dem Brennenden Busche ertönt: »Wahrlich, Ich bin Gott und es gibt keinen anderen Gott als Mich! So betet Mich an und bringt Ihm, dem Größten Gedenken zuliebe Gebete dar, die geläutert sind vom Gewisper der Menschen, denn wahrlich, euer Herr, der eine, wahre Gott, ist kein anderer denn die Unumschränkte Wahrheit. Fürwahr, wer neben Ihm zu anderen fleht, zählt verdientermaßen zu den Insassen des Höllenfeuers, während Er, das Gedenken Gottes, wahrlich inmitten des Brennenden Busches sicher und stetig dem Pfad der Wahrheit folgt.« …

O Völker der Erde! Fügt dem Größten Gedenken nicht zu, was die Umayyaden voll Grausamkeit Husayn antaten im Heiligen Land. Bei der Gerechtigkeit Gottes, des Wahren, Er ist fürwahr die Ewige Wahrheit und Gott ist Ihm wahrlich Zeuge.1

1 Kapitel l7

2:47 [70] Gott hat in Wahrheit Unsere Sendung den Himmeln und der Erde und den Bergen dargeboten, aber sie weigerten sich, sie zu tragen, und fürchteten sich davor. Der Mensch aber, dieser ‚Alí, der kein anderer als Gottes Großes Gedenken ist, nahm es auf sich, sie zu tragen. Daher hat Gott, der Allumfassende, Ihn in Seinem Verwahrten Buch als den »Unterdrückten« bezeichnet, und weil Er vor den Augen der Menschen verborgen ist, wurde Er nach dem Willen des Buches »der Unbekannte« genannt.1 …

1 Qur’án 33:72

Bald werden Wir fürwahr jene, die im Lande des Euphrat gegen Husayn1 Krieg führten, mit schmerzlicher Qual und mit schrecklicher, abschreckender Strafe heimsuchen …

1 Imám Husayn

Gott kennt gut das Herz Husayns, das heiße Brennen Seines Durstes und langen Leidens um Gottes, des Unvergleichlichen, des Altehrwürdigen der Tage, willen; und wahrlich, Gott ist Sein Zeuge.1

1 Kapitel 12

2:48 [71] Höre auf die Stimme Deines Herrn, die vom Berge Sinai ruft: »Wahrlich, es gibt keinen Gott außer Ihm, und Ich bin der Höchsterhabene, verhüllt im Mutterbuche, wie es die Vorsehung fügte.« 1

1 Kapitel 19

2:49 [71] Dies Buch, von Uns herabgesandt, ist fürwahr der Gnade überreich1 und zeugt für die Wahrheit, damit das Volk erkenne, dass Gottes schlüssiger Beweis für Sein Gedenken dem gleicht, womit Muhammad, das Siegel der Propheten, betraut war. Wahrlich, groß ist die Sache, wie das Mutterbuch verfügt.2

1 Qur’án 6:93 2 Kapitel 66

2:50 [71] Dies Gedenken ist fürwahr die herrliche Spur göttlichen Lichts, und Er ist euer Bestes,1 so ihr Gott, dem Erhabensten, wahrhaftig neu bleibt …

1 Qur’án 11:87

Wir haben Dich wahrlich mit Gottes Erlaubnis gesandt zu allen Menschen, bekleidet mit Unseren Zeichen und gestählt durch Unsere unübertreffliche Souveränität. Er ist fürwahr der berufene Treuhänder Gottes …

O Qurratu’l-‚Ayn! Harre standhaft aus, wie Dir geheißen, und gräme Dich nicht über die Ungläubigen unter den Menschen, noch über ihr Gerede, denn – bei der Gerechtigkeit Gottes, des Größten – Dein Herr wird richten über sie am Tage der Auferstehung, und Gott sieht gewiss alle Dinge,1

1 Kapitel 84

2:51 [72] Diese Religion ist fürwahr in den Augen Gottes der Wesenskern des Glaubens Muhammads; darum eilt, in der Gegenwart des einen wahren Gottes das himmlische Paradies und den erhabensten Garten Seines Wohlgefallens zu erlangen, könntet ihr doch geduldig und dankbar sein vor den offenbaren Zeichen Gottes.1

1 Kapitel 48

O Meine Diener! Dies ist Gottes vorbestimmter Tag, den euch der barmherzige Herr verheißen in Seinem Buche; so rühmet denn aus vollem Herzen Gottes Namen und schreitet voran auf dem Pfad des Größten Gedenkens …

Wahrlich, Gott hat Seinem Gedenken gestattet zu reden, was Er will und wie es Ihm gefällt. Fürwahr, was immer Er erwählt, ist von Uns erwählt. Der Herr sieht wahrhaft alle Dinge.1

1 Kapitel 87

2:53 [72] Fürwahr, Wir sprachen mit Gottes Erlaubnis aus dem Brennenden Busch am Sinai mit Moses und offenbarten einen unendlich feinen Schimmer Deines Lichts über dem Mystischen Berge und seinen Bewohnern, worauf der Berg in seinen Grundfesten erbebte und zu Staub zermalmt wurde …

O Völker der Erde! Ich schwöre bei eurem Herrn! Ihr werdet handeln, wie frühere Geschlechter gehandelt haben. So warnt euch denn selbst vor der schrecklichen, der höchst schmerzhaften Vergeltung Gottes. Denn Gott ist wahrlich aller Dinge mächtig.1

1 Kapitel 53

2:54 [73] O Qurratu’l-‚Ayn! Ich erkenne in Dir keinen anderen, als die »Große Verkündigung« – die Verkündigung aus der himmlischen Heerschar Mund. Ich bezeuge, die den Thron der Herrlichkeit umkreisen, kennen Dich seit je mit diesem Namen.

O Schar der Gläubigen! Hegt ihr Zweifel, wozu euch Gottes Gedenken versammelt? Bei der Gerechtigkeit des einen wahren Gottes, Er ist kein anderer als die höchste Wahrheit, enthüllt durch die Macht der Wahrheit. Hegt ihr Zweifel über den Báb? Er, wahrlich, hält mit Unserer Erlaubnis die Reiche der Erde und des Himmels in Seinem Griff, und der Herr weiß in Wahrheit um euer Tun …

Fürwahr, Ich bin nur ein Mensch wie ihr. Aber Gott schenkt Mir an Gunst, was Er will und wie es Ihm gefällt,1 und es gibt keine Schranken für das, was euer Herr im Mutterbuche verordnet.2

1 Qur’án 14:13 2 Kapitel 88

2:55 [74] Gott fürwahr offenbarte Mir im heiligen Haus, der Ka’bah: »Wahrlich, Ich bin Gott, es gibt keinen Gott außer Mir. Ich habe Dich auserwählt für Mich und Dich zu Meinem Gedenken erkoren. Fürwahr, wer Dir er geben ist und auf dem Wege des Báb wandelt, dem ist der Lohn der zukünftigen Welt gewiss bestimmt …« Im Buche ist verfügt, dass, nachdem die Sache des Gedenkens verwirklicht ist, das Größte Ereignis eintreten wird, wie es die Vorsehung fügte, und Gott, wahrlich, ist aller Dinge mächtig.1

1 Kapitel 79

2:56 [74] O Qurratu’l-‚Ayn! Sprich: Wahrlich, Ich bin Der, den das Mutterbuch als die »Große Verkündigung« grüßt. Sprich: Schmerzlich entzweiten sich die Menschen Meinetwegen, doch in Wahrheit gibt es keinen Unterschied zwischen Mir und dem Báb; und Gott, die Ewige Wahrheit, ist Zeuge genug.1

1 Kapitel 77

2:57 [74] Ich bin der Mystische Tempel, von der Allmacht Hand erbaut. Ich bin die Lampe, die Gottes Finger in ihrer Nische entzündet hat und leuchten ließ mit unsterblichem Glanz. Ich bin die Lampe jenes himmlischen Lichts, das über dem Sinai an freudiger Stätte aufstrahlte und das verborgen war im Brennenden Busch 1

1 Kapitel 94

2:58 [75] Als Zeichen reiner Gerechtigkeit haben Wir fürwahr jedem Propheten von der Sache Unseres Gedenkens Kunde gegeben, und wahrlich, Gott ist erhaben über alle Völker der Welt. 1

1 Kapitel 83

3 Aus dem persischen Bayán

3:1 [79] Váhid 2:16 1

Es ist besser, eine einzige Seele zu führen, als alles auf Erden zu besitzen; denn solange die geführte Seele im Schatten des Baumes der göttlichen Einheit weilt, werden beide, sie und der, der sie geführt hat, zu Empfängern der zärtlichen Barmherzigkeit Gottes. Der Besitz irdischer Güter dagegen endet mit dem Tode. Der Pfad zur Führung ist ein Weg der Liebe und des Mitleids, nicht der Gewalt und des Zwanges. Das war Gottes Weise in der Vergangenheit, und wird es auch künftig sein! Er lässt, wen Er will, in den Schatten Seiner Barmherzigkeit treten. Wahrlich, Er ist der Höchste Beschützer, der Großmütigste.

Es gibt kein wundersameres Paradies für eine Seele, als vor Ihm, Gottes Manifestation, zu stehen an Seinem Tage, Seine Verse zu hören und an sie zu glauben, in Seine Gegenwart zu gelangen, die nichts als die Gegenwart Gottes ist, auf dem Meere des himmlischen Königreiches Seines Wohlgefallens zu fahren und teilzuhaben an den erlesenen Früchten des Paradieses Seiner göttlichen Einheit.

1 Der Bayán ist in Váhide (Einheiten) zu je 19 Kapitel eingeteilt, auf die sich diese Ziffern beziehen.

3:2 [79] Váhid 7:19

Bete so zu Gott, dass es deine Anbetung nicht änderte, führte sie dich auch ins Feuer, und ebensowenig, wäre das Paradies dein Lohn. So, und nur so, sollte die Verehrung sein, die dem einen, wahren Gott gebührt. Aus Furcht zu Ihm zu beten, wäre unschicklich am geweihten Hofe Seiner Gegenwart und könnte nicht als ein Dienst angenommen werden, den du der Einzigkeit Seines Wesens weihst. Wäre dein Blick aber auf das Paradies gerichtet und betetest du zu Ihm mit dieser Hoffnung im Herzen, so würdest du Gottes Schöpfung Ihm zum Gefährten machen, dessen ungeachtet, dass die Menschen das Paradies ersehnen.

Feuer und Paradies neigen sich demütig vor Gott. Seines Wesens würdig ist, Ihn um Seinetwillen zu verehren, ohne Angst vor dem Feuer und ohne Hoffnung auf das Paradies. Wohl wird der aufrichtig Betende vom Feuer erlöst und betritt das Paradies des Wohlgefallens Gottes, aber dies darf sein Handeln nicht bestimmen. Gottes Wohlgefallen und Gnade strömen beständig, wie es Seine unerforschliche Weisheit will.

Das annehmbarste Gebet ist das, welches in höchster, strahlender Geistigkeit dargebracht wird. Es lange hinzuziehen, war und ist nicht im Sinne Gottes. Je hingebungsvoller und reiner das Gebet ist, um so annehmbarer ist es in Gottes Gegenwart.

3:3 [80] Váhid 8:9

Der Tag der Auferstehung ist ein Tag, an dem die Sonne auf und untergeht wie an jedem anderen Tag. Wie oft dämmerte der Tag der Auferstehung, und die Menschen des Landes, wo dies geschah, haben es nicht bemerkt. Hätten sie davon gehört, sie hätten es nicht geglaubt, und so wurde es ihnen nicht gesagt.

Als der Gesandte Gottes1 erschien, verkündete Er den Ungläubigen nicht, dass die Auferstehung gekommen war, denn sie konnten die Kunde nicht tragen. Jener Tag ist fürwahr ein unendlich gewaltiger Tag, denn an ihm verkündet der Göttliche Baum von Ewigkeit zu Ewigkeit: »Wahrlich, Ich bin Gott. Kein Gott ist außer Mir.« Trotzdem glauben die da verhüllt sind, Er sei wie sie, und sie weigern sich sogar, Ihn einen Gläubigen zu nennen, obwohl dieser Titel im Gebiete Seines himmlischen Königreiches auf ewig dem unbedeutendsten Anhänger der Ihm vorangegangenen Sendung verliehen ist. Denn hätte das Volk in den Tagen des Gesandten Gottes Ihn wenigstens als einen Gläubigen ihrer Zeit angesehen, wie hätten sie Ihm dann in den sieben Jahren, während Er auf dem Berge weilte, den Zutritt zu Seinem Heiligen Haus2 verweigert? So auch in dieser Sendung des Punktes des Bayán; hätten die Menschen sich nicht geweigert, Ihm den Namen Gläubiger zuzugestehen, wie hätten sie Ihn dann auf diesem Berg einkerkern können ohne zu erkennen, dass der Inbegriff des Glaubens sein Dasein einem Wort von Ihm verdankt? Ihre Herzen sind der Kraft wahrer Einsicht beraubt und also können sie nicht sehen, während die mit geistigen Augen Begabten wie Nachtfalter um das Licht der Wahrheit kreisen, bis sie verzehrt werden. Aus diesem Grund wird gesagt, der Tag der Auferstehung sei der größte aller Tage, und doch ist er wie jeder andere Tag.

1 Muhammad 2 Ka’bah

3:4 [81] Váhid 5:19

Für die, die an die Einheit Gottes glauben, ist kein Paradies erhabener als der Gehorsam gegenüber Gottes Geboten, und in den Augen derer, die Gott und Seine Zeichen erkennen, ist kein Feuer verzehrender als der Verstoß gegen Seine Gesetze und die Bedrückung einer anderen Seele, und sei es nur mit der Last eines Senfkorns. Am Tag der Auferstehung wird Gott gewiss alle Menschen richten. Und wahrlich, wir alle werden um Seine Gnade flehen.

3:4 [81] Váhid 5:14

Gott liebt die Reinen. Nichts wird im Bayán und in Gottes Augen mehr geliebt als Reinheit und fleckenlose Sauberkeit …

Gott wünscht nicht, dass in der Sendung des Bayán auch nur eine Seele strahlender Freude beraubt sei. Er wünscht fürwahr, dass alle Menschen allezeit, innerlich wie äußerlich, eine Reinheit ziere, die keine Abneigung gegen sie selber, noch viel weniger gegen andere entstehen lässt.

3:6 [82] Váhid 8:19

Betrachte auch die Manifestation des Punktes des Bayán! So mancher ist Nacht für Nacht bis zum Morgen beflissen, Gott anzubeten, und selbst jetzt, wo sich die Sonne der Wahrheit dem Zenit am Himmel ihrer Offenbarung nähert, verharren sie auf ihren Gebetsteppichen. Wurden einem von ihnen die wundersamen Verse Gottes vorgetragen, so rief er: »Warum hältst du mich davon ab, meine Gebete zu verrichten?« O du, der du in Schleier gehüllt bist! Wenn du Gottes gedenkst, weshalb schließt du dich selbst aus von Ihm, der das Licht der Anbetung in deinem Herzen entzündet hat? Hätte Er nicht zuvor den ausdrücklichen Befehl offenbart: »Wahrlich, gedenket Gottes«1, was hätte dich veranlasst, Gott zu verehren, und wohin würdest du dich im Gebet wenden?

1 Qur’án 8:47 , 33:41 , 62:10

Wisse mit Gewissheit, nur dann gedenkst du Gottes, wenn du Seiner gedenkst, den Gott offenbaren wird. In gleicher Weise solltest du den Versen des Bayán lauschen und seine Wahrheit anerkennen, nur dann würden die offenbarten Verse Gottes dir nützen. Welchen Nutzen kannst du andernfalls daraus ziehen? Denn neigtest du dich von Anbeginn bis zum Ende des Lebens in Anbetung nieder und verbrächtest deine Tage im Gedenken Gottes, glaubtest aber nicht an den Künder Seiner Offenbarung für dieses Zeitalter, meinst du, deine Taten brächten dir auch nur den geringsten Nutzen? Doch wenn du an Ihn glaubst und Ihn wahrhaft erkennst und Er sagt: »Ich habe dein ganzes Leben, das du in Meiner Anbetung verbrachtest, angenommen«, dann fürwahr hast du Ihn inniglich verehrt. Der Zweck deines Tuns ist, dass Gott es barmherzig annehme; und göttliche Billigung kann allein durch die Billigung Dessen erlangt werden, der Künder Seiner Offenbarung ist. Wenn etwa der Gesandte Gottes – möge Gottes Segen auf Ihm ruhen – eine Tat annahm, so nahm in Wahrheit Gott sie an; andernfalls blieb sie zurück bei den selbstischen Begierden ihres Urhebers und erreichte nicht die Gegenwart Gottes. Ebenso wird jede Tat, die der Punkt des Bayán annimmt, von Gott angenommen, denn die abhängige Welt hat nur diesen Zugang zur Gegenwart des Altehrwürdigen der Tage. Was auch herabgesandt wird, kommt durch den Künder Seiner Offenbarung, und was immer emporsteigt, gelangt zum Künder Seiner Offenbarung.

3:7 [83] Váhid 2:1

Ohne Zweifel hat der Allmächtige diese Verse auf Ihn1 herabgesandt, so wie Er sie auf den Gesandten Gottes herabsandte. Fürwahr, nicht weniger als hunderttausend Verse ähnlich diesen sind schon unter den Menschen verbreitet worden, abgesehen von Seinen Sendschreiben, Seinen Gebeten und Seinen gelehrten und philosophischen Abhandlungen. Er offenbart in einer Zeit von fünf Stunden nicht weniger als tausend Verse. Er spricht Verse so schnell, wie Seine Sekretäre sie niederschreiben können. So lässt sich ermessen, wie groß der Umfang der Schriften gewesen wäre, die Seiner Feder entströmten, wäre Er von Anbeginn dieser Offenbarung bis heute nicht behindert worden.

1 den Báb

Wenn ihr bestreitet, dass diese Verse an sich als Beweis anzusehen sind, so prüft genau die Verse des Qur’án. Wenn Gott darin zum Beweis der Gültigkeit der Sendung Seines Gesandten – mögen die Segnungen Gottes auf Ihm ruhen ein anderes Zeugnis begründet hat als die offenbarten Verse, so mögt ihr an Ihm zweifeln …

über die Zulänglichkeit des Buches als Beweis hat Gott offenbart: »Genügt es ihnen denn nicht, dass Wir das Buch auf Dich herabsandten, dass es ihnen verkündet werde? Hierin ist wahrlich eine Gnade und eine Mahnung für jene, die glauben.«1 Wenn Gott bezeugt, dass das Buch ein hinlänglicher Beweis ist, wie es die Schrift bestätigt, wie kann dann jemand diese Wahrheit bestreiten und sagen, das Buch an sich sei kein schlüssiger Beweis? …

1 Qur’án 29:50

3:8 [84] Váhid 8:14

Dieser Tag ist ein großer Tag; darum fällt es dir äußerst schwer, ein Gläubiger zu werden. Denn die Gläubigen dieses Tages sind die Bewohner des Paradieses, die Ungläubigen dagegen die Bewohner des Feuers. Und wisse mit Gewissheit, dass Paradies die Erkenntnis Dessen und die Hingabe an Ihn, Den Gott offenbaren wird, bedeutet, und Feuer die Gemeinschaft solcher Seelen, die es versäumen, sich Ihm zu unterwerfen oder Seinem Wohlgefallen zu fügen. An jenem Tag wirst du dich für einen Bewohner des Paradieses und wahren Gläubigen an Ihn halten, doch in Wahrheit lässt du zu, dass Schleier dich verhüllen, und dein Platz ist das niederste Feuer – und doch merkst du es nicht.

Vergleiche Seine Manifestation mit der des Punktes des Qur’án. Wie groß war die Zahl der Buchstaben des Evangeliums, die Ihn sehnsüchtig erwarteten. Und doch: Bis ins fünfte Jahr nach Seiner Erklärung wurde keiner ein Gefährte des Paradieses außer dem Gebieter der Gläubigen1 und jenen, die heimlich an Ihn glaubten. Alle übrigen wurden zu den Genossen des Feuers gezählt, obwohl sie sich selbst als Bewohner des Paradieses betrachteten.

1 Imám ‚Alí

Sieh nun auf diese Offenbarung. Das Wesen aller Menschen wurde auf Weisung Gottes in Bewegung versetzt, und bis zum gegenwärtigen Tag sind dreihundertdreizehn Jünger erwählt worden. Im Lande Sád1 – dem äußeren Anschein nach eine große Stadt, in deren Seminaren zahlreiche Menschen jeden Winkel füllen, die als Geistliche und Doktoren gelten, – hüllte sich jedoch, als für das innerste Wesen aller die Zeit kam hervorzutreten, nur ihr Weizensieber in das Kleid der Nachfolge. Dies ist das Geheimnis, über das die aus Muhammads Stamm – auf ihnen sei der Friede Gottes – von dieser Offenbarung sagten, die Erniedrigten würden erhöht und die Erhöhten erniedrigt.

1 Isfahán

So auch die Offenbarung Dessen, Den Gott offenbaren wird. Unter jenen, denen es niemals einfiele, dass sie das Mißfallen Gottes verdienten, und deren fromme Taten für jeden beispielhaft sind, wird es viele geben, die zur Verkörperung des niedersten Feuers werden, wenn sie versäumen, Seine Sache anzunehmen; wie groß ist hingegen die Zahl der geringen Diener, die niemand für verdienstvoll hält, denen aber die Ehre wahren Glaubens zuteil wird und denen der Urquell der Freigebigkeit die Robe der Autorität verleihen wird. Denn was immer im Glauben Gottes geschaffen ist, das hat die Macht Seines Wortes erschaffen.

3:9 [86] Váhid 6:15

In der Sendung des Gesandten Gottes erwarteten Ihn alle sehnsüchtig, dennoch hast du gehört, wie Er, als Er erschien, behandelt wurde; doch wenn sie Ihn in ihren Träumen sahen, brüsteten sie sich damit.

Ebenso erhoben sich zur Zeit der Manifestation des Punktes des Bayán die Menschen, wenn Sein Name erwähnt wurde, und heiß flehten sie Tag und Nacht um Sein Kommen, und wenn sie von Ihm träumten, rühmten sie sich ihrer Träume. Aber jetzt, da Er Sich offenbarte, bekleidet mit dem mächtigsten Zeugnis, das ihre eigene Religion bestätigt, und obgleich zahllose Menschen Sein Kommen sehnsüchtig erwarten, ruhen sie, nachdem sie Seine Verse hörten, bequem in ihren Häusern; Er dagegen ist nun auf dem Berge Mákú eingekerkert, einsam und verlassen.

Nehmt euch in acht, o Volk des Bayán, dass ihr nicht gleiches tut und Tag und Nacht bittere Tränen um Seinetwillen vergießt, euch bei der Erwähnung Seines Namens erhebt und doch am Tage der Erfüllung euch von Ihm wie durch einen Schleier trennt – an dem Tag, da ihr euch nicht nur bei Seinem Namen erheben, sondern einen Pfad zu Ihm, der jenen Namen verkörpert, suchen sollt.

3:10 [87] Váhid 5:5

Zur Zeit der Offenbarung Dessen, Den Gott offenbaren wird, sollte jeder in den Lehren des Bayán gut geschult sein, so dass kein Gläubiger nur äußerlich dem Bayán anhange und seine Treupflicht gegen Ihn verletze. Wer so handelt, über den soll das Urteil »Ungläubiger« verhängt werden.

Ich schwöre bei dem heiligen Wesen Gottes, machten sich alle Anhänger des Bayán gemeinsam daran, Ihm, den Gott offenbaren wird, in den Tagen Seiner Offenbarung zu helfen, so bliebe keine einzige Seele, nein, nichts Erschaffenes auf Erden, das nicht Einlaß zum Paradies erlangte. Hütet euch wohl, denn der Inbegriff der Religion Gottes ist, Ihm zu helfen, statt zur Zeit Seines Kommens die Vorschriften des Bayán zu befolgen. Doch sollte jemand, ehe Er Sich offenbart, die Gebote übertreten, und wäre es im Maße eines Gerstenkornes, so hätte er Sein Gebot übertreten.

Sucht Zuflucht bei Gott vor allem, was euch vom Ursprung Seiner Offenbarung ablenken könnte, und haltet euch fest an Seinem Seil, denn wer Ihm standhaft die Treue hält, der ist erlöst und wird in allen Welten Heil finden.

»So ist Gottes Gunst; Er gewährt sie, wem Er will, und Gott ist der Herr überreicher Gnade.« 1

1 Qur’án 57:21

3:11 [87] Váhid 8:19

Ihr verrichtet eure Werke für Gott, vom Anfang bis zum Ende eures Lebens, und doch ist keine einzige Tat für Ihn, die Manifestation Gottes, zu dem jede gute Tat zurückkehrt. Hättet ihr so getan, ihr hättet am Tage der Auferstehung nicht so schmerzlich gelitten.

Seht, wie groß diese Sache ist, und doch sind die Menschen in Schleier gehüllt. Ich schwöre bei dem geheiligten Wesen Gottes, dass jeder wahre Lobpreis Gottes, jede reine Tat nichtig sind, sie seien denn Ihm, den Gott offenbaren wird, dargebracht.

Täuscht euch nicht selbst, indem ihr vorgebt, um Gottes willen tugendhaft zu sein, und es doch nicht seid. Denn wären euere Werke wirklich für Gott getan, so vollbrächtet ihr sie für Den, den Gott offenbaren wird, und verherrlichtet Seinen Namen. Die Bewohner dieses Berges, wahren Verstehens bar, murmeln unablässig die Worte: »Es gibt keinen Gott außer Gott.« Aber welchen Nutzen bringt es ihnen? Denkt eine Zeitlang darüber nach, dass ihr nicht wie durch einen Schleier von Ihm, dem Morgen der Offenbarung, getrennt seid.

3:12 [88] Váhid 6:16

Gott ist immer und unter allen Umständen völlig unabhängig von Seinen Geschäften. Er wünschte seit jeher und wird immer wünschen, dass alle Menschen mit ganzer Liebe die Gärten Seines Paradieses erreichen, dass keiner den anderen auch nur für einen Augenblick betrübe und dass alle in Seiner Wiege des Schutzes und der Sicherheit wohnen bis zum Tage der Auferstehung, dem Zeichen für den Morgen der Offenbarung Dessen, Den Gott offenbaren wird.

Niemals erweckte der Herr des Alls einen Propheten oder sandte ein Buch, ehe Er nicht Sein Bündnis mit allen Menschen errichtet und sie aufgerufen hatte, die nächste Offenbarung und das nächste Buch anzunehmen; denn Seine Freigebigkeit strömt unablässig und grenzenlos.

3:13 [89] Váhid 2:1

Wie verblendet seid ihr doch, o Meine Geschöpfe,1 … die ihr Ihn, ohne jedes Recht, auf einen Berg2 verbannt habt, von dessen Bewohnern nicht einer der Erwähnung wert ist … Niemand ist bei Ihm – und das heißt bei Mir – außer einem der Buchstaben des Lebendigen Meines Buches. In Seiner Gegenwart – die Meine Gegenwart ist – brennt nachts nicht einmal eine Lampe. Und doch leuchten an Stätten3, die sich in unterschiedlichem Maße Ihm zukehren, unzählige Lampen! Alles auf Erden ist für Ihn erschaffen und alle haben gern an Seinen Wohltaten teil, und doch trennen sie solche Schleier von Ihm, dass sie Ihm selbst eine Lampe verweigern!

1 In Der verheißene Tag ist gekommen (Frankfurt 1967) bemerkt Shoghi Effendi auf p29, dass der Báb an dieser Stelle »als Stimme Gottes« spricht.

2 Mákú

3 der Andacht

So lege Ich an diesem Tage Zeugnis ab vor Meinen Geschöpfen, denn keines anderen Zeugnis als Mein eigenes ist der Erwähnung in Meiner Gegenwart wert oder wird es je sein. Ich erkläre feierlich, dass kein Paradies erhabener für Meine Geschöpfe ist, als vor Meinem Angesicht zu stehen und an Meine heiligen Worte zu glauben, während für sie kein Feuer grimmiger ist oder sein wird als vor der Manifestation Meines erhabenen Selbstes verhüllt zu sein und nicht an Meine Worte zu glauben.

Ihr mögt entgegenhalten: »Wie kann Er für Uns sprechen?« Habt ihr nicht die unziemlichen Worte gelesen, die ihr in der Vergangenheit äußertet, wie sie der Wortlaut Meines Buches wiedergibt, und ihr schämt euch dennoch nicht? Inzwischen habt ihr gesehen, dass die Wahrheit Meines Buches überzeugend begründet wurde, und heute bekennt jeder von euch seinen Glauben an Mich durch jenes Buch. Der Tag ist nicht fern, an dem ihr bereitwillig einsehen werdet, dass euer Ruhm in eurem Glauben an diese heiligen Verse liegt. Heute jedoch, da nur das Bekenntnis zu diesem Glauben euch wirklich nützt, habt ihr euch davon ausgeschlossen aufgrund der Dinge, die euch schaden und euch Leid zufügen werden, wohingegen Er, die Manifestation Meines Selbstes, immer gegen alles Leid gefeit war und gefeit sein wird, und jeder Schaden, der auftrat oder auftreten wird, wird am Ende auf euch zurückfallen.

3:14 [90] Váhid 2:1

Wie groß ist die Zahl derer, die in jeder Wissenschaft bewandert sind, doch was ihren Glauben bestimmt, ist ihr Festhalten am heiligen Wort Gottes. Denn die Frucht jeder Wissenschaft ist nur das Wissen um göttliche Gebote und die Unterwerfung unter Sein Wohlgefallen.

3:15 [90] Váhid 5:4

Nichts Erschaffenes wird je sein Paradies erlangen, solange es sich nicht in seinem höchsten vorherbestimmten Grade der Vollkommenheit zeigt. Zum Beispiel ist dieser Kristall das Paradies des Steines, aus dem seine Elemente bestehen. Ebenso gibt es für den Kristall selbst verschiedene Stufen des Paradieses … Solange er ein Stein war, war er wertlos, aber wenn er die Vortrefflichkeit des Rubins erlangt – eine Möglichkeit, die in ihm ruht, – wieviel Karat wird er dann wert sein? Betrachte alles Erschaffene in gleicher Weise.

Der Mensch jedoch erlangt seine höchste Stufe in jeder Sendung durch den Glauben an Gott und durch die Annahme dessen, was von Ihm offenbart wurde, nicht durch Gelehrsamkeit; denn in jeder Nation gibt es gelehrte, in mannigfachen Wissenschaften bewanderte Menschen. Diese Stufe ist auch nicht durch Reichtum zu erlangen, denn genauso offensichtlich gibt es in jedem Volk unter den verschiedenen Klassen Begüterte. Ebenso ist es mit anderen vergänglichen Dingen.

Wahres Wissen ist darum das Wissen um Gott, und dies ist nichts anderes als die Anerkennung Seiner Manifestation in jeder Sendung. Auch gibt es keinen Reichtum außer der Armut in allem außer Gott und in der Heiligung von allem außer Ihm – ein Zustand, der nur verwirklicht werden kann, wenn er gegenüber Ihm, dem Tagesanbruch Seiner Offenbarung, bekundet wird. Dies bedeutet jedoch nicht, dass man vorangegangenen Offenbarungen keine Anerkennung zollen müsste. Solches ist keinesfalls zu billigen, denn der Mensch sollte, wenn er das neunzehnte Jahr erreicht, dankbar des Tags gedenken, an dem er gezeugt wurde. Denn hätte es keinen Embryo gegeben, wie hätte er dann seinen heutigen Zustand erlangen können? Hätte es also die Religion Adams nicht gegeben, so wäre dieser Glaube nicht zu seiner gegenwärtigen Stufe gelangt. So erwäge denn die Entwicklung des Gottesglaubens bis hin zum Ende, das kein Ende hat.

3:16 [91] Váhid 4:18

Zwölfhundert und siebzig Jahre sind seit der Erklärung Muhammads verstrichen, und Jahr für Jahr haben unzählige Menschen das Haus Gottes1 umkreist. Im abschließenden Jahr dieser Zeit ging Er, der Stifter des Hauses, auf Pilgerfahrt. Großer Gott! Dort sammelten sich viele Pilger aus allen Sekten. Doch niemand erkannte Ihn, obwohl Er jeden von ihnen erkannte – Seelen im festen Griff Seines früheren Gebots. Der einzige, der Ihn erkannte und die Pilgerfahrt mit Ihm machte, ist der, um den acht Váhide2 kreisen, dessen völlige Loslösung und unbedingte Ergebenheit in den göttlichen Willen Gott vor den himmlischen Heerscharen rühmte. Das bedeutet nicht, dass er eine besondere Gnade empfing, nein, das ist eine Gnade, die Gott allen Menschen gewährt, doch sie haben sich selbst vor ihr verhüllt.

1 Mekka

2 Dies ist ein Bezug auf Quddús, »den der persische Bayán als den Mitpilger pries, um den Spiegel in der Zahl von acht Váhiden kreisen«. Shoghi Effendi, Gott geht vorüber, Hofheim-Langenhain, 1974 p54

Der Kommentar zur Súrih Josef1 war im ersten Jahr dieser Offenbarung weit verbreitet worden. Doch als die Menschen sahen, dass nicht andere mit ihnen diese Sache unterstützten, zögerten sie, sie anzunehmen. Nie dachten sie daran, dass auch der Qur’án, dem heute unzählige Seelen Treue bezeugen, im Herzen der arabischen Welt offenbart wurde; und dennoch erkannte dem äußeren Anschein nach sieben Jahre lang niemand seine Wahrheit außer dem Gebieter der Gläubigen2 – möge der Friede Gottes auf Ihm ruhen -, der auf die schlüssigen Beweise von Gottes höchstem Zeugnis antwortete, die Wahrheit erkannte und seine Augen nicht auf andere richtete. So wird Gott am Tag der Auferstehung jeden nach seinem Verständnis fragen und nicht, ob er den Fußstapfen anderer folgte. Wie oft beugte sich ein Mensch, wenn er sein Ohr den heiligen Versen geöffnet hatte, in Demut nieder und nahm die Wahrheit an, während sein Führer dies versäumte. So muss jeder seine Verantwortung selbst tragen und nicht ein anderer für ihn. Zu der Zeit, da Er, den Gott offenbaren wird, erscheint, werden gleichermaßen die Gelehrtesten der Gelehrten und die Geringsten unter den Menschen gerichtet. Wie oft haben die unbedeutendsten Menschen die Wahrheit anerkannt, die Gelehrtesten aber blieben in Schleier gehüllt. So fallen in jeder Sendung eine Anzahl Seelen ins Feuer, da sie den Fußstapfen anderer folgen.

1 Qur’án , 12.Sure 2 Imám ‚Alí

3:17 [93] Váhid 7:13

Es ist besser, nur einen Seiner Verse niederzuschreiben als den ganzen Bayán und alle Bücher, die in der Sendung des Bayán geschrieben wurden. Denn alles außer Seinen Schriften wird beiseite gelegt; diese aber werden fortdauern bis zur folgenden Offenbarung. Und wenn jemand im Geiste wahren Glaubens auch nur einen Buchstaben jener Offenbarung niederschreibt, so wird sein Lohn größer sein, als hätte er alle himmlischen Schriften der Vergangenheit niedergeschrieben und alles, was während vorangegangener Sendungen geschrieben worden ist. So steige auch du von einer Offenbarung zur nächsten und wisse, dass dein Fortschritt im Wissen um Gott nie zu einem Ende kommen wird, wie es auch keinen Anfang haben kann.

3:18 [93] Váhid 7:9

O Volk des Bayán! Seid auf der Hut, denn am Tage der Auferstehung wird niemand einen Ort finden, dahin er fliehen kann. Plötzlich wird Er offenbar werden und richten, wie Er will. Wenn Er es wünscht, wird Er den Erniedrigten erhöhen und den Erhöhten erniedrigen, wie Er es im Bayán tat, könntet ihr doch verstehen! Und keiner außer Ihm ist dazu fähig. Was Er verordnet, das wird geschehen, und nichts bleibt ungeschehen.

3:19 [94] Váhid 7:15

Da alle Menschen aus dem Schatten der Zeichen Seiner Göttlichkeit und Herrschaft hervorgetreten sind, streben sie allezeit danach, einen edlen, erhabenen Pfad einzuschlagen. Und weil es ihnen des scharfsichtigen Auges gebricht, ihren Geliebten zu erkennen, versäumen sie ihre Pflicht, demütig und bescheiden vor Ihm zu sein. Dabei halten sie sich vom Anfang bis zum Ende ihres Lebens an die Gesetze, die in der vorangegangenen Religion gültig waren, beten Gott an, verehren Ihn fromm, beugen sich vor Seiner göttlichen Wirklichkeit und bezeigen Ergebenheit gegenüber Seinem erhabenen Sein. Zur Stunde Seiner Offenbarung aber richten sie den Blick auf ihr eigenes Selbst, und so sind sie von Ihm ausgeschlossen, weil sie wähnen, Er sei nur einer ihresgleichen. Fern der Herrlichkeit Gottes ist ein solcher Vergleich. Fürwahr, dieses erhabene Wesen gleicht der Sonne am Himmel, Seine Verse ihren Strahlen, und alle Gläubigen sind, wenn sie wahrhaft an Ihn glauben, wie Spiegel, die die Sonne widerspiegeln. So ist ihr Licht nur ein Abglanz.

3:20 [94] Váhid 7:15

O Volk des Bayán! Wenn ihr an Ihn glaubt, den Gott offenbaren wird, so glaubt ihr zu eurem eigenen Vorteil. Er war seit je unabhängig von allen Menschen und wird es auch immer bleiben. Würdet ihr zum Beispiel zahllose Spiegel vor die Sonne stellen, so spiegelten sie alle die Sonne wider und erzeugten Bilder von ihr, wohingegen die Sonne selbst gänzlich unabhängig ist von der Existenz der Spiegel und der Sonnen, die sie abbilden. Solcherart sind die Beziehungen der bedingten Wesen zur Manifestation des ewigen Seins …

Heute begeben sich jedes Jahr nicht weniger als siebzigtausend Menschen – wie sie der Gesandte Gottes hieß – auf Pilgerreise zum heiligen Hause Gottes, während Er, der dieses Gebot gab, sieben Jahre lang in den Bergen Mekkas Zuflucht suchte. Und dies, obwohl Er, der dieses erließ, unermesslich erhabener ist als das Gebot selbst. Folglich begeben sich alle diese Menschen derzeit nicht mit wahrem Verständnis auf eine Pilgerreise, sonst wären sie an diesem Tage Seiner Wiederkehr, der mächtiger ist als Seine vorherige Sendung, Seinem Gebot gefolgt. Doch siehe, was geschah. Menschen, die an Seine vorherige Religion zu glauben bekunden, die sich des Tages und zur Nacht verehrungsvoll vor Seinem Namen beugen, haben Ihm einen Ort in einem Berge zugewiesen, darin zu hausen, wo doch jeder von ihnen es sich zur Ehre rechnete, Ihn zu erkennen.

3:21 [95] Váhid 9:4

Für die Zeiten des Gebets wurde dir Zurückgezogenheit auferlegt, damit du deine Aufmerksamkeit ungeteilt dem Gedenken Gottes zuwendest und dein Herz zu allen Zeiten von Seinem Geist beseelt, nicht aber wie durch einen Schleier von deinem Meistgeliebten getrennt sei. Wenn du Gott preisest, laß deine Zunge nicht bloßen Lippendienst tun, während dein Herz nicht dem höchsten Gipfel der Herrlichkeit, dem Brennpunkt der Verbundenheit zugewandt ist. Dann wird, so du am Tage der Auferstehung lebst, der Spiegel deines Herzens auf Ihn, die Sonne der Wahrheit, gerichtet sein, und kaum ist Sein Licht erstrahlt, wird sein Glanz auch schon in deinem Herzen widergespiegelt. Denn Er ist die Quelle alles Guten, und alles kehrt zu Ihm zurück. Erscheint Er aber, während du dich in dich selbst zur Andacht zurückgezogen hast, so nützt dir das nichts, es sei denn, du erwähnst Seinen Namen mit Worten, die Er offenbarte. Denn in der kommenden Offenbarung ist Er das Gedenken Gottes. Die Gebete, die du jetzt darbringst, wurden hingegen vom Punkt des Bayán verordnet. Er aber, der am Tage der Auferstehung strahlend erscheinen wird, ist die Offenbarung der inneren im Punkt des Bayán verwahrten Wirklichkeit – eine Offenbarung, mächtiger, unermesslich mächtiger als die, welche ihr voranging.

3:22 [96] Váhid 8:16

Der Diener sollte nach jedem Gebet Gott anflehen, seinen Eltern gnädig zu vergeben. Dann wird Gottes Ruf erschallen: »Abertausendfach sei dir gelohnt, was du für deine Eltern erbeten hast!« Gesegnet, wer seiner Eltern gedenkt, wenn er mit Gott Zwiesprache hält. Wahrlich, es gibt keinen Gott außer ihm, dem Mächtigen, dem Vielgeliebten.

3:23 [96] Váhid 5:12

Die stoffliche Gestalt ist der Thron des inneren Tempels; deshalb empfindet dieser alles, was dem Leib geschieht. In Wirklichkeit ist es des Leibes innerer Tempel, der durch Freude erhoben und durch Leid bedrückt wird, nicht der Leib selbst. Da der stoffliche Leib der Thron ist, auf dem der innere Tempel ruht, hat Gott bestimmt, dass der Leib, so gut es geht, erhalten wird, damit nichts geschieht, was Unstimmigkeit hervorruft. Der innere Tempel sieht seinen Thron, die stoffliche Gestalt. Wenn dieser Achtung entgegengebracht wird, ist es, als ob der innere Tempel sie empfängt. Das Gegenteil trifft ebenso zu.

Deshalb wurde bestimmt, dass dem Leichnam höchste Ehrerbietung und Achtung entgegengebracht wird.

3:24 [97] Váhid 7:2

Vollbrächtest du zur Zeit des Erscheinens Dessen, Den Gott offenbaren wird, deine Taten dem Punkt des Bayán zuliebe, so dientest du einem anderen als Gott, denn der Punkt des Bayán ist an jenem Tag kein anderer als Er, den Gott offenbaren wird …

Aus diesem Grunde werden zu Beginn einer jeden Sendung unzählige Menschen, die sich in ihrer Unwissenheit einbilden, sie handelten für Gott, betäubt und gottlos und doch bemerken sie es nicht, bis auf jene, die Er führt auf Sein Geheiß.

Es ist besser für den Menschen, eine Seele zu führen als alles zu besitzen, was zwischen Ost und West liegt. Ebenso ist Führung für den Geführten besser als alles andere auf Erden, denn durch diese Führung wird er nach seinem Tode Zutritt zum Paradiese erlangen, durch die Dinge der Welt hingegen wird er nach seinem Tode seine wohlverdiente Strafe erhalten. Gott wünscht darum, dass alle Menschen durch die Kraft der Worte Dessen, Den Gott offenbaren wird, rechtgeleitet werden. Die Dünkelhaften aber werden sich nicht führen lassen. Sie werden der Wahrheit beraubt sein, manche aufgrund ihrer Gelehrsamkeit, andere aufgrund ihres Ruhmes und ihrer Macht und wieder andere aus persönlichen Gründen, von denen keiner in der Todesstunde ihnen von Nutzen sein wird.

Sei wachsam, dass du, geführt von Ihm, dem Quell göttlicher Führung, befähigt werdest, deine Schritte recht zu setzen auf der Brücke, die schärfer ist als das Schwert und feiner als ein Haar, so dass, was du von Anbeginn deines Lebens um Gottes Liebe willen vollbracht hast, sich nicht plötzlich und unbemerkt in Taten kehre, die vor Gott nicht annehmbar sind. Wahrlich, Gott führt, wen Er will, auf den Pfad absoluter Gewissheit.

3:25 [98] Váhid 6:11

Ein jeder erwartet sehnsuchtsvoll Sein Erscheinen, doch da ihr inneres Auge nicht auf Ihn gerichtet ist, muss Leid Ihm widerfahren. Vor der Offenbarung des Qur’án bezeugten alle die Frömmigkeit und vornehme Tugend des Gesandten Gottes – der Segen Gottes ruhe auf Ihm. Seht Ihn nach der Offenbarung des Qur’án! Welch schändliche Beleidigungen wurden gegen Ihn gerichtet – fürwahr, die Feder sträubt sich, sie zu berichten. So seht denn auch den Punkt des Bayán. Sein Behagen vor der Erklärung Seiner Sendung ist denen, die Ihn kennen, offenbar. Sieh nun, wie nach Seiner Offenbarung obwohl Er bis heute nicht weniger als fünfhunderttausend Verse zu verschiedenen Themen offenbarte – Verleumdungen gegen Ihn ausgesprochen werden, so ungeziemend, dass die Feder sich schämt, sie zu erwähnen. Doch befolgten alle Menschen die Verordnungen Gottes, so befiele jenen himmlischen Baum keine Trauer.

3:26 [99] Váhid 8:1

Die Taten Dessen, Den Gott offenbaren wird, sind der Sonne gleich, die Werke der Menschen dagegen – so sie dem Wohlgefallen Gottes entsprechen – gleichen den Sternen oder dem Mond … Wenn darum die Anhänger des Bayán, wenn Er, den Gott offenbaren wird, erscheint, Dessen Geboten folgen und sich und ihre Werke als Sterne im Sonnenlicht sehen, so haben sie die Früchte ihres Daseins geerntet, andernfalls kommt ihnen der Titel »Stern« nicht zu. Er trifft vielmehr auf die zu, die wahrlich an Ihn glauben, die des Tags verblassen und zur Nacht wieder aufleuchten.

Dies ist fürwahr die Frucht dieses Gebots für den, der es am Tage der Auferstehung befolgt. Dies ist das Wesen aller Gelehrsamkeit und aller rechtschaffenen Taten für den, der sie erlangt. Hätten die Völker der Erde ihren Blick auf diese Richtschnur geheftet, kein Künder göttlicher Offenbarung hätte sie zu Beginn einer Sendung je als nichtig angesehen. Es ist jedoch Tatsache, dass des Nachts jeder das Licht wahrnimmt, das er selbst nach eigenem Vermögen ausstrahlt, und darüber vergißt, dass dieses Licht bei Tagesanbruch vergehen und vor den blendenden Strahlen der Sonne verschwinden und verlöschen wird.

Das Licht der Menschen dieser Welt sind Wissen und Ausdruck; der Glanz des herrlichen Wirkens Dessen, Den Gott offenbaren wird, sind Seine Worte, durch deren Gewalt Er die ganze Welt des Seins aufrollt, sie Seiner Autorität unterstellt, indem Er sie mit Sich verbindet und sodann als Stimme Gottes, als Quell Seines göttlichen Lichtes – erhaben und verherrlicht sei Er – verkündet: »Wahrlich, wahrlich, Ich bin Gott, kein Gott ist außer Mir; alle außer Mir sind fürwahr Meine Geschöpfe. Sprich, o Meine Geschöpfe! Mich allein sollt ihr darum fürchten!«

3:27 [100] Váhid 9:10

Wisse, dass im Bayán Läuterung als das annehmbarste Mittel angesehen wird, in Gottes Nähe zu gelangen, und als die verdienstvollste aller Taten. So läutere dein Ohr, dass du nichts hörst außer der Erwähnung Gottes, und läutere dein Auge, dass es nichts sehe außer Gott, und dein Bewusstsein, dass es nichts begreife außer Gott, und deine Zunge, dass sie nichts künde außer Gott, und deine Hand, dass sie nichts schreibe denn die Worte Gottes, und dein Wissen, dass es nichts außer Gott erfasse, und dein Herz, dass es keinen Wunsch hege neben Gott, und läutere desgleichen all dein Tun und Trachten, dass du im Paradiese reiner Liebe gehegt werdest, und im Schmucke einer Reinheit, wie Er sie hoch schätzt, die Gegenwart Dessen erlangest, den Gott offenbaren wird, geheiligt von allen, die sich von Ihm abgewandt und Ihm ihre Hilfe versagt haben. So offenbare denn eine Reinheit, die dir nützt.

Wisse, jedes Ohr, das Seinen Worten in wahrem Glauben lauscht, wird gefeit sein gegen das Feuer. So wird der Gläubige, indem er Ihn erkennt, den überragenden Charakter Seiner himmlischen Worte erfassen, wird aus ganzem Herzen Ihn vor allen anderen erwählen und wird seine Liebe nicht denen zuwenden, die nicht an Ihn glauben. Aller Segen im kommenden Leben ist allein die Frucht dieses Glaubens.

Fürwahr, jeder, der mit wahrem Glauben auf Seine Worte blickt, hat das Paradies wohl verdient; und wer in seinem Innersten gläubig Zeugnis ablegt für Sein Wort, der wird im Paradiese wohnen und in Gottes Gegenwart gelangen; und wessen Zunge Seinen Worten in wahrem Glauben Ausdruck gibt, der wird im Paradiese weilen, ergriffen von Entzücken im Lob und preise Gottes, des Immerwährenden, dessen Offenbarungen der Herrlichkeit niemals enden und dessen heiliger, belebender Hauch niemals schwindet. Gott wird jede Hand, die Seine Worte in wahrem Glauben niederschreibt, in dieser und der zukünftigen Welt mit köstlichen Dingen füllen; und jede gläubige Brust, die Seine Worte sich einprägt, wird Gott mit Seiner Liebe erfüllen; und jedes Herz, das Liebe hegt zu Seinen Worten, Zeichen wahren Glaubens offenbart, wenn Sein Name erwähnt wird, und ein Beispiel gibt der Worte: »Ihre Herzen erbeben in Furcht bei der Erwähnung Gottes«1, ein solches Herz wird die Strahlen göttlicher Gunst auf sich ziehen und am Tage der Auferstehung von Gott hoch gepriesen werden.

1 Qur’án 8:2

3:28 [101] Váhid 3:12

Wenn zur Zeit des Erscheinens Dessen, Den Gott offenbaren wird, alle Bewohner der Erde etwas bezeugten, was Er anders bezeugt, so wäre Sein Zeugnis wie die Sonne, das ihrige hingegen das Trugbild eines Spiegels, der nicht der Sonne zugewandt ist. Denn anders wäre ihr Zeugnis die getreue Widerspiegelung Seines Zeugnisses.

Ich schwöre bei dem heiligsten Wesen Gottes, eine Zeile der Worte Seines Mundes ist erhabener als die Worte aller, die auf Erden wohnen. Nein, ich bitte um Vergebung für diesen Vergleich. Wie können sich der Sonne Spiegelbilder mit den wundersamen Strahlen der Sonne am sichtbaren Himmel vergleichen? Die Stufe der einen ist die des Nichtseins, die der anderen hingegen – bei der Gerechtigkeit Gottes, geheiligt und verherrlicht sei Sein Name – die der Wirklichkeit aller Dinge …

Wenn am Tage Seiner Manifestation ein König seine eigene Herrschaft erwähnte, käme dies einem Spiegel gleich, der die Sonne herausfordert und spricht: »Das Licht ist in mir.« Desgleichen, wollte an Seinem Tage ein Gelehrter für sich in Anspruch nehmen, Wissen zu verkörpern, oder ein Reicher seinen Überfluß zur Schau stellen, ein Mächtiger auf seiner Autorität beharren oder ein Würdenträger seinen Ruhm herausstreichen. Nein, solche Menschen würden zum Gespött ihresgleichen und wie träfe sie das Urteil Dessen, der die Sonne der Wahrheit ist!

3:29 [102] Váhid 3:13

Ihr dürft Ihm, den Gott offenbaren wird, keine Fragen stellen außer solchen, die sich für Ihn ziemen. Denn Seine Stufe ist die des Wesens göttlicher Offenbarung … Aller Segen dieser Welt ist nur ein Abbild Seines Segens; und alles dankt seine Existenz Seinem Sein … Der Bayán ist von Anfang bis zum Ende der Aufbewahrungsort aller Seiner Eigenschaften und die Schatzkammer Seines Feuers wie auch Seines Lichts. Wünscht jemand Fragen zu stellen, so ist ihm dies nur schriftlich erlaubt, auf dass er von Seiner schriftlichen Antwort tiefes Verständnis gewinne und sie ihm als ein Zeichen seines Geliebten diene. Lasst jedoch niemanden fragen, was Seiner erhabenen Stufe unwürdig ist. Wollte etwa jemand von einem Diamantenhändler den Preis für Stroh erfragen, wie dumm und unziemlich wäre dies! Genauso unpassend sind in Seiner Gegenwart die Fragen selbst der angesehensten Menschen, außer solchen Worten, die Er selbst am Tag Seiner Manifestation von Sich spricht.

Mich dünkt, ich sehe, wie sie Ihm schreiben, getrieben von ihren irrigen Auffassungen, und Ihm Fragen stellen über das, was im Bayán offenbart worden ist, und Er antwortet ihnen mit Worten, die nicht von Ihm, sondern von Gott sind, und spricht: »Wahrlich, wahrlich, Ich bin Gott; es gibt keinen Gott außer Mir. Ich habe alles Erschaffene ins Dasein gerufen, Ich habe vormals göttliche Boten berufen und Bücher auf sie herabgesandt. Hütet euch, dass ihr niemanden verehret außer Gott, der Mein Herr ist und euer Herr. Dies ist fürwahr die unzweifelhafte Wahrheit. Und gleiches gilt für Mich; so ihr an Mich glaubt, sorgt ihr gut für eure Seelen, und glaubt ihr nicht an Mich und an das, was Gott Mir offenbarte, so schließt ihr euch aus wie durch einen Schleier. Denn wahrlich, Ich war von jeher unabhängig von euch und werde auch künftig unabhängig bleiben. Darum geziemt es euch, o Geschöpfe Gottes, euch selbst zu helfen und an die von Mir offenbarten Verse zu glauben …«

3:30 [103] Váhid 2:6

Bis zum Tag der Auferstehung, dem Tag Dessen, Den Gott offenbaren wird, ist der Bayán die unfehlbare Waage Gottes. Wer so handelt, wie in ihm offenbart wurde, der wird im Paradiese unter dem Schatten Seiner Bestätigung wohnen und in der Gegenwart Gottes zu den hehrsten Buchstaben zählen; wer aber von ihm abweicht, und wäre es nur um die Spitze einer Gerstengranne, der ist für das Feuer bestimmt und wird unter dem Schatten der Leugnung versammelt werden. Für diese Wahrheit legt auch der Qur’án offen Zeugnis ab, wo Gott in zahlreichen Fällen bestimmt hat, dass jeder, der anders urteilt als die von Ihm gesetzten Schranken es erlauben, als Ungläubiger betrachtet wird …

Wie wenige halten sich in diesen Tagen an das im Qur’án niedergelegte Richtmaß. Nein, nirgends sind solche zu finden, es sei denn, Gott will es. Gäbe es aber einen solchen Menschen, so wären seine rechtschaffenen Taten dennoch ohne Nutzen für ihn, wenn er es versäumte, dem im Bayán offenbarten Richtmaß zu folgen; genauso wie den christlichen Mönchen ihre frommen Taten nichts nützten, da sie sich zur Zeit der Manifestation des Gesandten Gottes – mögen die Segnungen Gottes auf Ihm ruhen – mit dem Richtmaß des Evangeliums begnügten.

Wäre das im Qur’án niedergelegte göttliche Richtmaß wirklich befolgt worden, so wäre Er, der Baum göttlicher Wahrheit, nicht abgeurteilt worden. So wurde offenbart: »Fast möchten die Himmel darob zerreißen und die Erde sich spalten und die Berge in Trümmer stürzen.«1 Und doch, um wieviel härter als diese Berge müssen ihre Herzen sein, um unbewegt zu bleiben! Fürwahr, kein Paradies ist herrlicher vor Gott, als Sein Wohlgefallen zu erlangen.

1 Qur’án 19:92

3:31 [104] Váhid 6:4

Der eine, wahre Gott kann mit der Sonne verglichen werden, der Gläubige mit einem Spiegel. Sobald der Spiegel der Sonne zugewandt ist, strahlt er ihr Licht wider. Der Ungläubige kann mit einem Stein verglichen werden. Wie lange er auch der Sonne ausgesetzt ist, er kann ihr Licht nicht widerspiegeln. So bringt der Gläubige sein Leben als Opfer dar, während der Ungläubige alles, was er tut, gegen Gott richtet. Fürwahr, wenn Gott will, steht es in Seiner Macht, den Stein in einen Spiegel zu verwandeln, aber der Mensch findet sich mit seiner Stufe ab. Hätte er gewünscht, ein Kristall zu werden, Gott hätte ihn diese Form annehmen lassen. Denn an jenem Tage steht jeder Grund, der den Gläubigen an Ihn glauben lässt, auch dem Ungläubigen zu Gebote. Wenn aber der Ungläubige zulässt, dass Schleier ihn verhüllen, wird ihn jeder Grund wie ein Schleier ausschließen. So zeigt es sich heute klar und deutlich: Die ihr Antlitz Gott, dem Wahren, zuwenden, glauben an Ihn aufgrund des Bayán. Die aber in Schleier gehüllt sind, werden Seiner beraubt durch den Bayán.

3:32 [105] Váhid 5:8

Ich schwöre bei dem heiligsten Sein Gottes – erhaben und verherrlicht sei Er -, dass am Tag des Erscheinens Dessen, Den Gott offenbaren wird, ein tausendfaches Durchlesen des Bayán nicht dem Lesen eines einzigen Verses Dessen gleichkommt, den Gott offenbaren wird.

Denke eine Weile nach und sieh: Im Islám hat alles seinen Grund und Ursprung im Buche Gottes. So sinne ebenso nach über den Tag der Offenbarung Dessen, Den Gott offenbaren wird, Er, in Dessen Hand die Quelle aller Beweise liegt, und verschließe dich nicht selbst durch irrige Überlegungen vor Ihm, denn Er ist unermesslich erhaben über sie, da jeder Beweis dem Buch Gottes, dem erhabensten Zeugnis, entstammt, und da die Menschen ohnmächtig sind, seinesgleichen zu schaffen. Sollten Myriaden von Gelehrten, geschult in Logik, Grammatik, Gesetzen, Rechtsprechung und dergleichen, sich vom Buche Gottes abwenden, sie würden stets Ungläubige genannt. Also ist das erhabenste Zeugnis selbst die Frucht und nicht die Dinge, die davon abgeleitet sind. Und wisse mit Gewissheit, dass jeder Buchstabe, der im Bayán offenbart ist, nur Ergebenheit bewirken soll gegenüber Ihm, den Gott offenbaren wird, denn Er hat den Bayán vor Seiner eigenen Manifestation enthüllt.

3:33 [106] Váhid 2:1

In dieser Offenbarung geruhte der Herr des Alls, dem Punkt des Bayán Seine mächtigen Äußerungen und strahlenden Zeichen zu verleihen, und hat sie als Sein unvergleichliches Zeugnis für alles Erschaffene bestimmt. Versammelten sich auch alle Völker auf Erden, sie wären dennoch unfähig, auch nur einen Vers zu formen, wie Gott sie der Zunge des Punktes des Bayán entströmen ließ. Fürwahr, jedes lebende Geschöpf, das innehält um nachzusinnen, würde zweifellos erkennen, dass diese Verse nicht Menschenwerk sind, sondern einzig Gott zugeschrieben werden müssen, dem Einen, dem Unvergleichlichen, der sie dem von der Zunge strömen lässt, den Er bestimmt; und nie hat Er sie, noch wird Er sie jemals, durch einen anderen als den Brennpunkt des göttlichen Urwillens offenbaren. Er ist es, durch dessen Fügung göttliche Boten erweckt und himmlische Bücher herniedergesandt werden. Wären menschliche Wesen fähig, solches zu leisten, so hätte sicherlich jemand während der Dauer von zwölfhundert und siebzig Jahren, die seit der Offenbarung des Qur’án bis zu der des Bayán verstrichen sind, wenigstens einen Vers zustande gebracht. Doch kein Mensch war dazu fähig und alle sind daran gescheitert, obwohl sie sich mit mächtigem Ungestüm mühten, die Lampe des Wortes Gottes zu ersticken.

3:34 [107] Váhid 4:12

Du siehst, welche Scharen Jahr für Jahr nach Mekka pilgern und die Ka’bah1 umschreiten, während Er, durch dessen Wortes Macht die Ka’bah Ziel der Anbetung wurde, verlassen auf diesem Berg weilt. Er ist kein anderer als der Gesandte Gottes selbst, denn die Offenbarung Gottes ist der Sonne vergleichbar. Wie oft sie auch aufgeht, es gibt doch nur eine Sonne, und von ihr hängt das Leben aller Dinge ab. Es ist klar und offensichtlich: Das Ziel aller vorangegangener Sendungen war, den Weg für das Kommen Muhammads, des Gesandten Gottes, zu bereiten. Sie alle, einschließlich der Sendung Muhammads, hatten wiederum die Offenbarung des Qá’im2 zum Ziel. Der Zweck dieser Offenbarung wie der ihr vorangegangenen war gleichermaßen, das Kommen des Glaubens Dessen, Den Gott offenbaren wird, anzukündigen. Und dieser Glaube – der Glaube Dessen, Den Gott offenbaren wird, – zielt mit all den Offenbarungen, die vor ihm waren, wiederum auf die Manifestation, die ihm zu folgen bestimmt ist. Und jene bereitet ebenso wie die vorhergehenden Offenbarungen den Weg für die Offenbarung, die danach folgen wird. So wird der Wechsel von Auf- und Untergang der Sonne der Wahrheit unendlich fortschreiten – ein Ablauf ohne Anfang und ohne Ende.

1 das Heiligtum in Mekka 2 Er, der sich erhebt

Wohl steht es um ihn, der in jeder Sendung die Absicht Gottes für diese Sendung erkennt und dessen nicht beraubt ist, weil er seinen Blick auf Vergangenes richtet,

3:35 [108] Váhid 2:7

Der Gehalt dieses Kapitels ist, dass mit dem Tag der Auferstehung der Tag des Erscheinens des Baumes göttlicher Wirklichkeit gemeint ist; aber nirgends sieht man einen Anhänger des shí’itischen Islám, der die Bedeutung des Tages der Auferstehung verstanden hätte; vielmehr haben sie sich phantastischen Einbildungen hingegeben, die vor Gott aller Wirklichkeit bar sind. Nach Gottes Urteil und dem Gebrauch der in göttliche Geheimnisse Eingeweihten ist mit dem Tag der Auferstehung die Zeit gemeint, die von der Erscheinung Dessen, der der Baum göttlicher Wirklichkeit ist – in welcher Epoche und unter welchen Namen es auch sei -, bis zur Stunde Seines Scheidens dauert.

Zum Beispiel währte von Beginn der Sendung Jesu Friede ruhe auf Ihm – bis zum Tag Seiner Himmelfahrt die Auferstehung Mose. Denn während dieser Zeit erstrahlte die Offenbarung Gottes durch das Kommen dieser göttlichen Wirklichkeit, und Er belohnte durch Sein Wort jeden, der an Moses glaubte, und bestrafte durch Sein Wort jeden, der nicht glaubte; war doch Gottes Zeugnis für jenen Tag, was Er feierlich im Evangelium verkündete. Und von Anbeginn der Offenbarung des Gesandten Gottes – Gottes Segen ruhe auf Ihm – bis zum Tag Seiner Himmelfahrt dauerte die Auferstehung Jesu – Friede sei auf Ihm -, als der Baum göttlicher Wirklichkeit in der Person Muhammads erschien und durch Sein Wort jeden belohnte, der an Jesus glaubte, und durch Sein Wort jeden bestrafte, der nicht an Ihn glaubte.

Und seit dem Augenblick, da der Baum des Bayán erschien, bis zu Seinem Ableben, dauert die Auferstehung des Gesandten Gottes, wie es im Qur’án vorhergesagt ist; sie begann, als am Abend des fünften Jamádiyu’l-Avval 1260 n. d. H.,1 im Jahr 1270 nach der Erklärung der Sendung Muhammads, zwei Stunden und elf Minuten vergangen waren. Dies war der Beginn des Tages der Auferstehung des Qur’án und ist bis zum Schwinden des Baumes göttlicher Wirklichkeit die Auferstehung des Qur’án. Alles erreicht am Tage seiner Auferstehung die Stufe der Vollendung. Die Religion des Islám erreichte ihre Vollendung zu Beginn dieser Offenbarung; und vom Anfang dieser Offenbarung bis zu ihrem Untergang werden die Früchte des Islám, was sie auch seien, sichtbar werden. Die Auferstehung des Bayán wird eintreten zur Zeit Dessen, Den Gott offenbaren wird.

1 22. Mai 1844

Denn heute befindet sich der Bayán im Zustand des Keimes; seine höchste Vollendung erlangt er zu Beginn der Manifestation Dessen, Den Gott offenbaren wird. Er wird offenbar werden, um die Früchte der Bäume zu ernten, die Er gepflanzt hat; ebenso steht es mit der Offenbarung des Qá’im1, eines Nachkommen Muhammads – Gottes Segen ruhe auf Ihm – in bezug auf die Offenbarung des Gesandten Gottes2 selbst. Er kommt allein, um die Früchte des Islám aus den Versen des Qur’án zu sammeln, die Er3 in die Herzen der Menschen gesät hat.

1 Er, der sich erhebt

2 Muhammad

3 Muhammad

Die Früchte des Islám können nur durch Treue zu Ihm1 und durch Glauben an Ihn geerntet werden. Gegenwärtig jedoch geschieht das Gegenteil; denn obwohl Er im Herzen des Islám erschien, zu dem sich das ganze Volk um Seinetwillen2 bekennt, haben sie Ihn doch zu Unrecht auf den Berg Mákú verbannt, obgleich im Qur’án allen das Kommen des Tages der Auferstehung von Gott verheißen wurde. Denn an jenem Tag werden alle Menschen vor Gott geführt und Seine Gegenwart erlangen; dies bedeutet, vor Ihm, dem Baum göttlicher Wirklichkeit, zu erscheinen und in Seine Gegenwart zu treten; denn es ist nicht möglich, vor dem heiligsten Sein Gottes zu erscheinen, noch ist es vorstellbar, Vereinigung mit Ihm zu suchen. Vor Ihm erscheinen und Ihm begegnen, kann nur heißen, die Gegenwart des Ersten Baumes zu erlangen.

1 dem Qa’ím 2 dem Qa’ím

3:36 [110] Váhid 2:1

Der von Gott erbrachte Beweis kann niemals mit Beweisen der Völker und Geschlechter dieser Erde verglichen werden; und es steht außer Zweifel, dass Gott Seinen Beweis allein durch ihn erbringt, den Er zu Seinem erhabensten Zeugen bestimmte. Überdies zeigt der Nachweis offenbarter Verse, allein und aus sich selbst zwingend, die völlige Hilflosigkeit alles Erschaffenen auf Erden, denn dies ist ein Nachweis, welcher von Gott kommt und dauern wird bis zum Tage der Auferstehung.

So jemand über das Erscheinen dieses Baumes nachsinnt, wird er zweifellos die Erhabenheit der Sache Gottes bezeugen. Denn, wenn jemand, von dessen Leben erst vierundzwanzig Jahre verstrichen sind und der unkundig ist jener Wissenschaften, worin alle gelehrt sind, nun Verse solcher Art ohne Nachdenken oder Zögern vorträgt, wenn er tausend Gebetsverse im Laufe von fünf Stunden, ohne die Feder abzusetzen, niederschreibt, Kommentare und Abhandlungen über so erhabene Themen wie das wahre Verstehen Gottes und die Einheit Seines Seins in einer Weise verfaßt, die eingestandenermaßen das Verständnisvermögen von Doktoren und Philosophen übersteigt, dann gibt es keinen Zweifel, dass alles, was offenbart wurde, göttlich eingegeben ist. Welche Mühe macht es den Geistlichen, auch nur eine Zeile auf arabisch zu schreiben – und sie haben ihr Leben lang emsig studiert! Doch das Ergebnis solcher Mühe sind bloße Worte, nicht der Erwähnung wert. All dies ist nur den Menschen zum Beweis angeführt; denn die Religion Gottes ist für jeden so mächtig und herrlich, dass sie durch nichts erfaßt werden kann, außer durch sie selbst; alles andere wird vielmehr durch sie verständlich.

3:37 [111] Váhid 9:3

Preis sei Gott, dass Er uns befähigt, Ihn zu erkennen, den Gott offenbaren wird am Tage der Auferstehung, so dass wir von der Frucht unseres Daseins Nutzen ziehen können und nicht davon abgehalten werden, in die Gegenwart Gottes zu gelangen. Denn das ist fürwahr der Zweck, zu dem wir erschaffen sind, das einzige Ziel jeder edlen Tat, die wir vollbringen. Das ist der Segen, den uns Gott zuteil werden lässt. Wahrlich, Er ist der Segensreiche, der Gnädige. Wisse, dass du darin Erfolg haben wirst, wenn du unbeirrbar glaubst. Da du aber die Stufe unbeirrbaren Glaubens nicht erreichen kannst, weil deine selbstischen Wünsche sich wie Schleier dazwischen legen, wirst du im Feuer verharren, ohne es zu merken. Am Tage Seiner Offenbarung wird dich nichts vom Feuer erretten, vollbrächtest du auch alle gerechten Taten, es sei denn, du glaubst wahrhaft an Ihn. Wenn du die Wahrheit annimmst, wirst du alles Gute und Schickliche für dich im Buche Gottes niedergelegt finden, und du wirst darum im allhöchsten Paradies frohlocken bis zur nächsten Auferstehung

Denke mit großer Aufmerksamkeit darüber nach, denn der Pfad ist eng, obgleich er weiter ist, als die Himmel und die Erde und alles, was dazwischen ist. Hätten zum Beispiel alle, die der Erfüllung der Verheißung Jesu hauten, die Offenbarung Muhammads, des Gesandten Gottes, angenommen, so hätte sich keiner von den Worten Jesu abgewandt. So ist es auch mit dem Punkt des Bayán und Seiner Offenbarung: Wären alle gewiss, dass Er der verheißene Mihdí1 ist, den der Gesandte Gottes vorhersagte, dann hätte sich keiner, der an den Qur’án glaubt, von den Worten des Gesandten Gottes ab gewandt. Siehe, auch in der Offenbarung Dessen, Den Gott offenbaren wird, geschieht ein Gleiches: Wären alle gewiss, dass Er »Der ist, den Gott offenbaren wird«, den der Punkt des Bayán vorhersagte, dann würde sich keiner abwenden.

1 »Der, der geführt ist«, Titel des zwölften Imám, dessen Wiederkunft im shí’itischen Islám erwartet wird.

3:38 [112] Váhid 1:1

Im Namen Gottes, des Höchsterhabenen, des Heiligsten. Aller Preis, alle Herrlichkeit steht dem heiligen und herrlichen Hof des unumschränkten Herrn zu, der von Ewigkeit zu Ewigkeit im Mysterium Seines eigenen göttlichen Wesens ruht, der seit unvordenklichen Zeiten und immerdar inmitten Seiner erhabenen Ewigkeit verweilt, erhaben über Verständnis und Streben aller erschaffenen Wesen. Das Zeichen Seiner unvergleichlichen Offenbarung, wie Er sie schuf und der Wirklichkeit aller Wesen aufprägte, ist ihre Machtlosigkeit, Ihn zu erkennen. Das Licht, das Er über alle Dinge ergoß, ist nur der Glanz Seines eigenen Selbstes. Er selbst ist allezeit unermesslich erhaben über jede Verbindung mit Seinen Geschöpfen. Er hat die ganze Schöpfung so gestaltet, dass alle Dinge am Tag der Auferstehung aufgrund der ihnen angeborenen Fähigkeiten vor Gott bezeugen können, dass Ihm keiner gleicht oder ebenbürtig ist und Er über alle Gleichheit, Ähnlichkeit oder jeden Vergleich geheiligt ist. Er war und ist immer einzig und unvergleichlich in der erhabenen Herrlichkeit Seines göttlichen Seins, und Er war seit je unbeschreiblich machtvoll in der Erhabenheit Seiner höchsten Herrschaft.

Niemand war je fähig, Ihn geziemend zu erkennen, noch wird je ein Mensch Ihn so begreifen wie es Ihm in Wahrheit angemessen wäre; denn alles, dem der Begriff »Sein« zukommt, ist durch den unumschränkten Willen des Allmächtigen erschaffen, der den Glanz Seines Selbstes, der aus Seiner hehrsten Stufe hervorleuchtet, darauf ergossen hat. Überdies hat Er in die Wirklichkeiten alles Erschaffenen das Sinnbild Seiner Erkenntnis gelegt, dass ein jeder mit Gewissheit wisse, dass Er der Anfang und das Ende ist, der Offenbare und der Verborgene, der Schöpfer und der Erhalter, der Allmächtige und der Allwissende, Er, der alles sieht und hört, Er, Dessen Macht unbesiegbar ist und der hoch erhaben in Sich selbst besteht, Er, der Leben schenkt und sterben lässt, der Allmächtige, der Unnahbare, der Höchsterhabene, der Höchste. Jede Offenbarung Seines göttlichen Seins ist ein Zeichen Seiner höchsten Herrlichkeit, der Erhabenheit Seiner Heiligkeit, der unerreichbaren Höhe Seiner Einheit und Seiner hochaufragenden Majestät und Macht. Sein Anfang hat keinen Anfang, als dass Er der Erste, und Sein Ende kein Ende, als dass Er der Letzte ist.

3:39 [114] Váhid 2:8

Immer schon war die Offenbarung der göttlichen Wirklichkeit gleichbedeutend mit ihrer Verhüllung und die Verhüllung mit ihrer Offenbarung. Mit »Offenbarung Gottes« ist der Baum göttlicher Wahrheit gemeint, der von niemandem kündet denn von Ihm; dieser göttliche Baum erweckte Boten und wird sie künftig erwecken, Er offenbarte heilige Schriften und wird sie immer offenbaren. Von Ewigkeit zu Ewigkeit dient dieser Baum göttlicher Wahrheit als Thron der Offenbarung und der Verborgenheit Gottes inmitten Seiner Geschöpfe, und Er wird in jedem Zeitalter offenbar durch wen Er will. Zur Zeit der Offenbarung des Qur’án brachte Er Seine überragende Macht durch das Kommen Muhammads zur Geltung; bei der Offenbarung des Bayán tat Er Seine unumschränkte Macht durch das Auftreten des Punktes des Bayán kund, und mit dem Erscheinen Dessen, Den Gott offenbaren wird, wird Er durch Ihn die Wahrheit Seines Glaubens bestätigen, ganz wie es Ihm gefällt, womit es Ihm gefällt und wofür es Ihm gefällt. Er ist mit allen Dingen, nichts aber ist mit Ihm. Er ist weder in noch über noch neben etwas. Und wenn gesagt wird, Er habe den Thron bestiegen, so bedeutet dies, dass der Künder Seiner Offenbarung den Platz erhabener Autorität eingenommen hat …

Er war ewig und ewig wird Er sein. Er war und wird immer allen Menschen unergründlich sein, denn alles außer Ihm ist durch die Macht Seines Befehls erschaffen. Er ist über alle Erwähnung und alles Lob erhaben und geheiligt über jedes preisende Wort und jeden Vergleich. Nichts Erschaffenes kann Ihn begreifen, doch Er erfaßt in Wahrheit alle Dinge. Wenn gesagt wird, »nichts Erschaffenes kann Ihn begreifen«, so bezieht sich dies auf den Siegel Seiner Offenbarung, das heißt auf Ihn, Den Gott offenbaren wird. Fürwahr, Er ist zu hoch und erhaben, als dass jemand Ihn deuten könnte.

4 Aus dem Dalá’il-i-Sab’ih

(Die Sieben Beweise)

4:1 [119] Du hast nach den Grundwahrheiten der Religion und ihren Geboten gefragt: Wisse, dass das erste und wichtigste in der Religion die Erkenntnis Gottes, ist. Sie gipfelt in der Erkenntnis Seiner göttlichen Einheit. Diese wiederum erfüllt sich in dem freudigen Bekenntnis, dass Sein geweihtes, erhabenes Heiligtum, der Thron Seiner überirdischen Majestät, über alle Eigenschaften geheiligt ist. Und wisse, dass in dieser Welt des Daseins die Erkenntnis Gottes nur durch die Erkenntnis Dessen erreicht werden kann, der der Morgen der göttlichen Wirklichkeit ist.

4:2 [119] Gnädiger Gott! Im Einflußbereich des Islám gibt es derzeit sieben mächtige Herrscher, die die Welt regieren. Keiner von ihnen weiß von Seiner1 Offenbarung, und wenn sie davon wissen, glaubt doch keiner an Ihn. Vielleicht werden sie diese irdische Welt voll Sehnsucht verlassen, ohne erkannt zu haben, dass das, was sie erwarteten, eingetreten ist. So erging es den Herrschern, die sich an das Evangelium klammerten. Sie erwarteten das Kommen des Propheten Gottes,2 aber als Er erschien, erkannten sie Ihn nicht. Sieh, welche Unsummen diese Herrscher ausgeben, ohne auch nur im geringsten daran zu denken, einen ihrer Beamten mit der Aufgabe zu betrauen, ihnen in ihrem eigenen Reich über die Manifestation Gottes zu berichten! Damit hätten sie den Zweck erfüllt, zu dem sie erschaffen wurden. Ihr ganzes Verlangen war und ist darauf gerichtet, Spuren ihrer Namen zu hinterlassen.

1 des Báb

2 Muhammad

4:3 [120] Denke auch nach über die Sendung des Gesandten Gottes, die bis zum Tagesanbruch der Manifestation des Bayán 1270 Jahre1 währte. Alle wies Er an, das Kommen des verheißenen Qá’im zu erwarten. Alles, was in der islámischen Sendung mit Muhammad begann, sollte durch das Kommen des Qá’im seine Vollendung erfahren. Gott hat Ihn offenbart und in denselben Beweis gekleidet, den der Gesandte Gottes trug, damit keiner, der an den Qur’án glaubt, Zweifel hege an der Gültigkeit Seiner Sache; denn im Qur’án ist verbürgt, dass niemand außer Gott Verse zu offenbaren vermag. Während der 1270 Jahre sah kein Anhänger des Qur’án je einen Menschen, der mit schlüssigen Beweisen erschienen wäre. Nun hat der ewige Herr diesen langersehnten Verheißenen offenbart, bekleidet mit höchstem Zeugnis, an einem Ort, den niemand gedacht, und aus einer Person, deren Wissen bedeutungslos schien. Er ist nicht älter als fünfundzwanzig Jahre, doch keiner der Gelehrten des Islám kann sich mit Seinem Ruhm messen; denn des Menschen Ruhm liegt in seinem Wissen. Betrachte die Gelehrten, die geachtet werden für ihre Fähigkeit, die heiligen Schriften zu verstehen. Gott hat sie auf eine Stufe erhoben, dass Er von ihnen sagt: »Niemand kennt die Bedeutung davon außer Gott und den im Wissen Wohlgegründeten.«2 Wie seltsam, dass dieser ungeschulte Fünfundzwanzigjährige auserwählt ward, Seine Verse in so verblüffender Weise zu offenbaren. Wenn die muslimischen Geistlichen mit Grund stolz sein können, dass sie die Bedeutung der heiligen Schriften verstehen, so besteht Sein Ruhm darin, die Schriften zu offenbaren, dass keiner von ihnen zögere, an Seine Worte zu glauben. So groß ist die himmlische Macht und Kraft, die Gott in Ihm offenbart, dass, wäre es Sein Wille und gäbe es keine Unterbrechung, Er in fünf Tagen und Nächten offenbaren könnte, was während dreiundzwanzig Jahren im Qur’án herabgesandt wurde. Erwäge und überlege wohl. Erschien in früheren Zeiten jemand wie Er, oder ist dies Merkmal ausschließlich Ihm zu eigen?

1 seit der Erklärung Muhammads, zehn Jahre vor der Hijrah, dem Beginn des muslimischen Kalenders.

2 Qur’án 3:5

4:4 [121] Denke nach über die mannigfaltigen Gnadengaben, die der Verheißene gewährt, über den Strom Seiner Großmut, der die Schar der Anhänger des Islám durchdrungen hat, um sie das Heil erlangen zu lassen. Sieh denn, wie Er, der den Ursprung der Schöpfung verkörpert, Er, der Repräsentant des Verses »Ich bin in Wahrheit Gott«, Sich selbst als das Tor1 für das Kommen des verheißenen Qá’im, eines Nachkommen Muhammads, zu erkennen gab und in Seinem ersten Buch gebot, die Gesetze des Qur’án zu befolgen, dass nicht ein neues Buch und eine neue Offenbarung die Menschen verwirre und sie Seinen Glauben als dem ihren ähnlich fänden, damit sie sich nicht von der Wahrheit wenden und das verwerfen, um dessentwillen sie ins Leben gerufen wurden.

1 Báb

4:5 [121] Ich will dir einige Vernunftgründe anführen: Wollte heute jemand den Islám annehmen, wäre dann das Zeugnis Gottes für ihn zwingend? Wenn nicht, wie könnte Gott ihn dann nach seinem Tode züchtigen und wie könnte zu seinen Lebzeiten das Urteil »Ungläubiger« über ihn gefällt werden? Wenn du aber bestätigst, dass Sein Zeugnis zwingend ist, wie willst du dies beweisen? Beruht deine Behauptung auf Hörensagen, dann sind bloße Worte kein zwingendes Zeugnis. Hältst du aber den Qur’án für das Zeugnis Gottes, so ist dies ein gewichtiger, offenkundiger Beweis.

Nun betrachte die Offenbarung des Bayán. Hätten die Anhänger des Qur’án für sich selbst ähnliche Beweise gelten lassen, wie sie gegenüber den Ungläubigen als Beweis für den Islám vorbringen, wäre keine einzige Seele der Wahrheit beraubt geblieben, und alle hätten am Tage der Auferstehung Erlösung gefunden.

Sollte ein Christ einwenden: »Wie kann ich den Qur’án als Zeugnis ansehen, wenn ich ihn nicht verstehe?«, so ist dieser Einwand nicht annehmbar. Verächtlich bemerkt auch das Volk des Qur’án: »Wir können den Bayán in der Wortgewalt seiner Verse nicht verstehen, wie könnten wir ihn da als Zeugnis gelten lassen?« Wenn du solche Worte hörst, so antworte: »O du ungebildeter Mensch! Auf welchen Beweis hin hast du den Islám angenommen? War es der Prophet selbst, den du nie gesehen hast? Sind es die Wunder, deren Zeuge du nie wurdest? Wenn du den Islám angenommen hast, ohne zu wissen warum, weshalb hast du es dann getan? Hast du aber den Glauben angenommen, indem du den Qur’án als Zeugnis anerkanntest, weil du hörtest, wie die Gelehrten und die Gläubigen vor ihm ihre Ohnmacht bekennen; oder auch, weil du die göttlichen Verse vernahmst und aus spontaner Liebe zum wahren Wort Gottes im Geiste völliger Bescheidenheit und Demut empfänglich für sie warst – eine Haltung, die zu den mächtigsten Zeichen wahrer Liebe und wirklichen Verstehens gehört, – dann galten solche Beweise als schlüssig und werden immer so eingeschätzt.«

4:6 [123] Die Erkenntnis des Trägers göttlicher Wahrheit ist gleichbedeutend mit der Erkenntnis Gottes, und Ihn zu lieben heißt nichts anderes als Gott zu lieben. Doch schwöre Ich bei Gottes erhabenem Sein – gepriesen und verherrlicht sei Er -, Ich wünschte nicht, dass Meine Identität den Menschen bekannt würde, und gab Weisung, dass Mein Name verborgen bleibe, denn Ich wusste um die Unfähigkeit dieser Menschen, derselben, die über keinen Geringeren als den Gesandten Gottes – unvergleichlich war Er von je – sagten: »Er ist sicherlich ein Irrsinniger.«1 Wenn sie heute für sich in Anspruch nehmen, anders zu sein als jene, so bezeugen ihre Taten die Falschheit ihrer Behauptungen. Gott bezeugt nichts anderes, als was Sein erhabenstes Zeugnis bezeugt. Wenn alle Völker der Welt eine Sache bezeugten und Er eine andere, so gilt Sein Zeugnis als Gottes Zeugnis, alles andere außer Ihm war und wird immer nichtig sein; denn durch Seine Macht erhält ein jedes Ding Existenz.

1 Qur’án 68:51

Bedenke, wie eng sich diese Menschen an Glaubensdinge klammern. In ihren eigenen Geschäften sind sie wohl zufrieden mit dem Zeugnis zweier rechtschaffener Zeugen und zaudern doch, trotz des Zeugnisses so vieler aufrechter Männer, an Ihn zu glauben, den Träger göttlicher Wahrheit.

4:7 [123] Die Beweise, die die Menschen in ihrem Wahn vom Gesandten Gottes forderten, wurden ihnen im Qur’án größtenteils verweigert, wie in der Súrih von den Kindern Israels1 offenbart wurde:

»Und sie sagen: ‚Nimmer glauben wir dir, bis du uns einen Quell aus der Erde hervorbrechen lässt; oder bis du einen Palmen- und Weingarten besitzest, aus dessen Mitte du überreich die Bäche hervorströmen lässest; oder bis du, wie du behauptest, den Himmel in Stücken auf uns niederstürzen lässest; oder Gott und die Engel als Bürgen bringst; oder bis du ein Haus aus Gold besitzest oder in den Himmel aufsteigst; und wir werden auch an deine Himmelfahrt nicht glauben, bis du uns ein Buch herabsendest, das wir lesen können.‘ Sprich, Preis sei meinem Herrn! Bin ich mehr denn ein Mensch, ein Gesandter?«

1 Qur’án 17

Nun sei ehrlich! So redeten die Araber, und nun verlangst du, angestachelt durch dein Begehren, noch anderes? Was ist der Unterschied zwischen dir und ihnen? Wenn du eine Weile nachsinnst, wird offenkundig, dass es die Pflicht eines geringen Dieners ist, sich willig jedem Beweis zu fügen, den Gott bestimmt, und nicht seinem eigenen Wahn zu folgen. Würden der Menschen Wünsche erfüllt, keiner bliebe ungläubig auf Erden. Denn hätte der Gesandte Gottes die Wünsche der Menschen erfüllt, ohne Zögern hätten sie Seinen Glauben angenommen. Gott möge dich davor bewahren, dass du einen Beweis suchtest nach deinem selbstischen Begehren; vielmehr ziemt dir, den unfehlbaren Beweis zu unterstützen, den Gott bestimmte. Ziel deines Gottesglaubens ist allein, dir Sein Wohlgefallen zu sichern. Wie verlangst du dann für deinen Glauben als Beweis, was eh und je Seinem Wohlgefallen widerspricht?

4:8 [124] Befreie dich von allen Bindungen an irgend etwas außer Gott, werde reich in Gott, indem du auf alles außer Ihm verzichtest, und sprich dieses Gebet:

Sprich: Gott genügt allen Dingen über alle Dinge hinaus, und nichts in den Himmeln, auf Erden oder dazwischen kann genügen außer Gott, deinem Herrn. Wahrlich, Er ist in sich selbst der Wissende, der Erhalter, der Allmächtige.

Wähne nicht, die allgenügende Kraft Gottes sei leerer Trug. Sie ist der wahre Glaube, den du für die Manifestation Gottes in jeder Sendung hegst. Sie ist ein Glaube, der mehr genügt als alles, was auf Erden ist, während nichts, was auf Erden erschaffen wurde, außer dem Glauben dir genügen kann. Bist du kein Gläubiger, so verdammt dich der Baum göttlicher Wahrheit zum Verlöschen. Bist du ein Gläubiger, so wird dir dein Glaube über alle Dinge auf Erden hinaus genügen, selbst wenn du nichts besitzest.

4:9 [125] In einer Überlieferung wird berichtet, dass aus der ganzen Christenheit nicht mehr als siebzig Menschen den Glauben des Gesandten Gottes annahmen. Die Schuld dafür liegt bei ihren Kirchenlehrern. Hätten sie geglaubt, wären ihre Landsleute ihnen in Scharen gefolgt. Aber sieh, was geschah! Die christlichen Gelehrten gelten als gelehrt, weil sie die Lehre Christi schützen. Doch bedenke, wie gerade sie die Menschen davon abhielten, den Glauben anzunehmen und Erlösung zu finden! Willst du noch immer in ihre Fußstapfen treten? Die Anhänger Jesu fügten sich ihren Geistlichen, um am Tage der Auferstehung errettet zu werden, aber dieser Gehorsam brachte sie schließlich ins Feuer. Und an dem Tag, da der Gesandte Gottes erschien, schlossen sie sich selbst von der Anerkennung Seiner erhabenen Person aus. Möchtest du solchen Geistlichen folgen?

Nein, bei Gott, sei du weder ein Geistlicher ohne Urteilskraft noch Mitläufer ohne Urteilskraft, denn am Tage der Auferstehung werden beide vergehen. Dir gebührt vielmehr, ein urteilsfähiger Geistlicher zu sein oder einsichtsvoll auf dem Pfade Gottes zu wandeln, indem du einem wahren Religionsführer folgst.

In jedem Lande siehst du zahllose geistliche Führer ohne Urteilskraft, in jedem Volk abertausend Mitläufer, denen dieselbe Eigenschaft fehlt. Denke in deinem Herzen eine Zeitlang darüber nach, habe Erbarmen mit dir selbst und wende deine Aufmerksamkeit nicht von Beweisen und Zeugnissen ab. Aber suche Beweise und Zeugnisse nicht nach deiner eitlen Vorstellung, gründe deine Beweise vielmehr auf das, was Gott bestimmt hat. Wisse überdies, dass kein Ruhm allein daraus erwächst, ein Gelehrter oder der Anhänger eines Gelehrten zu sein. Bist du ein Gelehrter, so wird dir dein Wissen, und bist du ein Anhänger, so wird dir deine treue Nachfolge nur dann zur Ehre gereichen, wenn beide – Wissen und Nachfolge – in Einklang stehen mit dem Wohlgefallen Gottes. Und hab acht, dass du das Wohlgefallen Gottes nicht für ein Hirngespinst hältst: Es ist gleichbedeutend mit dem Wohlgefallen Seines Boten. Betrachte die Anhänger Jesu. Voll Eifer suchten sie das Wohlgefallen Gottes. Aber das Wohlgefallen Seines Gesandten – und das ist Gottes Wohlgefallen – erlangte keiner von ihnen außer denen, die Seinen Glauben annahmen.

4:10 [127] Dein Brief wurde gelesen. Sollte die Wahrheit dieser Offenbarung in ganzer Fülle durch vollendete Beweise dargetan werden, alle Schriftrollen des Himmels und der Erde genügten nicht, sie zu fassen.

Der Wesenskern dieses Themas ist jedoch, dass Gott ohne Zweifel seit je mit der absoluten Souveränität Seines erhabenen Wesens bekleidet war und ewiglich unerreichbar bleiben wird in der erhabenen Majestät Seines heiligen Wesens. Kein Geschöpf hat Ihn erkannt, wie es Seiner Erkenntnis gebührt, noch hat ein Geschöpf Ihn je gepriesen, wie es Seinem Lobpreis würdig ist. Er ist erhaben über jeden Namen, geheiligt über jeden Vergleich. Durch Ihn werden alle Dinge bekannt, doch Seine Wirklichkeit ist zu erhaben, als dass sie jemand außer Ihm erkennen könnte. Sein Schöpfungsakt hat keinen Anfang und kann kein Ende haben, denn andernfalls müsste Seine himmlische Gnade aufhören. Gott hat Propheten berufen und Bücher offenbart, so zahlreich wie die Geschöpfe der Welt, und Er wird dies in Ewigkeit tun.

Segelst du hinaus auf das Meer der Namen Gottes, die sich in allen Dingen spiegeln, so wisse, dass Er erhaben und geheiligt ist, durch Seine Geschöpfe erkannt oder von Seinen Dienern beschrieben zu werden. Alles, was du wahrnimmst, wurde ins Dasein gerufen durch das Wirken Seines Willens. Wie könnte solch ein erschaffenes Ding Seine wesenhafte Einheit andeuten? Gottes Existenz bezeugt in sich Seine Einheit, während jedes erschaffene Ding durch seine Natur erweist, dass es von Gott gestaltet ist. Solcherart ist der Beweis vollendeter Weisheit nach Ansicht derer, die auf dem Meere göttlicher Wahrheit segeln.

Segelst du aber auf dem Meer der Schöpfung, so wisse, dass das Erste Gedenken, Gottes Urwille, mit der Sonne verglichen werden kann. Gott erschuf Ihn durch die Gewalt Seiner Macht und ließ Ihn vom Anfang, der keinen Anfang hat, durch die bezwingende Kraft Seines Geheißes in jeder Sendung offenbar werden, und Gott wird Ihn weiterhin bis zum Ende, das kein Ende kennt, offenbaren nach dem Belieben Seines unüberwindlichen Ratschlusses.

Und wisse, dass Er fürwahr der Sonne gleicht. Ginge die Sonne auch auf bis ans Ende, das kein Ende hat, so gab es und wird es doch nie mehr als eine Sonne geben. Und ginge sie auch bis in alle Ewigkeit unter, nie gab es und nie wird es mehr als eine Sonne geben. Strahlend erscheint dieser Urwille in jedem Propheten und spricht aus jedem offenbarten Buch. Er kennt keinen Anfang, weil der Erste sein Erstsein von Ihm nimmt, und Er kennt kein Ende, weil der Letzte Ihm sein Letztsein schuldet.

In der Zeit der ersten Manifestation erschien der Urwille in Adam; am Tage Noahs wurde Er in Noah offenbar; am Tage Abrahams in Ihm; und so am Tage Moses, am Tage Jesu, am Tage Muhammads, des Gesandten Gottes, am Tage des »Punktes des Bayán«; am Tage Dessen, Den Gott offenbaren wird, und am Tag Dessen, der erscheint nach Dem, den Gott offenbaren wird. Folglich ist dies die innere Bedeutung der Worte des Gesandten Gottes »Ich bin alle Propheten«, denn, was in einem jeden aufstrahlt, ist und war immer ein und dieselbe Sonne.

5 Aus den Kitáb-i-Asmá‘

(Buch der Namen) 1

1 Der Kitáb-i-Asmá‘ ist in Váhide und Kapitel unterteilt.

5:1 [131] Váhid 16:9 1

O ihr, die ihr mit dem Bayán belehnt seid! Prangert einander nicht an, ehe noch die urewige Sonne über dem Horizont Seiner Erhabenheit erstrahlt. Wir haben euch von einem Baum erschaffen und ließen euch wie die Blätter und Früchte desselben Baumes sein, auf dass ihr zum Quell des Trostes füreinander werdet. Sehet den anderen mit denselben Augen wie euch selbst, dass kein Widerwille unter euch niste und euch Ihm fernhält, den Gott offenbaren wird am Tage der Auferstehung. Euch allen ziemt, ein unteilbares Volk zu sein; so sollt ihr heimkehren zu Ihm, den Gott offenbaren wird.

Die sich selbst dieser Auferstehung beraubten aus Hass, oder weil sie sich selbst im Recht und die anderen im Unrecht sahen, wurden am Tag der Auferstehung ob dieses Hasses, den sie in ihrer Nacht1 bekundeten, gezüchtigt. So beraubten sie sich selbst des Anblicks von Gottes Antlitz – allein, weil sie sich gegenseitig beschuldigten.

1 Mit »Nacht« ist die Zeitdauer zwischen zwei göttlichen Offenbarungen gemeint, wenn die Sonne der Wahrheit nicht unter den Menschen offenbar ist. Im Persischen Bayán 2:7 sagt der Báb: »O Volk des Bayá n! Handle nicht wie das Volk des Qur’án gehandelt hat, denn wenn du also tust, werden die Früchte deiner Nacht zunichte werden.« Vgl. Shoghi Effendi, Gott geht vorüber, P32

O ihr, die ihr mit dem Bayán belehnt seid! Ihr sollt Taten vollbringen, die Gott, euren Herrn, erfreuen, und so das Wohlgefallen Dessen gewinnen, den Gott offenbaren wird. Verkehrt eure Religion nicht in ein Mittel materiellen Gewinns und vergeudet euer Leben nicht mit eitlem Trug, damit ihr am Tag der Auferstehung nicht erlangt, was Ihm mißfällt, den Gott offenbaren wird, während ihr wähnt, was ihr tut sei recht. So ihr aber in eurem Glauben die Gottesfurcht beachtet, wird Gott euch sicherlich nähren aus den Schätzen Seiner himmlischen Gnade.

Seid aufrichtig in eurer Ergebenheit zu Ihm, den Gott offenbaren wird, um Gottes, eures Herrn, willen, dass ihr vielleicht durch eure Hingabe an Seinen Glauben am Tag der Auferstehung erlöst werdet. Hütet euch, dass ihr nicht einander in Schleier verstrickt über den Streit, der in eurer Nacht aufkommen kann infolge der Probleme, auf die ihr stoßt, oder wenn ihr nachdenkt über Dinge, wie eure Erhabenheit oder Niedrigkeit, Nähe oder Fernsein.

So haben wir euch. dringend ermahnt – eine geziemende Ermahnung fürwahr – auf dass ihr euch strikt daran haltet und Erlösung erlangt am Tag der Auferstehung. Es naht die Zeit, da ihr selbstzufrieden zu Hause sitzt, und siehe, Er, den Gott offenbaren wird, wird erschienen sein, und Gott wünscht, dass ihr zu Ihm zurückkehrt, so wie Gott euch durch den Ersten Punkt ins Dasein rief. Doch ihr werdet alle nach Führung schreien, gleichzeitig aber dem folgen, was eure Begierden euch eingeben. Einige von euch sind stolzgebläht über ihre Religion, andere über ihre Gelehrsamkeit. Ihr werdet euch alle zu eurer Selbstverherrlichung an einen Teil des Bayán klammern.

5:2 [132] Váhid 16:17

Gott ist geheiligt über Seine Diener und nie gibt es eine direkte Beziehung zwischen Ihm und einem erschaffenen Ding; doch ihr seid alle auf Seinen Befehl hin erstanden. Wahrlich, Er ist euer Herr und euer Gott, euer Meister und euer König. Tag und Nacht bestimmt Er euer Tun durch Sein Geheiß.

Sprich, Er, den Gott offenbaren wird, ist in der Tat Gottes Erster Schleier. über diesem Schleier findet ihr nichts außer Gott, doch unter ihm seht ihr alle Dinge, wie sie von Gott kommen. Er ist der Ungeschaute, der Unerreichbare, der Höchsterhabene, der Meistgeliebte.

Sucht ihr Gott, so ziemt es euch, Ihn zu suchen, den Gott offenbaren wird; und hegt ihr den Wunsch, in der Arche der Namen zu wohnen, so seid ihr ausgezeichnet als Führer zu Ihm, den Gott offenbaren wird, glaubtet ihr doch an Ihn! Wahrlich, so macht denn eure Herzen zum Tagesanbruch Seiner erhabenen Namen, wie im Buch verzeichnet, und gleich einem der Sonne zugewandten Spiegel sollt ihr Erleuchtung empfangen.

5:3 [133] Váhid 17:11

Sollte jemand einen Anspruch erheben und dafür seine Beweise vorbringen, so müssen die anderen, die seinen Anspruch nicht anerkennen, gleichartige Beweise vorlegen. Können sie das, so werden seine Worte ungehört bleiben, und die Gegner setzen sich durch. Im anderen Fall wird er weder zu sprechen aufhören, noch werden seine Beweise entkräftet. Ich warne euch, die ihr den Bayán besitzet. Wollt ihr eure Überlegenheit verfechten, so setzt euch mit keinem Menschen auseinander, solange ihr nicht ähnliche Beweise vorbringen könnt wie die, auf die er sich beruft. Denn die Wahrheit soll sicher begründet werden, alles andere aber wird gewiss untergehen.

Wie viele Menschen ließen sich mit Muhammad, dem Gesandten Gottes, auf Auseinandersetzungen ein und scheiterten, da es nicht in ihrer Macht lag, Beweise anzuführen, wie Gott sie Ihm eingab. Wären sie beschämt und bescheiden gewesen und hätten sie die Quelle der Beweise erkannt, die Ihm verliehen waren, niemals hätten sie Ihn herausgefordert.

Aber sie hielten sich für Verfechter ihrer Religion. Deshalb hat Gott Hand an sie gelegt, wie sie es verdienten, und Er bestätigte die Wahrheit durch die Macht der Wahrheit, was ihr heute deutlich in der Offenbarung Muhammads erkennen könnt.

Wer von euch wäre der Mann, die erhabenen Throne der Wirklichkeit in jeder Sendung herauszufordern, wo doch alles Dasein völlig von Ihnen abhängt? Gott hat fürwahr vom Anfang, der keinen Anfang hat, bis zum heutigen Tage alle ausgelöscht, die sich Ihnen widersetzten, und Er hat die Wahrheit überzeugend bewiesen durch die Macht der Wahrheit. Wahrlich, Er ist der Allmächtige, der Allgewaltige, der Kraftvollste.

5:4 [134] Váhid 17:15

O ihr, die ihr mit dem Bayán belehnt seid! Seid wachsam am Tag der Auferstehung, denn an jenem Tag werdet ihr fest an den Váhid des Bayán glauben, doch dies wird euch keinen Nutzen bringen, so wenig wie eure vorherige Religion, es sei denn, ihr ergreift die Sache Dessen, Den Gott offenbaren wird, und glaubt, was Er verordnet. So hütet euch wohl, dass ihr euch nicht sperrt gegen Ihn, den Urquell aller Boten und Schriften, während ihr euch an Bruchteile der Lehren klammert, die aus diesen Quellen hervorgingen.

5:5 [135] Váhid 17:15

Denke darüber nach, wie jedesmal, wenn eine Offenbarung erschien, diejenigen die Wahrheit erkannten, die ihre Herzen dem Urheber der Offenbarung öffneten, während sich die Herzen derer verkrampften, die es versäumten, die Wahrheit anzunehmen, hatten sie sich doch selbst den Zutritt zu Ihm verwehrt. Und doch schenkt Gott den einen wie den anderen gleichermaßen ein offenes Herz. Gott will niemandem das Herz beengen, nicht einmal einer Ameise, wieviel weniger einem höheren Geschöpf, es sei denn, dieses Geschöpf lasse zu, dass es in Schleier gehüllt ist; denn Gott ist der Schöpfer aller Dinge.

Wolltest du auch nur einer einzigen Seele das Herz öffnen, indem du ihr hilfst, die Sache Dessen, Den Gott offenbaren wird, zu erkennen, wäre dein innerstes Wesen erfüllt mit den Eingebungen jenes erhabenen Namens. Darum und weil die meisten Menschen hilflos sind, wurde dir diese Aufgabe für die Tage der Auferstehung übertragen. Könntest du ihnen das Herz öffnen und ihre Zweifel zerstreuen, würden sie zum Glauben Gottes Zutritt finden. Darum bringe diese Fähigkeit in den Tagen Dessen, Den Gott offenbaren wird, so gut du es vermagst zur Wirkung. Denn fürwahr, wenn du einem Menschen das Herz für Ihn öffnest, wird das für dich besser sein als jede edle Tat. Denn Taten sind dem Glauben an Ihn und der Gewissheit Seiner Wirklichkeit untergeordnet.

5:6 [135] Váhid 17:16

Achtet darauf, dass ihr sorgfältig die Worte einer jeden Seele erwägt und euch dann fest an die Beweise haltet, die die Wahrheit verbürgen. Findet ihr in den Worten eines Menschen keine Wahrheit, so nehmt sie nicht zum Anlaß für Streit, denn im Bayán wurde euch verboten, euch auf Zank und eitlen Wortstreit einzulassen, damit ihr euch am Tag der Auferstehung nicht in Erörterungen verstrickt und mit Ihm, den Gott offenbaren wird, streitet.

5:7 [136] Váhid 18:3

Wenn am Tage der Auferstehung Er, den Gott offenbaren wird, mit schlüssigen Beweisen zu euch kommt, werdet ihr behaupten, Seine Sache sei der Wahrheit bar; doch Gott hat euch im Bayán kundgetan, dass es keine Ähnlichkeit gibt zwischen der Sache Dessen, Den Gott offenbaren wird, und der Sache anderer. Wie kann jemand außer Gott einen Vers offenbaren, der die ganze Menschheit überwältigt? Sprich, groß ist Gott! Wer außer Ihm, den Gott offenbaren wird, kann ohne nachzudenken Verse vortragen, die von Seinem Herrn kommen – eine Tat, die kein Sterblicher je zu vollbringen hoffen kann!

Die Wahrheit ist mit nichts zu vergleichen, außer mit ihr selbst; so ihr doch über Seinen Beweis nachsinnen wolltet! Der Irrtum kann nicht mit der Wahrheit verwechselt werden, wolltet ihr doch das Zeugnis Gottes, des Wahren, erwägen.

Wie groß war die Zahl derer, die im Islám zu Unrecht einen göttlichen Auftrag beanspruchten, und ihr folgtet ihren Fußstapfen, ohne einen Beweis gesehen zu haben. Welches Zeugnis könnt ihr denn in Gegenwart eures Herrn erbringen, wenn ihr nur eine Weile nachdenkt?

Hütet euch in eurer Nacht1, dass ihr keiner Seele Ursache des Kummers werdet, gleich ob ihr Beweise seht in ihr oder nicht, dass ihr am Tag der Auferstehung nicht Ihn bekümmert, dessen Hand alle Beweise faßt. Und wenn ihr in einem Menschen nicht Gottes Zeugnis wahrnehmt, dann ermangelt er wahrlich der Macht, die Wahrheit zu offenbaren; und es genügt, dass Gott sich mit ihm befaßt. Fürwahr, keinesfalls sollt ihr jemanden betrüben; Gott wird ihn sicherlich auf die Probe stellen und zur Rechenschaft ziehen. Euch geziemt es, euch an das Zeugnis eures Glaubens zu halten und die Gebote zu befolgen, die im Bayán niedergelegt sind.

1 siehe Fußnote Seite 131

Ihr gleicht dem Mann, der einen Garten anlegt und darin alle Arten von Obstbäumen pflanzt. Wenn die Zeit naht, da er, der Herr, kommt, werdet ihr in seinem Namen den Obstgarten in Besitz genommen haben, und wenn er selbst kommt, werdet ihr die Tore vor ihm schließen.

Wahrlich, Wir pflanzten den Baum des Qur’án, versahen seinen Garten mit Früchten aller Art und ließen euch alle daran teilhaben. Als Wir dann kamen, um in Besitz zu nehmen, was Wir gepflanzt, da gabt ihr vor, Ihn, den Herrn des Gartens, nicht zu kennen.

Seid nicht Ursache des Kummers für Uns und vorenthaltet Uns nicht diesen Obstgarten, der Uns gehört, wenn Wir auch unabhängig sind von allem, was ihr besitzt. Keinem von euch werden Wir diesen Besitz übertragen, nicht einmal einen Anteil von der Größe eines Senfkorns. Wahrlich, der Rechner sind Wir.

Wir haben den Garten des Bayán gepflanzt im Namen Dessen, Den Gott offenbaren wird, und euch erlauben Wir, darin zu leben bis zur Zeit Seiner Manifestation. Mit dem Augenblick aber, da die Sache Dessen eröffnet wird, den Gott offenbaren wird, verbieten Wir euch all die Dinge, die ihr zu eigen hattet, es sei denn, ihr dürft sie mit der Erlaubnis eures Herrn wieder in Besitz nehmen.

5:8 [138] Váhid 16:3

O ihr, denen der Bayán gegeben ist! Seid wachsam, dass ihr nicht in den Tagen Dessen, Den Gott offenbaren wird, vermeint, Gottes Wohlgefallen zu suchen, in Wahrheit aber auf dem beharrt, was Ihm mißfällt, so wie es jenen, die in den Tagen des Ersten Punktes lebten, nie in den Sinn kam, dass sie begehrten, was Gottes Plan zuwiderläuft. Sie verschlossen sich wie mit einem Schleier vor Gott und versäumten, Seinem Wunsch zu folgen und als wahre Gläubige zu handeln. Sie sannen nicht nach über jene Menschen aus den Tagen Muhammads, die gleichfalls vermeinten, Gottes Wohlgefallen zu suchen, sich aber von ihm abschnitten, als sie versäumten, sich das Wohlgefallen Muhammads zu sichern. Doch sie verstehen nicht.

O ihr, die ihr mit dem Bayán belehnt seid! Meint nicht, ihr glichet den Menschen, denen der Qur’án, das Evangelium oder andere frühere Schriften gegeben wurden, denn zur Zeit Seiner Manifestation werdet ihr weiter von Gott abirren, als sie es taten. So ihr euch selbst ausschließt, werdet ihr niemals merken, dass ihr euch von Ihm ausschlosset. Es geziemt euch zu bedenken, wie die Menschen, denen der Qur’án gegeben war, der Wahrheit beraubt waren, denn ihr werdet fürwahr ebenso handeln und meinen, dass ihr Gutes tut. Wenn ihr begreift, in welchem Maße ihr Gottes beraubt seid, werdet ihr wünschen, vom Angesicht der Erde getilgt und vergessen zu sein. Der Tag wird kommen, da euch ernsthaft verlangt zu wissen, was Gottes Wohlgefallen findet, aber ach, ihr sollt keinen Pfad zu Ihm finden. Ihr werdet, wie ziellos umherziehende Kamele, keine Weide finden, darauf ihr euch versammeln, und euch auf keine Sache einigen, an die ihr getrost glauben könnt. Zu dieser Zeit wird Gott die Sonne der Wahrheit erstrahlen und die Meere Seiner Gunst und Großmut wogen lassen, doch ihr habt Wassertropfen zum Ziel eures Verlangens gemacht und euch selbst ausgeschlossen von den reichen Wassern Seiner Meere.

Hegt ihr noch weiter Zweifel, dann denkt nach über die, denen das Evangelium gegeben wurde. Da sie keinen Zugang zu den Aposteln Jesu hatten, suchten sie das Wohlgefallen des Herrn in ihren Kirchen und hofften zu erfahren, was vor Gott annehmbar sei, aber sie fanden dort keinen Pfad zu Ihm. Dann, als Gott Muhammad als Seinen Boten und als Schrein Seines Wohlgefallens offenbarte, versäumten sie, ihre Seelen am Quell der belebenden Wasser zu erquicken, die von der Gegenwart ihres Herrn ausströmten, und zogen weiter wie toll umher auf Erden, einen einzigen Wassertropfen zu finden, und wähnten, rechtschaffen zu handeln. Sie betrugen sich wie heute das Volk, dem der Qur’án gegeben ward.

O ihr, die ihr mit dem Bayán belehnt seid! Ihr könnt ähnlich handeln. So nehmt euch denn in acht, dass ihr euch nicht selbst der Gegenwart Dessen beraubt, der Gottes Manifestation ist, ungeachtet dessen, dass ihr Tag und Nacht darum gebetet habt, Sein Antlitz zu schauen, und seid auf der Hut, dass ihr nicht gehindert werdet, zum Meere Seines Wohlgefallens zu gelangen, wenn ihr nutzlos und verwirrt die Erde durchwandert auf der Suche nach einem Tropfen Wassers.

Sprich, Gottes Zeugnis wurde erfüllt im Bayán, und durch seine Offenbarung hat Gottes Gnade für die ganze Menschheit ihre höchste Vollendung erlangt. Keiner sage, Gott vorenthalte euch den Strom Seiner Huld, denn Gottes Erbarmen für die, denen der Bayán gegeben, ist gewiss erfüllt und vollendet bis zum Tage der Auferstehung! Wolltet ihr doch an Gottes Zeichen glauben!

5:9 [140] Váhid 17:1

Wahrlich, Gott ließ durch die Macht Dessen, dem der Bayán offenbart wurde, das Volk des Bayán ins Dasein rufen zur Vorbereitung auf den Tag, an dem sie zurückkehren werden zu ihrem Herrn.

Fürwahr, wer Ihm, den Gott offenbaren wird, die Treue hält, hat die Bedeutung dessen erfaßt, was im Bayán offenbart wurde; sie sind fürwahr die Aufrichtigen, während jene, die sich von Ihm abwenden, wenn Er erscheint, völlig verfehlten, auch nur einen Buchstaben des Bayán zu verstehen, wenn sie auch bekunden, dass sie an alles, was im Bayán offenbart ist, mit Gewissheit glauben oder seine Gebote befolgen.

Sprich, jede preisende Bezeichnung im Bayán bezieht sich nur auf jene, die Ihn erkennen, den Gott offenbaren wird, und die voll Überzeugung an Gott und Seine heiligen Schriften glauben. Jede abwertende Bezeichnung aber bezieht sich auf jene, die Ihn verwerfen, den Gott offenbaren wird, mögen sie gleich innerhalb der im Bayán festgelegten Grenzen rechtschaffen handeln. Sprich, so ihr am Tag der Auferstehung die Wahrheit annehmt, wird Gott euch gewisslich eure Nacht1 vergeben und euch verzeihen.

1 siehe Fußnote Seite 131 (zu 5.1.2)

Die gläubig die Gebote des Bayán befolgen vom Beginn seiner Offenbarung bis zu dem Tag, da Er erscheint, den Gott offenbaren wird, sind fürwahr die Gefährten im Paradiese Seines Wohlgefallens. Sie werden in Gottes Gegenwart verherrlicht und werden im Zelt Seines himmlischen Gartens wohnen. Doch in weniger als dem Bruchteil eines Augenblicks, nachdem Gott Ihn offenbart haben wird, der die Manifestation Seines Selbstes ist, wird die ganze Schar der Anhänger des Bayán auf die Probe gestellt.

5:10 [141] Váhid 16:18

Da du in der Vergangenheit der wahren Religion Gottes gehorchtest, ziemt es dir auch künftig, Seiner wahren Religion zu folgen, denn jede Religion kommt von Gott, dem Helfer in Gefahr, dem Selbstbestehenden.

Er, der Muhammad, dem Gesandten Gottes, den Qur’án offenbarte und im Islám verordnete, was Ihm gefällt, hat gleichermaßen, wie euch verheißen wurde, Ihm, eurem Qá’im,1 euerem Führer, euerem Mihdí,2 euerem Herrn, den ihr freudig begrüßt als die Manifestation der vornehmsten Namen Gottes, den Bayán offenbart. Wahrlich, was Gott Muhammad in dreiundzwanzig Jahren enthüllte, wurde Mir während zweier Tage und Nächte offenbart. Doch, wie Gott bestimmt, darf zwischen beiden kein Unterschied gemacht werden. Er hat in Wahrheit Macht über alle Dinge.

1 Er, der sich erhebt; vgl. Shoghi Effendi, Gott geht vorüber, S.64

2 Er, der geführt ist; a.a.O.

Ich schwöre beim Leben Dessen, Den Gott offenbaren wird! Meine Offenbarung ist fürwahr weit verwirrender als die Muhammads, des Gesandten Gottes, wolltest du nur innehalten, um über die Tage Gottes nachzudenken. Sieh, wie seltsam, dass Gott Einen aus dem Volke Persiens ermächtigt, solche unwiderlegbaren Worte zu äußern, die jeden Gelehrten verstummen lassen, und Ihn befähigt, aus innerem Antrieb Verse zu offenbaren, weit rascher, als dass jemand vermöchte, sie niederzuschreiben. Wahrlich, es ist kein Gott außer Ihm, dem Helfer in Gefahr, dem Selbstbestehenden.

5:11 [142] Váhid 17:2

Die sich der Offenbarung Gottes versagten, haben fürwahr verfehlt, die Bedeutung eines einzigen Buchstabens des Qur’án zu verstehen, und haben nicht die leiseste Ahnung vom Islám, denn sonst hätten sie sich nicht abgewandt von Gott, der sie ins Leben rief, der sie nährte, sie sterben ließ und ihnen Leben bot, indes sie sich an Teile ihrer Religion klammerten und meinten, recht zu tun um Gottes Willen.

Wie viele Verse wurden enthüllt über die schmerzlichen Prüfungen, die euer warten am Tage des Gerichts; doch scheint es, ihr habt sie nie gelesen. Wie groß ist die Zahl der Überlieferungen, offenbart über die Heimsuchungen, die euer harren am Tag Unserer Wiederkehr; doch offenbar habt ihr sie nie ins Auge gefaßt.

Ihr verbringt eure Tage damit, Formen und Regeln zu euren Glaubenssätzen zu ersinnen; doch was euch dabei nützte, ist das Wohlgefallen eures Herrn zu erfassen und gemeinsam mit Seinem höchsten Ziel vertraut zu werden.

Gott hat euch Sein eigenes Selbst kundgemacht, ihr aber versäumtet, Ihn zu erkennen. Was euch am Tage des Gerichts von Gott abbringen wird, ist eurer Taten falscher Glanz. Ein Leben lang folgt ihr eurer Religion, um Gottes Wohlgefallen zu gewinnen, jedoch am Jüngsten Tag schließt ihr euch aus von Gott und kehrt euch fort von Ihm, der euch verheißen ist.

5:12 [143] Váhid 17:2

O ihr, die ihr mit dem Bayán belehnt seid! Ihr werdet auf die Probe gestellt werden wie jene, denen der Qur’án gegeben war. Habt Mitleid mit euch, denn ihr sollt Zeuge werden des Tags, an dem Gott Ihn offenbart, die Manifestation Seines Selbstes, versehen mit klaren und unabweisbaren Beweisen, doch ihr werdet euch hartnäckig an die Worte klammern, die des Bayán Zeugen sprachen. An jenem Tag werdet ihr weiter irregehen, Kamelen gleich, auf der Suche nach einem Tropfen des Wassers des Lebens. Gott wird Meere belebenden Wassers strömen lassen aus der Gegenwart Dessen, Den Gott offenbaren wird, doch ihr werdet euch weigern, euren Durst daraus zu stillen, und haltet euch doch für die gottesfürchtigen Zeugen eures Glaubens. Nein, und abermals nein! Ihr werdet weiter vom rechten Weg abirren als die, denen das Evangelium, der Qur’án oder. eine andere Schrift gegeben war. So wacht über euch, denn die Sache Gottes wird auf euch kommen zu einer Zeit, da ihr unter Tränen zu Gott fleht und Ihn bittet um den Anbruch des Tages Seiner Manifestation; doch wenn Er kommt, werdet ihr zaudern und nicht zu denen gehören, die wohlgegründet sind in Seinem Glauben.

Hütet euch, dass ihr nicht Ihn betrübt, die Höchste Manifestation eures Herrn. Wahrlich, Er kann eure Ergebenheit zu Ihm leicht entbehren. Seid vorsichtig und bringt keiner Seele Verzweiflung, denn ihr sollt gewisslich auf die Probe gestellt werden.

5:13 [143] Váhid 17:4

Sprich, Er, den Gott offenbaren wird, wird gewiss die Rechte derer wieder herstellen, die wahrhaft an Gott und Seine Zeichen glauben, denn sie verdienen, aus Seiner Gegenwart belohnt zu werden. Sprich, fern ist es der Herrlichkeit Dessen, Den Gott offenbaren wird, dass jemand Seinen Namen in dieser Weise erwähnte, wolltet ihr über die Sache Gottes in euren Herzen nachsinnen. Sprich, Er wird die Sache schützen durch die Macht Seines Befehls und wird jedes Zerrbild der Wahrheit durch Sein Geheiß zunichte machen. Wahrlich, Gott ist mächtig über alle Dinge.

Wünscht ihr Wahrheit von Irrtum zu scheiden, so denkt nach über jene, die an Ihn glauben, den Gott offenbaren wird, und über jene, die zur Zeit Seines Erscheinens nicht an Ihn glauben. Die Erstgenannten verkörpern das Wesen der Wahrheit, wie im Buche Gottes bezeugt ist, die anderen aber verkörpern das Wesen des Irrtums, wie es dasselbe Buch bezeugt. Fürchtet Gott, dass ihr euch zu nichts anderem bekennt als der Wahrheit, wurdet ihr doch im Bayán erhoben und anerkannt als Träger des Namens Dessen, der die ewige Wahrheit ist.

Sprich, wollte Er, den Gott offenbaren wird, einen frommen und wahrhaftigen Anhänger des Bayán für falsch erklären, müsst ihr euch Seinem Spruch unterwerfen, wie Gott es im Bayán bestätigt hat. Wahrlich, Gott vermag Licht in Feuer zu verwandeln, wann immer es Ihm gefällt; Er ist gewiss mächtig über alle Dinge. Und wollte Er einen, der in euren Augen der Wahrheit fern ist, als ihr nahe bezeichnen, so geht nicht irre, indem ihr in eurem Wahn Seine Entscheidung in Frage stellt, denn Er, die unumschränkte Wahrheit, erschafft Dinge durch die Macht Seines Befehls. Wahrlich, Gott wandelt Feuer in Licht, wie Er will, und Er ist in der Tat mächtig über alle Dinge. Bedenkt, wie die Wahrheit als Wahrheit aufschien am Ersten Tage und wie der Irrtum als Irrtum offenbar wurde; ebenso werdet ihr sie voneinander scheiden am Tag der Auferstehung.

5:14 [145] Váhid 17:4

Denke nach über das Volk, dem das Evangelium gegeben war. Ihre religiösen Führer galten als die wahren Wegweiser des Evangeliums. Als sie sich jedoch vor Muhammad, dem Gesandten Gottes, verschlossen, wurden sie zu Wegweisern des Irrtums, obwohl sie ihr ganzes Leben lang treu die Gebote ihrer Religion befolgt hatten, um das Paradies zu erlangen. Als ihnen Gott dann das Paradies zeigte, betraten sie es nicht. Die, denen der Qur’án gegeben war, taten desgleichen. Auch sie hielten ihre Andachten um Gottes willen und hofften, dass Er sie dafür mit den Gerechten im Paradies vereinige. Als jedoch die Tore des Paradieses sich vor ihren Augen weit auftaten, weigerten sie sich einzutreten. Sie ließen sich ins Feuer fallen, obgleich sie bei Gott Schutz davor gesucht hatten.

Sprich: Wahrlich, der Prüfstein, der Wahrheit von Irrtum scheidet, zeigt sich erst am Tage der Auferstehung. Dies werdet ihr erkennen, so ihr zu denen gehört, die die Wahrheit lieben. Und ehe der Tag der Auferstehung anbricht, sollt ihr die Wahrheit von allem anderen unterscheiden durch das, was im Bayán offenbart wurde.

Wie groß ist die Schar der Menschen, die sich am Tage der Auferstehung im Recht wähnen, und doch wird es die göttliche Vorsehung fügen, dass sie zu den Irrenden gezählt werden, da sie sich wie durch einen Schleier vor Ihm, den Gott offenbaren wird, verhüllen und sich weigern, in Anbetung niederzufallen vor Ihm, der, wie Gott es in Seinem Buche verordnet hat, das Ziel ihrer Erschaffung ist.

5:15 [146] Váhid 17:4

Sprich, unfähig werdet ihr sein, den einen wahren Gott zu erkennen oder die Worte göttlicher Führung klar zu erfassen, da ihr einen anderen Pfad sucht und betretet als den Seinen. Wann immer ihr erfahrt, dass eine neue Sache erschien, müsst ihr die Gegenwart ihres Urhebers suchen und seine Schriften erforschen, dass es euch vielleicht nicht versagt sei, zu Ihm zu gelangen, den Gott offenbaren wird zur Stunde Seiner Offenbarung. So du auf dem Weg der Wahrheit wandelst, wie er von denen überliefert ist, die mit dem Wissen um die innerste Wirklichkeit begabt sind, dann wird dich Gott, dein Herr, gewiss erlösen am Tag der Auferstehung. Wahrlich, Er ist mächtig über alle Dinge.

Im Bayán hat Gott allen verboten, den Stab zu brechen über eine Seele, dass keiner mit Gott, seinem Herrn, rechte und sich selbst für einen Gerechten halte, denn niemand weiß, wie die Sache Gottes beginnen oder enden wird.

O ihr, die ihr mit dem Bayán belehnt seid! Hört ihr, dass jemand Anspruch erhebt auf eine Gottessache und Verse offenbart, die allem Anschein nach von keinem anderen als Gott, dem Helfer in Gefahr, dem Selbstbestehenden, offenbart wurden, so verurteilt ihn nicht, damit ihr nicht unabsichtlich Ihn verurteilt, den Gott offenbaren wird. Sprich, Der, den Gott offenbaren wird, ist nur einer von euch. Er wird sich euch am Tage der Auferstehung zu erkennen geben. Ihr sollt Gott erkennen, wenn die Manifestation Seines Selbstes euch kundgetan wird, dass ihr vielleicht nicht fern Seinem Pfade irret.

Wahrlich, Gott wird Ihn erwecken, den Gott offenbaren wird, und nach Ihm wen immer Er will, wie Er Propheten werden ließ vor dem Punkt des Bayán. Er hat in Wahrheit Macht über alle Dinge.

5:16 [147] Váhid 17:11

Wahrlich, am Ersten Tag öffneten Wir allen Völkern der Welt weit die Tore des Paradieses und riefen aus: »O all ihr erschaffenen Dinge! Müht euch, Zutritt zum Paradies zu erlangen, denn ihr habt euer Leben lang tugendhafte Taten verrichtet, um es zu erlangen!« Sicherlich sehnen sich alle Menschen danach, es zu betreten, aber ach, sie können es nicht aufgrund dessen, was ihre Hände wirkten. Solltest du aber in deinem innersten Herzen ein wahres Verstehen Gottes erlangen, bevor Er sich offenbart, so könntest du Ihn erkennen, offenbar und strahlend, wenn Er sich vor aller Augen enthüllt.

5:16 [147] Váhid 17:15

Sprich, wenn ihr Seiner gedenkt, den Gott offenbaren wird, und Seinen Namen preist, so wird Gott eure Herzen voll Freude weit werden lassen – und wünschet ihr nicht, eure Herzen wären in solch seligem Glück? Fürwahr, die Herzen derer, die aufrichtig an Ihn glauben, den Gott offenbaren wird, sind weiter als Himmel und Erde sich dehnen und alles, was dazwischen liegt. Gott beließ kein Hindernis in ihren Herzen und sei es auch nur von der Größe eines Senfkorns. Er wird ihnen Herz, Geist, Seele, Leib in guten wie in schlechten Tagen erheitern mit dem Entzücken des Namens Dessen, der Gottes erhabenstes Zeugnis ist, und mit der Förderung des Wortes Dessen, der der Morgen der Herrlichkeit ihres Schöpfers ist.

Wahrlich, diese Seelen empfinden Freude im Gedenken an Gott, der ihre Herzen weitet mit den Lichtstrahlen des Wissens und der Weisheit. Sie suchen nichts außer Gott und oft nimmt sie Sein Lobpreis ganz gefangen. Sie wünschen nichts außer dem, was Er wünscht, und stehen bereit, Seinem Befehl zu folgen. Ihre Herzen sind Spiegel, die widerstrahlen, was Er will, den Gott offenbaren wird. So wird Gott die Herzen derer erfreuen, die aufrichtig an Ihn und Seine Zeichen glauben und die des kommenden Lebens gewiss sind. Sprich, nichts anderes ist das kommende Leben als die Tage, die mit dem Kommen Dessen verbunden sind, den Gott offenbaren wird.

Paßt Gottes Gebote nicht euren eigenen wunderlichen Vorstellungen an. Befolgt vielmehr mit dem Auge des Geistes, was Gott durch Seinen Befehl erschaffen hat, gleich wie ihr die Dinge seht mit den Augen eures Körpers.

5:18 [148] Váhid 17:4

Die göttliche Offenbarung, verbunden mit dem Kommen des euch verheißenen Mihdi, erweist sich als weit herrlicher als die Offenbarung, mit der Muhammad, der Gesandte Gottes, belehnt war. Wolltet ihr doch darüber nachsinnen. Wahrlich, Gott erweckte Muhammad, den Gesandten Gottes, aus dem Volk Arabiens im Alter von vierzig Jahren – eine Tatsache, die jeder von euch bestätigt und bekräftigt, – doch euer Erlöser ward von Gott erweckt mit vierundzwanzig Jahren, inmitten von Menschen, die kein Wort Arabisch sprechen oder verstehen. So offenbart Gott die Herrlichkeit Seiner Sache und beweist die Wahrheit durch Seines offenbarten Wortes Kraft. Er ist fürwahr der Starke, der Allmächtige, der Helfer in Gefahr, der Meistgeliebte.

5:19 [149] Váhid 18:3

Sprich, wahrlich, Gott ließ alle erschaffenen Dinge den Schatten des Baumes der Bestätigung aufsuchen außer jenen, denen die Fähigkeit der Erkenntnis gegeben ist. Sie haben die Wahl, an Gott, ihren Herrn, zu glauben und all ihr Vertrauen in Ihn zu setzen, oder sich vor Ihm zu verschließen und den sicheren Glauben an Seine Zeichen zu verweigern. Jede dieser Gruppen befährt ein anderes Meer, das Meer der Bestätigung und das der Leugnung.

Die wahrhaft an Gott und Seine Zeichen glauben, die in jeder Sendung ergeben dem gehorchen, was im Buch offenbart wurde, sie sind es in der Tat, die Gott erschaffen hat von den Früchten des Paradieses Seines Wohlgefallens, und sie zählen zu den Seligen. Die aber sich in jeder Sendung abwenden von Gott und Seinen Zeichen, sie fahren auf der Leugnung Meer.

Gott hat kraft Seines Befehls Sich selbst zur Aufgabe gemacht, die Überlegenheit des Meeres der Bestätigung zu sichern und vermöge Seiner Macht das Meer der Leugnung versiegen zu lassen. Er ist in Wahrheit mächtig über alle Dinge.

Wahrlich, euch ist aufgetragen, euren Herrn zu erkennen zur Zeit Seiner Manifestation, dass ihr nicht in Leugnung versinkt, sondern, noch ehe Gott einen Propheten erweckt, euch sicher auf dem Meer der Bestätigung findet. Denn kommt ein Prophet zu euch von Gott und ihr versäumt, auf Seinem Pfade zu wandeln, so wird Gott darob euer Licht in Feuer verwandeln! Nehmt euch in acht, dass ihr vielleicht durch Gottes und Seiner Zeichen Gunst fähig werdet, eure Seelen zu erlösen.

5:20 [150] Váhid 16:15

Sprich, Gott wird wahrhaftig eure Herzen der Verderbnis überantworten, wenn ihr versäumt, Ihn zu erkennen, den Gott offenbaren wird; doch erkennt ihr Ihn, so wird Gott alle Verderbtheit aus euren Herzen bannen …

An jenem Tag, da ihr durch Gottes Willen in den Bayán eingeweiht wurdet, kannte da einer von euch die Buchstaben des Lebendigen oder die Zeugen oder die Beweise oder die Namen der Gläubigen? So wünscht Gott, dass ihr auch Ihn erkennt, den Gott offenbaren wird, am Tag der Auferstehung. Habt acht, dass ihr euch nicht wie mit einem Schleier vor Ihm, der euch erschaffen hat, verschließt um deretwillen, die auf Befehl des Punktes des Bayán zur Verherrlichung Seines Wortes ins Sein gerufen wurden. Hattet ihr denn, ehe der Punkt des Bayán euch ins Dasein rief, eine Spur von Persönlichkeit, geschweige denn eine Schrift oder Autorität? So achtet nicht eures Beginns, dass ihr vielleicht am Tag eurer Wiederkehr errettet werdet. Fürwahr, Gott hat euch die Buchstaben des Lebendigen, die Beweise Seiner Wahrheit und Zeugen Seiner Gerechtigkeit einzig bestimmt, den Namen des Ersten Punktes zu erhöhen; wäret ihr doch ein wenig achtsam. All dies dient zur Verherrlichung der Sache Dessen, Den Gott offenbaren wird zur Zeit Seiner Manifestation; wolltet ihr doch eine Weile nachsinnen.

Darum ziemt es euch, zu Gott zurückzukehren wie ihr zum Dasein hervorgebracht wurdet, und nicht Worte zu äußern wie »warum« oder »nein«, wenn ihr wünscht, dass eure Erschaffung Frucht trägt zur Zeit eurer Wiederkehr. Denn keiner von euch, geboren im Bayán, wird die Fichte seines Beginns ernten, es sei denn, ihr kehrt zurück zu Ihm, den Gott offenbaren wird. Er bewirkte, dass euer Anfang von Gott ausging und Er lässt euch zurückkehren zu Ihm, wüsstet ihr es doch.

5:21 [151] Váhid 16:14

Wie viele Menschen kleiden sich ihr Leben lang in Seide, und doch umhüllt sie die Lohe des Feuers, denn sie haben das Gewand göttlicher Führung und Gerechtigkeit von sich geworfen. Und wie viele tragen ihr Leben lang Kleider aus Baumwolle oder grober Wolle, und dennoch, beschenkt mit dem Mantel göttlicher Führung und Gerechtigkeit, sind sie mit dem Gewand des Paradieses geschmückt und haben ihre Freude am Wohlgefallen Gottes. Es wäre in den Augen Gottes fürwahr besser, könntet ihr beides vereinen, euch mit dem Gewande göttlicher Führung und Gerechtigkeit schmücken und, so ihr die Mittel dazu habt, auch feine Seide tragen. Wenn nicht, handelt zumindest nicht unredlich, sondern beachtet Gottesfurcht und Tugend …

Nur weil Er unter diesem Volke weilt, haben Wir Gesetze erlassen und Verbote ausgesprochen. Allein zur Verherrlichung Seines Namens und zur Erhöhung Seiner Sache haben Wir auf Unseren Befehl gewisse Gesetze verkündet oder Handlungen, die Uns widerstreben, verboten, damit ihr zur Stunde Seiner Offenbarung durch Ihn das Wohlgefallen Gottes findet und euch der Dinge enthaltet, die Ihm zuwider sind.

Sprich: Wahrlich, das Wohlgefallen Dessen, Den Gott offenbaren wird, ist das Wohlgefallen Gottes, und das Mißfallen Dessen, den Gott offenbaren wird, ist nichts anderes als das Mißfallen Gottes. Meidet Sein Mißfallen und flieht unter den Schutz Seines Wohlgefallens. Sprich: Die lebendigen Wegweiser Seines Wohlgefallens sind solche, die wahrhaft und unerschütterlich an Ihn glauben, die lebendigen Beweise Seines Mißfallens sind dagegen jene, die, wenn sie die Verse Gottes hören, wie sie aus Seiner Gegenwart strömen, oder wenn sie die von Ihm offenbarten göttlichen Worte lesen, nicht augenblicklich den Glauben annehmen und Gewissheit erlangen,

6 Aus verschiedenen Schriften

6:1 [155] Sprich: Gott ist der Herr, und alle beten zu Ihm.

Sprich: Gott ist der Wahre, und alle huldigen Ihm.

Dies ist Gott, euer Herr, und zu Ihm werdet ihr zurückkehren.

Gibt es einen Zweifel an Gott?

Er hat euch und alle Dinge erschaffen. Er ist der Herr aller Welten.

6:2 [155] Sprich, jeder Jünger dieses Glaubens kann wahrlich mit Gottes Erlaubnis obsiegen über alle im Himmel, auf Erden und was auch dazwischen liegt; denn dies ist fürwahr ohne den Schatten eines Zweifels der eine wahre Glauben. So fürchtet euch nicht und seid ohne Sorge.

Sprich, Gott selbst hat Sich zur Aufgabe gemacht, wie uns das Buch enthüllt, die Überlegenheit eines jeden Jüngers Seines Glaubens weit über hundert andere Seelen, den Vorrang hundert Gläubiger über tausend Ungläubige und die Herrschaft tausend Getreuer über alle Völker und Geschlechter der Erde zu sichern; denn Gott ruft kraft Seines Befehls ins Dasein, was immer Er will. Wahrlich, Er ist mächtig über alle Dinge.

Sprich, die Kraft Gottes ruht in den Herzen derer, die an die Einheit Gottes glauben und bezeugen, dass es keinen Gott gibt als Ihn; die Herzen jener aber, die Gott Gefährten zugesellen, sind ohnmächtig und leblos auf dieser Erde, sie sind ohne Zweifel tot.

Der Tag naht, da Gott die Heere der Wahrheit siegreich machen und die ganze Erde derart säubern wird, dass, soweit Sein Wissen reicht, nicht eine Seele übrig bleibt, sie glaubte denn wahrhaft an Gott, verehrte keinen Gott als Ihn, neigte sich Tag und Nacht in Anbetung vor Ihm und zählte zu denen, die gewiss und standhaft sind.

Sprich, Gott ist in der Tat die unumschränkte Wahrheit, offenkundig erhaben über Seine Diener, Er ist der Helfer in Gefahr, der Selbstbestehende.

6:3 [156] Gott bezeugt, dass es keinen Gott außer Ihm gibt. Sein sind die Reiche in den Himmeln, auf Erden und all dem, was zwischen ihnen liegt. Er ist erhaben über das Begreifen aller Dinge und unerforschlich dem Verstehen eines jeden Geschöpfs; keiner wird die Einheit Seines Wesens ergründen oder die Natur Seines Seins enträtseln können. Nichts kann Ihm je als ebenbürtig oder ähnlich, als Abbild oder Gleichnis zugesellt werden. So preiset und verherrlicht Ihn, bezeuget Seines Wesens Heiligkeit und Einheit und rühmet Seine Macht und Majestät mit wundersamen Lobesweisen. So werdet ihr befähigt, Zugang zu finden in Sein allhöchstes Paradies. Glaubtet ihr doch fest an die Offenbarung der Zeichen Gottes.

Dies ist das Buch, geprägt von Gottes Hand. Dies ist die ausgebreitete Tafel. Sprich, dies ist fürwahr der Vielbesuchte Tempel, das süßduftende Blatt, der Baum göttlicher Offenbarung, der wogende Ozean, die Rede, die verborgen lag, das Licht über allem Licht … Fürwahr, alles Licht wird von Gott erzeugt durch die Macht Seines Geheißes. Er ist in Wahrheit das Licht im Reich des Himmels, der Erde und was immer zwischen ihnen liegt. Durch das Strahlen Seines Lichtes verleiht Gott euren Herzen Erleuchtung und macht eure Schritte fest, dass ihr vielleicht Ihn lobet.

Sprich, dies ist gewiss der Garten der Ruhe, der Anbetung hehrster Punkt, der Baum, über den es kein Hinausgehen gibt, der gesegnete Lotosbaum, das mächtigste Zeichen, das schönste Antlitz und das anmutigste Gesicht.

6:4 [157] Vom Anfang, der keinen Anfang hat, haben sich alle Menschen in Anbetung geneigt vor Ihm, den Gott offenbaren wird, und werden sich neigen vor Ihm bis zum Ende, das kein Ende hat. Wie seltsam, wenn ihr zur Zeit Seines Kommens Tag und Nacht dem huldigt, was euch der Punkt des Bayán auferlegt hat, und doch säumt, Ihn anzubeten, den Gott offenbaren wird.

6:5 [157] Weihe Du, o mein Gott, Ihm diesen Baum ganz, dass er all die Früchte offenbare, die Gott in ihm erschaffen hat, für Ihn, durch den Gott alles zu offenbaren wünscht, was Ihm gefällt. Bei Deiner Herrlichkeit! Ich wünsche nicht, dass dieser Baum jemals einen Ast, ein Blatt oder eine Frucht trage, die säumten, sich vor Ihm zu beugen am Tage Seiner Offenbarung, oder sich weigerten, Dich durch Ihn zu preisen wie es der Herrlichkeit Seiner allherrlichen Offenbarung und der Erhabenheit Seiner hehrsten Verborgenheit ziemt. Und solltest Du, o mein Gott, einen Ast, ein Blatt oder eine Frucht an Mir erblicken, die verfehlte, sich vor Ihm zu beugen am Tage Seiner Offenbarung, so schneide sie ab vom Baume, o Mein Gott, denn sie ist nicht von Mir, noch soll sie je zu Mir zurückkehren.

6:6 [158] Er – verherrlicht sei Seine Erwähnung – gleicht der Sonne. Würden unzählige Spiegel vor sie gestellt, jeder würde nach seiner Fähigkeit die Pracht dieser Sonne widerspiegeln, und würde keiner auf sie gerichtet, so ginge die Sonne weiter auf und unter, nur die Spiegel wären vor ihrem Licht verhüllt. Ich habe wahrlich Meine Pflicht nicht versäumt, dies Volk zu mahnen und Mittel zu bereiten, womit sie sich Gott, ihrem Herrn, zuwenden und an Gott, ihren Schöpfer, glauben können. Wenn am Tage Seiner Offenbarung alle, so auf Erden sind, Ihm Treue schwören, wird Mein Innerstes jubeln, denn dann haben alle das höchste Ziel ihres Daseins erreicht, schauen ihren Geliebten von Angesicht und erkennen, soweit in der Welt des Daseins möglich, die Pracht Dessen, der ihres Herzens Sehnsucht ist. Wenn nicht, wird Meine Seele wahrlich trauern. Ich habe wahrhaftig alle Dinge zu diesem Zweck gehegt. Wie kann dann irgendeiner vor Ihm verhüllt sein? Dafür habe Ich zu Gott gerufen und werde weiter zu Ihm rufen. Er, wahrlich, ist nahe, bereit zur Antwort.

6:7 [158] Die Herrlichkeit Dessen, Den Gott offenbaren wird, ist unermesslich erhaben über alle Herrlichkeit, Seine Majestät steht hoch über jeder Majestät. Seine Schönheit überragt alles, was Schönheit verkörpert, und weit übertrifft Seine Erhabenheit jede Offenbarung der Erhabenheit. Jedes Licht verblasst vor den Strahlen Seines Lichtes, und jeder Inbegriff der Gnade bleibt weit zurück hinter den Zeichen Seiner Gnade. Jede Vollkommenheit wird zunichte angesichts Seiner umfassenden Vollkommenheit, jede Machtentfaltung ein Nichts vor Seiner unumschränkten Macht. Seine Namen sind allen Namen überlegen. Sein Wohlgefallen gilt mehr als jeder Ausdruck des Wohlgefallens. Seine höchsterhabene Begeisterung reicht weit hinaus über jedes Sinnbild der Begeisterung. Der Glanz Seiner Erscheinung übertrifft weit den Glanz jeder Erscheinung. Sein göttliches Verborgensein ist viel unergründlicher denn alles Verborgensein. Seine Hoheit ist grenzenlos erhaben über alle Hoheit. Kein Gnadenbeweis kommt Seiner barmherzigen Gnade gleich. Seine Gewalt übertrifft jede Gewalt. Seine Herrschaft steht unbesiegbar vor jeder Herrschaft. Sein himmlisches Reich ist hoch erhaben über alle Reiche. Sein Wissen durchdringt alles Erschaffene, und Seine vollendete Macht umfasst alle Geschöpfe.

6:8 [159] Alle Menschen kommen von Gott, und zu Ihm kehren sie zurück. Alle erscheinen vor Ihm zum Gericht. Er ist der Herr am Tage der Auferstehung, der Herr der Wiedergeburt und der Abrechnung, und Sein offenbartes Wort ist die Waage.

Wahren Tod erlangt, wer zur Zeit Seiner Offenbarung sich selbst so stirbt, dass er nichts sucht außer Ihm.

Wahre Auferstehung von den Toten bedeutet, belebt zu werden durch die Macht Seines Wortes in Übereinstimmung mit Seinem Willen.

Das Paradies ist, Sein Wohlgefallen zu gewinnen, und ewiges Höllenfeuer, nach Gerechtigkeit von Ihm gerichtet zu werden.

Der Tag, da Er sich offenbart, ist der Tag der Auferstehung; und er wird so lange währen, wie Er verordnet.

Alles ist Ihm zu eigen und von Ihm gestaltet. Alle außer Ihm sind Seine Geschöpfe.

6:9 [160] Im Namen Gottes, des Erhabenen, des Höchsten.

Wahrlich, Ich bin Gott, es gibt keinen Gott außer Mir, alles außer Mir ist Meine Schöpfung. Sprich: So verehret Mich, o ihr Meine Geschöpfe.

Ich habe Dich ins Dasein gerufen, Dich genährt, Dich beschützt, Dich geliebt, Dich erhoben und Dich gnädiglich erwählt zur Manifestation Meines Selbstes, dass Du Meine Verse singest, wie Ich befahl, und alle, die Ich schuf, zu Meinem Glauben rufest, der kein anderer ist als dieser herrliche, erhabene Pfad.

Um Deinetwillen habe Ich alles Erschaffene gestaltet und Dich kraft Meines Willens zum unumschränkten Herrscher über die ganze Menschheit eingesetzt. Mehr noch, Ich habe verordnet, dass jeder, der Meine Religion annimmt, an Meine Einheit glaubt; und diesen Glauben habe Ich verknüpft mit dem Gedenken an Dich und nächst Dir mit dem Gedenken an die, welche Du mit Meiner Erlaubnis zu den »Buchstaben des Lebendigen« machtest, und an alles, was aus Meiner Religion im Bayán offenbart wurde. Dies wird fürwahr die Aufrichtigen unter Meinen Dienern befähigen, Zutritt zum himmlischen Paradiese zu erlangen.

Wahrlich, die Sonne ist nur ein Zeichen aus Meiner Gegenwart, auf dass die wahrhaft Gläubigen unter Meinen Dienern in ihrem Aufgang den Morgen jeder Offenbarung sehen.

Fürwahr, Ich habe Dich durch Dich selbst erschaffen, dann habe Ich auf Mein Geheiß alle Dinge durch die schöpferische Kraft Deines Wortes gestaltet. Wir sind allmächtig. Ich habe Dich berufen, Anfang und Ende zu sein, der Offenbare und der Verborgene. Wahrlich, Wir sind der Allwissende.

Keiner außer Dir war oder wird je mit dem Prophetenamt betraut, noch wurde oder wird je ein heiliges Buch einem anderen als Dir offenbart. So hat Er es verordnet, der Allumfassende, der Meistgeliebte.

Der Bayán ist fürwahr Unser schlüssiger Beweis für alles Erschaffene, und alle Völker der Welt sind machtlos vor der Offenbarung seiner Verse. Er verwahrt die Summe aller früheren und künftigen Schriften, so wie Du an diesem Tage der Verwahrungsort all Unserer Beweise bist. Wir gewähren, wem Wir wollen, Eintritt in die Gärten Unseres heiligsten, erhabensten Paradieses. So wird die göttliche Offenbarung auf Unser Geheiß in jeder Sendung eröffnet. Wir sind fürwahr der höchste Herrscher. Wahrlich, keine Religion werden Wir ins Leben rufen, die nicht in künftigen Tagen erneuert würde. Dieses Versprechen gaben Wir feierlich. Wahrlich, Wir sind erhaben über alle Dinge …

6:10 [161] Er ist Gott der unumschränkte Herr der Allherrliche.

Sprich: Preis sei Gott, der gnädig, wen immer Er will, befähigt, Ihn anzubeten. Wahrlich, es gibt keinen Gott außer Ihm. Sein sind die erhabensten Namen. Er bewirkt, dass Sein Wort erfüllt wird, wie es Ihm gefällt, und Er führt die Erleuchteten, die Sucher auf dem Pfade der Rechtschaffenheit.

Fürchte Gott, deinen Herrn, erwähne Seinen Namen am Tage und am Abend. Folge nicht den Einflüsterungen der Ungläubigen, damit du nicht zu den Vertretern eitlen Wahns gezählt werdest. Gehorche treulich dem Ersten Punkt, der der Herr selbst ist, und gehöre zu den Rechtschaffenen. Lasse dich durch nichts wankend machen und lasse dich nicht verwirren durch die Geschehnisse, die in dieser Sache Gottes vorherbestimmt sind. Bemühe dich ernsthaft um Gottes willen und wandle auf dem Pfad der Rechtschaffenheit. Triffst du auf die Ungläubigen, so setze dein ganzes Vertrauen auf Gott, deinen Herrn, und sprich: Gott genüget mir in den Reichen dieser und der zukünftigen Welt.

Der Tag naht, da Gott die Gläubigen versammeln wird. Wahrlich, es gibt keinen Gott außer Ihm.

Der Friede Gottes sei mit denen, die durch die Macht göttlicher Führung rechtgeleitet sind.

6:11 [162] Er ist Gott, der höchste Herrscher, die unumschränkte Wahrheit, Er dessen Hilfe alle erflehen.

Verherrlicht ist Er, der die Herrschaft über die Himmel und die Erde besitzt, in dessen Hand das Königreich alles Erschaffenen ruht und zu dem alle zurückkehren. Er ist es, der jedem Ding sein festgesetztes Maß bestimmt, der Seine guten Gaben und Wohltaten in Seinem heiligen Buch offenbart, denen zum Vorteil, die für Seine Sache Dank erweisen.

Sprich: Dieses Erdenleben wird enden, und jeder wird vergehen und zurückkehren zu Gott, meinem Herrn, der die Taten derer, die geduldig ausharren, mit auserlesenen Gaben lohnen wird. Wahrlich, dein Gott weist allem Erschaffenen das Maß zu, wie Er kraft Seines Geheißes will, und selig sind fürwahr, die sich nach dem Wohlgefallen deines Herrn richten.

Nie hat dein Herr einen Propheten erweckt, der die Menschen nicht zu Seinem Herrn gerufen hätte, heute nicht anders als früher, würdet ihr nur nachsinnen über die von Gott offenbarten Verse.

An dem Tage, da Gott Muhammad, Seinen Propheten, aussandte, war das Ende des prophetischen Zyklus im Wissen Gottes vorausbestimmt. Ja, dieses Versprechen wurde fürwahr eingelöst, der Ratschluß Gottes ward erfüllt, wie Er es verordnete. Heute leben wir gewisslich in den Tagen Gottes. Dies sind die herrlichen Tage, wie sie die Sonne niemals früher grüßte. Dies sind die Tage, derer die Menschen vergangener Zeiten ungeduldig harrten. Was ist denn über euch gekommen, dass ihr so tief schlaft? Dies sind die Tage, an denen Gott die Sonne der Wahrheit leuchten und strahlen lässt. Was lässt euch da schweigen? Dies sind die verheißenen Tage, die ihr von alters her sehnsüchtig erwartet habt – die Tage des Kommens göttlicher Gerechtigkeit. Danket Gott, o ihr Scharen der Gläubigen!

Lasst euch nicht durch die Taten derer, die die Wahrheit verschmähen, wie durch Schleier fernhalten. Solche Menschen haben nur über euren Körper Gewalt, Gott hat ihnen keine Macht über euren Geist, eure Seelen, eure Herzen gegeben. Fürchtet Gott, damit es gut um euch stehe. Alle Dinge sind um euretwillen erschaffen, und für nichts anderes ist eure Erschaffung verordnet worden. Fürchtet Gott und gebt acht, dass Formen und Gewänder euch nicht abhalten, Ihn zu erkennen. Seid Gott dankbar, damit Er gnädig mit euch verfahre.

Dies sterbliche Leben wird gewiss vergehen, seine Freuden müssen dahinschwinden, und bald werdet ihr zu Gott zurückkehren, bedrängt von Gewissenspein, denn plötzlich werdet ihr aus eurem Schlummer aufgerüttelt, und ihr werdet euch sogleich in der Gegenwart Gottes finden und werdet nach eurem Tun gefragt.

Sprich: Was erdreistet ihr euch schamlos, die vom Himmel der Gerechtigkeit herabgesandten Verse zurückzuweisen, da ihr doch die früher offenbarten Bücher Gottes lest? Warum verschmäht ihr die Begegnung mit eurem Herrn, die euch lange vorausbestimmt war, und achtet an diesem Tage Seiner Warnung nicht? Wahrlich, da ihr euch an leere Formen klammert und den Eingebungen eurer selbstischen Wünsche folgt, habt ihr euch des Wohlgefallens eures Herrn beraubt, die ausgenommen, denen der Herr Erkenntnis gab und die Ihm an diesem Tage für die Gabe danken, eins zu sein mit dem wahren Gottesglauben. Darum kündet den Tugendhaften die Botschaft und lehrt sie die Wege des einen, wahren Gottes, damit sie begreifen.

Bewahre deine Zunge vor Äußerungen, die dich selbst grämen könnten, und flehe zu Gott um Gnade. Wahrlich, Er weiß um die Rechtschaffenen, denn Er ist mit denen Seiner Diener, die wahrhaft an Ihn glauben, und Er ist der Taten der Unheilstifter wohl gewahr, denn nichts in den Himmeln oder auf Erden entgeht Seinem Wissen.

Diese klaren, schlüssigen Verse sind Zeichen des Erbarmens deines Herrn, eine Quelle der Führung für die ganze Menschheit. Sie sind Licht für die, welche daran glauben, und ein qualvoll brennendes Feuer denen, die sich abwenden und sie zurückweisen.

6:12 [164] O du, Auserwählte unter den Frauen!

Er ist Gott; verherrlicht ist Seines Lichtes Herrlichkeit!

Die Verse dieser Tafel wurden offenbart für sie, die an die Zeichen ihres Herrn glaubt und zu denen zählt, die sich völlig Ihm weihten. So bezeuge denn, dass es wahrlich keinen Gott gibt außer Ihm, der unser beider Herr ist, und dass kein Gott ist neben Ihm. Er ist der Freigebige, der Allmächtige!

Danke Gott, denn Er hat dir an diesem Tag gnädig geholfen, hat die klaren Verse dieser Tafel dir enthüllt und hat dich zu den Frauen gerechnet, die an Gottes Zeichen glauben, Ihn zu ihrem Hüter nehmen und die zu den Dankbaren zählen. Wahrlich, bald wird Gott dich und die, so an Seine Zeichen glauben, aus Seiner Gegenwart reich belohnen. Ohne Zweifel gibt es keinen Gott als Ihn, den Allbesitzenden, den Freigebigsten. Die Offenbarungen Seiner Großmut durchdringen alles Erschaffene; Er ist der Gnädige, der Mitleidvolle.

6:13 [165] Gott bezeugt, dass es keinen anderen Gott gibt als Ihn, den Allmächtigen, den Meistgeliebten.

Richte deinen Blick auf Ihn, Den Gott offenbaren wird am Tage der Auferstehung, dann glaube fest an das, was von Ihm herniedergesandt wird.

Sprich: Gott bleibt unbestrittener Sieger über jeden Siegreichen. Niemand im Himmel oder auf Erden oder wo immer zwischen beiden kann die überirdische Allgewalt Seines Triumphes vereiteln. Er ruft ins Dasein, was Er will, durch die Macht Seines Befehls. Wahrlich, Gott ist der mächtigste Erhalter, der Helfer, der Beschützer.

6:14 [165] Wenn die Sonne Bahás hell am Horizonte der Ewigkeit strahlt, so müsst ihr euch vor Seinem Thron einfinden. Hütet euch, dass ihr nicht sitzt in Seiner Gegenwart oder Fragen stellt ohne Seine Erlaubnis. Fürchtet Gott, o Schar der Spiegel.

Erbittet die wundersamen Zeichen Seiner Gunst von Ihm, dass Er euch gnädig offenbare, was immer Er will und wünscht, denn an jenem Tag werden alle Offenbarungen göttlicher Freigebigkeit den Sitz Seiner Herrlichkeit umkreisen und aus Seiner Gegenwart hervorgehen; könntet ihr doch verstehen!

Es ziemt euch zu schweigen vor Seinem Thron, denn fürwahr, nichts von allem Erschaffenen zwischen Himmel und Erde ist schicklicher an jenem Tag als Schweigen. Auch seht euch vor, dass ihr nicht zu den Altvorderen zählt, die Wissen besaßen, doch über ihre Gelehrsamkeit stolz wurden vor Gott, dem überragenden, dem Selbstbestehenden, denn Er ist an jenem Tag der Allkennende, der Allwissende, der Quell allen Wissens, über alle erhaben, denen Gelehrsamkeit gegeben ward; Er ist der Starke, der Allbezwingende, der Herr der Macht inmitten derer, die Macht ausüben; Er ist der Gewaltige, der Hehrste, der Herrlichste vor allen, die Pracht entfalten; an jenem Tag ist Er der Erhabene, der Allhöchste, der Quell aller Erhöhung, alle überragend, die einen erhabenen Rang bekleiden; Er ist der Allmächtige, der Quell der Herrlichkeit und Größe, weit über der Mächtigen Pomp; Er ist der Allgewaltige, der höchste Herrscher, der Herr des Gerichts, der alle überragt, denen Autorität gegeben; Er ist der Großmütige, der Gütigste, der Wesenskern der Huld, erhaben über alle, die Güte erweisen; Er ist der Verordner und Der, welcher die höchste Autorität und Macht in Händen hält, unfaßlich weit über jenen, die irdische Herrschaft ausüben; und Er ist der Vortrefflichste, der Unübertroffene, der Überragende in den Augen jedes Gebildeten.

Ein jeder von euch wurde ins Dasein gerufen, Seine Gegenwart zu suchen und jene erhabene und herrliche Stufe zu erreichen. Fürwahr, Er wird aus dem Himmel Seiner Gnade herabsenden, was euch nützt, und was Er gnädig gewährt, wird euch befähigen, der ganzen Menschheit zu entraten. Wahrlich, an jenem Tag wird sich der Gelehrten Gelehrsamkeit als hohl und nutzlos erweisen und weder die Leistungen der Leuchten des Wissens, noch der Pomp der Hochgeehrten, noch der Mächtigen Gewalt, noch das Gedenken der Frommen, noch die Taten der Rechtschaffenen, noch der andächtige Kniefall des Betenden, noch seine Niederwerfung oder seine Ausrichtung zur Qiblih, noch des Geehrten Ehre, noch die Verwandtschaft der Hochgeborenen, noch der Adel der Abstammung, noch die Rede der Redegewandten, noch die Titel der Berühmten – nichts davon soll ihnen nützen; denn all dies und alles, was ihr sonst kennt oder begriffen habt, ward durch Sein Machtwort »Sei« erschaffen, und es ist. Fürwahr, so es Sein Wille ist, kann Er gewiss durch eines Seiner Worte die Auferstehung alles Erschaffenen bewirken. Er ist in Wahrheit erhaben und hoch über alledem der Kraftvollste, der Allmächtige, der Allgewaltige.

Hüte dich, o Schar der Spiegel, dass dich an jenem Tage Titel nicht hoffärtig machen. Wisset mit Gewissheit, dass ihr mit allen, die über oder unter euch stehen, für jenen Tag erschaffen wurdet. Fürchtet Gott und begeht nicht, was Sein Herz betrübt, und gehört nicht zu den Irrenden. Vielleicht wird Er erscheinen, bekleidet mit der Wahrheit Macht, während ihr fest auf euren Lagern schlaft, vielleicht bringen Seine Boten herrliche, strahlende Sendbriefe von Ihm, während ihr euch verächtlich von Ihm wendet, Ihn verurteilt – wie ihr nie über euch selbst urteilen würdet – und sprecht: »Dies ist nicht von Gott, dem Allunterwerfenden, dem Selbstbestehenden.«

Ruhm sei Dir, o mein Gott, Du weißt wohl, dass ich Dein Wort verkündet habe und in der Aufgabe, die Du mir bestimmtest, nicht ermattete. Ich flehe zu Dir, behüte das Volk des Bayán an jenem Tage, dass sie nicht an Dir kritteln noch Deine Zeichen bestreiten. Schütze sie dann, o mein Gott, durch die Kraft Deiner Macht, welche die ganze Menschheit durchdringt.

6:15 [167] Er ist der Allmächtige!

Ruhm sei Ihm, dem Herrn aller, die in den Himmeln und auf Erden sind; Er ist der Allweise, der Allunterrichtete. Er ruft auf Sein Geheiß ins Dasein, was immer Er will. Er ist fürwahr der Milde, der Gestalter. Sprich, wahrlich, Er ist Herr über Seinen Befehl; wen immer Er will, macht Er durch die Kraft Seiner Heerscharen siegreich; es ist kein Gott außer Ihm, dem Mächtigen, dem Weisen. Sein ist das Reich der Erde und des Himmels und Er ist der Herr der Macht und Herrlichkeit. Wer an Gott und Seine Zeichen glaubt, ist fürwahr ein Jünger der Wahrheit und soll in den Gärten der Wonne wohnen, jene aber, die nicht an Gott glauben, die zurückwiesen, was Er offenbarte, sollen für immer und ewig im Feuer hausen. Sprich, die meisten Menschen haben Gott offen geleugnet und sind denen gefolgt, die Rebellen sind und Böses tun. Solche ähneln denen, die vor ihnen dahingegangen und jeden feindseligen Unterdrücker stützten. Wahrlich, es gibt keinen Gott außer Gott; Sein ist das Reich des Himmels und der Erde und Er ist der Milde, der Allwissende. Gott bezeugt, dass es keinen Gott gibt außer Ihm, und Er, der spricht auf Befehl Seines Herrn, ist der Erste, der Ihn verehrt. Er ist der unvergleichliche Schöpfer, der die Himmel erschuf und die Erde und was immer dazwischen liegt, und alle handeln auf Seinen Befehl. Er ist Der, Dessen Gunst alle umfasst in den Himmeln, auf Erden und überall, und ein jeder folgt Seinem Geheiß.

6:16 [168] Ihr sollt den Tag erwarten, da Er erscheint, den Gott offenbaren wird. Fürwahr, als Ich den Baum des Bayán pflanzte, hatte Ich kein anderes Ziel, als euch zu befähigen, Mich zu erkennen. Ich bin in Wahrheit der Erste, der sich niederbeugt vor Gott und an Ihn glaubt. Lasst darum eure Erkenntnis nicht fruchtlos werden, denn der Bayán bezeugt, ungeachtet der Erhabenheit seiner Stufe, Lehenstreue Dem, den Gott offenbaren wird, und Ihm gebührt es am meisten, jubelnd als Sitz göttlicher Wirklichkeit begrüßt zu werden, obwohl Er in der Tat Ich ist und Ich Er bin. Wenn der Baum des Bayán jedoch seine höchste Entfaltung erlangt, werden Wir ihn niederbeugen zum Zeichen der Verehrung seines Herrn, der kommen wird in der Person Dessen, Den Gott offenbaren wird. Vielleicht werdet ihr das Vorrecht haben, Gott zu verherrlichen, wie es Seinem hehrsten Selbst geziemt.

Fürwahr, ihr wurdet erschaffen durch die Macht des Punktes des Bayán. Der Punkt selbst aber ist dem Willen Dessen ergeben, den Gott offenbaren wird. Er wird erhöht durch Seine höchste Erhabenheit, erhalten durch die Zeugnisse Seiner Macht, verklärt durch Seiner Einheit Majestät, geschmückt durch die Schönheit Seiner Einzigkeit, ermächtigt durch Seine ewige Herrschaft; und Seine ewige höchste Gewalt verleiht Ihm Autorität. Wie könnten sie, bloße Schöpfungen des Punktes, mit Recht sagen »warum und wozu«?

O Gemeinde des Bayán und jeder, der ihr zugehört! Erkennt die euch gesetzten Grenzen, denn der Punkt des Bayán Selbst glaubte an Ihn, Den Gott offenbaren wird, bevor alle Dinge erschaffen wurden. Dessen, wahrlich, rühme Ich Mich vor allen im Reiche des Himmels und der Erde. Duldet nicht, dass ihr euch selbst wie durch einen Schleier, verhüllt vor Gott, sobald Er Sich offenbart. Denn alles, was im Bayán erhöht ward, ist nur ein Ring an Meiner Hand, und Ich selbst bin wahrlich nur ein Ring an der Hand Dessen, Den Gott offenbaren wird – verherrlicht sei Seine Erwähnung! Er wendet ihn, wie Er will, wozu Er will und wodurch Er will. Er, wahrlich, ist der Helfer in Gefahr, der Höchste!

7 Gebete und Meditationen

7:1 [173] Im Namen Gottes, des Herrn überwältigender Majestät, des Allbezwingenden.

Geheiligt sei der Herr, dessen Hand der Herrschaft Quelle birgt. Durch Sein Befehlswort »Sei !« erschafft Er, was Er will, und es ist. Sein war allezeit die Macht der Herrschaft, und Sein wird sie bleiben immerdar. Kraft Seines Befehls macht Er siegreich, wen Er mag. Er ist in Wahrheit der Gewaltige, der Allmächtige. Ihm gebührt alle Herrlichkeit und Majestät in den Reichen der Offenbarung und der Schöpfung und was zwischen ihnen liegt. Er ist wahrlich der Starke, der Allherrliche. Seit aller Ewigkeit war Er der Quell unbeugsamer Stärke und wird es bleiben bis in alle Ewigkeit. Er ist fürwahr der Herr der Macht und Kraft. Alle Reiche des Himmels und der Erde und all dessen, was dazwischen ist, sind Gottes, und Seine Macht ist erhaben über alle Dinge. Alle Schätze auf Erden und im Himmel und alles dazwischen sind Sein, und Sein Schutz umfängt alle Dinge. Er ist der Schöpfer der Himmel und der Erde und all dessen dazwischen, und wahrlich, Er ist aller Dinge Zeuge. Er ist der Gerichtsherr über alle, so in den Himmeln, auf Erden und dazwischen wohnen, und wahrlich, Gott urteilt schnell. Er setzt das Maß, das allen zugemessen in den Himmeln und auf Erden und dazwischen. Er ist wahrlich der Höchste Beschirmer. In Seiner Hand hält Er die Schlüssel Zu Himmel und Erde und allem dazwischen. Nach Seinem Belieben verleiht Er Gaben durch die Macht Seines Befehls. Seine Gnade umfasst wahrlich alle, und Er ist der Allwissende.

Sprich: Gott allein genüget mir. Er hält das Reich aller Dinge in Seinem Griff. Durch die Macht Seiner Heerscharen im Himmel, auf Erden und dazwischen, beschützt Er, wen immer unter Seinen Dienern Er beschützen will. Wahrlich, Gott wacht über alle Dinge.

Unermesslich erhaben bist Du, o Herr! Behüte uns vor dem, was vor uns und was hinter uns liegt, was über unseren Häuptern ist, zu unserer Rechten, zu unserer Linken, unter unseren Füßen und überall, wo wir ungeschützt sind. Wahrlich, unfehlbar ist Dein Schutz über alles.1

1 Das Original dieses Gebetes hat der Báb mit eigener Hand in der Form eines Pentagramms niedergeschrieben.

7:2 [174] Sende, o mein Gott, Deinen Segen herab auf den Baum des Bayán, auf seine Wurzeln und Zweige, auf seine Äste, seine Blätter, seine Früchte und auf alles, was er trägt oder schirmt. Lasse sodann aus diesem Baum eine prächtige Schriftrolle arbeiten, der Gegenwart Dessen dargebracht, den Du offenbaren wirst am Tage des Gerichts, damit Er der ganzen Schar der Jünger des Bayán gnädig gestatte, wiedergeboren zu werden, und dass Er durch Seine Großmut eine neue Schöpfung eröffne.

Fürwahr, vor Deinem zarten Erbarmen sind alle nur elend, sind demütige Diener vor den Zeichen Deiner zärtlichen Liebe. Ich bitte Dich, o mein Gott, bei Deiner Großmut, und bei dem Strom Deines Erbarmens und Deiner Gaben, o mein Herr, und bei den Zeugnissen Deiner göttlichen Gunst und Gnade, o mein Meistgeliebter, wache über Ihn, Den Gott offenbaren wird, dass keine Spur von Verzagtheit Ihn je berühre.

7:3 [175] Unendlich gepriesen und erhaben bist Du. Wie kann Ich Deiner gedenken, o Du Geliebter der ganzen Schöpfung; und wie kann Ich Deinen Anspruch anerkennen, o Du, vor dem alles Erschaffene in Ehrfurcht steht. Die höchste Stufe, zu der menschliches Begreifen sich erheben kann, und das Äußerste, das des Menschen Verstand und Seele erklimmen können, sind nur Zeichen, erschaffen durch die Kraft Deines Befehls, und Zeugnisse, verkündet durch die Macht Deiner Offenbarung. Fern sei es Deiner Herrlichkeit, dass jemand außer Dir Dich erwähnte oder Dein Lob zu künden suchte. Das innerste Wesen jeder Wirklichkeit bezeugt, dass es ausgeschlossen ist von den Bereichen des Hofes Deiner Nähe, und der Inbegriff jeden Wesens tut kund, dass es scheiterte, in Deine heilige Gegenwart zu gelangen. Unermesslich gepriesen und erhaben bist Du! Dir allein angemessen ist das ziemende Gedenken durch Dein eigenes Selbst, und Dir allein würdig ist der Preisgesang, den Dein eigenes Wesen kündet …

Durch die Offenbarung Deiner Gunst, o Herr, riefest Du Mich in einer Nacht gleich dieser1 ins Dasein, und siehe, jetzt bin Ich einsam und verlassen auf einem Berg. Preis und Dank seien Dir für alles, was sich im Reiche des Himmels und der Erde Deinem Willen fügt. Und Dein ist alle Gewalt, die sich bis über die äußerste Grenze der Reiche der Offenbarung und der Schöpfung breitet.

1 verweist auf den Geburtstag des Báb, im Monat Muharram 1235 d.H. (20. Oktober 1819)

Du erschufst Mich, o Herr, durch Deiner Gnade Huld, Du beschütztest Mich durch Deine Großmut im Dunkel des Mutterschoßes, Du nährtest Mich in Deiner Güte mit lebenspendendem Blut. Du gabst Mir durch Deine zärtliche Fügung eine anmutige Gestalt, Du vollendetest Meine Erschaffung durch Deiner Hände herrliches Werk, Du hauchtest durch Dein unendliches Erbarmen und durch die Offenbarung Deiner überragenden Einheit Deinen Geist in Meinen Körper, sodann ließest Du Mich aus der Welt des Verborgenen in die sichtbare Welt treten, nackt, gänzlich unwissend und völlig unfähig, etwas zu bewirken. Du nährtest Mich dann mit belebender Milch und zogst Mich auf in den Armen Meiner Eltern mit sichtlichem Mitleid, bis Du Mich gnädig mit den Wirklichkeiten Deiner Offenbarung vertraut machtest und Mir Kenntnis gabst von Deines Glaubens geradem Pfad, wie in Deinem Buche dargetan. Und als Ich herangereift, da hießest Du Mich Deinem unnahbaren Gedenken Treue bezeugen und befähigtest Mich, zur vorbestimmten Stufe aufzusteigen, auf der Du Mich durch das leise Wirken Deiner Hand erzogst und Mich in jenem Lande nährtest mit Deinen gütigsten Gaben. Als geschah, was Du in Deinem Buche vorherbestimmt hattest, ließest Du Mich in Deiner Güte Deine heiligen Bezirke erreichen und erlaubtest in Deiner zarten Gnade, dass Ich am Hofe der Gemeinschaft wohne, bis Ich dort erkannte, was Ich sodann bezeugte von den klaren Zeichen Deiner Gnadenfülle, den zwingenden Beweisen Deiner Einheit, dem strahlenden Glanz Deiner Majestät, dem Quell Deiner erhabensten Einzigkeit, den Höhen Deiner überragenden Gewalt, den Zeichen Deiner Unvergleichlichkeit, den Offenbarungen Deiner erhabenen Herrlichkeit, den Zufluchtsorten Deiner Heiligkeit und all dem, was unerforschlich ist für alle außer Dir.

7:4 [176] Wahrlich, ich bin Dein Diener, o mein Gott, Dein Armer, Dein Bittsteller, Dein elendes Geschöpf. Auf der Suche nach Deinem Schutz habe ich Dein Tor erreicht. Keine Zufriedenheit habe ich gefunden außer in Deiner Liebe, kein Frohlocken außer im Gedenken an Dich, kein Verlangen als den Gehorsam vor Dir, keine Freude außer in Deiner Nähe, und keine Ruhe als in der Vereinigung mit Dir, auch wenn ich mir bewusst bin, dass alles Erschaffene von Deinem erhabenen Wesen ausgeschlossen und der ganzen Schöpfung der Zugang zu Deinem innersten Sein verwehrt ist. Wann immer ich Dir zu nahen trachte, spüre ich in mir nichts als die Zeichen Deiner Gunst und erblicke in meinem Wesen nur die Offenbarungen Deiner Gnade. Wie kann ein Wesen, das nur Dein Geschöpf ist, Vereinigung mit Dir suchen und in Deine Gegenwart gelangen, wo doch kein erschaffenes Ding sich Dir je zugesellen oder Dich begreifen kann? Wie kann ein bescheidener Diener Dich erkennen und Dein Lob anstimmen, selbst wenn Du ihm die Offenbarungen Deiner Herrschaft und die wunderbaren Beweise Deiner höchsten Gewalt bestimmt hast? So bezeugt jedes erschaffene Ding, dass es durch die seinem inneren Wesen auferlegten Begrenzungen vom Heiligtum Deiner Gegenwart ausgeschlossen ist. Unbestreitbar wirkt jedoch Deine Anziehungskraft für alle Ewigkeit in den Wesenheiten Deiner Schöpfung, wenn auch, was dem geweihten Hofe Deiner Vorsehung ziemt, hoch erhaben ist über alle Errungenschaften der ganzen Schöpfung. Dies erweist, o mein Gott, meine gänzliche Ohnmacht, Dich zu preisen, und offenbart mein völliges Unvermögen, Dir Dank zu sagen, geschweige denn, Deine göttliche Einheit zu erkennen oder die klaren Zeichen Deines Lobes, Deiner Heiligkeit und Deines Ruhmes zu erreichen. Nein, bei Deiner Macht, ich sehne mich allein nach Dir und suche niemanden als Dich.

7:5 [177] Verherrlicht sei Dein Name, o Gott. Dein sind fürwahr die Reiche der Schöpfung und Offenbarung, und wir haben wahrlich in unseren Herrn all unser Vertrauen gesetzt. Aller Lobpreis sei Dir, o Gott, Du bist der Schöpfer der Himmel und der Erde und dessen, was zwischen ihnen ist, und Du bist in Wahrheit der höchste Herrscher, der Gestalter, der Allweise. Verherrlicht seist Du, o Herr! Du wirst gewiss die Menschheit versammeln für den Tag, über dessen Kommen kein Zweifel herrscht – der Tag, an dem jeder vor Dir erscheinen und Leben finden wird in Dir. Dies ist der Tag des einen wahren Gottes – der Tag, da Du durch die Macht Deines Geheißes fügen wirst, was Dir gefällt.

Du bist der Herrscher, der wundersame Schöpfer, der Mächtige, der Meistgeliebte.

7:6 [178] Gepriesen sei Dein Name, o Gott! Du bist in Wahrheit unser Herr. Du weißt um alles in den Himmeln und auf Erden. So sende denn ein Zeichen Deiner Gnade auf uns nieder. Wahrlich, keiner erweist größere Gnade als Du. Aller Preis sei Dir, o Herr! Verordne für uns aus Deiner Gegenwart, was die Herzen Deiner aufrichtigen Diener erquickt. Verherrlicht seiest Du, o Gott! Du bist der Schöpfer der Himmel und der Erde und all dessen, was zwischen beiden liegt. Du bist der unumschränkte Herr, der Heiligste, der Allmächtige, der Allweise. Verherrlicht sei Dein Name, o Gott! Sende aus Deiner Gegenwart auf die, welche an Gott und Seine Zeichen glauben, machtvolle Hilfe hernieder, um sie zu befähigen, Einfluß auf die ganze Menschheit zu gewinnen.

7:7 [179] Ruhm sei Dir, o Gott! Wie kann ich von Dir sprechen, da Du heilig bist über den Lobpreis der ganzen Menschheit? Verherrlicht sei Dein Name, o Gott! Du bist der König, die ewige Wahrheit. Du weißt, was in den Himmeln und auf Erden ist, und zu Dir müssen alle zurückkehren. Nach deutlichem Maße hast Du Deine göttlich bestimmte Offenbarung herabgesandt. Gelobt seiest Du, o Herr! Kraft Deines Befehls machst Du siegreich, wen Du willst, durch die Heerscharen des Himmels, der Erde und dessen, was dazwischen ist. Du bist der höchste Herrscher, die Ewige Wahrheit, der Herr unüberwindlicher Macht.

Verherrlicht seiest Du, o Herr! Du vergibst allezeit die Sünden jener Deiner Diener, die Deine Verzeihung erflehen. Wasche ab meine Sünden und die Sünden derer, die zur Morgendämmerung Deine Vergebung suchen, die zu Dir beten am Tage und zur Nachtzeit, die sich nach nichts sehnen außer Gott, die darbringen, was Gott ihnen gnädig gewährt, die Dein Lob preisen des Morgens und des Abends und nicht nachlässig sind in ihren Pflichten.

7:8 [179] Preis sei Dir, o Herr ! Vergib uns unsere Sünden, erbarme Dich unser und mache uns fähig, zu Dir zurückzukehren. Lasse nicht zu, dass wir auf anderes vertrauen als Dich, und gewähre uns durch Deine Freigebigkeit, was Du liebst und wünschest und was Deiner würdig ist. Erhöhe die Stufe derer, die wahrhaft glauben, und vergib ihnen mit Deiner gnädigen Vergebung. Wahrlich, Du bist der Helfer in Gefahr, der Selbstbestehende.

7:9 [180] O Gott, unser Herr! Beschütze uns durch Deine Gnade vor allem, was Du verabscheust, und gewähre uns, was Deiner würdig ist. Gib uns reichlich aus Deiner Gabenfülle und segne uns. Verzeihe uns, was wir getan, wasche unsere Sünden hinweg und vergib uns mit Deiner gnädigen Vergebung. Wahrlich, Du bist der höchst Erhabene, der Selbstbestehende.

Deine liebende Vorsehung umschließt alles Erschaffene in den Himmeln und auf Erden, und Deine Vergebung überragt die ganze Schöpfung. Dein ist die unumschränkte Herrschaft; in Deiner Hand sind die Reiche der Schöpfung und der Offenbarung; in Deiner Rechten hältst Du alle erschaffenen Dinge, und das festgesetzte Maß der Vergebung liegt in Deiner Gewalt. Du vergibst unter Deinen Dienern, wem Du Willst. Wahrlich, Du bist der Immervergebende, der Alliebende. Nichts entgeht Deiner Kenntnis, und nichts ist vor Dir verborgen.

O Gott, unser Herr! Beschütze uns durch die Kraft Deiner Macht, laß uns eintauchen in Dein wundersam wogendes Meer und gewähre uns, was Dir entspricht.

Du bist der unumschränkte Herrscher, der mächtig Handelnde, der Erhabene, der Alliebende.

7:10 [180] Ruhm sei Dir, o Herr mein Gott! Nichts, was es auch sei, entgeht Deinem Wissen, noch könnte irgend etwas Deiner Hand entschlüpfen oder Deine Absicht durchkreuzen, ob in den Himmeln oder auf Erden, in der Vergangenheit oder in Zukunft.

Du siehst das Paradies und seine Gefährten, Du erblickst das Reich hienieden und seine Bewohner. Alle sind nur Deine Diener und in Deiner Hand.

O Herr! Mache in Deinen Tagen Deine geduldigen Diener siegreich, gewähre ihnen einen angemessenen Sieg, so sie auf Deinem Pfad das Martyrium suchen. Sende auf sie hernieder, was ihr Gemüt erquickt, ihr Innerstes erfreut, ihrem Herzen Gewissheit, ihrem Leib Ruhe schenkt und ihre Seelen befähigt, zur Gegenwart Gottes, des Erhabensten, emporzusteigen und im höchsten Paradies solche Wohnstätten der Herrlichkeit zu erreichen, wie Du sie für wirklich wissende, wahrhaft tugendsame Menschen bestimmt hast. Wahrlich, Du kennst alle Dinge, wir aber sind nur Deine Diener, Deine Knechte, Deine Hörigen, Deine Armen. Keinen Herrn rufen wir an, nur Dich, o Gott unser Herr; von niemandem erflehen wir Segen und Gnade, nur von Dir, o Du, der Du der Gott der Gnade in dieser und in der zukünftigen Welt bist. Wir sind nur Verkörperungen der Armut, der Nichtigkeit, Hilflosigkeit und Verdammnis, während Dein ganzes Wesen Reichtum, Unabhängigkeit, Herrlichkeit, Majestät und grenzenlose Gnade kündet.

Wandle unseren Lohn, o Herr, in das, was Dir wohl ansteht vom Guten dieser Welt und der zukünftigen, von den mannigfaltigen Gaben, die vom Himmel bis zur Erde ausgebreitet sind.

Wahrlich, Du bist unser Herr und der Herr aller Dinge. Wir geben uns in Deine Hand voll Sehnsucht nach den Dingen, die Dir zugehören.

7:11 [181] Verherrlicht sei Dein Name, o Herr! Zu wem sollte ich Zuflucht nehmen wo Du in Wahrheit mein Gott und mein Geliebter bist; unter wessen Schutz sollte ich mich stellen, wo Du mein Herr und Eigner bist; zu wem sollte ich fliehen, wo Du in Wahrheit mein Meister bist und meine Freistatt; zu wem sollte ich flehen, wo Du in Wahrheit mein Hort und das Ziel meiner Sehnsucht bist; durch wen sollte ich Dich bitten, wo Du in Wahrheit mein höchstes Streben und mein hehrstes Verlangen bist? Jede Hoffnung außer der Sehnsucht nach Deiner himmlischen Gnade wurde enttäuscht, jede Tür ist verschlossen außer dem Tor, das zum Brunnquell Deines Segens führt.

Ich flehe zu Dir, o mein Herr, bei Deiner strahlendsten Pracht, vor deren Glanz sich jede Seele demütig beugt und in Anbetung niedersinkt um Deinetwillen – eine Pracht, deren Strahlkraft Feuer in Licht verwandelt, die Toten zum Leben erweckt und alles Schwierige leicht macht. Ich bitte Dich inständig bei dieser großen, dieser wunderbaren Pracht, bei der Herrlichkeit Deiner erhabenen Herrschaft, o Du, der Du der Herr bist unüberwindlicher Macht, wandle uns durch Deine Großmut in Deinen eigenen Besitz, befähige uns, Borne Deines Lichts zu werden, und gewähre uns gnädiglich, was der Majestät Deiner überragenden Herrschaft angemessen ist. Denn zu Dir erhebe ich meine Hände, o Herr, bei Dir finde ich Schutz und Hilfe, o Herr, Dir habe ich mich ergeben, o Herr, in Dich habe ich mein ganzes Vertrauen gesetzt, o Herr, und durch Dich werde ich gestärkt, o Herr.

Wahrlich, es gibt weder Kraft noch Macht außer in Dir.

7:12 [182] Du weißt, o Mein Gott, dass Ich seit dem Tag, an dem Du Mich aus dem Wasser Deiner Liebe ins Dasein riefest, bis zu Meinem fünfzehnten Lebensjahr im Lande Meiner Geburt lebte.1 Dann gabst Du Mir die Möglichkeit, zur Hafenstadt2 zu gehen, wo Ich fünf Jahre lang mit Deines Reiches guten Gaben Handel trieb, und Mich beschäftigte, womit Du Mich beschenktest durch das wundersame Wesen Deiner liebenden Güte. Von dort ging Ich zum heiligen Land3, wo Ich ein Jahr verweilte. Dann kehrte Ich zurück zu Meinem Geburtsort. Dort erfuhr Ich die Offenbarung Deiner erhabensten Gaben und die Beweise Deiner grenzenlosen Gunst. Ich preise Dich für all die guten Gaben, und Ich danke Dir für all Deine Großmut.

1 Shiráz

2 Búshihr

3 Karbilá

Dann begab Ich Mich im Alter von fünfundzwanzig Jahren zu Deinem heiligen Haus1, und als Ich dahin zurückkehrte, wo Ich geboren bin, war ein Jahr verstrichen. Dort wartete Ich geduldig auf dem Pfad Deiner Liebe und schaute die Zeugnisse Deiner mannigfachen Gaben und Deiner liebenden Güte, bis Du Mir bestimmtest, Mich aufzumachen zu Dir und in Deine Gegenwart zu ziehen. So schied Ich mit Deiner Erlaubnis, verbrachte sechs Monate im Lande Sád2 und sieben Monate auf dem Ersten Berge3, wo Du auf Mich herabströmen ließest, was der Herrlichkeit Deines himmlischen Segens ziemt und der Erhabenheit Deiner huldvollen Gaben und Gunstbezeigungen zukommt.

1 Mekka

2 Isfahán

3 Mákú

Nun, in Meinem dreißigsten Lebensjahr, siehst Du Mich, o Mein Gott, in diesem Schmerzensberg1, wo Ich seit einem ganzen Jahr hause.

1 Chihríq

Preis sei Dir, o Mein Herr, für alle Zeiten, vergangene und zukünftige; und Dank sei Dir, o Mein Gott, in allen Lebenslagen, der Vergangenheit wie der Zukunft. Die Gaben, die Du Mir geschenkt, haben ihr volles Maß erreicht, und die Segnungen, die Du Mir gewährt, sind vollendet. Nichts anderes bezeuge Ich nun als die zahlreichen Beweise Deiner Gunst und liebevollen Güte, Deiner Gabe und barmherzigen Gnade, Deiner Großmut und Erhabenheit, Deiner Gewalt und Macht, Deines Glanzes und Deiner Herrlichkeit und was dem heiligen Hof Deiner überragenden Herrschaft und Majestät ziemt und den herrlichen Bereichen Deiner Ewigkeit und Erhabenheit zukommt.

7:13 [184] Ich weiß, o Herr, dass meine Verfehlungen mein Gesicht in Deiner Gegenwart schamrot machen und meinen Rücken beugen vor Dir, dass sie zwischen mich und Dein schönes Antlitz traten, mich von allen Seiten umgeben und mich allerwege hindern, Zutritt zu den Offenbarungen Deiner himmlischen Macht zu finden.

O Herr! Wenn Du mir nicht vergibst, wer sollte sonst verzeihen, und wenn Du mir nicht gnädig bist, wer könnte mir sonst Mitleid bezeigen? Ruhm sei Dir, Du erschufst mich aus dem Nichtsein, Du hegtest mich, als ich unmündig war. Preis sei Dir, jeder Segensbeweis kommt von Dir, und jedes Zeichen der Gunst entspringt den Schätzen Deines Ratschlusses.

7:14 [184] Ich bitte Dich, o mein Herr, vergib mir jede Erwähnung außer Deiner Erwähnung, jeden Lobpreis außer Deinem Lob, jede Wonne außer der Wonne Deiner Nähe, jede Freude außer der Freude der Gemeinschaft mit Dir, jedes Entzücken außer dein Entzücken Deiner Liebe und Deines Wohlgefallens, und alles, was mir zugehört, was keine Verwandtschaft mit Dir bezeugt, o Du, der Du der Herr der Herren bist, Er, der die Wege bereitet und die Türen öffnet.

7:15 [185] Wie kann Ich Dich preisen, o Herr, für die Beweise Deines mächtigen Glanzes und für die wundersame Süße, die Du Mir in dieser Festung in solchem Maße gewährt, dass sich nichts in den Himmeln und auf Erden mit ihnen vergleichen kann! Du wachst über Mich inmitten dieses Gebirges, wo Berge Mich von allen Seiten einschließen. Einer ragt über Mir, andere stehen zu Meiner Rechten und Linken, wieder ein anderer erhebt sich vor Mir. Ruhm sei Dir, kein Gott ist außer Dir. Wie oft sah Ich Felsen vom Berge auf Mich niederstürzen, und Du beschütztest Mich vor ihnen und bewahrtest Mich in der Feste Deiner göttlichen Einheit.

Verherrlicht und erhaben bist Du, Preis sei Dir für alles, was Du liebst und wünschst, Dank sei Dir für das, was Du beschlossen und bestimmt hast. Seit Urzeiten sandtest Du Dein zartes Erbarmen hernieder und ohne Ende währt Dein Schöpfungsakt. Deiner Hände Werk ist keinem Werk eines anderen neben Dir vergleichbar, und Deinen guten Gaben kommen keine Gaben eines anderen als Dir selbst nahe.

Preis sei Dir, o Mein Geliebter, und verherrlicht sei Dein Name. Seit der Stunde, da Ich Meinen Fuß in diese Festung setzte, bis zu dem Augenblick, da Ich sie verlassen werde, schaue Ich Dich auf Deinem Thron der Herrlichkeit und Majestät, wie Du auf Mich die mannigfachen Zeichen Deiner reichen Gunst und Gnade herabsendest. Du siehst, dass Ich inmitten der Berge hause, und Du findest in Meinem Selbst nichts als die Zeugnisse von Erniedrigung und Einsamkeit.

Gelobt sei Dein Name; Ich danke Dir für jedes Zeichen Deines unergründlichen Ratschlusses und preise jedes Zeugnis Deiner Heimsuchungen. Nachdem Du erlaubtest, Mich in dieses Gefängnis zu werfen, hast Du es für Mich in einen Paradiesgarten verwandelt und bewirkt, dass es ein Gemach am Hofe ewiger Gemeinschaft werde.

Wie zahlreich sind die Verse, die Du auf Mich herniedersandtest, und Meine Gebete an Dich, die Du vernahmst. Wie mannigfaltig sind die Offenbarungen, die Du durch Mich ins Sein gerufen, und die Erfahrungen, die Du in Mir bezeugtest.

Verherrlicht sei Dein Name. Mannigfache Prüfungen waren machtlos, Mich davon abzuhalten, Dir zu danken, und Meine Unzulänglichkeiten konnten Mich nicht hindern, Deine Tugenden zu preisen. Die Ungläubigen hatten beabsichtigt, Meinen Wohnsitz in einen Ort der Schande und Erniedrigung zu verwandeln. Du aber hast Mich verherrlicht durch Mein Dein-Gedenken, hast Mich erhöht durch Meinen Lobpreis Deiner, hast Mir gnädig durch die Offenbarungen Deiner Einheit geholfen und hast Mir durch den Strahlenglanz Deiner Urewigkeit große Ehre gewährt. Dem Feuer befiehlst Du: »Sei Meinem Diener ein lindernder Balsam«, und dem Kerker: »Sei du Meinem Diener ein Sitz zarten Erbarmens, als Zeichen Meiner Gegenwart!« Ja, Ich schwöre bei Deiner Herrlichkeit: Mir ward der Kerker zum Lustgarten des Paradieses und diente als des Himmels edelster Ort.

Gepriesen und verherrlicht bist Du! Wie oft kam Not über Mich, und Du mildertest sie und wandtest sie ab durch Deine gütige Gunst; und wie viele Male wurde Aufruhr gegen Mich geschürt von der Hand des Volkes, und Du ließest ihn wieder abklingen durch Dein zartes Erbarmen. Wie oft entfachten die Nimrode Feuer, Mich zu verbrennen, Du aber machtest es zu Balsam für Mich; in wie vielen Fällen beschlossen die Ungläubigen Meine Erniedrigung, und Du wandeltest sie in Ehrenzeichen für Mich …

Wahrlich, Du bist eines jeden ernsten Suchers höchstes Verlangen und das Ziel der Sehnsucht derer, die sich nach Dir sehnen. Du bist Er, der bereit ist, dem Rufe derer zu antworten, die Deine göttliche Einheit erkannt haben, und Er, vor dem die Verzagten in Ehrfurcht stehen. Du bist der Helfer der Bedürftigen, der Befreier der Gefangenen, der Tyrannenstürzer, der Zerstörer der Übeltäter, der Gott aller Menschen, der Herr alles Erschaffenen. Dein sind die Reiche der Schöpfung und der Offenbarung, o Du Herr aller Welten.

O Allgenügender! Du genügst Mir in jeder Drangsal, die Mich befallen, in jedem Leid, das sich vor Mir auftürmen mag. Du bist Mein einziger Gefährte in Meiner Einsamkeit, Meines Herzens Wonne in Meiner Verlassenheit, Mein Meistgeliebter in Meinem Kerker und Meiner Wohnstatt. Kein Gott ist außer Dir!

Wem Du genügest, den soll kein Gram bedrücken; wen Du beschützest, wird nie vergehen; wem Du hilfst, der wird niemals erniedrigt; auf wen Du blickst, der soll Dir niemals ferne sein.

So schreibe für uns alles nieder, was von Dir ist, und vergib uns, was wir sind. Wahrlich, Du bist der Herr der Macht und Herrlichkeit, der Herr aller Welten! »Fern sei der Herrlichkeit Deines Herrn, des Herrn aller Größe, was sie Ihm zuschreiben, und Friede sei auf Seinen Gesandten, und Preis sei Gott, dem Herrn aller Welten.«1

1 Qur’án 37:180-182

7:16 [187] Ruhm sei Dir, o Gott! Du bist der Gott, der vor allem war, der nach allem sein wird und alles überdauert. Du bist der Gott, der alles kennt und über alles erhaben ist. Du bist der Gott, der gnädig ist zu allem, der zwischen allem richtet und dessen Schau alles umfasst. Du bist Gott, mein Herr, Du kennst meine Lage, Du siehst mein inneres und äußeres Sein.

Vergib mir und den Gläubigen, die auf Deinen Ruf antworten. Sei Du mein allgenügender Helfer vor dem Unheil derer, die Kummer auf mich laden möchten oder mir übel wollen. Wahrlich, Du bist der Herr alles Erschaffenen. Du genügst jedem, doch keiner ist sich selbst genug ohne Dich.

7:17 [188] Ich flehe zu Dir, bei dem strahlenden Glanz Deines herrlichen Angesichts, der Majestät Deiner altehrwürdigen Hoheit und der Macht Deiner überragenden Herrschaft, verordne jetzt für uns das volle Maß dessen, was gut und ziemlich ist, und bestimme uns die Fülle aus dem Strom Deiner Gunst. Denn Geben macht Dich nicht arm, noch mindert Schenken Deinen Reichtum.

Verherrlicht seiest Du, o Herr! Wahrlich, ich bin arm, Du aber bist wahrhaft reich; wahrlich, ich bin gering, Du aber bist wahrhaft mächtig; wahrlich, ich bin schwach, Du aber bist wahrhaft kraftvoll; wahrlich, ich bin erniedrigt, Du aber bist fürwahr der Erhabenste; wahrlich, ich bin in Not, Du aber bist fürwahr der Herr der Macht.

7:18 [188] Verordne für mich, o Herr, alles Gute, das Du erschaffen hast oder erschaffen wirst, und schirme mich vor allem Übel, das Du verabscheust unter den Dingen, die Du entstehen ließest oder entstehen lassen wirst. Dein Wissen umfasst fürwahr alle Dinge. Gepriesen seiest Du. Es gibt wahrlich keinen Gott außer Dir, und nichts in den Himmeln oder auf Erden oder zwischen ihnen kann jemals Deine Absicht vereiteln. Du bist in Wahrheit mächtig über alle Dinge.

Fern sei es der Erhabenheit Deines Wesens, o mein Gott, dass jemand Deine Güte oder Gunst suche. Fern sei es Deiner überirdischen Herrlichkeit, dass jemand Dich um die Beweise Deiner Gaben und Deines zarten Erbarmens bitte. Zu hoch bist Du, als dass eine Seele von Dir die Offenbarung Deiner huldvollen Vorsehung und liebenden Fürsorge erflehte, und Deine Herrlichkeit ist zu heilig, als dass jemand Dich um das Strömen Deines Segens, um Deine himmlische Großmut und Gnade anriefe. In allen Teilen Deines Reichs, im Himmel wie auf Erden mit ihren mannigfachen Gaben, bist Du unermesslich verherrlicht über alles, dem eigenes Sein zugeschrieben werden kann.

Was ich von Dir erbitte, o mein Gott, ist: Mache mich fähig, bevor meine Seele den Körper verlässt, Dein Wohlgefallen zu erlangen, sei es auch nur für einen Augenblick, kürzer als der kleinste Bruchteil eines Senfkorns. Denn wenn meine Seele scheidet, während Du zufrieden mit mir bist, bin ich frei von jeder Angst und Sorge; doch verließe sie mich, während Du mir zürnst, so nützte mir keine gute Tat, hätte ich auch alle vollbracht, und nichts könnte mich erhöhen, hätte ich auch alle Ehre und allen Ruhm erworben.

So flehe ich inbrünstig zu Dir, o mein Gott, gewähre mir gnädig Dein Wohlgefallen, wenn Du mich emporsteigen lässt zu Dir und mich in Deine heilige Gegenwart rufst, bist Du doch seit aller Ewigkeit der Gott grenzenloser Güte für das Volk Deines Reiches, der Herr unübertroffener Gaben für alle, die im erhabensten Himmel Deiner Allmacht weilen.

7:19 [19] Wie viele Seelen, zum Leben erweckt, wurden auf Deinem Pfad schrecklicher Erniedrigung ausgesetzt, um Dein Wort zu erhöhen und Deine göttliche Einheit zu verherrlichen! Wieviel Blut wurde für Deinen Glauben vergossen, um die Glaubwürdigkeit Deiner göttlichen Botschaft zu beweisen und Dein Lob zu feiern! Welcher Reichtum wurde zum Raub auf dem Pfade Deiner Liebe, um Deine erhabene Heiligkeit zu bekräftigen und Deinen ruhmreichen Namen zu preisen! Wieviele Füße wanderten im Staub, um Dein heiliges Wort zu erhöhen und Deinen Ruhm zu preisen! Wie groß ist der Chor klagender Stimmen, wie zahllos die Herzen, die Entsetzen packte, wie schmerzlich das Leid, das niemand ermessen kann als Du, wie unsagbar die Not und das Elend, unergründlich für alle außer Dir – all dies, o mein Gott, um Deine erhabene Heiligkeit zu erweisen und die überragende Wesensart Deiner Herrlichkeit darzutun.

Dieses Los wurde von Dir bestimmt, damit alles Erschaffene bezeuge, nur um Deinetwillen ins Dasein gerufen zu sein. Du hast ihnen vorenthalten, was ihren Herzen Ruhe bringt, auf dass sie mit Gewissheit erkennen, dass alles, was Deinem heiligen Sein verbunden ist, all dem, was ihnen sonst genügte, weit überlegen und darüber erhaben ist, da Deine unüberwindliche Macht alles durchdringt, und nichts sie je vereiteln kann.

Du hast fürwahr diese bedeutenden Ereignisse geschehen lassen, damit die Einsichtigen bereitwillig anerkennen, dass sie von Dir ausersehen sind, die Größe Deiner göttlichen Einheit darzutun und die Erhabenheit Deiner Heiligkeit zu bestätigen.

7:20 [191] Ruhm sei Dir, o Herr! So mancher mag nach Deinem Ratschluß, aller irdischen Güter bar, von Anbeginn seines Lebens bis zu seinem Aufstieg zu Dir durch Deine Fügung in Armut leben müssen, doch lässt Du ihn vom Baume Deiner Liebe sprossen, ist solche Gabe fürwahr weit besser für ihn als alle Dinge, die Du im Himmel und auf Erden und überall dazwischen erschaffen hast; denn durch die Offenbarung Deiner Gunst wird er die himmlische Heimat erben und teilhaben an den guten Gaben, die Du darin bereitet hast. Unerschöpflich ist, was mit Dir ist. Dies ist fürwahr Dein Segen, den Du so, wie es Deinem Willen gefällt, denen gewährst, die auf dem Pfade Deiner Liebe wandeln.

Wie viele Seelen wurden in früheren Zeiten um Deinetwillen getötet, und heute rühmen sich alle ihrer Namen! Und wie groß ist die Zahl derer, die Du befähigtest, irdischen Reichtum zu erwerben, und die ihn horteten, während sie Deiner Wahrheit verlustig gingen; heute aber sind sie vergessen. Sie sind schmerzlich gezüchtigt und hart gestraft.

O Herr! Sorge für ein rasches Wachstum des Baumes Deiner göttlichen Einheit, netze ihn, o Herr, mit den strömenden Wassern Deines Wohlgefallens und lasse ihn vor den Offenbarungen Deiner göttlichen Gewissheit solche Früchte tragen, wie Du sie wünschst, zu Deinem Ruhme, zu Deiner Verherrlichung, zu Deinem Lob und Dank, um Deinen Namen zu preisen, die Einzigkeit Deines Wesens zu rühmen und um Dir Verehrung darzubringen; denn dies alles liegt in Deiner und in keines anderen Hand.

Groß ist die Seligkeit jener, deren Blut Du erwählt hast, den Baum Deiner Bestätigung zu tränken und so Dein heiliges, unwandelbares Wort zu erhöhen.

Verordne für mich, o mein Herr, und für die, so an Dich glauben, was nach Deinem Urteil das Beste für uns ist, wie es im Mutterbuch geschrieben steht; denn in Deiner festen Hand hältst Du das allen Dingen bestimmte Maß.

Unaufhörlich regnen Deine guten Gaben herab auf die, welche Deine Liebe hegen, und die wundersamen Zeichen Deiner himmlischen Großmut werden denen, die Deine göttliche Einheit anerkennen, reichlich gewährt. Wir befehlen, was Du uns bestimmt hast, Deiner Fürsorge und erflehen von Dir all das Gute, das Dein Wissen umfasst.

Schütze mich, o mein Herr, vor allem Übel, das Dein allumfassendes Wissen bemerkt, denn es gibt keine Macht, keine Kraft außer in Dir, kein Sieg bahnt sich an, er komme denn aus Deiner Gegenwart, und der Befehl ist allein bei Dir. Was Gott gewollt hat, ist geschehen, und was Er nicht will, wird nicht sein.

Es gibt weder Macht noch Kraft außer in Gott, dem höchst Erhabenen, dem Mächtigsten.

7:21 [192] O Herr! Laß alle Völker der Erde eintreten in das Paradies Deines Glaubens, so dass kein Geschöpf jenseits der Umfriedung Deines Wohlwollens bleibe.

Seit unvordenklichen Zeiten bist Du fähig zu tun, was Dir gefällt, und überragst, was immer Du wünschest.

7:22 [192] Gewähre mir, o mein Gott, das volle Maß Deiner Liebe und Deines Wohlgefallens und entzücke unsere Herzen durch die Anziehungskraft Deines strahlenden Lichts, o Du, der Du der Höchste Beweis und der Allherrliche bist. Laß zum Zeichen Deiner Gunst Tag und Nacht Deine belebenden Winde über mich wehen, o Herr der Großmut.

Keine Tat habe ich vollbracht, o mein Gott, dass ich verdiente, Dein Angesicht zu erblicken, und ich weiß gewiss, auch wenn ich so lange lebte, wie die Welt besteht, könnte ich doch nichts vollbringen, was diese Gunst verdient, weil die Stufe eines Dieners niemals den Zugang zu Deinen heiligen Bereichen ermöglicht, es sei denn, Deine Gunst erreicht mich, Dein zärtliches Erbarmen durchdringt mich und Deine Gnade umfängt mich.

Aller Preis sei Dir, n Du, neben dem es keinen Gott gibt. Laß mich gnädig zu Dir aufsteigen, gewähre mir die Ehre, in Deiner Nähe zu weilen und mit Dir allein Gemeinschaft zu haben. Kein Gott ist außer Dir.

Fürwahr, willst Du einem Diener Gunst erweisen, so tilgst Du aus seines Herzens Reich jede Erwähnung oder Neigung außer Deiner Erwähnung, und solltest Du einem Diener Unheil bestimmen für das, was seine Hände frevelten vor Deinem Angesicht, so prüfst Du ihn mit den Wohltaten dieser und der zukünftigen Welt so, dass sie ihn ganz beherrschen und er Deiner vergißt.

7:23 [193] Verherrlicht seiest Du, o Herr, der Du alles Erschaffene durch die Macht Deines Befehls ins Dasein gerufen hast.

O Herr! Stehe denen bei, die allem außer Dir entsagt haben, und gewähre ihnen einen überwältigenden Sieg. Sende hernieder auf sie, o Herr, die Schar der Engel im Himmel und auf Erden und in allem, was dazwischen ist, damit sie Deinen Dienern helfen, ihnen beistehen, sie stärken, sie zum Erfolg befähigen, sie sitzen, sie mit Herrlichkeit umgeben, ihnen Ehre und Erhöhung verleihen, sie reich machen und in einem herrlichen Sieg frohlocken lassen.

Du bist ihr Herr, der Herr der Himmel und der Erde, der Herr aller Welten. Stärke diesen Glauben, o Herr, durch die Kraft dieser Diener und lasse sie über alle Völker der Welt siegen; denn sie sind fürwahr Deine Diener, gelöst von allem außer Dir, und wahrlich, Du bist der Beschützer der wahren Gläubigen.

Gewähre, o Herr, dass ihre Herzen durch ihre Treue zu Deinem unverletzlichen Glauben stärker werden als irgend etwas sonst in den Himmeln und auf Erden und in allem, was zwischen ihnen ist. Stärke, o Herr, ihre Hände mit den Zeichen Deiner wundersamen Macht, auf dass sie Deine Macht vor den Augen der ganzen Menschheit offenbaren.

7:24 [194] O Herr! Zu Dir nehme ich Zuflucht und richte mein Herz auf alle Deine Zeichen.

O Herr! Ob auf Reisen oder zu Hause, in meinem Beruf oder bei meiner Arbeit, setze ich all mein Vertrauen in Dich.

So gewähre mir Deine allgenügende Hilfe und mache mich von allen Dingen unabhängig, o Du, der Du unübertroffen bist in Deinem Erbarmen.

Lasse mir meinen Anteil zukommen, o Herr, wie es Dir gefällt, und mache mich zufrieden mit dem, was Du für mich verordnest.

Dein ist die unumschränkte Befehlsgewalt.

7:25 [195] O Herr ! Du vertreibst alle Qual und zerstreust jeden Kummer. Du bannst jedes Leid und befreist jeden Sklaven, Du erlösest jede Seele. O Herr! Errette mich durch Dein Erbarmen und zähle mich zu denen Deiner Diener, die das Heil erlangen.

7:26 [195] Seit aller Ewigkeit bist Du, o mein Herr, der eine, wahre Gott und wirst es immer bleiben, während alle außer Dir bedürftig sind und arm. Ich habe mich beharrlich an Dein Seil gehalten, o mein Gott, und mich von der ganzen Menschheit gelöst, habe mein Gesicht der Wohnstatt Deines sanften Erbarmens zugewandt und mich von allem Erschaffenen abgekehrt. Erleuchte mich gnädiglich, o mein Gott, durch Deine Huld und Großmut, Deine Herrlichkeit und Majestät, Deine Herrschaft und Würde, denn keinen kann ich mächtig und allwissend finden neben Dir. Beschütze mich, o mein Gott, durch die Macht Deiner überragenden, Deiner allgenügenden Herrlichkeit und durch die Heerscharen der Himmel und der Erde, denn nur in Dich kann ich mein ganzes Vertrauen setzen, und es gibt keine Zuflucht außer Dir.

Du bist Gott, mein Herr, Du kennst meine Nöte, Du siehst meinen Zustand und weißt wohl, was mich befallen hat auf Deinen Ratschluß hin; Du weißt um die irdischen Leiden, die ich mit Deiner Erlaubnis und zum Zeichen Deiner Gunst und Huld erdulde.

7:27 [196] Die Herrlichkeit der Herrlichkeiten und das strahlendste Licht ruhen auf Dir, o mein Gott. Deine Majestät ist so überragend, dass keine menschliche Vorstellung sie erreichen kann, und Deine höchste Macht ist so erhaben, dass der Menschen Herz und Geist niemals dem Vogel gleich zu ihren Höhen emporsteigen können. Alle Wesen bekennen ihre Machtlosigkeit, Dich zu preisen, wie es Deiner Stufe ziemt. Unermesslich erhaben bist Du. Niemand kann Dein Sein verherrlichen oder die Beweise Deiner Gabenfülle ergründen, wie sie in Deinem innersten Wesen ruht; denn Du allein kennst Dich, da Du in Dir bist.

Ich preise Dich, o Herr unser Gott, für die Gabe, dass Du das Reich der Schöpfung und Erfindung ins Sein gerufen hast – ich preise Dich mit einem Lobpreis, der leuchtet und strahlt durch die Kraft Deiner Begeisterung, die niemand als Du angemessen beurteilen kann. Des weiteren verherrliche ich Dich und sage Dir Dank, wie es Deiner Ehrfurcht gebietenden Gegenwart und der Herrlichkeit Deiner überwältigenden Majestät geziemt, für diesen erhabenen Segen, dieses wunderbare Zeichen, das in Deinen Reichen der Offenbarung und der Schöpfung offenkundig ist.

Alle Herrlichkeit sei Dir. Unermesslich erhaben ist, was Dir ziemt. Wahrlich, niemand hat je die Erhabenheit Deiner Stufe angemessen erfaßt, noch hat jemand außer Dir Dich so erkannt, wie es Dir ziemt. Du bist offenbar durch das Strömen Deiner Gunst, und doch kann niemand außer Dir die Erhabenheit Deiner Offenbarung ergründen.

Verherrlicht sei Dein Name. Hat etwas außer Dir ein unabhängiges Sein, so dass es auf Dein Wesen hinweisen könnte, und besitzt jemand außer Dir eine Spur von Eigenheit, mit der ich Dich erkennen könnte? Alles Bekannte verdankt seinen Ruf der Pracht Deines Namens, der Offenbarste, und jeder Gegenstand ist aufgewühlt von dem belebenden Einfluß Deines unüberwindlichen Willens. Du bist allen Dingen näher als alle Dinge.

Gelobt und verherrlicht seiest Du. Zu erhaben ist Deine Hoheit, als dass die Hände der mit Verstand Begabten Dich erreichten; zu unergründlich ist Deine unermessliche Tiefe, als dass die Ströme menschlichen Denkens und menschlicher Wahrnehmung sich aus ihr einen Weg bahnen könnten.

7:28 [197] Im Namen Gottes, des Mitleidvollen, des Gnädigen.

Aller Preis sei Gott, der immer war, noch ehe die Schöpfung ins Sein gerufen ward, als da niemand war außer Ihm. Er war der Ewig-Währende, als noch kein Element Seiner Schöpfung existierte. Fürwahr, die Seelen der Einsichtigen scheitern, wollen sie die geringste Offenbarung Seiner Eigenschaften erfassen, und der Verstand derer, die Seine Einheit anerkennen, ist unfähig, das unbedeutendste Zeichen Seiner Allmacht zu verstehen.

Geheiligt bist Du, o Herr mein Gott. Der Menschen Zungen vermögen nicht, Deiner Hände herrliches Werk zu preisen, wieviel mehr versagten sie dann, die Majestät Deiner überragenden Macht zu rühmen, Und da menschliches Begreifen zu verwirrt ist, das Geheimnis auch nur einer einzigen Deiner Schöpfungen zu ergründen, wie könnte da jemand Dein Sein erkennen?

Ich erkenne Dich, indem Du mich erkennen lässt, dass Du unerkennbar bist für alle außer Dir. Die Schöpfung, die Du aus bloßem Nichts geformt hast, tut mir kund, dass der Weg zum Begreifen Deines Wesens jedem versperrt ist. Du bist Gott, neben dem es keinen Gott gibt. Niemand außer Dir selbst kann Deine Wesensart begreifen. Du hast nicht Deinesgleichen noch Gefährten. Seit Ewigkeit warst Du allein, ohne einen anderen neben Dir, und ewig wirst Du derselbe bleiben, nichts Erschaffenes soll je Deiner erhabenen Stufe nahen.

Alle Menschen, o mein Gott, bekunden ihre Ohnmacht, Dich so zu erkennen, wie Du selbst Dich kennst. Dein zeugender Impuls ist in der ganzen Schöpfung offenbar, alles Erschaffene, das Du gestaltet hast, ist nur Ausdruck Deiner wundersamen Zeichen. Verherrlicht sei Dein Name; Du bist unermesslich erhaben über das Bemühen eines jeden Geschöpfes, Dich zu erkennen, wie es ziemlich und Deiner würdig ist.

Preis sei Dir! Die Art, in der Du Deine Schöpfung aus dem Nichtsein ins Sein riefest, hindert alle erschaffenen Dinge, Dich zu erkennen, und die Weise, in der Du die Geschöpfe mit den ihnen auferlegten Begrenzungen formtest, verkündet ihre gänzliche Nichtigkeit vor den Offenbarungen Deiner Eigenschaften.

Verherrlicht bist Du, o mein Gott! Die ganze Menschheit ist machtlos, Deine Herrlichkeit zu rühmen, und der Menschen Verstand vermag nicht, Dir Lob zu zollen. Ich bezeuge in Deiner Gegenwart, o mein Gott, dass Du Dich durch Deine wunderbaren Zeugnisse zu erkennen gibst und durch die Offenbarungen Deiner Zeichen erkannt wirst. Dass Du uns zum Sein erwecktest, drängt mich, vor Dir zu bekennen, dass Du über unser Lob unermesslich erhaben bist, und kraft der Eigenschaften, mit denen Du uns begabt hast, bezeuge ich vor Dir, dass Du unser Begreifen überragst.

Laß mich emporsteigen zu den edelsten Höhen, wenn ich Dir mich zuwende, und befähige mich, Dir zu nahen durch den Duft Deiner Heiligkeit. Wollten so alle Hindernisse durch der Verzückung Licht vergehen, alle Ferne von Dir schwinden, wenn ich zu den Thronen der Wiedervereinigung gelange, die zarten Schleier, die mich hindern, Deinen Sitz der Herrlichkeit zu betreten, sich so verflüchtigen, dass ich Zutritt in Deine Gegenwart erlange, meine Wohnstatt in Deiner Nähe nehme, den Lobpreis anstimme, mit dem Du mir Dein Selbst beschreibst, und bezeuge, dass Du Gott bist, dass es keinen Gott gibt außer Dir, dem Einen, dem Unvergleichlichen, dem Immerbestehenden, dass Du nicht zeugst und nicht gezeugt bist, dass Du keine Nachkommen hast, keinen Gefährten, dass es keinen Beschützer vor Erniedrigung gibt außer Dir und Du der Herr bist aller Welten. Ich bezeuge auch, dass alle außer Dir nur Deine Geschöpfe sind und Du sie hältst in Deinem Griff. Niemand ist mit Wohlstand begünstigt oder lebt in Not, außer durch Deinen Willen. Du bist der König ewiger Tage und der höchste Herrscher. Deine Macht ist mächtig über alle Dinge und alles Erschaffene besteht durch Deinen Willen. Die ganze Menschheit erkennt ihre bescheidene Dienstbarkeit und bekennt ihre Mängel, und es gibt nichts, was nicht Dein Lob feiert.

Ich flehe Dich an, o mein Gott, bei der Herrlichkeit Deines gnädigen Angesichts und der Majestät Deines altehrwürdigen Namens, beraube mich nicht des belebenden Duftes der Beweise Deiner Tage – der Tage, die Du selbst geschaffen und hervorgebracht.

7:29 [199] Du bist Gott, es gibt keinen Gott als Dich.

Gelobt und verherrlicht bist Du, o Herr mein Gott! Du bist erhaben über das Reich des Seins und Deine Kraft durchdringt alle Dinge. Du hältst der Schöpfung Reich in Deinem Griff und spendest Leben nach Deinem Belieben.

Aller Preis sei Dir, o Herr mein Gott! Ich flehe Dich an bei den Seelen, die sehnsüchtig an Deinem Tore warten, und bei den heiligen Wesen, die zum Hof Deiner Gegenwart gelangt sind, richte auf uns die Blicke Deines zärtlichen Mitleids und betrachte uns mit dem Auge Deiner liebenden Vorsehung. Laß unsere Seelen brennen im Feuer Deiner zarten Liebe und gib uns zu trinken von den belebenden Wassern Deiner Huld. Laß uns standhaft bleiben auf dem Pfade Deiner heißen Liebe und weilen im Bereich Deiner Heiligkeit. Wahrlich, Du bist der Geber, der Freigebigste, der Allwissende, der Allunterrichtete.

Verherrlicht bist Du, o mein Gott! Ich flehe zu Dir bei Deinem Größten Namen, durch den Gottes, des Höchsterhabenen, verborgene Geheimnisse enthüllt und die Geschlechter aller Nationen zum Brennpunkt des Glaubens und der Gewissheit hingezogen wurden, aus dem Deine leuchtenden Worte quellen, die Menschheit zu beleben, und der – Verkörperung der Großmut – das Wesen alles Wissens offenbarte. Möge mein Leben, mein Innerstes, meine Seele, mein Leib für den Staub geopfert werden, der von Seiner Fußspur geadelt wurde.

Ich bitte Dich aufrichtig, o Herr mein Gott, bei Deinem herrlichsten Namen, durch den Deine Herrschaft errichtet und die Zeichen Deiner Macht kundgetan wurden, durch den die Meere des Lebens und der heiligen Begeisterung branden, um die modernden Gebeine all Deiner Geschöpfe zu beleben und die Glieder derer zu erwecken, die Deine Sache angenommen haben – ich bitte Dich aufrichtig, verordne uns gnädig das Gute dieser und der zukünftigen Welt, befähige uns, Zutritt zum Hof Deiner Huld und Güte zu erlangen und entfache in unseren Herzen das Feuer der Freude und Begeisterung, auf dass die Herzen aller Menschen angezogen werden.

Wahrlich, Du bist der Allmachtvolle, der Schützer, der Allmächtige, der Selbstbestehende.

7:30 [201] Ruhm sei Dir, o Herr mein Gott! Ich bitte Dich, vergib mir und denen, die Deinen Glauben fördern. Wahrlich, Du bist der unumschränkte Herr, der Vergeber, der Freigebigste. O mein Gott! Befähige solche Deiner Diener, die bar der Erkenntnis sind, in Deine Sache zu gelangen; denn erhalten sie erst Kenntnis von Dir, werden sie von der Wahrheit des Jüngsten Gerichts Zeugnis ablegen und die Offenbarungen Deiner Großmut nicht bestreiten. Sende die Zeichen Deiner Gnade auf sie herab und laß sie, wo immer sie wohnen, großzügig teilhaben an dem, was Du den Frommen unter Deinen Dienern bestimmt hast. Du bist wahrhaft der Höchste Herrscher, der Allgroßmütige, der Wohlwollendste.

O mein Herr! Laß zum Zeichen Deiner Gnade, und zum Zeugnis der Güte aus Deiner Gegenwart auf jedes Heim, dessen Bewohner Deinen Glauben angenommen haben, Deine Segnungen und Gaben herabströmen. Wahrlich, unübertroffen bist Du im Verzeihen. Würde Deine Großmut jemandem vorenthalten, wie könnte er dann an Deinem Tage zu Deines Glaubens Jüngern zählen?

Segne mich, o mein Gott, und jene, die am festgesetzten Tage an Deine Zeichen glauben werden, und die meine Liebe im Herzen tragen – eine Liebe, die Du ihnen eingibst. Wahrlich, Du bist der Herr der Rechtschaffenheit, der Höchsterhabene.

7:31 [201] Unermesslich erhaben bist Du, o mein Gott, über das Bemühen aller Wesen und alles Erschaffenen, Dich zu preisen und Dich zu erkennen. Kein Geschöpf kann Dich je begreifen, wie es der Wirklichkeit Deines heiligen Wesens ziemt, und kein Diener kann Dich je verherrlichen, wie es Deinem unerkennbaren Wesen angemessen ist. Preis sei Dir; zu hoch ist Dein erhabenes Selbst für alle Andeutungen seitens Deiner Geschöpfe, als dass sie Zugang zu Deiner Gegenwart erlangten.

Immer, o mein Gott, wenn ich mich zu Deinen heiligen Sphären aufschwinge und zutiefst den Geist des Gebets zu Dir erlange, muss ich erkennen, dass Du unerreichbar bist und dass kein Gedenken Deiner je Deinen erhabenen Hof erreichen kann. So wende ich mich denn Deinen Geliebten zu – Ihnen, denen Du huldvoll Deine Stufe verliehen, auf dass Sie Deine Liebe und Dein wahres Wissen offenbaren. Segne Sie dann, o mein Gott, mit jedem Merkmal und jeder guten Gabe, die Dein Wissen in Deiner Herrschaft Reich finden kann.

O mein Gott, mein Herr und mein Meister! Ich schwöre bei Deiner Macht und Herrlichkeit, dass Du allein und niemand neben Dir aller Menschen letztes Sehnen und Du allein und niemand außer Dir der Anbetung Ziel bist. O mein Gott! Die Pfade Deiner unzugänglichen Herrlichkeit ließen mich diese Worte sprechen, und die Wege Deiner unerreichbaren Höhen führten mich dazu, diese Andeutungen zu machen. Erhaben bist Du, o mein Gott! Die Zeugnisse Deiner Offenbarung sind mir zu offenbar, als dass ich mich zu anderem als Dir wenden brauchte. Die Liebe, die ich zu Dir hege, schmeckt mir weit süßer als das Wissen um alle Dinge und befreit mich von dem Zwang, eines anderen Wissen zu suchen außer dem Deinen.

Aller Preis sei Dir, o mein Herr! Wahrlich, ich glaube an Dich, wie Du bist in Dir; und von Dir, wie Du bist in Dir, erbitte ich Vergebung für mich und die ganze Menschheit.

O mein Gott! Ganz fliehe ich zu Deinem Angesicht und werfe mich nieder vor Dir. Über nichts habe ich Macht in Deiner heiligen Gegenwart. Solltest Du mich züchtigen mit Deiner Gewalt, gewiss wärest Du gerecht in Deinem Urteil, und gewährtest Du mir alle guten Gaben, Du wärest fürwahr über die Maßen freigebig und huldvoll. Wahrlich, Du bist unabhängig von allen Menschen der Welt.

Ich habe Wiedervereinigung mit Dir gesucht, o mein Meister, doch sie ward mir nicht, es sei denn in der Erkenntnis der Lösung von allem außer Dir. Ich habe mich nach Deiner Liebe gesehnt, aber ich fand sie nicht, bis dass ich allem entsagte außer Dir. Von ganzem Herzen wollte ich Dich verehren, doch versäumte ich, Dich anzubeten, es sei denn in der Liebe zu denen, die Deine Liebe hegen. Keinen, o mein Gott, sehe ich außer Dir. Du bist unvergleichlich und hast keinen Gefährten. Du allein kennst unsere Mängel und kein anderer hat dieses Wissen. Ich flehe um Deine Vergebung für alles, was Dir mißfällt.

Allezeit rufe ich zu Dir mit der Zunge Deiner Eingebung und spreche: »Du bist in Wahrheit der Allbesitzende, der Unvergleichliche. Es ist kein Gott außer Dir. Unermesslich hoch und erhaben bist Du über die Beschreibungen jener, die Dir in ihrer Anmaßung Gefährten zugesellen.«

7:32 [203] Alle Herrlichkeit und Majestät, o mein Gott, alle Herrschaft, alles Licht, alle Größe und aller Glanz seien Dein. Du verleihest Herrschaft, wem Du willst, und Du entziehst sie, wem Du wünschest. Es gibt keinen Gott außer Dir, dem Allbesitzenden, dem höchst Erhabenen. Du hast das Weltall aus dem Nichts erschaffen und alles, was darinnen ist. Nichts ist Deiner wert denn Du selbst, sind doch alle außer Dir wie Ausgestoßene in Deiner heiligen Gegenwart, wie ein Nichts im Vergleich zur Herrlichkeit Deines Wesens.

Fern sei mir, Deine Tugenden anders zu preisen als so, wie Du Dich selbst in Deinem gewichtigen Buche gepriesen hast, worin Du sagst: »Kein Auge kann Ihn erfassen, doch Er erfaßt ein jedes Gesicht. Er ist der Feinsinnige, der Allkundige.«1 Ruhm sei Dir, o mein Gott! Fürwahr, kein noch so scharfer, urteilsfähiger Geist und keine Schau kann je das geringste Deiner Zeichen dem Wesen nach erfassen. Wahrlich, Du bist Gott; es gibt keinen Gott außer Dir. Ich bezeuge, dass in Dir allein Deine Eigenschaften zum Ausdruck kommen, dass niemandes Lobpreis außer dem Deinen zu Deinem heiligen Hof aufsteigen kann und dass niemand Deine Eigenschaften auszuloten vermag außer Dir selbst.

1 Qur’án 6:103

Ruhm sei Dir! Erhaben bist Du über jede Beschreibung außer der Deinen, denn menschliches Begreifen kann Deine Tugenden nicht angemessen preisen noch den Kern Deines Wesens verstehen. Fern sei Deiner Herrlichkeit, dass Deine Geschöpfe Dich beschreiben oder dass ein anderer als Du selbst Dich kennen sollte! Ich erkenne Dich, o mein Gott, weil Du Dich mir bekannt gemacht; denn hättest Du Dich mir nicht offenbart, so hätte ich Dich nicht erkannt. Ich bete Dich an, weil Du mich vor Dich geladen; denn hättest Du mich nicht gerufen, so betete ich Dich nicht an. Gelobt seiest Du, o mein Gott, meine Verfehlungen türmen sich hoch und meine Sünden haben ein quälendes Ausmaß erreicht. Wie schmachvoll wird sich mein Zustand in Deiner heiligen Gegenwart erweisen! Ich habe versäumt, Dich in dem Maße zu erkennen, wie Du Dich mir enthülltest; ich habe versäumt, Dich mit einer Hingabe anzubeten, die Deinem Rufe würdig ist; ich habe versäumt, Dir zu gehorchen, da ich den Pfad Deiner Liebe nicht so ging, wie Du mir eingabst.

Deine Macht bezeugt mir, o mein Gott, was Dir ziemt, ist weit größer und erhabener als was je ein Wesen hoffen könnte zu erreichen. Fürwahr, nichts kann Dich je begreifen wie es Deiner wert ist, noch kann ein dienendes Geschöpf Dich preisen wie Deiner Anbetung ziemt. So vollkommen und umfassend ist Dein Beweis, o mein Gott, dass sein Wesen die Beschreibung jeder Seele übersteigt, und so überreich strömen Deine Gaben, dass kein Sinn ihr grenzenloses Ausmaß schätzen kann.

O mein Gott! O mein Meister! Ich flehe zu Dir bei Deinen mannigfachen Gaben und bei den Säulen, die Deinen Thron der Herrlichkeit tragen, habe Mitleid mit diesen einfachen Menschen, die unfähig sind, die Nöte dieses flüchtigen Lebens zu ertragen; wieviel weniger können sie Deine Züchtigung im kommenden Leben ertragen – eine Züchtigung, verordnet durch Deine Gerechtigkeit, ausgelöst durch Deinen Zorn und ewig fortdauernd.

Ich bitte Dich bei Dir selbst, o mein Gott, mein Herr und mein Meister, bitte Du für mich. Vor Deiner Gerechtigkeit bin ich unter Deine Gnade geflohen. Als Zuflucht suche ich Dich und jene, die nicht von Deinem Pfade weichen, sei es auch nur für einen Augenblick – sie, um dererwillen Du die Schöpfung erschufst, zum Zeugnis Deiner Gunst und Großmut.

7:33 [205] O mein Gott! Du allein kannst die Qual meiner Seele lindern, und Du bist mein höchstes Trachten, o mein Gott. Mein Herz ist nur Dir vermählt und denen, die Du liebst. Ich erkläre feierlich, dass beides, mein Leben und mein Tod, für Dich bestimmt ist. Wahrlich, Du bist unvergleichlich und hast keinen Ebenbürtigen.

O mein Herr! Ich bitte Dich, mir zu vergeben, dass ich mich selbst vor Dir verschlossen habe. Bei Deiner Herrlichkeit und Majestät, ich habe es versäumt, Dich geziemend zu erkennen und anzubeten, während Du Dich mir zu erkennen gibst und mich dazu aufrufst, Deiner zu gedenken, wie es Deiner Stufe ziemt. Schmerzliche Pein befiele mich, o mein Herr, zögest Du mich wegen meiner Verstöße und Vergehen zur Verantwortung. Ich kenne keinen anderen Helfer als Dich. Unter keinen Schutz kann ich fliehen, außer zu Dir. Keines Deiner Geschöpfe kann es wagen, ohne Deine Erlaubnis bei Dir Fürsprache einzulegen. Ich halte mich fest an Deine Liebe vor Deinem Hofe und bete inbrünstig zu Dir, wie Du befiehlst und wie es Deiner Herrlichkeit geziemt. Ich bitte Dich, auf meinen Ruf zu achten, wie Du mir versprochen hast. Wahrlich, Du bist Gott; es gibt keinen Gott außer Dir. Allein und ohne Hilfe bist Du unabhängig von allem Erschaffenen. Weder kann die Ergebenheit Deiner Liebenden Dir nützen, noch können die Missetaten der Ungläubigen Dir schaden. Wahrlich, Du bist mein Gott, der nie Sein Versprechen bricht.

O mein Gott! Ich flehe Dich an bei Deinen Gunstbeweisen, lasse mich den erhabenen Höhen Deiner heiligen Gegenwart nahe kommen und bewahre mich vor jeder Neigung zu den leisen Andeutungen anderer außer Dir. Lenke meine Schritte, o mein Gott, auf das, was Dir willkommen ist und Dir gefällt. Schütze mich durch Deine Macht vor der Wut Deines strafenden Zornes und halte mich davon zurück, in Behausungen einzutreten, die Du nicht willst.

7:34 [206] O mein Gott! Ich habe versäumt, Dich so zu erkennen, wie es Deiner Herrlichkeit würdig ist, und Dich so zu fürchten, wie es meiner Stufe ziemt. Wie kann ich Deiner in diesem Zustand gedenken und wie kann ich Dir mein Gesicht zuwenden, wenn ich meiner Pflicht, Dich anzubeten, nicht genügte?

Du riefest mich nicht ins Dasein, um die Kraft Deiner Macht zu beweisen, die unverkennbar klar und offenkundig ist; denn Du bist Gott, der seit Ewigkeit war, als nichts bestand. Vielmehr erschufst Du uns durch Deine überragende Macht, damit wir gnädiglich Erwähnung finden vor den strahlenden Manifestationen Deines Gedenkens.

Ich habe kein Wissen um Dich, o mein Gott, als was Du mich gelehrt hast, Dich zu erkennen – ein Wissen, das nur mein Fehlen und meine Sündhaftigkeit widerspiegelt. Hier bin ich denn, o mein Gott, völlig Dir geweiht und willens zu tun, was Du wünschest. Demütig werfe ich mich nieder vor den Offenbarungen Deines Erbarmens und bekenne, dass Du Gott bist, dass es keinen Gott gibt außer Dir, dass Du unvergleichlich bist, keinen Gefährten und nichts Deinesgleichen hast. Du selbst bist dafür Zeuge, wie es Deiner Herrlichkeit entspricht.

7:35 [207] Er ist Gott, der unumschränkte Herrscher, der Ewiglebende, Er, Dessen Hilfe alle Menschen erflehen.

Gepriesen und verherrlicht bist Du, o Herr! Die Welt des Daseins und die Seelen der Menschen bezeugen, dass Du die Offenbarungen Deines Werks überragst, und die Träger Deiner Namen und Eigenschaften verkünden, dass Du unermesslich erhaben bist über ein Lob wie es die Bewohner der Reiche von Schöpfung und Erfindung Dir darbringen. Alle Erscheinungen und Wirklichkeiten verweisen auf die Einheit Deines Wesens und alle Zeichen und Zeugnisse spiegeln die Wahrheit, dass Du Gott bist und dass es für Dich in den Reichen von Himmel und Erde keinen Gefährten oder Gleichen gibt.

Unermesslich hoch und geheiligt bist Du, o Herr! Dein göttliches Sein bezeugt, dass Du allen, die in Deinem Reiche des Daseins weilen, ein Rätsel bist, und Dein innerstes Wesen verkündet, dass Du weit über der Beschreibung jener stehst, die Deine Herrlichkeit offenbaren.

Die Zeichen, welche die geheiligten Wesen offenbaren, die Worte, die die erhabenen Wirklichkeiten ausdrücken, und die Andeutungen, die die geistigen Wesenheiten manifestieren, verkünden alle, dass Du unermesslich erhaben bist über den Zugriff der Verkörperungen des Daseinsreiches. Alle bezeugen feierlich, dass Du unermesslich hoch über der Beschreibung derer bist, die in Schleier der Einbildung gehüllt sind. Preis sei Dir, o Herr! Dein göttliches Sein ist ein sicheres Zeugnis der Einheit Deines innersten Wesens. Deine höchste Göttlichkeit bezeugt die Einheit Deines Selbstes, und die Wirklichkeit alles Erschaffenen bekundet, dass kein Band Dich fesselt an etwas im Reich der Schöpfung, welches Du geformt.

Jeder Wahrnehmungsfähige, der die edlen Höhen der Loslösung erklommen, und jeder Beredte, der die hehrste Stufe erlangt hat, bezeugt, dass Du Gott bist, der Unvergleichliche, dass Du Dir im Reiche der Schöpfung keinen Gefährten bestimmt hast und dass es im Reiche der Erfindung keinen gibt, der mit Dir zu vergleichen wäre. Weise, die nur eine Ahnung der Offenbarung Deiner Herrlichkeit hatten, machten sich ein Bild von Dir nach ihrem Verständnis. Gelehrte, die von den mannigfachen Zeugnissen Deiner Herrlichkeit und Güte einen Schimmer nur erhaschten, ersinnen Dir Gefährten nach ihrer Vorstellung.

Verherrlicht, unermesslich verherrlicht bist Du, o Herr! Jeder Einsichtige irrt weit ab bei seinem Versuch, Dich zu erkennen, und jeder umfassend Gebildete wird tief verwirrt bei seiner Suche nach Dir. Jedes Zeugnis bleibt hinter Deinem unerkennbaren Wesen zurück und jedes Licht schwindet und versinkt am Horizont, sieht es sich einem Schimmer nur des Strahlenglanzes Deiner Macht gegenüber.

Schenke mir, o mein Herr, gnädig Deine Wohltat und Deine hilfreichen Gaben und gewähre mir, was der Erhabenheit Deiner Herrlichkeit ziemt. Hilf mir, o mein Herr, einen einzigartigen Sieg zu erringen. Öffne Du vor mir die Tür sicheren Erfolgs und laß nahe sein, was Du versprochen hast. Du bist in Wahrheit mächtig über alle Dinge. Erquicke mein Herz, o mein Gott, mit den Lebenswassern Deiner Liebe und laß mich trinken, o mein Meister, aus dem Kelche Deines zarten Erbarmens. Laß mich wohnen, o mein Herr, in Deiner Herrlichkeit Heim und gestatte mir, o mein Gott, herauszutreten aus dem Dunkel, in das Deine göttliche Verborgenheit gehüllt ist. Laß mich teilhaben an allem Guten, das Du Ihm, dem Punkt, und den Vertretern Seiner Sache, gewährt hast, und verordne für mich, was Dir ziemt und Deiner Stufe gut ansteht. Vergib mir gnädig, was ich in Deiner heiligen Gegenwart getan, und schaue auf mich nicht mit dem Blick der Gerechtigkeit, sondern erlöse mich durch Deine Gnade, laß Deine Milde an mir walten und behandle mich mit Deiner gütigen Nachsicht, wie es Deiner Herrlichkeit würdig ist.

Du bist der Immervergebende, der Allherrliche, der Spender von Gunst und Gaben, der Herr überreicher Gnade. Wahrlich, es gibt keinen Gott als Dich. Du bist der Allbesitzende, der Höchste.

Geheiligt bist Du, o Herr, Du, dem alle Dank sagen. Alles, was ich von Dir behauptete, wäre nur mutwilliger Frevel vor Dir; und welches Dein-Gedenken ich auch wählte, es wäre doch der Sünde Wesen. Aller Lobpreis, womit ich Dich verherrlichte, bedeutete schiere Lästerung. Niemand außer Dir war je fähig, Dein Geheimnis zu erfassen, noch wird je jemand dazu fähig sein. Niemand entdeckte je Dein Wesen und niemandem wird dies je gelingen.

Verherrlicht bist Du ! Es gibt keinen Gott außer Dir. Du bist in Wahrheit der höchste Herrscher, der Helfer in Gefahr, der Höchste, der Unvergleichliche, der Allmächtige, der Allmachtvolle. Wahrlich, Du bist mächtig in Deiner Meisterschaft, der Herr überragender Herrlichkeit und Majestät.

Beschütze, o Gott, wer dieses Gebet auswendig lernt und es spricht des Tages und zur Nacht. Wahrlich, Du bist Gott, der Herr der Schöpfung, der Allgenügende. Du bist Deinem Versprechen treu und tust, was immer Dir gefällt. Du bist der Eine, der in Seinen Händen die Herrschaft von Erde und Himmel hält. Wahrlich, Du bist der Allmächtige, der Unerreichbare, der Helfer in Gefahr, der Allbezwingende.

7:36 [210] O mein Gott, mein Herr und mein Meister! Ich habe mich von meiner Verwandtschaft losgesagt, suche durch Dich unabhängig zu werden von allen, die auf Erden wohnen, allzeit bereit zu empfangen, was in Deinen Augen rühmlich ist. Verleihe mir das Gute, das mich unabhängig macht von allem außer Dir, und gewähre mir reichen Anteil an Deinen unbegrenzten Gaben. Wahrlich, Du bist der Herr grenzenloser Gnade.

7:37 [210] Ich beschwöre Dich bei Deiner Macht, o mein Gott! Laß kein Leid mich bedrängen in Zeiten der Prüfung und lenke, wenn ich achtlos bin, meine Schritte recht durch Deine Eingebung. Du bist Gott. Mächtig bist Du zu tun, was Du willst. Niemand kann Deinem Willen widerstehen oder Deine Absicht vereiteln.

7:38 [211] Ich erbitte Deine Vergebung, o mein Gott, und erflehe Deine Verzeihung, so wie Du wünschest, dass sich Deine Diener Dir zuwenden. Ich bitte Dich, wasche unsere Sünden hinweg, wie es Deiner Herrschaft entspricht, und vergib mir, meinen Eltern und denen, die nach Deinem Urteil das Heim Deiner Liebe so betreten haben, wie es Deiner allüberragenden Herrschaft würdig ist und der Herrlichkeit Deiner himmlischen Macht zukommt.

O mein Gott! Du hast meine Seele ermutigt, demütig zu Dir zu flehen, und nur um Deinetwillen rufe ich zu Dir. Gepriesen und verherrlicht seiest Du! Dir sage ich Dank, dass Du Dich mir offenbartest, und bitte Dich, mir zu vergeben, da ich meiner Pflicht nicht nachkam, Dich zu erkennen, und säumte, auf dem Pfade Deiner Liebe zu wandeln.

7:39 [211] Gelobt sei Dein Name, o Herr unser Gott! Du bist fürwahr der Wissende um das Ungeschaute. Verordne für uns soviel Gutes, wie Dein allumfassendes Wissen zumessen kann. Du bist der unumschränkte Herr, der Allmächtige, der Meistgeliebte.

Aller Preis sei Dir, o Herr! Wir werden am festgesetzten Tag Deine Gnade suchen und unser ganzes Vertrauen in Dich setzen, der Du unser Herr bist. Verherrlicht seiest Du, o Gott! Gewähre uns, was gut und schicklich ist, damit wir fähig werden, alles zu entbehren außer Dir. Wahrlich, Du bist der Herr aller Welten.

O Gott! Belohne jene, die in Deinen Tagen geduldig ausharren, und stärke ihre Herzen, dass sie unbeirrt auf dem Pfade der Wahrheit wandeln. Gewähre ihnen, o Herr, solche guten Gaben, die ihnen den Eintritt in Dein seliges Paradies erlauben. Gepriesen seiest Du, o Herr, Gott! Laß Deinen himmlischen Segen auf die Wohnstätten derer herabkommen, die an Dich glauben. Wahrlich, unübertroffen bist Du, göttlichen Segen zu spenden. Sende, o Gott, Heerscharen aus, die Deine getreuen Diener siegreich machen. Durch die Kraft Deines Ratschlusses gestaltest Du alles Erschaffene, wie es Dir gefällt. Du bist in Wahrheit der unumschränkte Herrscher, der Schöpfer, der Allweise.

Sprich: Gott ist fürwahr der Schöpfer aller Dinge. Er gibt, wem Er will, ein Auskommen in Fülle. Er ist der Erzeuger, der Ursprung aller Wesen, der Bildner, der Allmächtige, der Schöpfer, der Allweise. Er trägt die ehrenvollsten Namen in allen Himmeln, auf Erden und in allem dazwischen. Alle tun, was Er befiehlt, die Bewohner der Erde und des Himmels feiern Sein Lob, und zu Ihm kehren alle zurück.

7:40 [212] Durch Deine Offenbarung, o mein Gott, hast Du mich befähigt, Dich zu erkennen, und durch das Strahlen Deiner glänzenden Pracht hast Du mich mit Deinem Gedenken erfüllt. Du bist der eine, der mir am nächsten ist, nichts ist zwischen Dir und mir. Du bist Der, Dessen Macht nichts, was es auch sei, vereiteln kann. Fern sei es denn Deinem Wesen, dass die mächtigsten Vögel der Menschenseelen oder menschlichen Vorstellens sich je zu seiner Höhe aufschwängen. Zu hoch ist Dein heiliges Wesen, dass die erhabensten Gedanken der Verstehenden zu Dir gelangten. Seit ewig hat niemand Dein Selbst begriffen und auf ewig wirst Du bleiben, was Du warst seit unvordenklicher Zeit und ohne einen neben Dir.

Verherrlicht sei Dein Name, Du bist der Meistgeliebte und hast mich befähigt, Dich zu erkennen, Du bist der Allgerühmte und hast mich gnädiglich bestätigt mit Deiner Liebe. Du bist der Altehrwürdige der Tage, den niemand je beschreiben kann, durch die Zeugnisse Deiner Herrlichkeit und Majestät. Du bist der Mächtige, den niemand je verstehen kann, durch die Offenbarungen Deiner Größe und Schönheit, denn der Majestät und Hoheit Ausdruck, die Attribute der Herrschaft und Schönheit sind nur Zeichen Deines göttlichen Willens und der strahlende Widerschein Deiner Herrschaft. Sie künden mit ihrer Natur und ihrem Wesen, dass der Weg versperrt, und sie bezeugen, dass der Pfad unzugänglich jenseits menschlichen Erreichens liegt.

7:41 [213] Im Namen Deines Herrn, des Schöpfers, des Herrschers, des Allgenügenden, des Erhabensten, Dessen Hilfe alle Menschen erflehen.

Sprich: O mein Gott! O Du Schöpfer der Himmel und der Erde, o Herr des Königreiches! Du kennst meines Herzens Geheimnisse, Dein Wesen aber ist unergründlich allen außer Dir. Du siehst alles, was von mir ist, und niemand vermag dies außer Dir. Gewähre mir durch Deine Huld, was mich befähigt, alles zu entbehren außer Dir, und bestimme für mich, was mich unabhängig macht von jedem außer Dir. Gib, dass ich die Früchte meines Lebens ernte in dieser und der zukünftigen Welt. Öffne vor meinem Angesicht die Tore Deiner Gnade und schenke mir gnädiglich Dein zartes Erbarmen und Deine Gaben.

O Du Herr überströmender Gnade! Umgib mit Deiner himmlischen Hilfe die, so Dich lieben, und verleihe uns die Gaben und Wohltaten, die Du besitzest. Genüge Du uns über alles, vergib unsere Sünden und erbarme Dich unser. Du bist unser Herr und der Herr alles Erschaffenen. Nur zu Dir flehen wir, nichts erbitten wir denn Deine Gunst. Du bist der Herr der Großmut und der Gnade, unbesiegbar in Deiner Macht, der Fähigste der Planer. Es gibt keinen Gott außer Dir, dem Allbesitzenden, dem Erhabensten.

O mein Herr, verleihe Deinen Segen den Boten, den Heiligen und den Gerechten. Wahrlich, Du bist Gott, der Unvergleichliche, der Allbezwingende.

7:42 [214] Verherrlicht seiest Du, o Herr mein Gott! Du bist in Wahrheit der König der Könige. Du verleihst, wem Du willst, unumschränkte Gewalt und nimmst sie, wem Du willst. Du erhöhst, wen Du willst, und demütigst, wen Du willst. Du machst siegreich, wen Du willst, und erniedrigst, wen Du willst. Du gewährst Wohlstand, wem Du willst, und bringst in Armut, wen Du willst. Du lässest, wen Du willst, obsiegen über wen Du willst. In Deiner Hand hältst Du das Reich alles Erschaffenen, und durch die Kraft Deines unumschränkten Befehls rufst Du ins Dasein, wen Du willst. Wahrlich, Du bist der Allwissende, der Allmächtige, der Herr der Macht.

7:43 [214] Gepriesen und verherrlicht bist Du, o Gott! Laß den Tag nahen, da wir Deine heilige Gegenwart erlangen. Erfreue unsere Herzen durch die Macht Deiner Liebe und Deines Wohlgefallens und verleihe uns Standhaftigkeit, damit wir uns aus freien Stücken Deinem Willen und Deinem Ratschluß unterwerfen. Wahrlich, Dein Wissen umfasst alles, was Du erschaffen hast oder erschaffen wirst, und Deine himmlische Macht überragt alles, was Du ins Dasein gerufen hast oder rufen wirst. Du allein bist das Ziel aller Anbetung, aller Sehnsucht, aller Verehrung, und nur Dein Wohlgefallen verdient geliebt zu werden.

Wahrlich, Du bist der höchste Herrscher, die unumschränkte Wahrheit, der Helfer in Gefahr, der Selbstbestehende.

7:44 [215] Du weißt sehr wohl, o mein Gott, dass Drangsal mich von allen Seiten überkam, und niemand kann sie enden oder wenden außer Dir. Ich weiß dank meiner Liebe zu Dir mit Gewissheit, dass Du keinen Menschen von Drangsal heimsuchen lässest, es sei denn, Du wünschest seine Stufe in Deinem himmlischen Paradies zu erhöhen und sein Herz in diesem irdischen Leben mit dem Bollwerk Deiner allbezwingenden Macht zu sitzen, dass es nicht zu den Eitelkeiten dieser Welt verleitet werde. Du weißt fürwahr, dass ich das Gedenken an Dich weit mehr schätze als den Besitz all dessen, was Himmel und Erde bergen.

Stärke mein Herz, o mein Gott, im Gehorsam vor Dir und in Deiner Liebe und gib, dass ich der ganzen Rotte Deiner Feinde ledig sei. Wahrlich, ich schwöre bei Deiner Herrlichkeit, dass ich nichts ersehne außer Dir, noch irgend etwas wünsche außer Deiner Gnade oder etwas anderes fürchte als Deine Gerechtigkeit. Ich bitte Dich, vergib mir und denen, die Du liebst, ganz wie es Dir gefällt. Wahrlich, Du bist der Allmächtige, der Freigebige.

Hoch erhaben bist Du, o Herr der Himmel und der Erde, über das Lob aller Menschen. Friede sei mit Deinen getreuen Dienern, und Ruhm sei Gott, dem Herrn aller Welten.

7:45 [216] Preis sei Dir, o Herr, mein Meistgeliebter! Mache mich standhaft in Deiner Sache und gib, dass ich zu denen gerechnet werde, die weder Deinen Bund brechen noch den Götzen ihres eitlen Wahns folgen. Lasse mich alsdann einen Sitz der Wahrheit in Deiner Gegenwart erlangen, gewähre mir ein Zeichen Deines Erbarmens und vereinige mich mit solchen Deiner Diener, über die keine Furcht und kein Kummer kommen soll. Überlasse mich nicht mir selbst, o mein Herr, noch beraube mich der Erkenntnis Dessen, der die Manifestation Deiner selbst ist, und rechne mich nicht zu denen, die sich abgewandt haben von Deiner heiligen Gegenwart. Zähle mich, o mein Gott, zu den Begünstigten, die ihren Blick fest auf Deine Schönheit richten und darin solche Freude finden, dass sie keinen Augenblick davon gegen die Herrschaft über Himmel und Erde oder das ganze Reich der Schöpfung eintauschten. Erbarme Dich meiner, o mein Herr, in diesen Tagen, da die Völker Deiner Erde schmerzlich irren; rüste mich sodann, o mein Gott, mit allem, was Du für gut und ziemlich hältst. Du bist wahrlich der Allmachtvolle, der Gütige, der Freigebige, der Immervergebende.

Gib, o mein Gott, dass ich nicht zu denen zähle, deren Ohren taub, deren Augen blind, deren Zungen stumm sind und deren Herzen nicht begreifen wollen. Errette mich, o Herr, aus dem Feuer der Unwissenheit und der Selbstsucht; gewähre mir Zutritt an den Hof Deiner allüberragenden Gnade und sende hernieder auf mich, was Du für Deine Erwählten verordnet hast. Mächtig bist Du zu tun, was Du willst. Wahrlich, Du bist der Helfer in Gefahr, der Selbstbestehende.

7:46 [217] O mein Gott, o mein Herr, o mein Meister! Ich bitte Dich, vergib mir, wenn ich Freude suchte außer Deiner Liebe, Behagen außer Deiner Nähe, Wonne außer Deinem Wohlgefallen oder Sein außerhalb der Gemeinschaft mit Dir.

7:47 [217] Du siehst, o mein Herr, meinen Wohnort inmitten dieses Berges und Du bezeugst meine Langmut. Wahrlich, ich habe nichts gewünscht denn Deine Liebe und die Liebe derer, die Dich lieben. Wie kann ich, im Bewusstsein meiner Nichtigkeit vor dem Wohnsitz Deiner Herrlichkeit, Deiner Herrschaft strahlende Schönheit preisen? Doch das Leid der Einsamkeit und Verlassenheit drängt mich, Dich anzuflehen mit diesem Gebet; vielleicht werden Deine gläubigen Diener meines Klagelieds gewahr und flehen Dich an um meinetwillen, und Du wolltest ihre Gebete gnädig erhören zum Zeichen Deiner Gnade und Deiner Gunst. Ich bezeuge, dass es keinen Gott gibt als Dich, dem Herrschaft, Größe, Herrlichkeit und Macht eignen, wie keiner Deiner Diener sich vorstellen oder begreifen kann. Du wirst fürwahr kraft dessen, was Deinem Wesen innewohnt, allen außer Dir selbst immer unergründlich bleiben.

7:48 [217] Gibt es einen Beseitiger von Schwierigkeiten außer Gott? Sprich: Gelobt sei Gott! Er ist Gott! Alle sind Seine Diener und alle stehen durch Seinen Befehl.

Anhang

Nachwort

Seitdem Shoghi Effendi seine Übersetzung von Nabíls Bericht1 publiziert und in seinen Werken den Báb und Seine erhabene Stufe dargestellt2 hat, besteht der Bedarf, authentische Texte aus der Feder Dessen kennenzulernen, der nicht nur als Vorläufer und Prophet der Bahá’í-Religion verehrt wird, sondern in erster Linie als Stifter und Zentralgestalt einer unabhängigen Hochreligion bekannt wurde. Angesichts der unermesslichen Fülle von Schriften des Báb war eine sorgfältige Auswahl erforderlich, der sich im Auftrag der Forschungsabteilung des Universalen Hauses der Gerechtigkeit eine Arbeitsgruppe unter der Leitung des Übersetzers und langjährigen Mitglieds der Forschungsabteilung Habib Taherzadeh unterzog.

1 Shoghi Effendi (Hrsg.): The Dawn Breakers, Wilmette 1932; deutsch: Nabíls Bericht aus den frühen Tagen der Bahá’í-Offenbarung, Hofheim-Langenhain Bd. 1: 1975; Bd. 2: 1982

2 Gott geht vorüber, Hofheim-Langenhain 1974

Siyyid1 ‚Alí-Muhammad, der Báb, geboren am 20. Oktober 1819 in Shiráz, Südpersien, einer angesehenen Kaufmannsfamilie entstammend und lange Zeit selbst als Kaufmann tätig, fiel früh Seinen Lehrern durch Sein intuitives Wissen auf. Er befaßte sich mit religiösen Studien und Meditationen im Zusammenhang mit der islámischen Mystik und Eschatologie, wie sie vor allem in der Shaykhí-Bewegung2 gepflegt wurden.

1 Siyyid = Nachfahre des Propheten Muhammad

2 Von Shaykh Ahmad-i-Ahsá’í (1753-1826) Ende des 18. Jhs. begründete Schule, die das Auftreten des im Islám verheißenen endzeitlichen Gottesboten, des »Qá’im«, als unmittelbar bevorstehend erwartete.

Auf einer Reise zu den shí’itischen Heiligtümern im Iráq wurde Er von Siyyid Kázim-i-Rashtí1 aufgesucht, der Ihm ein hohes Maß an Ehrerbietung erwies. Einer der von Siyyid Kázim ausgesandten Sucher, Mullá Husayn aus Bushrúyih, war es, dem der junge Siyyid ‚Alí-Muhammad bei einer denkwürdigen Unterredung in der Nacht zum 23. Mai des Jahres 1844 in Shiráz Sich als der verheißene Qá’im2 erklärte, als Träger einer eigenständigen Offenbarung – wie vor Ihm Moses, Christus und Muhammad. Als Hauptaufgabe Seiner Sendung betrachtete Er es, Wegbereiter eines anderen Gottesboten zu sein, der die Verheißungen aller früheren Religionen erfüllen werde. In diesem Sinne nannte Er sich »Báb«, »das Tor«.

1 Nachfolger von Shaykh Ahmad-i-Ahsá’i und Oberhaupt der Shaykhí-Schule, 1793l843, lehne in Karbilá. Siyyid Kázim hieß vor seinem Tod die Jünger über das Land ausschwärmen, um den Verheißenen zu suchen.

2 vgl. Anm.2 zu vorletztem Absatz

Mit diesem Anspruch stellte der Báb Seine Zeitgenossen vor eine ungeheure Herausforderung, traf Er doch in einer Zeit hochgespannter Endzeiterwartung bei vielen Menschen auf begeisterte Zustimmung, indes die islámische Orthodoxie, vertreten durch die allesbeherrschende Geistlichkeit, den religiösen Neuerer erbittert ablehnte und als Häretiker verfolgte. Während sich die Bábí-Religion – von zeitgenössischen westlichen Beobachtern überwiegend als sozialistische Reformbewegung interpretiert – rasch in ganz Persien ausbreitete, wurde ihr Stifter, der Báb, in Shiráz gefangen gesetzt, in die abgelegenen Gebirge Ádhirbáyjáns verbannt und auf den Festungen Mákú und Chihríq eingekerkert. Am 9. Juli 1850 wurde Er in Tabríz öffentlich hingerichtet. Seine Anhänger, die Bábí, waren jahrelang blutigen Verfolgungen ausgesetzt. Tausende erlitten den Märtyrertod. Ihr begeisterter Opfermut ließ schon früh die Kunde vom Entstehen einer neuen Religion bis nach Europa dringen.1

1 zur Geschichte der Bábí-Religion allgemein: Abbas Amanat : Resurrection and Renewal. The Making of the Bábí Movement in Iran, 1844-1850, Ithaca and London 1989 (mit ausführlicher Bibliographie); Shoghi Effendi: Gott geht vorüber, Hofheim-Langenhain 1974; Shoghi Effendi (Hrsg. ): Nabíls Bericht aus den frühen Tagen der Bahá’í-Offenbarung, Hofheim-Langenhain Bd. 1: 1976; Bd. 2: 1982; H. M. Balyuzi: The Báb. The Herald of the Day of Days, Oxford 1974; zur westlichen Reaktion: M. Momen (Ed.): The Bábí and Bahá’í Religions, 1844-1944, Oxford 1981

Der zweite Aspekt der religiösen Sendung des Báb – Wegbereiter zu sein für Den, »Den Gott offenbaren wird«, – verwirklichte sich durch einen Seiner bekanntesten und tatkräftigsten Jünger, Mirzá Husayn-‚Alí-Núrí, der bereits 1863 im Kreise Seiner Vertrauten, dann ab 1867 in Sendschreiben an die bedeutendsten geistlichen und weltlichen Herrscher Seiner Zeit den Anspruch erhob, der vom Báb verheißene Gottesbote zu sein. Er führte einen Titel, der diesem Selbstverständnis entsprach: »Bahá’u’lláh«, »die Herrlichkeit Gottes«. Die überwiegende Mehrheit der Anhänger des Báb anerkannte im Laufe der Jahre Seinen Anspruch: aus den Bábí wurden Bahá’í; die Bábí-Religion wurde abgelöst durch die Báha’í-Religion.2

2 zur Geschichte der Bahá’í-Religion: Shoghi Effendi: Gott geht vorüber a.a.O., H. M. Balyuzi : Bahá’u’lláh. The King of Glory, Oxford 1980

Die hier in Umrissen dargestellte Entwicklung erläutert Shoghi Effendi, Urenkel Bahá’u’lláhs und zugleich entfernter Verwandter des Báb, so: »Der Glaube Bahá’u’lláhs sollte in der Tat … als der Höhepunkt eines Zyklusses, der letzte Abschnitt in einer Reihe aufeinanderfolgender, vorläufiger, fortschreitender Offenbarungen betrachtet werden, die, beginnend mit Adam und endend mit dem Báb, den Weg bereitet und mit wachsendem Nachdruck das Kommen jenes Tages der Tage angekündigt haben, da Er, der Verheißene aller Zeitalter, offenbart wird.«3

3 Shoghi Effendi: Die Weltordnung Bahá’u’lláhs, Hofheim-Langenhain 1977, p156

Die Schriften1 des Báb, aus denen die vorliegende Auswahl zusammengestellt wurde, beschreibt Shoghi Effendi in einem Überblick wie folgt (GGV S.25-p.30):

1 vgl. die ausführliche Bibliographie bei A. Amanat, a.a.O., p.422-450

Sowohl hinsichtlich des Umfangs der aus Seiner Feder hervorgegangenen Schriften als auch der Mannigfaltigkeit der in ihnen behandelten Fragen ist Seine Offenbarung in den Annalen aller früheren Religionen ohnegleichen. Als Er noch ein Gefangener in Mákú war, hatten Seine Schriften zu den verschiedensten Themen, wie Er selbst feststellt, einen Umfang von über fünfhunderttausend Versen erreicht, und Bahá’u’lláh bestätigt: »Die dieser Wolke göttlicher Gnade entströmten Verse waren so überreichlich, dass noch niemand ihre Zahl zu schätzen wusste. Wohl zwanzig Bände sind jetzt zur Hand. Wie viele bleiben uns noch unerreichbar! Wie viele sind geraubt worden und in die Hände der Feinde gefallen, und niemand kennt ihr Schicksal.« Nicht weniger fesselnd ist die in diesen umfangreichen Schriften anzutreffende Vielfalt von Gebeten, Predigten, Ansprachen, Besuchstablets, wissenschaftlichen Abhandlungen, Lehr- und Mahnreden, Kommentaren zum Qur’án und verschiedenen Überlieferungen, Sendschreiben an die höchsten religiösen und kirchlichen Würdenträger des Reiches, sowie Gesetzen und Verordnungen zur Festigung Seines Glaubens und zur Lenkung der Aktivitäten Seiner Anhänger.

Bereits in Shiráz hatte Er in der frühesten Zeit Seines Wirkens ein Buch offenbart, das Bahá’u’lláh »das erste, größte und machtvollste aller Bücher in der Bábí-Sendung« nennt. Es ist dies der als Qayyúmu’l-Asmá‘ bezeichnete berühmte Kommentar zur Sure Josef … Dieses über neuntausenddreihundert Verse umfassende und in einhundertelf Kapitel unterteilte Werk, dessen einzelne Kapitel jeweils einen Kommentar zu einem Vers der oben erwähnten Sure darstellen,… preist die Tugenden Bahá’u’lláhs, der »Spur Gottes«, des »Größten Meisters«, verheißt Dessen Kommen, und verkündet in unmißverständlicher Sprache die Unabhängigkeit und den umfassenden Charakter der Bábí-Offenbarung …

Es war dieses Buch, das die Bábí allgemein während nahezu der gesamten Zeit, da der Báb wirkte, als den Qur’án des Volkes des Bayán betrachteten. Sein erstes, am stärksten herausforderndes Kapitel wurde während jener Nacht, da sich sein Verfasser erklärte, in Gegenwart von Mullá Husayn offenbart, und eben dieser Jünger überbrachte einige Seiten davon Bahá’u’lláh als erste Frucht einer Offenbarung, die in Ihm sofort einen begeisterten Anhänger fand …

Der größte Teil jener Schriften, die der fruchtbare Geist des Báb hervorbrachte, war jedoch der Zeit Seiner Haft in Mákú und Chihríq vorbehalten …

Innerhalb der Mauern jener Festung (Mákú) wurde auch der Bayán (Erklärung) offenbart, jene großartige Schatzkammer von Gesetzen und Verhaltensregeln der neuen Sendung, jene Fundstätte der meisten Hinweise und Würdigungen, aber auch Warnungen des Báb hinsichtlich »Dessen, Den Gott offenbaren wird«. Unerreicht steht es unter den Lehrwerken des Begründers der Bábí-Sendung da … Es stellt die Erfüllung einer muhammadanischen Verheißung dar, dass »ein Jüngling von den Bani-Háshim … ein neues Buch offenbaren und ein neues Gesetz hervorbringen« werde, und blieb glücklicherweise völlig von den Einschiebseln und Verderbungen bewahrt, denen so manches der kleineren Werke des Báb zum Opfer gefallen ist. Dieses etwa achttausend Verse umfassende Buch, der Dreh- und Angelpunkt der Bábí-Literatur, sollte in erster Linie als Lobpreis des Verheißenen und erst danach als eine Sammlung von Gesetzen und Verordnungen zur andauernden Führung künftiger Generationen angesehen werden …

Um die gleiche Zeit wurde auch der Dalá’il-i-Sab’ih (Sieben Beweise), die bedeutendste unter den kämpferischen Schriften des Báb, offenbart. Sie ist von bemerkenswerter Klarheit und bewunderswerter Genauigkeit, originell in ihrer Konzeption (und) unwiderleglich in der Beweisführung …

In diese Zeit der Gefangenschaft auf den Festungen Mákú und Chihríq, einer Periode unübertroffener Fruchtbarkeit, zugleich aber bitterer Demütigungen und in zunehmendem Maße schmerzlicher Sorgen, fallen fast alle Warnungen, Aufrufe und Ermahnungen, die in schriftlicher Form zu geben sich der Báb angesichts der herannahenden Stunde Seines höchsten Leidens genötigt sah, um auf den Urheber einer Offenbarung hinzuweisen, die bald an die Stelle Seiner eigenen treten sollte …1

1 Shoghi Effendi: Gott geht vorüber, a.a.O. p25-30

Im Qayyúmu’l-Asmá‘ … sind folgende Hinweise auf Bahá’u’lláh zu lesen: »Aus dem äußersten Nichtsein hast Du, o großer und allmächtiger Meister, mich durch das himmlische Wirken Deiner Macht hervorgebracht und mich erhoben, diese Offenbarung zu verkünden. Ich habe niemanden als Dich zu meinem Glaubenshort gemacht, ich habe mich an keinen anderen Willen als den Deinen geklammert … O Du Spur Gottes! Ich habe mich ganz für Dich geopfert; Ich habe um Deinetwillen Verfluchungen auf mich genommen und nach nichts verlangt als nach dem Märtyrertode auf dem Pfade Deiner Liebe. Wahrhaftiger Zeuge für mich ist Gott, der Erhabene, der Beschützer, der Altehrwürdige der Tage.«1

1 Shoghi Effendi, Die Weltordnung Bahá’u’lláhs, S.153f

Die Demut des Báb gegenüber Bahá’u’lláh kommt nicht zuletzt darin zum Ausdruck, dass Er alle von Ihm selbst erlassenen Gesetze und Verordnungen dem Wohlgefallen Dessen anheimstellte, »Den Gott offenbaren wird«. Andererseits ging Er weit über den vom Islám gesetzten Rahmen hinaus, und gerade hier erweist sich Seine Eigenständigkeit. Das erkannten auch die Bábí, deren prominenteste Vertreter im Jahre 1848 auf der Konferenz von Badasht unweit der nordpersischen Stadt Shahrúd feststellten, die Bestimmungen des Qur’án seien aufgehoben.1

1 Nabíls Bericht, Bd.2, p327

Shoghi Effendi äußert sich über die religionsgeschichtliche Stellung des Báb folgendermaßen:

Die kurze Dauer Seiner Sendung, der enge Rahmen, in dem zu wirken Seinen Gesetzen und Verordnungen bestimmt war, bieten überhaupt keinen Maßstab, um ihren göttlichen Ursprung abzuschätzen und die Stärke ihrer Botschaft zu bewerten. »Dass eine so kurze Zeitspanne«, so erklärt Bahá’u’lláh, »diese machtvolle, wunderbare Offenbarung von der Mir vorausgegangenen Manifestation getrennt hat, ist ein Geheimnis, das kein Mensch … ergründen kann. Ihre Zeitdauer war vorherbestimmt, und kein Mensch wird je den Grund dafür entdecken, es sei denn, dass er über den Inhalt Meines Verborgenen Buches unterrichtet werde.«1

1 Shoghi Effendi, Die Weltordnung Bahá’u’lláhs, S. 182f

In dem Wunsche, die Erhabenheit der hohen Stufe des Báb im Vergleich zu jener der früheren Propheten zu betonen, erklärt Bahá’u’lláh …. »Kein Verstand kann die Natur Seiner Offenbarung begreifen, noch kann irgendeine Erkenntnis das volle Maß Seines Glaubens fassen.« Dann führt Er zur Bekräftigung Seiner These diese prophetischen Worte an: »Wissen ist siebenundzwanzig Buchstaben. Alle Propheten haben zwei Buchstaben davon offenbart. Kein Mensch hat bis heute mehr als diese zwei Buchstaben gekannt. Wenn aber der Qá’im sich erheben wird, dann wird Er die übrigen fünfundzwanzig Buchstaben offenbar machen.« »Bedenke«, fügt Er hinzu, »wie groß und erhaben Seine Stufe ist. Sein Rang übertrifft den aller Propheten, und Seine Offenbarung geht über das Erkennen und Begreifen aller ihrer Auserwählten.« »Von Seiner Offenbarung«, so ergänzt Er weiter, »sind die Propheten Gottes, Seine Heiligen und Auserwählten entweder nicht unterrichtet worden, oder sie haben dies nach Gottes unerforschlichem Ratschluß nicht enthüllt«1

1 Shoghi Effendi, Die Weltordnung Bahá’u’lláhs, p.185

Es kann kein Zweifel darüber bestehen, dass der Anspruch auf die vom Allmächtigen für den Báb bestimmte doppelte Stufe … das wichtigste Unterscheidungsmerkmal der Bahá’í-Sendung darstellt. Er ist ein weiteres Zeichen ihrer Einzigartigkeit, eine gewaltige Erhöhung der Kraft, der geheimnisvollen Macht und Autorität, mit der dieser heilige Zyklus ausgestattet wurde. Tatsächlich besteht die Größe des Báb nicht zuerst darin, dass Er der gottberufene Vorläufer einer so erhabenen Offenbarung ist, sondern vielmehr darin, dass Er mit Kräften ausgerüstet war, wie sie dem Begründer einer religiösen Sendung innewohnen, und dass Er bis zu einem von keinem der vorangegangenen Sendboten erreichten Grade das Zepter unabhängiger Prophetenschaft geführt hat.1

1 Shoghi Effendi, Die Weltordnung Bahá’u’lláhs, S.182

Von Shoghi Effendi ins Englische übersetzte Texte1

1 Viele Textstellen aus den Schriften des Báb werden von Shoghi Effendi in verschiedenen Werken zitiert. Die im vorliegenden Buch enthaltenen sind hier aufgeführt. Weitere Übersetzungen Shoghi Effendis aus Werken des Bá b sind enthalten in God Passes By (p. 25, 29, 30); The World Order of Bahá’u’lláh (p. 100, 101, 126, 127, 146, 147); Epistle to the son of the Wolf (p. 141,142, 151-160, 165, 171-176).

1:4:1; 1:4:3; 1:4:4 erster und zweiter Satz; 1:4:8 erster Satz 1:4:9 erster Teil; 1:4:l1, Parenthese; 1:4:12; 1:4:14 drittletzter Satz; 1:4:15 vierter Satz; 1:4:16 erster Satz; 1:4:17; 2:1:2; 2:2:1; 2:2:2; 2:3:3 erster Satz; 2:3:4 erster Teil; 2:4:2 erster Teil; 2:5:1; 2:l2 letzter Satz; 2:18:2 erster Satz; 2:22; 2:24:1; 2:24:2; 2:27:1 erster Teil; 2:28:6 erster und zweiter Satz; 2:29:1; 2:32; 2:34:3 erste und zweiter Satz; 2:43:1; 2:44:2; 2:47:2; 2:53:2; 2:54:1; 2:57; 3:13:1; 3:29:1, 3. Teil erster Satz; 3:32:1 zweiter Satzteil; 2:34:1 vierter Satz bis Ende; 3:35:2 zweite Hälfte des Absatzes; 4:2; 4:9:1 zweiter und dritter Satz; 6:5; 6:6; 6.16.3; 7.48

Anmerkung zur Verszählung des Qur’án

Die Qur’án-Verweise der englischen Ausgabe richten sich bei der Verszählung nach dem arabischen Original, während viele englische und deutsche Übersetzungen oftmals davon abweichen. Die vorliegende Ausgabe richtet sich nach der englischen Ausgabe.

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