Liebe



Was für eine Macht ist doch die Liebe! Sie ist die wunderbarste, die größte aller Lebenskräfte. Die Liebe gibt dem Leblosen das Leben; sie entzündet eine Flamme in erkalteten Herzen. Die Liebe gibt dem Hoffnungslosen Hoffnung und macht leidgeprüfte Herzen froh. In der Welt des Seins gibt es wahrlich keine größere Macht als die der Liebe. Wenn des Menschen Herz im Feuer der Liebe erglüht, ist er bereit, alles zu opfern, sogar sein Leben.

Abdu'l-Bahá, Abdu'l-Bahá in London 144

Es gibt vier Arten der Liebe. Die erste ist die Liebe, die von Gott zum Menschen strömt. Sie besteht in Seinen unerschöpflichen Gunstbeweisen, in der göttlichen Ausstrahlung und in himmlischer Erleuchtung. Durch diese Liebe erhält die Welt des Seins Leben. Durch sie empfängt der Mensch die Gabe des körperlichen Seins, bis er durch den Odem des Heiligen Geistes dieselbe Liebe ewiges Leben erlangt und das Ebenbild des lebendigen Gottes wird. Diese Liebe ist der Ursprung aller Liebe in der Welt der Schöpfung. Die zweite Art der Liebe strömt vom Menschen zu Gott. Dies ist Glaube, Hingezogensein zum Göttlichen, Entflammtsein, Fortschritt, Eintritt in das Reich Gottes. So empfängt man Gottes Güte und die Erleuchtung vom Lichte des Königreichs. Diese Liebe ist der Urgrund aller Liebe zur Menschheit. Sie lässt die Sonnenstrahlen der Wahrheit in den Herzen der Menschen aufleuchten. Die dritte Art ist die Liebe Gottes zu Gott oder zur Einzigkeit Gottes. Das ist das Übergehen Seiner Schönheit in die Schöpfung, das Widerstrahlen Seiner Selbst im Spiegel aller Kreatur. Das ist die Wirklichkeit der Liebe, die ursprüngliche, die ewige Liebe. Auf einem Strahl dieser Liebe gründet sich jede andere. Die vierte Art ist die Liebe von Mensch zu Mensch. Die Liebe, die zwischen den Herzen der Gläubigen besteht, geht aus dem Ideal der geistigen Einheit hervor. Diese Liebe wird durch das Wissen um Gott erreicht, so dass man erkennt, wie die göttliche Liebe im Herzen aufleuchtet. Jeder sieht in der Seele des anderen einen Spiegel der Schönheit Gottes. Und hat er diesen Grad der Ähnlichkeit entdeckt, fühlt er sich in Liebe zum anderen hingezogen. Diese Liebe wird alle Menschen zu Wogen eines Meeres, zu Sternen eines Firmamentes und zu Früchten eines Baumes machen. Diese Liebe wird wahre Übereinstimmung ermöglichen und den Grundstein zu echter Einigkeit legen.

Abdu'l-Bahá, Abdu'l-Bahá in London 144

Begnügt euch nicht damit, durch Worte Freundschaft zu erzeigen, laßt eure Herzen in liebevoller Freundlichkeit für alle erglühen, die eure Wege kreuzen.

Abdu'l-Bahá, Ansprachen in Paris 1

Liebe ist Licht, wo immer sie wohnt, und Haß ist Finsternis, wo immer er nistet.

Abdu'l-Bahá, Briefe und Botschaften 1:7

Die große selbstlose Liebe zur Menschheit ist durch keine dieser unvollkommenen, selbstsüchtigen Bindungen gefesselt. Sie ist die einzige vollkommene Liebe, die allen Menschen möglich und nur durch die Macht des göttlichen Geistes zu erreichen ist. Keine weltliche Macht kann die allumfassende Liebe je zustande bringen. Lasst alle in dieser göttlichen Macht der Liebe eins sein! Lasst alle danach streben, dass sie im Lichte der Sonne der Wahrheit wachsen und diese strahlende Liebe auf alle Menschen widerspiegeln, damit ihre Herzen geeinigt werden und sie immerdar im Glanze dieser grenzenlosen Liebe bleiben…Wenn ihr ein Glied eurer Familie oder einen Landsmann licht, so tut es mit einem Strahl der unendlichen Liebe! Tut es mit Gott und für Gott! Wo immer ihr die Eigenschaften Gottes findet, liebt jenen Menschen, gleichviel, ob er zu eurer Familie oder zu einer anderen zählt. Ergießet das Licht der grenzenlosen Liebe über jedes menschliche Wesen, das ihr antrefft, mag es gleich eurem Lande, eurer Rasse, eurer politischen Partei oder irgendeiner anderen Nation, Farbe oder politischen Richtung angehören. Der Himmel wird euch helfen, wenn ihr daran arbeitet, die zerstreuten Völker der Welt unter den Schatten des allmächtigen Zeltes der Einigkeit zu sammeln.

Abdu’l-Bahá, Ansprachen in Paris, 9

Schließt eure Augen vor Entfremdung; sodann richtet euren Blick auf die Einheit. Haltet euch beharrlich an das, was der ganzen Menschheit Wohlfahrt und Ruhe bringt. Diese Handbreit Erde ist nur eine Heimat und eine Wohnstatt. Euch geziemt es, alle Hoffart aufzugeben, weil sie Entfremdung schafft, und eure Herzen auf das zu richten, was Eintracht stiftet. Nach dem Urteil des Volkes Bahás liegt des Menschen Ruhm in seiner Erkenntnis, seinem aufrechten Verhalten, seinem lobenswerten Charakter und seiner Weisheit, nicht in Rang und Volkszugehörigkeit.

Bahá'u'lláh, Botschaften aus Akká 6:27

O Sohn des Menschen! Verhüllt in Meinem unvordenklichen Sein und in der Urewigkeit Meines Wesens, wusste Ich um Meine Liebe zu dir. Darum erschuf Ich dich, prägte dir Mein Ebenbild ein und offenbarte dir Meine Schönheit.

Bahá'u'lláh, Verborgene Worte, arab. 3

O Sohn des Menschen! Ich liebte es, dich zu erschaffen, also erschuf Ich dich. Nun liebe du Mich, damit Ich deinen Namen nenne und deine Seele mit dem Geiste des Lebens erfülle.

Bahá'u'lláh, Verborgene Worte, arab. 4

O Sohn des Seins! Liebe Mich, damit Ich dich liebe. Wenn du Mich nicht liebst, kann Meine Liebe dich niemals erreichen. Erkenne dies, o Diener!

Bahá'u'lláh, Verborgene Worte, arab. 5

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